Wien als Reiseerlebnis auf dem Kiesweg der Erinnerungen.

Die Ankunft in Wien mit dem Geräusch nasser Füße.

Wien empfing mich mit dem Geräusch nasser Füße. Das war fair. Ich war gekommen, um etwas zu verlieren, vielleicht eine vage Vorstellung von mir selbst, und die Stadt schien zu wissen, dass man solche Dinge am besten in durchweichten Schuhen verhandelt. Der Regen war kein Niederschlag, sondern ein Zustand, eine feine, graue Membrane zwischen mir und den steinernen Gesichtern der Häuser. Ich hatte keinen Audioguide dabei. Die Stadt selbst würde meine Stimme sein. Ich zog den Kragen hoch und begann mein Kapitel.

Das Knistern der ersten Schritte auf der Kärntnerstraße im Regen.

Meine Füße fanden die Kärntnerstraße aus reinem Selbstverteidigungsinstinkt. Hier war das Geräusch meiner Schritte im allgemeinen Platschen untergegangen. Die Gaslaternen warfen ihr fahles Licht nicht aus, sie ließen es in den nassen Asphalt einsickern, wo es in tausend Pfützen als trübes Gold gefangen lag. Ein vorbeihuschender Mensch hinterließ im Schaufenster einer Boutique nur den Abdruck einer Bewegung, ein Gesicht aus verschwommenem Licht. Ich bog ab, auf der Flucht vor der Geradlinigkeit. In einer Gasse, die so schmal war, dass sich die Dachrinnen beinahe küssten, fand ich ein braunen Schild. Seine verwitterten Lettern wiesen zu einem Kaffeehaus. Die Tür aus Eichenholz ächzte ein Willkommen aus dem 19. Jahrhundert. Der Duft, der mich umfing, war der Geruch von Zeit, die sich in den Polstermöbeln niedergelassen hatte, von unzähligen gelesenen und ungeschriebenen Romanen.

Die steinerne Lunge des Stephansdoms und die lichtlose Stille.

Der Stephansdom schluckte den Lärm der Stadt. Was blieb, war eine lichtlose Stille. Nur ein trockenes, steinernes Summen sickerte von den Gewölben herab. Ich war nicht eingetreten, ich war verschluckt worden. Die Orgel war das ferne Rauschen dieser steinernen Lunge. Ich legte eine Hand gegen eine Säule. Ihre Kälte war eine historische Tatsache. Die Rillen und Schrammen unter meinen Fingerspitzen waren aufgezeichnete Sätze in einer Sprache aus Frost und Druck. Abseits saß ein Mann, so reglos wie die Apostel an den Wänden. Er starrte auf eine verblasste Freske, als lese er dort eine persönliche Nachricht. Ich ging schnell weiter. Die Intimität seines Verlustes, was immer er dort suchte, war mir unangenehm. Der Dom ließ mich gehen. Er hatte genug Besucher, die blieben, deren Seufzer sich mit den Steinen vermengten.

Die Routine der Melange im Café Prückel und der Trost der Asche.

Im Café Prückel herrschte die heilige Ordnung der Routine. Ich setzte mich, und ein älterer Kellner materialisierte neben mir. Seine Bewegungen waren ein perfektes, geräuschloses Uhrwerk aus Tablett, Tasse, Glas Wasser. Er sprach kein Wort. Seine Anwesenheit war ein Dienst am Verschwinden. An einem Nachbartisch verbarg ein Herr sein Gesicht vollständig hinter der Titelseite der Presse. Die Schlagzeile verkündete etwas Unheilvolles. Er schien zufrieden. Ich trank meinen Kaffee. Der Geschmack war bitter und komplex, ein Destillat aus unzähligen vergangenen Nachmittagen, an denen andere gesessen und auf ihre eigenen Gedanken gestarrt hatten. Hier war man nicht allein mit seiner Einsamkeit, man teilte sie mit der gesamten stillen Gemeinde. Es war ein Trost, der nach Asche schmeckte.

Ein Aufstand von Farbe und Krummheit vor dem Hundertwasserhaus.

