in Elmen, Hubertusbad im Bodethale bei der Roßtrappe, Ilsenburg, Quedlinburg, Aschersleben, Schleusingen, Tennstädt, Bibra, Giebichenstein, Kösen, Lauchstädt, Niestädt, Werben, Wiehe. Die Einwohner bewohnen 143 Städte, 29 Marktflecken u. 2991 Dörfer, sind deutschen (wenig wendischen) Ursprunges u. unterhalten in den Städten Industrie, bes. in Wolle, Baumwolle, Leinwand, Band, Tabak, Stärke, Leder, Porzellan-, Steingut-, Eisen- u. Stahlwaaren, Zuckerraffinerie, Branntweinbrennerei (Nordhausen), Bierbrauerei. Den Handel begünstigen die schiffbaren Flüsse Elbe, Saale, Unstrut u. Werra, der Plauesche Kanal, die vielen Kunststraßen u. Eisenbahnen (die Magdeburg-Leipziger mit Zweigbahn von Schönebeck nach Staßfurt; die Magdeburg-Halberstädter; die Magdeburg-Wittenbergische; der größte Theil der Berlin-Potsdam-Magdeburger; die Linien Jüterbogk-Riesa, Jüterbogk-Wittenberg-Bitterfeld, Bitterfeld-Halle u. Bitterfeld-Leipzig der Berlin-Anhaltischen Bahn, ein Theil der Thüringer Bahn Halle-Gerstungen mit den Zweigbahnen von Corbetha nach Leipzig u. von Weißenfels nach Gera); der stärkste Handel ist in Magdeburg u. Halle; in Erfurt besteht seit 1856 eine concessionirte Privatbank. Unterrichtsanstalten: Universität in Halle, Predigerseminar in Wittenberg, 21 Gymnasien, als 2 in Magdeburg, 2 in Halle (ein Pädagogium u. die Lateinische Schule der Franckeschen Stiftungen), in Erfurt, Salzwedel, Stendal, Halberstadt, Quedlinburg, Schulpforta (Landesschule), Roßleben, Naumburg, Zeitz, Merseburg, Eisleben, Wittenberg, Torgau, Heiligenstadt, Nordhausen, Mühlhausen, Schleusingen; 1 Progymnasium, 8 Real- u. mehre höhere Bürgerschulen, 11 Schullehrerseminare, Provinzialgewerbschulen in Halle, Halberstadt u. Erfurt, Handelsschulen in Magdeburg u. Erfurt, mehre Sonntagsschulen, Medicinisch-Chirurgischeen Lehranstalt in Magdeburg, Kunst- u. Baugewerksschulen in Magdeburg u. Erfurt, Hebammenlehranstalten in Magdeburg, Halberstadt, Wittenberg u. Erfurt, Taubstummenanstalten in Halberstadt, Weißenfels, Halle u. Erfurt, Blindeninstitut in Erfurt, Bergwissenschaftliches Institut in Halle, Forst- u. Ökonomieinstitut in Düben.
So selig zu plaudern, daß Stunden Wie Träume vergehn, Wie rasch dann die Zeit entschwunden, Am Dunkeln der Kerze nur sehn, Das ist's, was so traulich uns macht Die sausende, brausende Winternacht. Zu plaudern und wieder versunken In uns allein, Von innerster Wonne trunken, Vertieft in Gedanken sein, Das ist's, was zum Frühling uns macht Die sausende, brausende Winternacht. Zu scheiden, das Haustor entriegeln Und scheidend das Glück Mit einem Kusse besiegeln, Ein Gruß noch, ein Wink noch zurück! - Lebt wohl, o Stunden, so selig verbracht In der sausenden, brausenden Winternacht! Quelle: Erste Liebe Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905 www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Seit 1979 gibter zusammen mit einem jeweils wechselnden weiteren Herausgeber das Jahrbuch der Lyrik heraus, in dem neue Gedichte von bekannten und einer breiteren Leserschaft noch unbekannten Autorinnen und Autoren aus dem deutschen Sprachraum vorgestellt und aktuelle Entwicklungen der Lyrik aufgezeigt werden. Die jeweiligen Mitherausgeber sind, mit Ausnahme des Kritikers, Lyrikerinnen und Lyriker, die mehr oder weniger regelmäßig Gedichte im Jahrbuch der Lyrik veröffentlicht haben. Thema sind seine Kriegserlebnisse und die Probleme im Nachkriegsdeutschland. Vorfrühling, Johann Wolfgang von Goethe, Auf dem See. Daneben schuf Heine auch Liebeslyrik im Stil der Romantik. Alle Teilnehmer benutzten nur ihren Künstlernamen oder ein Pseudonym. Sie sagen, sie wollen, dass man nicht um sie trauert. Davon bekommt man bekanntlich einen Kater, also böses Kopfweh. Poetologische Essays, die die Möglichkeiten