Wiens Badekultur stilvoll ins kühle Nass

Von Retro bis trendy, die Vielfalt der Badebekleidung in Wien

Ein Sommer im Wasser – Wiener Badekultur

Die Hitze trieb mich ins Bad.

Es war der heißeste Tag des Jahres, die Luft stand still zwischen den Häuserfassaden, und mein Hemd klebte am Rücken, als wäre es aus nasser Pappe. Ich hatte mich in die U-Bahn geflüchtet, aber auch dort saß die Hitze in den Polstern und atmete mir entgegen. Ich stieg am Karlsplatz aus, ging an der Oper vorbei, bog in die Favoritenstraße ein. Die Sonne spiegelte sich in den Schaufenstern, blendete mich bei jedem Schritt. Ein Mann mit einer Zeitung vor dem Gesicht saß auf einer Bank und rührte sich nicht. Ich dachte an kaltes Wasser, an den Sprung vom Beckenrand, an die Sekunde, in der die Hitze von einem abfällt wie eine zweite Haut. Ich hatte keine Badehose dabei. Ich kaufte mir eine an einem Stand, wo sie in Plastiktüten hingen, eine blaue, mit weißen Streifen. Der Verkäufer sagte: Das ist gut, die trägt man jetzt. Ich fragte nicht, woher er das wusste. Ich zahlte, steckte die Tüte in die Tasche, ging weiter.

Das Dianabad roch nach Chlor und gebrannten Mandeln.

Die Kasse war ein kleiner Pavillon aus Glas und Metall, davor eine Schlange, die bis zur Straße reichte. Kinder mit aufblasbaren Tieren unter dem Arm, Mütter mit Körben voller Handtücher, junge Männer mit Sonnenbrillen und nackten Oberkörpern. Ich stellte mich an. Hinter mir schimpfte ein älterer Herr auf Englisch über die Wartezeit. Seine Frau trug einen Badeanzug aus einer anderen Zeit, mit Rüschen an den Hüften, in einem Gelb, das an die Sechziger erinnerte. Ich zahlte, bekam einen Chip, schob ihn in den Schlitz am Drehkreuz. Das Tor sprang auf. Ich trat ein in den Lärm. Hunderte Stimmen, das Platschen von Füßen auf nassem Beton, das Kreischen der Kinder aus dem Planschbecken, Musik aus Lautsprechern, die an den Wänden hingen. Der Geruch von Chlor legte sich auf meine Zunge, scharf, rein, unerbittlich. Ich ging zur Umkleide.

In der Kabine roch es nach nassem Holz und fremder Haut.

Die Tür ließ sich nur mit einem Ruck schließen. An der Wand klebte ein Zettel, auf dem jemand mit Kugelschreiber geschrieben hatte: Bitte nicht die Füße auf die Bank. Ich zog mein Hemd aus, die Hose, faltete alles, legte es auf den Haken. Die Badehose war eng, das Gummiband schnitt in die Hüfte. Ich zerrte daran, bis es passte. Ein Spiegel an der Tür zeigte mir mein Gesicht, rot von der Hitze, die Haare wirr. Ich griff nach meinem Handtuch, ging hinaus. Vor den Kabinen standen Männer in knappen Speedos, in weiten Boardshorts mit Palmen und Surfern, in Badehosen, die aussahen, als kämen sie aus den Fünfzigern, mit hohem Bund und kleinen Punkten. Ein Junge, vielleicht zehn, zog an der Hand seines Vaters und schrie: Ich will ins Wasser! Der Vater lachte, ließ sich ziehen. Ich ging den Flur entlang, die Füße auf dem nassen, grünen Gummi, und dachte an all die Menschen, die hier schon gestanden hatten, in anderen Jahrzehnten, in anderen Badehosen.

Das Becken war ein großer, blauer Spiegel.

Die Sonne stand senkrecht über dem Freibad, warf die Schatten der Springer auf den Grund. Ich stand am Rand, die Zehen über der Kante, und spürte die Wärme des Betons. Ein Mann in einer roten Badehose tauchte auf, schüttelte den Kopf, schlug mit den Armen auf das Wasser. Eine junge Frau lag auf einer Liege, ihren Bikini ein schmales Dreieck aus Stoff, die Haut schon braun. Sie trug eine Sonnenbrille, die halb so groß war wie ihr Gesicht. Neben ihr eine ältere Dame in einem Badeanzug mit Blumenmuster, die in einer Zeitschrift blätterte. Ich sah zu den Sprungtürmen hinauf. Drei Höhen. Von ganz oben, dachte ich, sieht man die ganze Stadt. Ein Junge, nicht älter als vierzehn, kletterte die Leiter hoch, zögerte, sprang. Sein Körper drehte sich in der Luft, traf flach auf das Wasser. Das Klatschen war laut. Die anderen am Beckenrand lachten. Er tauchte auf, rieb sich die Brust, grinste. Ich ging zum Nichtschwimmerbecken.