Plötzlich gab es keine geraden Linien mehr. Das Hundertwasserhaus quoll mir entgegen wie ein bunter, keramikbesetzter Traum, den ein Kind von einem Haus geträumt hatte. Nach der gründerzeitlichen Strenge der Ringstraße war dieser Bau ein Aufstand. Bäume wuchsen aus den Fassaden, Ziegel tanzten unordentliche Muster, das Pflaster im Hof schwang sich zu Hügeln auf. Ich lehnte mich gegen eine schiefe Säule und beobachtete die Touristen, die sich vor dem Gebäude fotografierten. Sie nahmen die Fröhlichkeit mit nach Hause, ein Pixel-Bild. Sie spürten nicht das leise Beben der Rebellion unter der Haut des Hauses, die Verweigerung jeder Norm. Hier lebten Menschen in einer Skulptur. Eine Frau winkte mir aus einem fensterlosen, runden Erkerturm zu. Ich winkte zurück. Es war der erste direkte, unbeschwerte Kontakt. Dieser Ort leugnete nicht die Vergangenheit, er spielte mit ihr, beklebte sie mit Mosaik und ließ Bäume in ihr Wurzeln schlagen. Es war eine andere Art, Geschichte zu bewahren: nicht durch Einbalsamierung, sondern durch stetiges, fröhliches Weiterwachsen.

Das geflüsterte Gelb von Schönbrunn und der grüne Abgesang.

Das Schloss Schönbrunn stand da in seinem imperialen Gelb, als erwarte es noch immer eine Besucherin, die längst Staub war. Ich ignorierte die kaiserlichen Gemächer. Die Macht interessierte mich nicht, ich suchte ihr Echo. Die Gärten waren ihr Nachhall. Mein Schritt auf dem Kiesweg war ein permanentes, knirschendes Geständnis meiner Gegenwart. Die Steinstatuen an den Weggabelungen waren Wächter. Ihre hohlen Augen verfolgten mich mit der gelangweilten Gleichgültigkeit der Ewigkeit. Ich berührte das glatte, kalte Kinn einer Göttin. Wie viele Hände hatten das schon getan? Das Schloss erzählte nichts. Es duldete nur Berührungen. In einer versteckten Laube setzte ich mich. Das Rascheln der Blätter war das Einzige, was von der einstigen Hofmusik übriggeblieben war. Ein leiser, grüner Abgesang.

Die unterirdische Ader der U-Bahn als Kathedrale der Eile.

Die U-Bahn-Station war die Kathedrale der Eile. Menschenströme, getaktet vom rhythmischen Brausen der Züge, schwappten die Treppen hinauf und hinab. Ich stellte mich in den Strom und ließ mich treiben. Der Zug, der einfuhr, war ein heller, langer Atemzug in den Unterleib der Stadt. Die Türen schlossen sich mit einem seufzenden Ton. Dann begann die Fahrt durch den Dunkelraum. Im schwankenden Licht sah ich vorbeirasende, roh belassene Tunnelwände, Kabelbündel, geheimnisvolle Nischen. Dies war das moderne Pendant zu den Katakomben. Nicht die Toten ruhten hier, sondern das unablässige, pulsierende Leben, von einem Punkt zum anderen geschleudert. Die Gesichter der Mitfahrenden waren in das Licht ihrer Telefone getaucht, jeder in seiner eigenen, mobilen Gruft. Wir teilten die Stille des Transports, die Intimität der Geschwindigkeit. Für ein paar Minuten waren wir eine verschworene Gemeinschaft auf dem Weg durch das Dunkel, verbunden nur durch das gemeinsame Ziel, wieder ans Licht zu kommen.

Herzschlag aus Zuckerwatte und die Erlösung im Riesenrad.

Der Prater schlug mir entgegen wie ein offenes, lachendes Herz. Nach der Stille der Steine war diese Explosion aus grellem Licht, quietschendem Metall und schriller Freude eine körperliche Attacke. Der Duft von gebrannten Mandeln und Fett war aufdringlich und ehrlich. Eine Frau drückte einen rosa Plüschbären, groß wie ein Kleinkind, an ihre Brust. Ihr Triumphgesicht sagte, sie habe alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Ich ließ mich von der Strömung zum Riesenrad tragen. Die Gondel stieg. Mit jedem Meter verlor Wien seine Details, seine Geschichten, seine Steine. Es wurde ein Teppich aus Lichtpunkten, die Donau ein schwaches, dunkles Band. Die Schreie vom Boden erreichten mich nicht mehr. Von hier oben war die Stadt nur noch schön. Und ich war nur noch ein Beobachter in einer schwebenden Box. Es war eine erlösende Verantwortungslosigkeit. Für den Preis einer Fahrkarte.