des zeitgenössischen Gedichts reflektieren, sowie Nachworte der Herausgeber sind ebenfalls enthalten. Winternacht Die lange, lange, dunkle Nacht hab ich durchwacht, mit Seufzen und in Tränen tät sich mein Herz aus öder Qual dem Sonnenstrahl, dem Licht entgegensehnen. Und nun es kommt wie bleich und kalt: es wogt und wallt des Nebels Wahngebilde, zu Eis erstarrt die Träne ach! ein Wintertag liegt über dem Gefilde! Das Brautpaar saß unbeweglich auf seinen Stühlen gleich einem steinernen ägyptischen Königspaar, ganz still und einsam; man glaubte den unabsehbaren glühenden Wüstensand zu fühlen. Zuerst erhebt sich Wenzel und schreitet leichenblass, ohne Handschuhe und Mütze durch die aufbrechenden Gäste in die Winternacht hinaus. Auf der Landstraße schlägt er die Richtung ein, die weg von Goldach nach Seldwyla führt. Als seine Gedanken sich ordnen, weicht das Gefühl der ungeheuren Schande dem eines unverdient erlittenen Unrechts: Die Torheit der Welt hat ihm die Grafenrolle aufgedrängt. Erst durch Hunger, dann durch Liebe wehrlos gemacht hat er sich drängen lassen und steht nun als Betrüger da. All dies erkennt er nüchtern, doch beim Gedanken an das verlassene Nettchen beginnt er zu weinen. Als sich unter Fackelschein, Schellenklang und Gelächter der Zug der heimwärts strebenden Seldwyler nähert, springt er zur Seite, bleibt im tiefen Schnee liegen und schläft ein, während ein eiskalter Hauch von Osten heranzuwehen begann.
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Die Rückweg fast vorüber, nachdenkliches reisen was ich erkenne, lauschst weit in unheimlichen Kosmos, leb ich meinerseits unweigerlich in dem Herzenswunsch, so rätselhaft unbegrenzt. Erwägend, fernes laufen macht, dass ich dich vermisse in verschneiter Flockennacht, knistert es um uns umher. Wer im Übrigen einen Begriff davon haben will, wie etliche von den Nutzern im vollkommenen Tatbestand den Winterschlaf halten, der gehe nur hin im Herbste, wo die Steifigkeit nicht eingetreten ist, wie auch recherchiere im Walde unter dem dürren Gartenlaube nach, das sich seit Altersjahren angesammelt hat, oder bei dem trockenen Gestrüppe von Sträuchern, die an einer möglichst freien Position wachsen, oder unter Edelsteinen und ähnlichen Anpeilen, die dem geilen Luftzuge absolut nicht ausgesetzt wurden, da wird er eine ungeahnte Diversität von Käfern sowie Jetten, Wespen und Spinnen, Wanzen wie auch auch Geziefer entdecken, hier wie auch da den Nachtschmetterling aus dem dürren Gartenlaube herausspazieren erblicken, alle aber bestrebt, sich so rasch wie möglich seinen Blicken abermals zu abknapsen. Ein Paar Maikäferflügel, eine halb verschimmelte Krabbeltier ohne Beine und andere Ueberreste würden vertrauen machen, daß man hier in einen führenden Begräbnis raum dieser kleinen Geschöpf gerathen sei, wie daß über Kalte Jahreszeit keines mit dem Leben hiervon ich komme. Die Zuschauer sind ganz ausgelassen vor Rassenglück und treiben ihren Spaß mit ihm, bis die ganze reinblütige Gesellschaft ihre Prügel bezieht. Seit den späten 1920ern setzten sich die Barzani-Familie für die Unabhängigkeit der Kurden im Nordirak ein, zunächst unter Ahmed Barzani. Dieser führte mehrere Aufstände gegen die irakische Herrschaft an, die aber keinen dauerhaften Erfolg hatten. Allein die derben Soldaten des Marius, die massenweise zu dieser Abstimmung nach Rom gestroemt waren, sprengten, rasch zusammengerafft, wieder die staedtischen Haufen, und so gelang es, auf dem wiedereroberten Stimmfeld die Abstimmung ueber die Appuleischen Gesetze zu Ende zu fuehren. Man zeigte den die Abstimmung leitenden Beamten an, dass ein Donnerschlag vernommen worden sei, durch welches Zeichen nach altem Glauben die Goetter befahlen, die Volksversammlung zu entlassen.
