Im Februar trifft sich wieder alles zum „Carnevale die Venezia“. Aber auch außerhalb dieser stürmischen Zeit ist die Lagunenstadt eine Reise wert.
Venedig ist eine der faszinierendsten Städte der Welt. Rund 70.000 Einwohner leben in dieser eigenartigen auf Tausenden von Holzpfählen erbauten Metropole. 400 Brücken verbinden 116 Inseln. 177 Kanäle, 3.000 verwinkelte Gassen und null Autos gibt es hier. Mit den Vaporetti, den öffentlichen Verkehrsbooten, kann man prima die Stadt erforschen. Zum Beispiel mit dem Boot Nummer 1 entlang des 3,8 Kilometer langen Canal Grande oder mit einem der Rundkurse. Sie bringen die Fahrgäste für wenige Euro von einem Ende der Stadt zum anderen und bieten so eine billige Stadtführung.
Der Carnevale di Venezia zieht jährlich Tausende in die Lagunenstadt. Hinter den kunstvollen Masken und den prachtvollen Kostümen verbergen sich uralte Traditionen, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Einst erlaubten die Masken den Venezianern, ihre Identität zu verbergen, so dass soziale Klassen verschwanden und jeder in der Stadt für eine kurze Zeit gleich war. Die Masken sind Ausdruck von Freiheit und Anonymität, die Symbolik jeder Maske erzählt ihre eigene Geschichte. Ob die voluminöse Bauta, die elegante Moretta oder die farbenfrohe Colombina – jede Maske repräsentiert eine Facette der venezianischen Gesellschaft. Besucher des Karnevals tauchen in eine andere Zeit ein, spüren den Hauch vergangener Jahrhunderte, und erleben die Pracht, die einst die Adligen und Bürger der Serenissima zur Schau stellten.
Venedig lässt sich auch mit kleinem Budget entdecken. Anstatt teure Gondelfahrten zu buchen, bieten die Vaporetti eine preiswerte Alternative. Die Linie 1 führt den Canal Grande entlang und eröffnet atemberaubende Blicke auf die prächtigen Palazzi, ohne dass man ein Vermögen ausgeben muss. Auf dem Rialto-Markt lässt sich frisches Obst und Gemüse günstig kaufen, um ein authentisches Picknick an einem ruhigen Platz zu genießen. In den kleinen Trattorien abseits der Touristenpfade warten schmackhafte Gerichte zu fairen Preisen. Die vielen kleinen Gassen laden zum Flanieren ein, oft offenbart sich hinter einer Ecke ein kleiner Platz oder ein verstecktes Restaurant, das einheimische Spezialitäten zu günstigen Preisen anbietet. So lässt sich die Magie der Stadt ohne überzogene Kosten erleben.
Wenn die Nacht hereinbricht, zeigt sich Venedig von seiner geheimnisvollsten Seite. Die Gassen und Kanäle leuchten im schwachen Schein der Laternen, die Schritte hallen wider in der nächtlichen Stille, und das Wasser der Kanäle glitzert im Mondlicht. Einige Bars verstecken sich in engen Gassen und öffnen ihre Türen nur für Eingeweihte. Der ruhige Canal Grande, der tagsüber geschäftig von Booten befahren wird, wirkt nun wie ein stilles Spiegelbild der Stadt. Die geheimen Bars und Cafés, die sich nur demjenigen offenbaren, der die Stadt wie ein Einheimischer kennt, bieten eine willkommene Ruhepause. Das venezianische Nachtleben ist eine Welt für sich, fernab der Hektik, mit einem Hauch von Eleganz und Mystik, der den Besucher in seinen Bann zieht.
Venedig bietet endlose Möglichkeiten für atemberaubende Fotos. Der Canal Grande bei Sonnenaufgang, wenn das Licht die Gebäude in goldenes Leuchten taucht, der Markusplatz in den frühen Morgenstunden, bevor die Touristen ankommen, und die ruhigen Seitenkanäle mit ihren versteckten Brücken sind ideale Orte, um die einzigartige Stimmung der Stadt festzuhalten. Die bunten Häuser von Burano, das friedliche Ufer von Torcello und die malerischen Plätze in den Vierteln Castello und Dorsoduro sind perfekte Kulissen für Erinnerungsfotos. Mit Geduld und einem wachen Auge entdeckt der Besucher in jedem Viertel Venedigs ein anderes Detail, das die Kamera in ihrer Magie festhält.