Der Atem des Weines in der Heurigenkneipe von Grinzing.

In Grinzing roch die Luft plötzlich nach Holzrauch und vergorenem Traubensaft. Die Heurigenkneipe war das genaue Gegenteil des Kaffeehauses: laut, derb, körperlich. Lange Tische, an denen Fremde Schulter an Schulter saßen, dampfende Bretteljausen, der intensive Geruch von neuem Wein. Ein alter Mann mit einer Ziehharmonika spielte ein Lied, das alle kannten. Die Stimmung war keine stille Kontemplation, sie war ein gemeinsames Forttrinken der Gegenwart. Ich bestellte einen Viertel Weißwein. Er kam in einem einfachen Glas, kühl und herb. Hier ging es nicht um individuelle Gedanken, sondern um geteilte Stimmung, um ein Kollektiv, das für ein paar Stunden den Sommer in den Adern spürte, auch wenn draußen Herbst war. Ein Mann prostete mir zu. Zum Wohl. Wir tranken. Es war kein Wort nötig. Die Gemeinschaft bestand aus dem gleichen Wein im Glas und dem gleichen Lied im Ohr. Eine einfache, primitive, vollkommene Form des Trostes.

Ein Gespräch unter Experten auf dem Wiener Zentralfriedhof.

Die Stille auf dem Zentralfriedhof war von anderer Qualität als die im Dom. Hier war sie endgültig. Sie schluckte jedes Geräusch. Ich fand Beethoven. Sein Grabstein war schlicht, fast schäbig. Die Inschrift war verwaschen. Die Unsterblichkeit lag woanders, nicht in diesem Stein. Auf einer Bank saß ein älterer Herr mit Filzhut. Ich fragte ihn, ob er einen Toten besuche. Er schüttelte den Kopf. Ich komme hierher, um mich zu unterhalten, sagte er. Sie sind bessere Gesprächspartner. Sie unterbrechen nie und widersprechen selten. Er lächelte. Ich ging weiter und fand eine steinerne Taube auf einem Grab. Ihre Flügel waren zum Abflug gespreizt, aber sie war festgezementiert. Ein perfektes Symbol für diesen Ort. Der Wunsch fortzufliegen, verewigt in der Starre des Steins. Ich blieb lange stehen. Die Taube flog nicht.

Das fließende Archiv der Donau und die gleichgültige Sammlerin.

Die Donau bei Nacht war ein trügerischer Spiegel. Sie warf die Lichter der Stadt nicht einfach zurück, sie zerschnitt sie in tausend glitzernde Fragmente und setzte sie neu zusammen. Ich ließ meine Beine über dem dunklen Wasser baumeln. Dieser Fluss war kein romantisches Symbol. Er war ein furchtbar effizientes Archiv. Er nahm alles auf und bewahrte nichts. Er trug alles fort. Ein kleines Boot trieb vorbei, steuerlos. Darin eine leere Flasche. Sogar diese kleine, private Geschichte nahm der Fluss auf, um sie irgendwo an einem fernen Ufer abzulegen, bedeckt mit Schlamm und völlig unlesbar. Ich warf einen Kiesel hinein. Sein Plops war laut in der Stille. Die Donau registrierte ihn nicht. Sie war die große, gleichgültige Sammlerin. Mein Kiesel war schon jetzt Vergangenheit.

Die Kathedrale aus Klang in der Wiener Staatsoper.

In der Staatsoper zahlte man Eintritt für Stille. Sie war schwer, parfümiert, mit Seidenrascheln durchsetzt. Dann begann das Orchester zu spielen. Der Klang war eine architektonische Tatsache. Er baute Säulen aus Streichern, wölbte ein Gewölbe aus Bläsern, ließ die menschliche Stimme wie durch ein farbiges Glasfenster brechen. Ich schloss die Augen. Dies war der wahre Stephansdom dieser Stadt, erbaut nicht aus Stein, sondern aus vergänglicher Schwingung. Hier war die Geschichte nicht in Wänden eingraviert, sie entstand und verflüchtigte sich mit jedem Atemzug des Dirigenten. Ich dachte an die ungezählten Kehlen, die diesen Klang getragen hatten, und wo sie jetzt wohl lagen. Auf dem Zentralfriedhof, vermutlich. Der Kreis schloss sich. Die Musik war der atemlose Moment dazwischen.

