Sachsen-Altenburg

Sachsen-Altenburg, ein zum Deutschen Bunde gehöriges Herzogthum von 24 QM. mit Ende 1860) 137,075 Ew., fast ausschließlich Protestantischer Confession; Juden dürfen sich im Lande nicht niederlassen. In zwei Haupttheile, einen östlichen (Altenburger od. Ostkreis, 111 QM. mit 89,445 Ew.) u. einen westlichen (Saal-Eisenbergischer od. Westkreis, 121/2 QM. mit 47,630 Ew.) zerfallend, grenzt es an das Königreich u. die preußische Provinz Sachsen, an Weimar, Meiningen, Reuß u. Schwarzburg. Bodenbeschaffenheit: der östliche Theil, welcher die letzten Ausläufer des Erzgebirges enthält, bildet ein wellenförmiges, nach Norden sich abflachendes, sehr fruchtbares, der westliche ein hügel- u. waldreiches, von tiefen Thälern durchschnittenes, weniger fruchtbares Land. Flüsse: Saale u. ihre Nebenflüsse Roda u. Orla, Elster (nur eine kurze Strecke die Grenze berührend), Pleiße, Sprotte, Wiera, Schnauder. Klima: mild, auf den westlichen Bergen rauher. Producte: Getreide, Öl- u. Hülsenfrüchte, Futterkräuter, Kartoffeln, Rüben, Gurken, Obst, Gemüse, Holz, Waldbeeren, Pferde, Rindvieh, Schafe, Schweine, Federvieh, Wild, Fische, Bienen, Kalk, Braunkohlen (mächtige Lage im Ostkreis), Thon (zu Porzellan, Pfeifen, Fayence), Porphyr. Schieferthon u.a., eisenhaltige Mineralquelle zu Ronneburg. Der Ackerbau im Ostkreise, welcher vorherrschend nach dem Systeme der Dreifelderwirthschaft betrieben wird, liefert Getreide im Überflusse, der Westkreis bedarf der Zufuhr; die Viehzucht ist ebenfalls im Ostkreise bedeutend u. liefert namentlich gutes Rindvieh u. auch Pferde; die Forstwirthschaft ist umfangreich, die Waldungen bedecken fast 8 QM. Bestimmungen über den Waldschutz treffen u.a. das Gesetz vom 19. Jan. 1849, das Regulativ vom 28. Juni 1849 u. die Verordnung vom 16. Juli 1852. Das Jagdrecht auf fremdem Grund u. Boden ist durch Gesetz vom 24. Sept. 1848 aufgehoben, die Ausübung der Jagd durch das Jagdpolizeigesetz vom 3. Aug. 1850 geregelt. Der Bergbau ist bedeutend nur hinsichtlich des Braunkohlenbaues im Amte Altenburg, auch gibt es hier Porzellanthon. Industrie u. Fabrikwesen: Wollenspinnerei u. Wollenweberei, Handschuhe, Porzellan, Thonwaaren, Dosenfabrikation, Holzwaaren, Holzhandel, Kohlen, Pech etc. Als Verkehrsmittel bieten sich Straßen von verhältnißmäßig bedeutender Länge dar; die sächsische Westliche Staatseisenbahn durchschneidet den Ostkreis in einer Länge von 41/2 Meilen. Die Saale ist flößbar. Altenburg gehört zum Allgemeinen Deutschen Zollverein u. zwar zum Thüringer Verein; sein Antheil an den Zolleinkünften betrug 1860: 133,730 Thlr. Der Handel ist lebhaft; die Ausfuhr besteht im Ostkreise vorzüglich in Getreide, Vieh, Butter u. Käse, im Westkreise in Brenn- u. Nutzholz, sowie Producten aus Nutzholz.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon,
Band 14
Altenburg 1862

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Sachsen Altenburg
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Und blindlings reißt der Mut ihn fort; Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort. Und er brüstet sich frech, und lästert wild; Die Knechtenschar ihm Beifall brüllt. Der König rief mit stolzem Blick; Der Diener eilt und kehrt zurück. Wieder vergisst der Hexenmeister, dass gute Kost auch die Geisteskräfte stärkt, und tatsächlich nützt sein Gefangener die Zeit hinter Gittern, um sich in aller Ruhe eine Geschichte auszudenken. Pineiß platzt schier vor Neugierde und befiehlt ihm unter Androhung von Quälereien, sich