Das Wasser war kälter, als ich erwartet hatte.

Ich ließ mich langsam hineingleiten, Stufe für Stufe, bis das Wasser mir bis zur Brust reichte. Die Kälte schnürte mir die Luft ab, ließ die Haut prickeln. Ich blieb stehen, atmete tief, ließ mich dann fallen. Das Wasser schloss sich über mir, nahm den Lärm, die Hitze, alles weg. Ich hielt die Augen offen, sah die blauen Fliesen, die Füße der anderen Schwimmer, einen verlorenen Badeball, der auf dem Grund lag. Ich tauchte auf, atmete aus, rieb mir das Wasser aus den Augen. Neben mir planschte ein kleines Mädchen, seine Mutter hielt es unter den Armen. Das Mädchen trug einen Badeanzug mit Glitzerfischen. Die Mutter lächelte, als ich sie ansah. Heute ist es heiß, sagte sie. Ich nickte. Es war nicht heiß mehr. Es war gut.

Sie saß auf einer Bank unter einem Sonnenschirm.

Ihr Badeanzug war schwarz, der Stoff an den Schultern ausgebleicht. Sie hatte ein Buch auf den Knien, las aber nicht. Sie sah über das Becken, zu den Kindern, zu den Springern, zu den jungen Frauen in knappen Bikinis, die an der Kante standen und sich unterhielten. Ich setzte mich neben sie, legte mein Handtuch auf die Bank. Sie drehte den Kopf, sah mich an. Ihre Augen waren hell, fast weiß. Sie sagte: Früher war das hier anders. Ich fragte, wie es früher war. Sie zeigte mit dem Kinn auf die Liegewiese. Damals hatten die Frauen Badeanzüge mit Röckchen. Und die Männer trugen Badehosen, die bis zu den Knien gingen. Sie lachte. Mein Mann hatte eine mit Streifen, blau und weiß. Er sah aus wie ein Matrose. Sie schwieg, strich mit der Hand über ihren Badeanzug. Jetzt tragen die Mädchen nichts mehr. Ich sah auf ihre Haut, die feinen Falten an den Armen. Sie bemerkte meinen Blick. Ich komme seit fünfzig Jahren hierher, sagte sie. Seit ich zwanzig war. Ich fragte, ob sie immer noch schwimme. Sie stand auf, langsam, hielt sich am Geländer fest. Ich gehe jetzt rein, sagte sie. Ich sah ihr nach, wie sie die Stufen hinunterging, langsam, eine Hand auf dem Handlauf. Das Wasser reichte ihr bis zur Hüfte. Sie tauchte nicht unter, sie ging hindurch, als würde sie durch einen Raum gehen. Dann blieb sie stehen, drehte sich um, winkte. Ich winkte zurück.

Der Turm lockte mich, seit ich das Bad betreten hatte.

Ich stand unten, die Kacheln warm unter den Füßen, und sah hinauf. Ein Mädchen in einem knallroten Bikini kam die Treppe herunter, ihr Körper glänzte im Sonnenlicht. Sie lachte mit einer Freundin, die auf sie wartete. Ich ging die Stufen hinauf, langsam, jede Stufe zählte. Unten wurde das Becken kleiner, die Menschen wurden zu Punkten. Der Wind kam jetzt, strich über meine nassen Haare. Oben war niemand. Ich trat an die Kante, spürte das Metall unter den Zehen. Der Himmel war blau, ohne Wolken. Ich atmete tief, sprang. Im Fall war keine Zeit. Nur das Wasser, das mich auffing.

Ich lag auf der Liegewiese, das Handtuch unter mir.