Venedig lädt dazu ein, das Leben in einem anderen Tempo zu genießen. In einem Café am Canal Grande sitzen, den Vaporetti und den Gondeln zusehen, wie sie gemächlich vorbeigleiten, die warmen Sonnenstrahlen auf dem Gesicht spüren und den Geräuschen des Wassers lauschen. Im Viertel Dorsoduro kann man auf einem Platz sitzen, die alten Häuser betrachten und die friedliche Stille der Stadt genießen. Die Kunst des „dolce far niente“ ist in Venedig allgegenwärtig, die Bewohner kennen das Geheimnis der Entschleunigung, und auch die Besucher können dem Drang widerstehen, alles zu sehen und sich stattdessen Zeit nehmen, das Wesentliche zu erleben und zu genießen.
Abseits des Trubels von Venedig liegt eine Vielzahl von Inseln, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Während Murano für Glasbläserkunst und Burano für bunte Häuser bekannt sind, bietet Torcello ein Gefühl der Abgeschiedenheit und Geschichte, mit seinen antiken Ruinen und der beeindruckenden Kathedrale Santa Maria Assunta. Auf der Insel Sant’Erasmo findet man weitläufige Gemüsefelder, die die Stadt mit frischen Produkten versorgen. Jede dieser Inseln hat ihren eigenen Charme und ihre Besonderheiten, die Besucher, die über den Tellerrand blicken, in eine andere Seite der Lagunenstadt eintauchen lassen.
Das Leben in Venedig folgt einem besonderen Rhythmus. Die Einheimischen beginnen den Tag früh, kaufen frisches Brot in der Bäckerei an der Ecke und holen sich eine Zeitung, bevor sie zum Markt gehen, um frischen Fisch und Gemüse zu kaufen. Am Morgen fahren viele zur Arbeit mit dem Vaporetto, dem Wasserbus, der die Stadt durchkreuzt. In den Mittagsstunden trifft man sich in kleinen Lokalen, um einen Espresso zu trinken, bevor man den Tag in Ruhe ausklingen lässt. Die Venezianer wissen die Schönheit und den Rhythmus der Stadt zu schätzen und leben im Einklang mit der einzigartigen Umgebung, die sie umgibt. Der Abend wird oft in geselliger Runde verbracht, die engen Gassen und Plätze füllen sich mit Stimmen und Gelächter, und die Stadt lebt in einer Gemeinschaft, die den Charme und die Zeitlosigkeit der Lagunenstadt widerspiegelt.
Venedig ist nicht nur die Stadt der Kanäle, sondern auch eine Stadt voller Geschichten von Geistern und Legenden. In den verwinkelten Gassen und auf den versteckten Plätzen ranken sich Mythen um längst vergangene Zeiten und mystische Ereignisse. Der Palast Ca‘ Dario ist berüchtigt für die Serie tragischer Schicksale seiner Besitzer, die viele Venezianer dazu bringen, ihn nur aus der Ferne zu betrachten. Auf der Insel Poveglia soll es spuken, sie diente einst als Quarantänestation und Ort der Isolation für Pestopfer. Die Geistergeschichten und die düsteren Legenden verleihen Venedig eine geheimnisvolle, fast übernatürliche Aura, die man bei Nacht besonders spürt, wenn sich die Schatten in den Kanälen zu bewegen scheinen und die Stille nur von leisen Wassergeräuschen durchbrochen wird.
Abseits der belebten Plätze und Kanäle verbergen sich in Venedig grüne Oasen und versteckte Gärten, die nur wenigen bekannt sind. Der Giardino della Marinaressa bietet eine ruhige Zuflucht mit Blick auf die Lagune, während der Garten des Palazzo Venier dei Leoni mit üppiger Vegetation und modernen Skulpturen die Sinne belebt. Diese grünen Ecken bieten Momente der Ruhe und Erholung, in denen man die Schönheit der Natur inmitten der Steingebäude und des Wassers genießen kann. Die verborgenen Gärten zeugen von der Liebe der Venezianer zur Natur und bieten dem Besucher eine unerwartete und stille Seite der Stadt, die ein Kontrast zu den touristischen Wegen bildet und eine einzigartige Entdeckung darstellt.