deutlicher ausdrücken. Misstrauisch hört Pineiß die Beichte, ohne daraus schlau zu werden kein Wunder, denn Spiegel legt es darauf an, ihn zu verwirren und seine Geldgier und Lüsternheit zu reizen. Dann wechselt er das Thema und malt dem Junggesellen Pineiß die Vorzüge einer guten Ehefrau aus: weiß am Leibe, sorgfältig im Sinne, zutulich von Sitten, treu von Herzen, sparsam im Verwalten, aber verschwenderisch in der Pflege ihres Mannes. Von hier oben  hat man einen schönen Blick auf dem Hafen und  die kleinen Iles de Lérins. Wie sie nun sahen, daß es ein Franzose sei, wollten sie ihn niederhauen. Spiegel, scheinbar schicksalsergeben, schlüpft in die Rolle des armen Sünders und klagt sich an, durch Pflichtversäumnis großes Unrecht getan und so den Tod verdient zu haben. Mit ihrer Hilfe wollten sie etwa hie und da noch versteckte Schätze aufspüren. Zwischendurch fragt er ihn, ob er nicht vielleicht Lust hätte zu heiraten. Als er wieder zugenommen hat, wetzt Pineiß vergnügt sein Messer und holt ihn aus dem Käfig. Zuerst erwähnt er einen Schatz von zehntausend Goldgülden aus dem Besitz seiner verstorbenen Herrin. Es war ein umfangreiches Dorf von Holzhäusern in flacher Ebene. Sie war Sitz der mächtigen Mönche, die Cannes vom 10. bis 18. Jahrhundert regierten. Hauptziel ist nicht die strafrechtliche Verfolgung der Täter, sondern die moralische Wiedergutmachung für die Opfer und ihre Familien. Rhodans Handlungsebene beschränkt ihn auf die Rolle des Beobachters. […]
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Der Nebel kriecht über die Elbe, als die August der Starke langsam unter den geborstenen Bögen der Carolabrücke hindurchgleitet. Ihre Schaufelräder schlagen rhythmisch gegen das dunkle Wasser, ein Echo vergangener Jahrhunderte. Auf dem Terrassenufer drängen sich Schaulustige, ihre Atemwolken vermischen sich mit dem Dampf der Schiffe. Doch die Freude über die Weiße Flotte erstarrt, als ein Bagger am nächsten Morgen ein rostiges Relikt aus dem Schlamm zieht. Eine Bombe, stumm, aber tödlich, liegt in der Schaufel. Die Carolabrücke, einst Verbindung, jetzt Ruine, birgt mehr Geheimnisse, als die Stadt zu ertragen glaubt. In Striesen flackern die Lichter des Spätshops an der Augsburger Straße. Hier, zwischen Regalen voller Snacks und gefrorener Pizza, starrt eine Überwachungskamera auf die leere Straße. Vor Wochen stürmte ein Maskierter herein, eine Softair-Pistole in der Hand. Die Angestellte verfolgte ihn, bis er im Bus der Linie 63 verschwand. Seine Mutter erkannte ihn später auf den Fahndungsbildern. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft, während die Frage nach dem Warum im Raum hängt, wie der Dunst über den Elbwiesen. Der Große Garten atmet Geschichte unter einem wolkenverhangenen Himmel. Zwischen kahlen Bäumen liegt ein Puzzleteil, blau wie der Himmel, der heute fehlt. Eine Frau mit Regenschirm starrt auf ihr Handy, ihr Gesicht ein Mosaik aus blauem Licht und Schatten. Sie weiß nicht, dass unter ihren Füßen ein Betonbunker aus Mutschmanns Ära verrottet, während Google Fit ihr 31 Kardiopunkte zuschreibt. In der Neustadt, wo der Goldene Reiter gen Osten galoppiert, findet ein Trauermarsch statt. Maximilian Stoppas Kollegen schleichen an Absperrungen vorbei, die Route geändert wegen eines weiteren Fundes unter der Carolabrücke. Die Polizei flüstert von dritten Bomben, doch die Elbe schweigt. Als die letzte Straßenbahn in die Nacht saust, bleibt ein Mann am Rathenauplatz stehen. In seiner Tasche ein scharfkantiges Puzzleteil, in seinen Gedanken die Worte seiner Großmutter. Manchmal passt es nur, wenn man dreimal blinzelt. Doch die Carolabrücke blinzelt nicht. Sie wartet. Was wird morgen in ihrem Schatten liegen? Ein rostiges Fass, ein weiteres Geschenk des Krieges, oder die Antwort auf Fragen, die niemand zu stellen wagt? Dresden schläft nicht. Es lauscht. […]