Die Sonne trocknete meine Haut, die Luft war voller Stimmen, Lachen, dem Klirren von Glas. Ein Mann mit einem Tablett voller Eis kam vorbei, rief etwas, das ich nicht verstand. Ein Junge warf einen Ball, der neben mir landete. Er kam gelaufen, entschuldigte sich, rannte weiter. Ich schloss die Augen, hörte die Geräusche. Eine Familie in der Nähe aß Würstel, der Geruch von Senf hing in der Luft. Ein Baby weinte, dann war es still. Ich dachte an die alte Dame, an ihren Matrosenmann, an die Badeanzüge mit Röckchen. Ich dachte an die jungen Frauen in knappen Bikinis, an die Männer in Speedos, die mit dem Bauch zuerst in die Wellen sprangen. Alles war gleichzeitig hier, die Vergangenheit und die Gegenwart, nebeneinander auf den Liegen, im Wasser, am Beckenrand.

Die Sonne hing tiefer, die Schatten wurden länger.

Die Familien packten zusammen, die Kinder zogen ihre T-Shirts über die nassen Badeanzüge. Die Stimmen wurden leiser, die Musik aus den Lautsprechern klang jetzt weiter weg. Ich stand auf, rollte mein Handtuch zusammen, ging zur Umkleide. Auf dem Weg sah ich die alte Dame noch einmal. Sie saß auf derselben Bank, das Buch jetzt aufgeschlagen. Sie las nicht, sie sah auf das Wasser, das jetzt im Abendlicht glänzte. Ich wollte etwas sagen, wusste aber nicht was. Ich ging weiter.

Draußen die Luft noch heißer, der Asphalt wir schwach.

Ich zog mein Hemd über den nassen Körper, die Füße steckten in den Schuhen, die noch feucht waren vom Beckenrand. Der Stoff der Socken klebte an der Haut, jeder Schritt ein leises, schmatzendes Geräusch. Der Mann mit der Zeitung war fort. Die Stadt lag da, wie sie war, mit ihren Straßen, ihren Häusern, ihrer Hitze. Aber ich hatte Wasser in den Haaren, auf der Haut, in den Schuhen. Ich ging langsam, spürte jede Bewegung. Am Stand, wo ich die Badehose gekauft hatte, hing jetzt eine andere, rot mit gelben Sternen. Der Verkäufer sah mich an, nickte. Ich nickte zurück. Ich wusste, dass ich wiederkommen würde. Vielleicht morgen. Vielleicht nächste Woche. Vielleicht in einem Jahr. Aber ich wusste, dass das Wasser hier war, dass es wartete, dass es mich begrüßen würde, wenn ich kam. Ich bog in die Favoritenstraße ein, der Verkehr rauschte vorbei, die Lichter gingen an. In meiner Tasche trug ich die nasse Badehose, ein Stück von diesem Tag, der jetzt schon vorbei war. Aber ich trug auch etwas Wasser. Es war in mir, kalt und klar.


Mit schwungvollen Grüßen aus der Badeoase Wien,
Ihr Kenner der Badekultur und stilbewusster Begleiter durch Retro und Trend.

*Der geneigte Leser möge verzeihen, dass ich mich nicht an das genauen Datum jenes Badbesuchs erinnere, an dem die alte Dame von ihrem Matrosenmann erzählte, und ob die Badehose am Stand vielleicht doch nicht blau mit weißen Streifen war, sondern rot mit gelben Sternen, die Erinnerung spielt mir manchmal Streiche. Was die Jahre an Adressen, Badeordnungen und den ein oder anderen, von der Geschichte abgerissenen Sprungturm verschluckten, habe ich nicht beschrieben. Ein Wiener Bad lebt von der Stimmung, nicht von Bauvorschriften. Und sollte der eine oder andere Bikini heute noch knapper sitzen als in den Fünfzigern, so sei dies der Mode geschuldet, die bekanntermaßen keine Rücksicht auf Nostalgie nimmt. Die Wahrheit dieses Tages liegt nicht im Stoff, sondern im Wasser. Und das war kalt. Wirklich kalt.