Die Küche Venedigs ist tief verwurzelt in den Traditionen und den reichen Ressourcen der Lagune. Cicchetti, kleine Häppchen, die mit einem Glas Wein in den Bacari serviert werden, sind eine beliebte Spezialität, die Einheimische und Reisende gleichermaßen genießen. Typische Gerichte wie Sarde in Saor – marinierte Sardinen – und Risotto al nero di seppia, ein schwarzes Risotto mit Tintenfischtinte, bieten einzigartige Geschmackserlebnisse. Auf den lokalen Märkten wie dem Rialto-Markt finden sich frische Meeresfrüchte, die direkt aus der Lagune stammen und die Basis vieler Gerichte bilden. Das Essen in Venedig ist mehr als nur Nahrungsaufnahme – es ist eine Verbindung zur Geschichte der Stadt und ihren Bewohnern, ein Genuss, der die Sinne erfreut und die Kultur der Lagunenstadt spürbar macht.
Venedig ist eine Stadt wie keine andere – sie vereint Geschichte, Kunst, Kultur und Mysterium in jedem Winkel, in jeder Brücke und jedem Kanal. Jeder Moment hier ist geprägt von einer einzigartigen Atmosphäre, die es dem Besucher ermöglicht, die Zeit zu vergessen und sich in einer Welt aus Wasser und Stein zu verlieren. Die leuchtenden Masken des Carnevale, die stillen Kanäle in der Nacht, die versteckten Oasen und die unverwechselbaren Aromen der venezianischen Küche erzählen die Geschichte einer Stadt, die trotz der Jahrhunderte voller Wandel ihren Charakter bewahrt hat. Venedig zeigt, dass wahre Schönheit in der Kombination aus Geschichte und Leben liegt, die Stadt bleibt in Erinnerung wie ein Traum, ein Ort der sowohl einzigartig als auch zeitlos ist. Der Abschied fällt schwer, doch die Erinnerungen an die verborgenen Gärten, die alten Legenden und das leise Rauschen des Wassers werden stets wie ein leises Echo im Herzen nachklingen – Venedig bleibt unvergesslich, ein Symbol für die Magie des Reisens und die Kraft der Entdeckung.
Mit den besten Wünschen bis zum nächsten Abenteuer in verwinkelten Gassen der Geschichte,
euer Gondoliere des Unbekannten und Entdecker stiller Kanäle.
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
Quellenangaben:
Inspiriert von den düsteren Erinnerungen an einem herbstlichen Vormittag
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Im süßen Traum, bei stiller Nacht, da kam zu mir, mit Zaubermacht, mit Zaubermacht, die Liebste mein, sie kam zu mir ins Kämmerlein. Ich schau sie an, das holde Bild! Ich schau sie an, sie lächelt mild, und lächelt, bis das Herz mir schwoll, und stürmisch kühn das Wort entquoll: Nimm hin, nimm alles, was ich hab, mein Liebstes tret ich gern dir ab, dürft ich dafür dein Buhle sein, von Mitternacht bis Hahnenschrein. Da staunt' mich an gar seltsamlich, so lieb, so weh und inniglich, und sprach zu mir die schöne Maid: Oh, gib mir deine Seligkeit! Ein süßer Traum, ein schmerzliches Erwachen! Eine Erzieherin ist natürlich immer dabei, um auf eine vorsichtige Handhabung zu achten. Alles lag so dumpf, so sinnverwirrend auf mir; das Gehirn schien sich mir im Kopfe, der Kopf auf dem Rumpfe umher zu drehen. Er hielt die Augen noch immer geschlossen, als er in der Erwartung in die Tasche griff, auf das schöne Schmuckstück des Kölner Juweliermeisters Ziegler zu stoßen. Wir benachrichtigen den Hotelmanager, doch der kann nichts finden. Absolut keines Gedankens mehr fähig, stand und starrte ich in die blaue Flammenwelt hinein, wie lange, weiß ich nicht. Manche stürzen sich gleich in Aktivitäten, andere beobachten erstmal ganz genau: zwei musizierende Kinder lenken die Aufmerksamkeit auf sich. Mit der anderen Hand spielt der Junge einen Schellenkranz und das Mädchen auf einer Mundharmonika. Als ein Junge fertig ist, seinen Stock zu schnitzen, holt er sich Wasserfarben. Mechanisch tat ich endlich, was ich während meines vierwöchigen Aufenthaltes im Lande andere tun gesehen, grub nämlich mit meinem Taschenmesser ein Loch in den schwarzen Wiesenboden, legte das Lassoende hinein, stampfte das Loch wieder zu; nachdem ich die Schlinge dem Tiere über den Kopf geworfen und ihm Sattel und Zaum abgenommen, ließ ich es weiden, mich außerhalb des Kreises, den es beschreiben konnte, niederlegend. Bei uns befanden sich mehrere Leute, die wegen Beschwerden ins Zuchthaus geraten waren. Unter anderm rannte Petrow immer hin und her, hörte überall zu, sprach wenig, befand sich aber in sichtlicher Aufregung und sprang als erster aus der Kaserne heraus, als man sich im Hofe aufstellte.