Der Schmelztiegel der Sinne auf dem anarchischen Naschmarkt.

Der Naschmarkt bestritt jede These von Wiener Zurückhaltung. Er war ein anarchisches Fest für die Sinne. Die Luft roch nach fremdländischer Erde, scharfen Gewürzen und dem süßen Verfall überreifen Obstes. Ein Verkäufer drückte mir ein Stück einer unbekannten, klebrigen Frucht in die Hand. Probieren, probieren! Ich aß. Der Geschmack war grün und süß und völlig unvergleichlich. Hier gab es keine Symmetrie, keine kaiserliche Ordnung. Nur das Chaos des Lebens, das sich in Bergen von Paprikas, in Kräutersträußen, im Geschrei der Händler Bahn brach. Ein Tourist fotografierte einen Berg Oliven. Er fing das Bild ein, verpasste den Geruch. Ich verließ den Markt, meine Sinne überladen, meine Zonge noch immer überrascht von dieser fremden Süße. Wien konnte auch dies sein: ein lärmender, würziger Kontinent für sich.

Die Bruderschaft der Dunkelheit in den Katakomben unter dem Dom.

Unter dem Stephansdom wartete die andere Stadt. Die Katakomben. Die Treppe hinab war ein Übergang in eine andere Konsistenz von Zeit. Die Luft war kalt und roch nach nacktem, feuchtem Gestein und nach etwas, das sehr lange nicht mehr an der Oberfläche gewesen war. Das Licht einer einzelnen Glühbirne warf meine eigene, riesige Silhouette an eine Wand voller Nischen. Hier lagen sie, gestapelt in schlichten Särgen, die Bewohner des oberen Doms. Die Pest hatte sie hierher gebracht, der Krieg, der bloße Platzmangel. Ihre Namen waren vergessen. Ich berührte die feuchte Wand. Sie schwitzte die Kondensation der Jahrhunderte aus. Dies war kein Ort des Grauens. Es war ein Ort der schlichten, nackten Tatsache. Wien ruhte auf seinen Toten wie auf einem Fundament. Oben der Prunk, unten das Gewicht. Beides war nötig. Ich atmete die alte Luft ein und fühlte mich, als tränke ich Zeit.

Das letzte Protokoll in einem namenlosen Kaffeehaus am Abend.

Mein letzter Abend verlangte nach Protokoll. Ich wählte ein Kaffeehaus ohne Namen. An einem Tisch schrieb ein Mann. Sein Stift kratzte entschlossen über das Papier. Vielleicht schrieb er einen Brief, einen Roman, eine Anklage. Der Kellner brachte meine Melange, die letzte in dieser Reihe. Ich trank langsam. Der Geschmack war mittlerweile vertraut, ein Geschmack von Wien, der sich auf meine Zunge eingebrannt hatte. Der Mann mit dem Hut vom Friedhof betrat das Lokal nicht. Das Lächeln des Herrn hinter seiner Zeitung kehrte nicht wieder. Sie hatten ihre Rolle gespielt. Ich war nicht gekommen, um etwas zu finden, sondern um Dinge loszulassen. Die Vorstellung, Wien müsse mir etwas bedeuten. Die Erwartung eines Erlebnisses. Meine trockenen Füße. Ich zahlte und ging hinaus. Der Regen hatte aufgehört. Die Pflastersteine glänzten schwarz unter den Laternen, bereit, die Geschichte des nächsten Ankömmlings aufzunehmen.

Der Abschied von Wien und das Gefühl des geglückten Verlustes.

Der Reisebus setzte sich schwerfällig in Bewegung. Hinter der regennassen Scheibe schrumpfte Wien zu einem gelben Fleck, dann zu einem Sternenbild aus Lichtpunkten am dunklen Band der Autobahn, bis es ganz verschwamm. Ich hatte nichts mitgenommen. Nur den Geschmack von Melange auf der Zunge, das Gefühl von nassem Stein unter meinen Fingern, die Herbheit des Weines von Grinzing und das Dröhnen der U-Bahn in den Knochen. Die Stadt hatte mir nichts gegeben. Sie hatte mir einiges genommen. Die Fassade der Gelassenheit. Die Illusion, dass Geschichte stillsteht. Der Verlust war geglückt. Ich lehnte mich zurück und schloss die Augen. In meinen Ohren rauschte noch immer der Fluss, und unter diesem Rauschen, ganz leise, das rhythmische Brausen der U-Bahn, die immer weiter fuhr, durch das Dunkel, von Lichtpunkt zu Lichtpunkt.