Quellenangaben:
Inspiriert von der historischen Aura der Wiener Badehäuser und dem zeitlosen Stil vergangener Epochen am Ufer der Alten Donau.
Stadt Wien: Wien, die Hauptstadt der Bäder – Geschichte der Wiener Badekultur
Wien Geschichte Wiki: Bad – Die Geschichte der Wiener Bäder
Wikipedia: Strandbad Alte Donau – Tradition seit 1918
Wien Geschichte Wiki: Bader – Vom Handwerk zur Badekultur
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Wien Badekultur
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Auf meinem zufälligen Stadtspaziergang wurde ich von meinem Bauchgefühl und meinem Herzen geleitet. Die schweren Klöße und das köstliche Gourmet-Rotkohl liegen schwer in meinem Magen, aber das kann mich nicht von der bevorstehenden Tour abhalten. Mit jedem Schritt fühle ich, wie ich mich immer weiter von meinem Alltag entferne und in eine andere Welt eintauche. Auf meiner Reise wurde ich von Herausforderungen und unerwarteten Ereignissen begleitet. Eine hübsche Lampe, die ich nicht mitnehmen konnte und eine zerbrochene Bierflasche, die mich an das Vergängliche erinnerte. Dann kam die große Baustelle am Großenhainer Platz, die mir ein Chaos aus Schönheit und Unordnung bot. Aber die wahre Entdeckung fand ich an der Conradstraße, wo ich auf ein Schild stieß, das für Gebrauchtfahrzeuge und Premium-Gebrauchtroller warb. Meine Fantasie nahm mich mit auf eine Jagd nach meinem Traumauto. Ich konnte mir kaum vorstellen, welches Fahrzeug ich hier finden würde - ein unkonventionelles Modell, das meine Persönlichkeit widerspiegelt? Oder doch ein robuster Geländewagen, der mich durch die Wildnis bringen kann? Aber trotz dieser Ablenkungen hatte ich immer noch ein Ziel vor Augen. An der Bushaltestelle Lößnitzstraße stieg ich ein und fuhr nach Hause. Meine Reise auf den Straßen von Dresden mag vorbei sein, aber ich werde immer die Erinnerungen an die Straße der unbegrenzten Möglichkeiten in meinem Herzen tragen. […]
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Die Luft in Dresden trägt Worte, die keiner mehr sagt und in den Schatten bewegt sich etwas, das keinen Namen trägt. Dresdener Nächte beginnen nicht mit Dunkelheit, sondern mit einem mystischem Flirren. Eine Stadt zwischen Elbe und Erinnerung, in der selbst das Licht manchmal müde wird. Hier wandelt jemand durch Straßen, die ihn kennen, ohne ihn zu berühren. Die Luft ist schwer von Geräuschen, die nicht ihre Quelle finden, und Stille ist kein Zustand, sondern eine Sprache. In dieser Welt taucht etwas auf, das weder lebt noch stirbt - ein Echo, das sich bewegt, als hätte es ein Ziel, das nur es allein kennt. Es lässt sich nicht fassen, aber es lässt sich spüren. Die Orte dieser Geschichte sind keine Kulisse, sie atmen, lauschen, erinnern. Ein Rosengarten, in dem die Blüten süßer duften, wenn niemand hinsieht. Ein Palais, hinter dem Wasser nicht reflektiert, sondern verschluckt. Ein Ufer, an dem Steine im Fluss liegen, die nachts glühen. Jeder Ort trägt eine Spur, jedes Bild birgt ein Rätsel. Wer hier sucht, findet selten das, was er verloren hat - aber immer etwas, das er nicht vergessen kann. Es gibt Begegnungen, die keinen Namen brauchen, und Berührungen, die stattfinden, ohne dass Haut die Haut trifft. Etwas zieht durch diese Seiten, weckt Sehnsucht nach Dingen, die niemals waren, und lässt Abschiede zurück, für die es kein Wiedersehen gab. Die Zeit ist hier kein Lineal, sondern ein Kreis, der sich manchmal lockert. Es regnet nicht, um zu löschen, sondern um etwas zum Vorschein zu bringen. Manchmal bleibt ein Kiesel am Wegrand liegen. Nicht zufällig. Er wartet. Auf jemanden. Oder auf etwas. Und wer ihn sieht, spürt: Dies ist kein Stein. Es ist ein Versprechen. Oder ein Abschied. Vielleicht beides zugleich. Wer diesen Text liest, sollte wissen, am Ende steht keine Antwort. Nur eine neue Frage, die noch tiefer führt. […]