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Eine vereiste Landstraße irgendwo im Nirgendwo, eingefroren zwischen Gestern und Morgen. Der Motor ist längst verstummt, der Himmel schweigt, nur das Knacken gefrorener Zweige und der eigene Atem durchbrechen die Stille. Kein Empfang, keine Lichter, kein Geräusch, das an Zivilisation erinnern würde. Schnee bedeckt das schwarze Band aus Asphalt, verwandelt es in eine Bühne für etwas, das nicht greifbar ist. Kälte kriecht in jeden Winkel, zieht an der Haut und klopft leise an die Gedanken. Ein Mann setzt einen Fuß vor den anderen, ohne Ziel, ohne Plan, nur mit dem instinktiven Wissen, dass Stehenbleiben keine Option ist. Jeder Schritt hallt nach, jedes Knirschen des Schnees klingt, als würde es jemand zählen. Der Mond steht tief, die Sterne über ihm sind zu zahlreich, um sie zu erfassen, und zu still, um sie zu ignorieren. Doch das ist nicht das Seltsamste an dieser Nacht. Ein Licht erscheint, weit entfernt, zu schwach für ein Fahrzeug, zu regelmäßig für Zufall. Es pulsiert - oder will gesehen werden. Kurz darauf ein Schatten, für den es keine Richtung gibt, kein Geräusch, das ihn begleitet. Wer oder was bewegt sich da im Dunkeln? Ist es Erinnerung oder Vorbote? Und dann ist da die Stimme. Nicht laut, nicht leise, aber deutlich - obwohl niemand zu sehen ist. Fragen werden gestellt, Antworten gefordert, und das alles ohne ein einziges Wort. Was geschieht in einer Nacht, wenn sie länger dauert als gewöhnlich? Wenn ein einfacher Schritt auf Eis zu etwas Größerem wird? Als die Kälte sich mit Gedanken vermischt, beginnt sich etwas zu verändern. In der Ferne verschwimmen Konturen, Geräusche verändern ihren Klang, und nichts scheint mehr an Ort und Zeit gebunden. Die Straße führt weiter, doch wohin? Und warum fühlt sich die Luft an, als würde sie beobachten, nicht nur umhüllen? Was, wenn man nicht mehr weiß, ob man sucht - oder bereits gefunden wurde?
Was, wenn die Stille nicht nur leer ist, sondern etwas in sich trägt?
Etwas, das auf genau diesen Moment gewartet hat. Noch ein Schritt. Noch ein Atemzug. Und dann geschieht etwas, das alles verändert. Aber nur, wenn man stehen bleibt, und hinsieht.