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Die Welt, wie wir sie kannten, ist nur noch ein Echo. Wo einst blühende Länder lagen, erstreckt sich nun ein endloses, graues Meer aus Nebel. Die letzten Überlebenden klammern sich an die Reste einer zerfallenen Zivilisation, an Ruinen, deren Zweck längst vergessen ist. Doch in den Geisterstädten und an den verlassenen Küsten, wo das Rauschen des Nebels das einzige Lied ist, das die Nacht trägt, gibt es immer noch Geschichten, die darauf warten, gefunden zu werden. Geschichten, die nicht aufgeschrieben, sondern in den Wind geflüstert wurden und nun in den Überresten alter Mauern und vergessener Landschaften nach Antworten suchen. Es begann nicht mit einem Gewitter, sondern mit dem vergilbten Foto eines Hauses, das ein Geheimnis verbarg. Getrieben von der Suche nach meiner Familiengeschichte, landete ich auf einer Insel, die einst Rügen genannt wurde. Dort fand ich nicht nur eine Ruine, sondern auch ein Buch, das bei Berührung warm wurde. Es war nicht einfach ein Objekt, es war eine Tür zu einer verlorenen Liebe, zu einer Frau namens Lilli, die mir aus den Seiten entgegenblickte. Jedes Umblättern war ein Schritt tiefer in ein Rätsel, das meine Existenz mit einer anderen Welt zu verbinden schien - einer Welt, die von einem mysteriösen Gewitter vernichtet wurde. Die Suche nach der Wahrheit führte mich über zerborstene Gleise und durch einen undurchdringlichen Nebel, der alles verschlang, was ich kannte. Jede Gasse, jeder Waldweg, den meine Füße betraten, war in Wirklichkeit eine Landkarte, von Lilli gezeichnet. Die Stille dieser zerbrochenen Welt wurde nur gelegentlich durch das Echo von Ratten und das Rauschen des Windes unterbrochen. Doch dann, an einem Morgen, der wie jeder andere schien, traf ich auf ein Tier, das nicht hierher gehörte - ein Guanaco. Es war nicht mehr als ein verwirrter Begleiter, aber es war ein Zeichen, ein Wegweiser zu einer unerwarteten Begegnung, die mich an den Rand meiner eigenen Welt brachte. Das Tier führte mich zu einer Lichtung. Dort stand eine uralte, steinerne Windmühle, deren Flügel im Wind erstarrt waren. Ein Priester mit vom Leben gezeichnetem Gesicht erwartete mich. Er sprach nicht, sondern zeigte mir eine rostige Pumpe. Und aus ihr floss kein Wasser, sondern ein dünner, schimmernder Strahl aus reinem Licht. Es war nicht die Antwort, die ich erwartet hatte, aber es war ein Versprechen. Ein Versprechen, dass die Wahrheit nicht in Worten lag, sondern in der Dunkelheit, in die er mich wies. Die Wahrheit liegt dort drin, in der Mühle, in einem Haus, dessen wahre Funktion weit über das Mahlen von Korn hinausgeht. Was würde mich im Inneren erwarten? Würde das Licht meine Ängste vertreiben oder meine Geschichte für immer neu schreiben? Und was ist mit Lilli, meiner verlorenen Liebe, die mich auf diese unbegrenzte Reise geschickt hat? […]