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Nieselburg schläft nie ganz, selbst wenn die Laternen flackern und der Regen unaufhörlich durch die engen Gassen rinnt. Tropfen schlagen auf die Pflastersteine, sammeln sich in Rinnen, flüstern in dunklen Ecken, wo Schatten lauern und Erinnerungen verborgen liegen. Jeder Winkel der Stadt erzählt Geschichten, doch manche sind so alt, dass sie nur noch in Träumen oder zwischen vergessenen Buchseiten existieren. Lisa, Timmy und Ben verbringen ihre Sommer in Gummistiefeln und mit Taschenlampen in den Händen. Ihr Reich ist der Regen, ihr Gesetz ist die Neugier, ihr Ziel ist das Unbekannte. In einer Stadt, in der feuchte Mauern Geheimnisse bewahren und Fenster wie blinde Augen in die Nacht blicken, finden sie Rätsel, die lange niemand mehr gestellt hat. Und eines Nachts sehen sie ihn. Ein Schatten huscht über die Wand des alten Museums, schwarz und lautlos, nicht zu greifen, nicht zu fassen. Die Kinder beobachten, notieren, planen. Sie folgen der Spur, umrunden das Gemäuer, bis sie eine Tür entdecken, die nicht mehr existieren sollte. Moos bedeckt das Holz, die Klinke ist kalt, der Atem stockt, als sie sich mit einem leisen Knarren öffnet. Dahinter liegt Dunkelheit, eine Stille, die atmet, eine Geschichte, die nur darauf wartet, enthüllt zu werden. Jede Legende hat einen Ursprung, jede Spur führt irgendwohin. Im Herzen des Museums, zwischen Staub und vergessenen Gemälden, begegnen sie einem Gesicht, das sie längst kennen. Ein Blick aus längst verblichenen Farben, ein Mann, der einst lebte, als die Nächte noch heller waren. Doch warum ist er hier, verborgen hinter Schatten, die zu verschwinden scheinen, sobald man sie greifen will? Als die Kinder tiefer in die Geheimnisse von Nieselburg vordringen, beginnt sich die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufzulösen. Sie dachten, sie wären Detektive in einem harmlosen Spiel, doch das Spiel war schon lange vor ihnen da. Die Stadt erzählt ihre eigene Geschichte, und nicht jeder, der einst verschwand, ist wirklich fort. Noch bevor der Sommer vergeht, wird Nieselburg eine Wahrheit offenbaren, die der Regen seit Jahrzehnten verbirgt. Manche Geheimnisse sind wie Schatten - sie lassen sich nicht vertreiben, sie verschieben sich nur mit dem Licht. Und das Fenster von Herrn Grauwolf bleibt offen, als würde es lauschen. […]
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In einer vergessenen Kammer erwachte ein Gesetz aus dem Staub alter Schuld. Es beginnt mit einer stillen Bewegung zwischen alten Akten. Die Kammerkasse ist kein Ort der Dramatik, sondern ein staubiger Nebenraum mit gewölbtem Deckenputz, Geruch nach Leder, Schimmel und Geschichte. Der Raum atmet schwer, die Fenster sind blind, und die Gesetze in den Regalen schlafen seit Jahrhunderten. Doch etwas regt sich. Etwas, das nicht auf Tagesordnungspunkte oder Aktenzeichen reagiert. Ein Brief taucht auf, ohne Datum, ohne Absender, aber mit einem Siegel, das in keinem aktuellen Verzeichnis steht. Der Inhalt: höflich, doch fordernd, ein Verweis auf Rechte, die längst abgeschafft schienen. Von einer Linie, die im Hausgesetz nicht mehr genannt wird. Agnatisch. Die Formulierung stammt aus einer Hand, die lange tot ist. Und doch schreibt sie weiter. Was als Scherz oder archivarische Täuschung beginnt, wird zum System. Die Briefe hören nicht auf. Sie antworten auf Gedanken, nicht auf Tinte. Die Empfängerin erkennt ein Muster, eine Stimme aus dem Staub. Eine unsichtbare Macht nutzt die Akten als Adern, den Buchrücken als Speicher, und beginnt zu wachsen. Protest, so steht es plötzlich auf einem Umschlag, der nie abgegeben wurde. Protest gegen Vergessen, gegen politische Verteilung, gegen die Umdeutung alten Besitzes. Der Brief ist keine Nachricht. Er ist ein Befehl. Gleichzeitig beginnt im Zentrum der Staatsregierung ein schleichendes Unwohlsein. Die Sitzungssäle verändern sich. Paragraphen verschwinden aus den Gesetzbüchern. Sätze wandern. Akten reagieren auf Stimmen. Wer sie aufschlägt, wird von Namen angesehen, die man längst gelöscht hatte. Schulden, die nie bezahlt wurden, erscheinen in aktualisierten Tabellen. Die Wurzeln