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Jetzt! Ich sehe ihn. Er ist wieder fort. Kennst du ihn? Nein. Er liegt sehr tief und gehört zu keinem Bilde. Ich trat an einen Busch und schnitt einige Ruten ab. Die eine davon steckte ich in die Erde und stellte mich dann einige Schritte vorwärts von ihm auf. Kniee genau hinter dieser Rute nieder. Ich werde in der Richtung in welcher der Stern wieder blitzt, eine zweite aufstecken. Sahst du ihn jetzt? Ja. Ganz deutlich. Wohin soll die Rute? Hierher? Einen Fußbreit weiter nach rechts. Hierher? Ja; das ist genau. So! Nun beobachte weiter! Jetzt sah ich ihn wieder! meinte er nach einer kleinen Weile. Wo? Ich werde eine dritte Rute stecken. Der Stern war nicht am alten Platze. Er war viel weiter links. Wie weit? Sage es! Zwei Fuß von der vorigen Rute. Hier? Ja. Ich steckte die dritte Rute ein, und Ali Bey beobachtete weiter. Jetzt sah ich ihn wieder mit einem Kuss des Himmels auf die Erde gepflanzt. Der Autor stellt die Bedeutung der schwebenden, in die Terz mündenden und den nachfolgenden Quintton bereits antizipierenden Zeilenschlüsse in der ersten Textstrophe heraus. Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Möchten Sie weiterhin von uns informiert werden? Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen.
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Zwischen der letzten Stunde der Nacht und dem ersten Grau des Morgens existiert ein vergessener Moment, eine winzige Spalte in der Zeit, durch die das Unmögliche sickert. In dieser geisterhaften Zwischenzeit, wenn selbst die Schatten ihren Atem anhalten, beginnt etwas zu flüstern. Es sind keine Worte, die man verstehen kann, sondern eher ein Gefühl, das sich wie kaltes Glas über die Haut schiebt. In einem unscheinbaren Zimmer, wo die Tapeten sich wellen als würden sie atmen, beobachtet jemand, wie die Kerzenflamme Schatten wirft, die den Gesetzen der Physik trotzen. Einer dieser Schatten bewegt sich nicht mit dem Flackern. Er bleibt starr wie ein Messer in der Wand, beobachtend, wartend. Tagebuchseiten füllen sich mit rätselhaften Linien, die kein Muster ergeben wollen, es sei denn, man betrachtet sie im schwankenden Licht der vierten Morgenstunde. Draußen, auf dem verlassenen Friedhof, wo der Nebel wie lebendige Finger über die Gräber kriecht, liegt ein Stein, der warm bleibt, wenn alle anderen längst erkaltet sind. Wer dort sein Ohr an den kalten Marmor presst, hört kein Echo vergangener Leben, sondern ein regelmäßiges, langsames Klopfen. Als würde etwas darunter versuchen, sich seinen Weg nach oben zu graben. Und dann ist da noch die Feder. Schwarz wie versiegeltes Blut, riecht sie nach verbrannten Haaren und hinterlässt einen metallischen Geschmack auf der Zunge, wenn man sie zwischen den Lippen hält. Sie taucht immer dann auf, wenn man denkt, man hätte endlich verstanden, nur um alles wieder in Frage zu stellen. Was geschieht wirklich in dieser merkwürdigen Stadt, wo die Schaufenster nur einen selbst reflektieren, immer wieder, bis die Spiegelbilder anfangen, sich unabhängig zu bewegen? Wer ist der Mann ohne Gesicht, der eine Uhr aus Fleisch in Händen hält? Und warum zeigt sie immer auf vier, selbst wenn die Kirchturmglocken gerade zwölf schlagen? Vielleicht ist die wichtigste Frage aber diese: Wenn die Ewigkeit kein Gedächtnis hat, wer schreibt dann eigentlich unsere Geschichten?