Mit einem Herzen voller Liebe zu Wien und dem Wunsch, dass auch deine Reise mit unvergesslichen Geschichten gefüllt ist,
Dein Abenteurer der Schönheit und Hüter der Wiener Eleganz

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*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass in dieser Erzählung nur das Wien zum Vorschein kommt, das sich dem flüchtigen Blick eines Reisenden darbietet. All jene verborgenen Gassen, verschwundenen Kaffeehäuser und vergessenen Geschichten, die nur die Donau und die Geister in den Katakomben kennen, bleiben in der Stille. Mögen diese Seiten dem ungeduldigen Auge eine Ahnung davon geben, was die Stadt flüstert, wenn man bereit ist, ihr zuzuhören.

Quellenangaben:
Inspiriert von der einladenden Atmosphäre in Wien und der poetischen Verbindung zwischen Geschichte und pulsierendem Leben.
Wien Tourismus - Offizielle Website
Stadt Wien - Offizielle Website
Wien Museum - Offizielle Website
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Wien Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angebote
Wien Stephansdom
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Jeder will dem Geiger reichen Nun sein Scherflein auf die Hand – Da vergeht ihm gleich sein Streichen, Und fort ist der Musikant. Und sie sehn ihn fröhlich steigen Nach den Waldeshöhn hinaus, Hören ihn von fern noch geigen, Und gehn all vergnügt nach Haus. Im Frühling wandern wandern was ist das? Die Zugvögel wandern auf der Äquatorialseite der barometrischen Depressionen. Muß doch der Vogel als ausgesprochenes Lufttier gegen Schwankungen und Veränderung des Luftdrucks ganz besonders empfindlich sein. Der Herbstzug gliedere sich in mehrere Abschnitte, was von den Vorstößen der barometrischen Maxima abhängt. Weit näher als diese Dinge liegt es freilich für den Vogelzugsforscher, an eine Beeinflussung des Zugsverlaufs durch den Luftdruck, insbesondere durch den Verlauf der barometrischen Depressionen zu denken, die ja so bestimmend auf die Wetterbildung einwirken. Die Ansichten selbst der Fachmeteorologen stehen sich hier vorläufig noch recht schroff gegenüber, und es sind weitere und ausgedehntere Untersuchungen deshalb dringend nötig. Auch Depressionen im nordwestlichen Teile Europas mit gleichzeitigem Hochdruck im Südosten sind von ähnlicher Wirkung, während Depressionen im Südosten mit gleichzeitigem Hochdruck im Nordwesten Verzögerungen des Frühlingszuges hervorrufen. Gallenkamp, der sich hauptsächlich auf die eingehende Beobachtung des Rauchschwalbenzuges in Bayern stützt, fügt noch ergänzend hinzu, daß weniger die absolute Höhe, als vielmehr die größere oder geringere Gleichmäßigkeit des Luftdrucks maßgebend ist. Indessen ist die Lösung auch dieser Frage kaum erst in Angriff genommen und überhaupt keineswegs so einfach, wie es zunächst den Anschein haben könnte. Im ganzen ist Hegyfoky sehr geneigt, die Wärme als den eigentlichen entscheidenden Witterungsfaktor beim Vogelzug anzusehen, und hier begegnet er sich wieder mit den schon 1855 ausgesprochenen Anschauungen des großen russischen Forschers v. Auch der Ungar Hegyfoky, dem die gewaltige Datenfülle der Ungarischen Ornithologischen Zentrale zur Verfügung stand, nimmt eine starke Beeinflussung des Vogelzuges durch die Witterung und namentlich durch den Luftdruck an, ist aber in den Einzelheiten vielfach zu abweichenden Ergebnissen gelangt. […]