eines Baumes schieben sich durch das Fundament. Er wächst unterirdisch. Er blüht aus Papier, aus Tinte, aus stillem Groll. Und aus einem Erbe, das sich nie auslöschte. Was, wenn der Staat auf Schulden gebaut ist, die sich erinnern? Was, wenn ein vergessenes Fideikommiss nicht vererbt, sondern zurückkehrt? Und was, wenn die Kammerkasse nicht mehr verwaltet, sondern urteilt? Die Gesetze beginnen zu flüstern, doch wer genau hinhört, erkennt: Sie sprechen längst mit klarer Stimme. Nur eine Frage bleibt offen: Wird jemand rechtzeitig verstehen, was die Rückkehr des agnatischen Protests wirklich bedeutet? Er war der letzte Kaiser, der neben der Durchsetzung der Interessen Habsburgs auch eine aktive Reichspolitik betrieb, obgleich der Reichsgedanke in seiner Zeit stark an Bedeutung verlor. Mit Karls Tod erlosch das Haus Habsburg im Mannesstamm. […]
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Das dichte Grün des Spreewaldes birgt mehr als nur Wasserwege und Stille. In seinem Kern pulsiert ein Geheimnis, älter als die Eichen und tiefer als die dunkelsten Flüsse. Einem Mann, dessen Tage in friedlicher Vergessenheit zu verrinnen schienen, wird dies auf unerwartete Weise offenbart. Ein flüchtiges Zeichen am Himmel wird zum Schlüssel, der eine Tür öffnet, die nicht für menschliche Augen bestimmt war. Hinter dieser Schwelle verwandelt sich der bekannte Wald. Die Luft trägt Melodien, die keine menschliche Stimme singt, und in den Schatten regen sich Wächter aus Holz und Weisheit. Hier sprechen die Bäume, und ihre Geschichten sind aus Jahrhunderten gewoben. Ein versteckter See zeigt nicht das Gesicht des Betrachters, sondern die ungeschminkte Wahrheit seiner Seele - und die vergessenen Echos eines anderen Lebens. Welche Identität schlummert unter der Oberfläche des Alltags, bereit, durch einen Blick in dieses Wasser erwacht zu werden? Doch diese verborgene Welt steht unter einer Drohung. Ein Schatten legt sich über die magischen Pfade, ein brutales Echo aus alten Legenden. Der Mann, der nur Zuschauer sein wollte, findet sich plötzlich im Zentrum eines uralten Konflikts wieder. Seine neu entdeckte Vergangenheit wird zur einzigen Waffe gegen eine Gefahr, die alles zu verschlingen droht, was er gerade erst zu verstehen beginnt. Kann die Erinnerung an einen längst begrabenen Mut ausreichen, um das Dunkel zu bezwingen? Die wahre Prüfung liegt nicht im Kampf allein, sondern in dem, was danach kommt. Ein funkelnder Schatz verspricht ewigen Reichtum, doch sein Glanz wirft eine entscheidende Frage auf: Was ist der höchste Wert eines erfüllten Lebens? Ist es der Besitz, oder ist es das Wissen, das im Herzen zurückbleibt? Die Antwort wird seine Welt für immer verändern. Und selbst nach der Rückkehr in die vertraute Stille bleibt eine letzte, unausgesprochene Frage in der Luft, so subtil wie das Flüstern der Blätter: War diese Reise ein einmaliges Wunder - oder wartet die verborgene Tür im Wald nur darauf, für den nächsten Würdigen wieder aufzugehen? […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Doch solche Schätze kennt nicht, wer wild durchs Leben treibt, Ein bleichgespenst'ger Schiffer, der fern vom Hafen bleibt. Der den Sirenenliedern nachzieht in voller Hast, Und statt der hehren Göttin ein Wolkenbild umfasst. Ein Solcher gräbt und schaufelt nach Gold und reichem Gut, Das tief im dunkeln Reiche der Nachtdämonen ruht. Er buhlt mit Zauberformeln, erzwingt mit Schwüren Gunst, Ein solcher ist auch Faustus, ausübend gleiche Kunst. Der staunende Postknecht erhält nun die Weisung, nur zuzugreifen. Das tut dieser auch und füllet mit Goldstücken und Edelsteinen seine Taschen. Dann springt er aber vor freudiger Erregung auf das graubärtige Männlein zu, erfaßt dessen eiskalte Hand und ruft überglücklich aus: Ich danke Euch! Doch, o weh! Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Mönch verschwindet und stößt Klagerufe aus. Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. […]
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