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Die Mondesschimmer fliegen, Als säh ich unter mir Das Schloß im Tale liegen, Und ist doch so weit von hier! Als müßte in dem Garten Voll Rosen weiß und rot, Meine Liebste auf mich warten, Und ist doch lange tot. Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Wanderlieder Gedichte 1841 www.zeno.org Das gegenwärtige Schloß zu Radeberg wurde vom Herzog Moritz von Sachsen, dem späteren Kurfürsten, in den Jahren 1543 bis 1546 erbaut und erhielt von ihm, da es auf Felsenklippen aufgebaut war, den Namen Klippenstein. Die Baukosten betrugen, wie alte Urkunden melden, 3240 Meißnische Gulden, 17 Groschen und 3 Pfennige. Vom Erbauer wurde der Klippenstein zu einem Jagdschlosse bestimmt, sowie zu einem Grenzhause und zum Sitze der Amtsexpedition. Die am Fuße des Felsens gelegenen Gebäude, welche noch heute das eigentliche Schloß kreisförmig umschließen, dienten als Amtshaus und wurden später zu Wohnungen für den Schloßtorwärter und den Amtsfrohn, sowie zu Gefängnissen und Stallungen eingerichtet. Noch heute wohnt hier der Amtswachtmeister; auch befinden sich in diesen Gebäuden seit vielen Jahrzehnten die Gefängniszellen. Und in der Naturkundeausstellung wird das Leben von Fledermäusen und Lachsen erklärt. Bei Motorradfahrern ist Hohnstein wegen seiner Nähe zur historischen Rennstrecke Deutschland-Ring seiner bikerfreundlichen Ausstattung mit Schrauberecke, Garagen und Motorradshop äußerst beliebt. Solange die Sonne am Himmel steht, ist er tätig; höchstens in den Mittagsstunden sucht er im schattigen Gelaube der immergrünen Bäume Schutz gegen die drückende Sonne. Sonst fliegt er ohne Unterbrechung von Zweig zu Zweig oder trippelt mit rascher Geschäftigkeit auf den Ästen, den Häusern und endlich auf dem Boden umher. Kaum einer seiner Verwandten übertrifft ihn in der Eilfertigkeit seines Fluges, sicherlich keiner in der Rastlosigkeit, die ihn kennzeichnet. In den letzten Monaten der Dürre hat er seine Mauser vollendet und denkt mit dem ersten Frühlingsregen, etwa Anfang September, an seine Fortpflanzung. Bis dahin lebte er in Scharen; jetzt trennt er sich in Paare, und diese kommen nun vertrauensvoll in die Dörfer und Städte herein und spähen nach einer passenden Stelle unter dem Dache des kegelförmigen Strohhauses oder der würfelförmigen Lehmhütte des Eingeborenen. Hier, in irgendeiner Höhlung oder auf einer andern passenden Unterlage, wird ein wirrer Haufen von dürren Halmen zusammengetragen, dessen Inneres aber eine wohlausgerundete, jedoch keineswegs auch sorgfältig ausgelegte Höhlung enthält. […]
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Es gibt einen Ort, an dem die Nacht keinen Einlass hat und der Tag nur ein fahles Licht hinter dickem Glas ist. Hier herrscht eine konstante, künstliche Kühle, die bis in die Knochen zieht, erfüllt von einem surrenden Chor aus tausend metallenen Stimmen. Die Luft schmeckt nach Ozon und statischer Enttäuschung. Dies ist das Herz eines modernen Tempels, ein Sanktuarium aus Stahl und Silizium, das die unersättliche Gottheit des ständigen Flusses nährt. Ein einzelner Wächter sitzt vor dem pulsierenden Auge des Systems, einem Portal in eine Welt, die niemals zur Ruhe kommt, und trinkt den abgestandenen Trost seiner eigenen Vergesslichkeit. Doch dieser scheinbar stabile Kosmos beginnt, feine Risse zu zeigen. Es sind nicht die lauten, katastrophalen Brüche, sondern stille, heimtückische Fehler, die sich in den Fundamenten einnisten. Ein Bild, das sich weigert, seinen Platz einzunehmen. Ein Prozess, der in der Leere verschwindet, ohne eine Spur zu hinterlassen. Jeder Versuch, die Ordnung wiederherzustellen, führt nur tiefer in ein Labyrinth aus vergessenen Pfaden und gespenstischen Konfigurationen. Ist es Sabotage? Das unvermeidliche