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Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen, Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende, Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände, Um liebevoll die Liebe zu umfassen. Die Liebe suchte ich auf allen Gassen, Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände, Und bettelte um geringe Liebesspende – Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen. Und nicht zu sagen ist es, mit welcher Liebe ihn die Provinzen alle empfangen würden, die unter dieser Fremdlingsfluth gelitten haben, mit welchem Durst der Rache, mit welcher eisernen Treue, mit welcher Frömmigkeit, welchen Thränen. Welche Thore würden sich Ihm verschließen? welche Völker Ihm den Gehorsam weigern? welcher Neid sich Ihm widersetzen, welcher Welsche Ihm zu folgen zögern? Und dieß sind nun eben solche Dinge, die, neu geformt, einem neuen Fürsten zur Größe und zum Ansehn verhelfen. Jeden stinkt diese Barbarenherrschaft an. Man muß daher diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, damit Italien, nach so viel Jahren, seinen Erlöser erscheinen sehe. Hierax winkte aber nur mit der Hand ab, aß, trank und plauderte und ließ nur hie und da eine Bemerkung fallen, als ob die vortreffliche Einrichtung von mächtigen Feinden bedroht wäre. Man habe ja zu leben, aber so wie am Sonntag gehe es doch nicht alle Tage. Die Bestellung des Gartens, besonders das Wasserschöpfen, sei in dieser Wüstenei eine mühsame Sache. Hierax erwiderte, er wäre ja eben gekommen, um alle diese Dinge zu untersuchen, und die Herren sollten sich nur getrost auf den gerechten Sinn des Herrn Erzbischofs verlassen. Der Herr Propst und die alten Herren seien freilich die reinen Müßiggänger. Die jüngeren Mönche aber müßten wochentags oft arbeiten wie Bauern oder Handwerker. Ob die feinere Sitte, ob das Familienleben, ob Sparsamkeit und Ordnungsliebe dabei gewinnen? Das mögen gelehrte Herren, Statistiker, Pädagogen und so weiter entscheiden. Hierzu kommt noch das stets mehr überhandnehmende Tabakrauchen, ohne welches der größte Teil der Männer jetzt nicht mehr leben und das er doch in Gegenwart der Frauen oder in dem unseligen Salon nicht verüben kann. […]
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Der Friedhof schlief nicht, seine Dunkelheit erhob sich aus der Tiefe. Eine feuchte Kälte kroch aus dem nassen Gras, schlich unter den Saum des Mantels, der seinen Träger verbarg. Dort, am Rand des Grabfeldes, legte die Nacht ihre Finger um Gedanken, ein kalter, fester Griff. Regen hatte den Boden erweicht, ein schwerer, erdiger Geruch stieg auf, vermischt mit dem leisen Wispern des Windes zwischen verwitterten Steinen. Ein Suchenden stand dort, getrieben von einer jahrzehntelangen Obsession nach dem Unsichtbaren, dem Jenseits des Hörbaren. Er trug eine kleine Metallflöte, eisig kalt, das Werkzeug seiner hoffnungslosen Sehnsucht. Nur ein Klang, tief aus der Erde, wird das Tor öffnen. Er hob das Instrument an seine Lippen. Die Luft erzitterte. Die Erde unter ihm bebte. Ein Pulsieren stieg aus dem Boden, eine erste, kaum vernehmliche Vibration. Dann mehr. Stimmen formten sich, anfänglich ein Wispern, dann ein aufsteigendes Raunen. Schatten lösten sich, schwebten über die nassen Steine, glitten durch den kühlen Nebel. Sie schimmerten, pulsierten, zitterten, als begriffen sie ihre Existenz in dieser neuen Form. Ein Tanz brach los, ein Strom aus Klang und Bewegung. Die Stille zerbarst. Die Erscheinungen verschmolzen mit den Tönen, jede Note ein Faden, der sie an das Jetzt band, weder lebendig noch tot, sondern eine Schöpfung jenseits der Zeit. Doch inmitten dieser Symphonie, die sich über die Gräber erhob, zerriss ein dissonanter Akkord die aufkeimende Harmonie. Die Töne kippten, die Ordnung zerfiel. Die Wesen verwandelten sich, wuchsen über ihre Grenzen. Ein Zittern durchfuhr die Luft, eine unbekannte Frequenz, eine unvorhergesehene Kraft. Ihre Stimmen überschlugen sich, wurden zu Klagen, die in Wellen auf den Spielenden einschlugen. Ein tiefer Druck schnürte die Brust ab. Ein Dröhnen erschütterte die Grabsteine. Steine brachen, fielen. Die Erde öffnete sich. Kein Spalt, kein Riss, sondern ein schwarzer Schlund, tief und endlos, aus dessen Innerem ein Urschrei aus einer Zeit vor den