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Tief unter der Erde, wo präzise Laser durch kilometerlange Vakuumröhren jagen, zeichneten die Sensoren eine Unmöglichkeit auf. Ein winziges Zittern, ein Bruchteil eines Protons breit, der das stetige Gefüge der Raumzeit durchschnitt. Für Dr. Aris Thorne und sein Team war diese Anomalie mehr als eine Kuriosität; sie war ein Schrei aus den Fundamenten der Realität selbst. Ihre Geräte, geschaffen, um das Universum zu vermessen, spuckten nun Daten aus, die jede bekannte Physik leugneten - negative Masse, fraktale Zeitlinien, Energiewerte aus einem fremden Traum. Dann materialisierte sich das Unfassbare: eine purpurne Verzerrung am Horizont ihres Bewusstseins, gefolgt von einem grollenden Verschwinden. Eine Herde Elefanten, fest auf dem Boden stehend, löste sich vor ihren Augen in ein glimmendes Nichts auf, zurück blieb nur das Echo einer klaffenden Leere. Doch dies war kein Ende, sondern ein gewaltsamer Anfang. Ein sichtbarer Riss blieb in der Luft zurück, eine pulsierende Wunde in der Welt, die zu wachsen begann und in deren Tiefen sich verzerrte Lichter bewegten. Die Suche führt sie durch eine zerbrechende Welt, in der Steppen kein Ende kennen und Städte aus gefrorener Erinnerung erbaut sind. Hier lauschen die gigantischen Gefährten unhörbaren Flüstern zu und tragen fremde Vergangenheiten in ihrem Blut. Doch sie sind nicht allein. Etwas beobachtet aus den Schatten dieser geborstenen Sphäre, eine Präsenz, älter als Erinnerung, die Mauern aus Zeit biegt und Korridore schafft, die nirgendwo hinführen. Jeder Schritt tiefer in dieses Labyrinth aus gebrochener Zeit fordert seinen Preis und hinterlässt die quälende Frage: Was kehrt zurück, wenn man eine Grenze überschreitet, die nie hätte existieren dürfen? Vor ihnen tut sich der finale Abgrund auf, ein Schlund reiner Schwärze in der Kontinuität alles Seins. Die letzte Spur der Elefanten führt direkt hinein. Ein Sprung ist kein Ausweg mehr, sondern ein Sturz in die Ungewissheit. Als sich der Riss hinter ihnen schließt, atmen sie Luft, die vertraut riecht, unter einer Sonne, die richtig steht. Doch die Stille ist zu vollkommen, der Sand zu still. Und am Horizont, wo keine sein sollte, zeichnet sich eine schimmernde, unmögliche Form ab.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Nur jene, die im fernen Orkus weilen, Verschont mit seinen giftgetauchten Pfeilen Ohnmächtig das verfolgende Geschick. Nur in Elysiens Fluren wohnet Frieden, aber bereits nach dem plötzlichen Tode hatte sich übelwollendes Gemunkel erhoben, bestärkt durch versteckte Anklagen, die von gewissen Klüngeln im Reich ausgingen. Wie wenn Kerkhoven als notorischer Reaktionär und mit seinen nicht sehr geordneten Finanzen ein handgreifliches Interesse daran gehabt hätte, den berühmten Journalisten verschwinden zu lassen; man habe ihm sozusagen mit dem goldenen Zaunpfahl gewinkt. Die Verbrüderung mit dem Pharmazeuten war möglicherweise nicht ganz zufällig, denn diese Herren waren dem Professor Kerkhoven bei seiner bekannten Abneigung gegen Rezepte und Medikamente nicht grün. Jedenfalls ließ sich dem Imst nichts Faktisches nachweisen, nur die Hartnäckigkeit, mit der sich das Gerücht behauptete, die Jeanne Mallery werde in der Anstalt gefangengehalten und grundlos als Geistesgestörte behandelt, deutete auf seine rachsüchtigen Umtriebe hin. Das bodenlose Geschwätz erhob sich jetzt von neuem, und fast sah es aus, als stünde der Besuch zweier Herren, die in diesen Tagen wegen der verbrannten Brederodeschen Briefe bei Kerkhoven erschienen, im Zusammenhang damit, wir werden auf das kleine Intermezzo zurückkommen. Die Machenschaften waren ja auch nicht jüngsten Datums. Eine Teekanne hatte mir aber schon Mücki aus dem Zuchthause durch einen der Arrestanten, die im Hospital zu arbeiten hatten, zu schicken versprochen. Dieser Kranke, ein Schwindsüchtiger namens Ulja, lag mir gegenüber; er gehörte zu den im Anklagezustande befindlichen Soldaten und war derselbe, der aus Angst vor der Strafe eine Schale mit Branntwein, den er stark mit Tabak angesetzt, ausgetrunken und sich dadurch die Schwindsucht zugezogen hatte; ihn habe ich schon früher einmal erwähnt. Ein ungewöhnlich ernster, galliger Ausdruck verlieh seiner Entrüstung etwas Komisches. Nur jene Pfeile, die das Gift der Liebe in sich tragen, würden den Schaden bringen. Aber für diejenigen, die in Worten denken, wird wahrscheinlich kein Pfeil zum Schaden beitragen, während ein Mensch mit einem Auge auf den Schaden sieht.
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