Zerbröckeln komplexer Architekturen? Oder erwacht etwas in den dunklen Schächten des Legacy-Codes, das längst für tot erklärt wurde? Der Kampf verlagert sich von den bunten Oberflächen in die nackte, grüne Schrift der Befehlszeile. Hier, in den kalten Eingeweiden, offenbart sich die Wahrheit: Jede Krise ist ein Echo einer alten Sünde, eine selbstverschuldete Wunde aus einem längst archivierten Update. Der Wächter wird zum Archäologen seiner eigenen Fehler, gezwungen, die Geister zu konfrontieren, die er einst begraben glaubte. Doch mit jeder gelösten Störung explodieren zwei neue Meldungen. Das System wehrt sich. Es kämpft um sein chaotisches, unberechenbares Dasein. Was kostet es, die Illusion des reibungslosen Flusses aufrechtzuerhalten? Welche verbotenen Abkürzungen muss man gehen, welche Regeln brechen, nur um den Schein zu wahren? Und was passiert, wenn die notdürftigen Reparaturen, die das Monster am Leben erhalten, beginnen, noch tiefere, unkontrollierbare Monster zu gebären? Die eigentliche Frage ist nicht, wie man das Problem behebt. Die Frage ist, ob man Teil des Systems werden muss, um es zu besänftigen - und ob man danach noch sich selbst ist. Gerade als ein winziger Sieg errungen scheint, als ein Funke normaler Funktion durch die Leitungen schießt, ertönt ein vertrautes, eisiges Signal. Ein neuer Fehler meldet sich. Nicht irgendeiner. Ein Fehler, der direkt aus der letzten Verzweiflungstat geboren wurde. Der Kreislauf schließt sich nicht. Er zieht sich nur enger. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Spät noch, wenn schon längst verklungen Alle Saiten am Klavier, Zittert noch, was du gesungen, Durch die tiefste Seele mir; Führt mich über Meeresweiten, Söhnt mich aus mit dem Geschick Und verknüpft mir alle Zeiten Mit dem schönsten Augenblick. Ja, noch mit der tiefen Wunde, Die dein ernstes Wort mir schlug, Preis' ich ewig hoch die Stunde, Die dich mir entgegentrug. Frevel wär' es, mehr zu sagen, Doch es kühlt die bange Glut, Daß wir auch noch im Entsagen Uns verstehn - ach, gar zu gut! Quelle: Erste Liebe Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905 www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Ein Augenblick - was sollte man unbedingt beachten? Keinen Augenblick wurde die Reform unterbrochen, vielmehr auch auf das Gebiet der Diözesaneinteilung ausgedehnt, wobei dem Kaiser ernstlichere Schwierigkeiten den deutschen Kirchenfürsten gegenüber entstanden, deren Rechte in den österreichischen Erbländern aufgehoben worden waren. In bezug auf Josephs Reformen im Justizwesen zeigte sich der unruhige Geist und der stets wachsende Widerspruch der Verordnungen besonders nachteilig. So wurde die Todesstrafe erst aufgehoben und in solche Strafen verwandelt, die, wie Schiffziehen und Gassenkehren, die öffentliche Meinung gegen sich hatten; bald aber führte eine neue Ordonnanz die Todesstrafe wieder ein. Dagegen verdienen Josephs Schöpfungen für das Wohl der Armen und Leidenden: Kranken- und Irrenhäuser, Gebär- und Findelanstalten, Waiseninstitute, Besserungsanstalten, Institute zur Heranbildung von Militärärzten, uneingeschränktes Lob. Er legte den Grund zu einem bessern und gerechtern Steuersystem, das aber vielfach Widerspruch erregte, weil es den Adelsvorrechten entgegentrat und alle ständischen Privilegien beseitigte, aber auch dem Bürger nicht passte, der in der Einschränkung der Konsumtionsfähigkeit des Adels seinen Nachteil erblickte. […]
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