Menschen drang. Die Schatten zerfielen, tropften zu Fäden, die in den Abgrund gesogen wurden. Die Dunkelheit formte sich aus ihnen, wuchs, dehnte sich aus, wurde zu einem Wesen ohne Namen. Eine unsichtbare Kraft hielt den Suchenden fest. Er war sein Geschöpf, sein Schlüssel. Ein letzter Ton durchschnitten die Luft, ein Opfer, das die Wesen und das namenlose Etwas in den Riss zog. Die Ruhe kehrte zurück, doch sie war nicht ewig. Etwas war geblieben. Unsichtbare Narben zogen sich über die Suchenden, glühten leise, pulsierten in einem Rhythmus, den nur er hörte. Die Welt hatte sich verschoben, der Riss nicht geschlossen. Und dann? […]
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In einen richtigen Kalte Jahreszeit mit Frost und Niederschlag untergeht selbstredend innerhalb desselben alles Insektenleben, allerdings es hört nicht auf, wie man im schließlich nachfolgenden Frühling unschwer realisiert. Sobald jener Kalte Jahreszeit sich abschied nehmen will, wenn Kälte und Schnee es erlauben, ein paar Graben voll zerbröckelten Laubwerks heim anhaben. Sobald der beträchtlich tiefe Tau in selbiger Gegend zur Sechzig Minuten vorüber und die Bäume mit Blühen und Blättern scheinen, die Muttererde sich mit den schönsten Sträuße kleidet und schmückt, wovon die Tussi vielerlei Buketts und Blumensträuße gebunden. Zur Länder mit einem Winter, den Frost und Tau kennzeichnen, untergeht zwar im Verlauf desselben alles Insektenleben unseren Augen; daß es aber nicht aufgehört habe, lehrt jedes darauf die Frühjahr neuerlich. Beiläufig gesagt, ist dieses Verfahren eine zwar schon bekannte, aber ganz vortreffliche Prozedur im Sammler, sich mit einer Menge, ausgesprochen kleine Perserkatzen, zu fördern, die er auf den sommerlichen Sammelgängen (Exkursionen) übersieht oder absichtlich unberücksichtigt läßt, weil er gerade andere Zwecke verfolgt. Ein Paar Maikäferflügel, eine halb verschimmelte Hornisse ohne Beine und sonstige Überreste könnten vertrauen machen, daß man hier in einen riesigen Begräbnis platz dieser winzigen Wesen kommen sei, und daß über Winterzeit keines mit dem Dasein davon komme. Schüttet man den Inhalt, nachdem er einige Std. bei warmen Zimmer gelegen, in ein Drahtsieb aus, breitet dem einen Blatt herrlichen Papiere unter und fängt an zu rütteln und zu mixen, so wird man zu seiner nicht geringfügigen Unerwartetes Ereignis auf dem Papiere ein reges Dasein erblicken und jede Menge gleichbleibenden Tierchen wieder erkennen, die man im Herbste draußen auf der grünen Wiese antraf, vorausgesetzt, daß man ein treues Erinnerung für so ähnliches Dinge hat. […]
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Steingrün schlief nie wirklich. Nachts, wenn der Nebel wie Spinnweben zwischen den Fachwerkhäusern hing, erzählten die alten Balken Geschichten von Angelegenheiten, die besser ungesagt blieben. In einer dieser Nächte, der Mond versteckte sich hinter Wolken wie ein Dieb hinter seiner Maske, begann alles mit einem quietschenden Bett, einer hastigen Hand und einer Flasche Öl, die zu laut auf dem Nachttisch aufschlug. Die Luft roch nach Angst und altem Holz, sie verwandelte ihn in eine lebendige Skulptur, Mehl auf der Haut wie ein zweites Skelett, Öl, das sich in seine Poren fraß. Draußen näherten sich Schritte, schwer und bestimmt, jedes Knirschen des Kieses ein Taktstock, der den Countdown dirigierte. Was tut ein Mann, wenn er zur Statue erstarrt? Atmet er noch? Zittert er schon? Oder wird er real zu Stein, bis nur noch die Angst in ihm pulsiert? Dann die Tür. Das Licht des Flurs schnitt eine schmale Silhouette aus, breit wie eine Tür, hart wie das Beil in ihrer Hand. Die Frage hing im Raum wie ein ungesprochenes Urteil: Was'n das? Eine Antwort, geflüstert mit Honig auf den Lippen, aber Eisen in der Stimme: Moderne Kunst, Schatz. Kunst, die nach Panik und Weizenmehl roch. Kunst, deren Herz so wild schlug, dass es das Mehl von ihren Armen hätte pudern müssen. Die Nacht dehnte sich, wurde zu etwas Bizarrem, als der vermeintliche Betrogene zurückkehrte, nicht mit Wut, nicht mit Fragen, sondern mit einem Sandwich und einem Bier. Bei den Lehmanns gab's nix zu essen. Ein Satz, der alles auf den Kopf stellte. War es Dummheit? Güte? Oder ein Spiel innerhalb des Spiels, bei dem nur einer die Regeln kannte? Irgendwo im Dorf rief eine Eule, als die Statue begriff, dass die größten Geheimnisse nicht in Worten, sondern in dem Raum zwischen ihnen lauern. In einem Kühlschrank, der um Mitternacht quietscht. In einem Lächeln, das zu viel weiß. In Mehl, das wie Schnee auf den Schultern eines Mannes liegt, der unvermittelt begreift, dass die komischsten Wahrheiten keine Zuschauer, nur Mitspieler brauchen. Und jetzt? Jetzt tropft das Bier auf seinen Fuß. Jetzt zuckt sein Mund. Jetzt fragt er sich - und Sie vielleicht auch: Wer beobachtet hier eigentlich wen? Bitteschön. Ich hab bei den Meiers 3 Tage im Schlafzimmer gestanden, mir hat keiner was zu essen gegeben. Errare humanum fatal. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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In den tiefen Tälern des Erzgebirges, wo alte Fichten den Himmel berühren und die Schatten des Dunkelwaldes, einst Miriquidi genannt, lang sind, regt sich etwas. Ein Gefühl der Leere schleicht durch die Bäume, das Plätschern der Bäche klingt müde. Die Magie des Landes, eine uralte Kraft, gespeist vom Echo tausendfacher Seelen, droht zu verblassen. Nur ein leises Wiehern im Wind erinnert an die einstige Pracht, an die vielen tausend Pferde, die in Legenden als Hauyhnhnms und Yähus bekannt waren. Ein Ruf, kaum hörbar für die meisten, zieht eine Seele unwiderstehlich in den Wald, auf die Suche nach dem Ursprung dieser schwindenden Kraft, nach dem Ort, an dem die Magie zu sterben beginnt. Der Weg in Miriquidis Herz ist beschwerlich, verschlungene Pfade und schweigende Bäume fordern ihren Tribut. Doch inmitten des Unterholzes, an den Wurzeln einer uralten Fichte, offenbart sich ein Hinweis aus ferner Zeit. Ein kaum lesbares Pergament, brüchig und vergilbt, verbirgt in verblasster Schrift ein spezifisches Datum: der 2. April 1727. Was bedeutet dieser Tag? Ist er der Schlüssel zur Legende, der erste recorded Hinweis auf die Seelenpferde oder den vergessenen Stall, von dem die alten Geschichten erzählen? Das Pergament wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet, doch seine Existenz befeuert die Suche. Die Zeichen an Bäumen und Steinen, einst unverständlich, scheinen nun in einem neuen Licht zu erscheinen, vielleicht eine Sprache der alten Wesen, die den Weg weisen. Tief im Wald, jenseits einer Schwelle, die von rätselhaften Wächtern behütet wird, offenbart sich der Pfad der Seelen. Ein Weg, der im Mondlicht erstrahlt und zum verborgenen Herzen Miriquidis führt. Dort, in einer stillen Senke, steht er - der Stall. Nicht aus Holz und Stein der Menschen, sondern aus dem lebendigen Wald selbst geformt, ein Ort immense Kraft und schwindender Energie. Hier ruhen sie, die Seelen der vielen tausend Pferde, ihre Anwesenheit spürbar wie ein warmer Wind, ihr Wiehern ein vielschichtiges Flüstern. Doch ihre Magie verblasst, ein Spiegel der wachsenden Distanz zwischen der Menschenwelt und den alten Kräften des Landes. Ist es das Vergessen, das Desinteresse der Menschen, das Miriquidi in die Dunkelheit zu stürzen droht? Die Erkenntnis trifft mit voller Wucht: Die Aufgabe ist nicht nur, den Stall zu finden, sondern die Brücke wiederherzustellen, die verlorene Verbindung zu erneuern. Wie kann eine Einzelne die Erinnerung eines ganzen Landes wecken und die schwindende Magie retten, bevor die Dunkelheit siegt? […]
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