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Dresden leuchtet im Zauber des Winters, und der Dresdner Striezelmarkt öffnet sein 590. Kapitel. Zwischen Schwibbögen und handgeschnitzten Pyramiden pulsiert eine Tradition, die Jahrhunderte überdauert hat. Der Duft von Christstollen und gebrannten Mandeln schwebt durch die Gassen, wo Kerzen und Lichterketten die historische Kulisse des Altmarkts erstrahlen lassen. Doch Dresden ist mehr als ein Weihnachtsmärchen. Der Schillerplatz mit dem Blauen Wunder führt in Viertel, die Geschichten atmen. Unter den Elbhängen verstecken sich Villen mit Fassaden, die von Zeiten erzählen, als der Glanz der Gründerzeit die Straßen prägte. Mein Spaziergang durch den Großen Garten offenbart eine abendliche Welt, die im Winter anders atmet. Barocke Strukturen, einst für Könige errichtet, hüllen sich in stille Eleganz. Der Weg führt zur Schubertstraße, wo nostalgische Fenster leuchten und moderne Geschichten auf historische Mauern treffen. In Johannstadt Süd, zwischen blinkenden Baustellen und weihnachtlichen Lichterketten, verschmelzen die Kontraste einer zerstörten Stadt, die sich ständig neu erfindet. Hier erzählen die Straßenbahnschienen, die bis zum Fetscherplatz führen, von Bewegung und Wandel, solange die Altstadt ihre Geschichte bewahrt. Dazu gibt es abseits des Trubels mehr Geheimnisse zu entdecken. Im Trinitatisfriedhof einem Ort, wo Stille und Geschichte sich umarmen, derweil die Elbhänge von Blasewitz die Silhouette um eine Stadt zeichnen, die Tradition und Moderne verbindet. Über allem liegt der Hauch von Glühwein und die Stimmen vergangener Zeiten, die sich mit dem Rhythmus der Gegenwart verweben. Was verbirgt sich hinter den Lichtern, die wie kleine Sterne in der Dunkelheit strahlen? Welche Rätsel erzählt der Wind, der durch die Straßen weht? Dresden ist eine Chronik, die in jeder Gasse ein neues Kapitel bereithält. Wer auf den Spuren dieser Geschichten wandelt, wird Teil einer Symphonie, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.
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Ein kalter Abend legte sich wie ein schwerer Mantel über die alten Gassen Dresdens, und mit ihm eine unbestimmte Schwere, die sich in die Herzen der Menschen schlich. Ein Mann, dessen Seele von einer tiefen Melancholie gezeichnet war, fand sich in diesem Zwielicht wieder, getrieben von einer Sehnsucht, die er nicht benennen konnte. Jeder seiner Schritte hallte in der feuchten Stille wider, ein einsames Echo in einem Labyrinth aus Schatten und bröckelndem Stein. Doch diese Nacht war anders. Aus der Dunkelheit löste sich eine Gestalt, gehüllt in einen undurchdringlichen Schleier, eine Präsenz, die keine Geräusche machte, nur eine unheimliche Kälte ausstrahlte. Was suchte diese schattenhafte Erscheinung in den verwinkelten Winkeln der Stadt, und warum zog sie den Mann unwiderstehlich in ihren Bann? Die Begegnung führte ihn zu einem Ort, der dem Vergessen entrissen schien: Ein verfallenes Haus, dessen Fenster wie leere Augenhöhlen in die Nacht starrten, und in seinem Hinterhof ein klaffender Schlund. Aus dieser Tiefe stieg ein Summen auf, ein Klang, der nicht von dieser Welt stammte, und die Luft verdichtete sich, erfüllt von einem unsichtbaren Gewicht. Dies war kein gewöhnliches Loch in der Erde, sondern ein atmendes Portal, ein Riss in der Realität, durch den die Echos vergangener Leidenschaften und zerbrochener Hoffnungen strömten. Uralte Sagen von einem verfluchten Glanzstück, das den Himmel berührte und doch in den Wellen versank, hallen in der Seele des Mannes zu wider. Die Bäume im Hof raunen, ihre Äste tanzten einen unheimlichen Reigen, und schemenhafte Gestalten lösten sich aus den Schatten, umkreisten ihn. Die Grenzen zwischen dem Wirklichen und dem Übernatürlichen verschwammen. Die verschleierte Hüterin des Schlundes offenbarte eine Wahrheit, die so alt war wie die Stadt selbst: Dieser Ort war ein Mahnmal für unerfüllte Leben, und der Mann trug selbst einen Fluch des Geheimnisses in sich, der ihn mit der Tiefe verband. Die Erscheinungen wurden deutlicher, die Stimmen der Vergangenheit drängten sich näher, und ein schauriges Lachen erfüllte die stürmische Nacht, Blitze zerrissen den Himmel. Was, wenn das, was er suchte, ihn nicht befreien, sondern für immer in die Schwärze ziehen würde? Und welche letzte, verzweifelte Handlung könnte den Bann brechen, der sich um ihn legte?
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Die Gärten von Pillnitz sind eine perfekte Illusion. Jede Blüte steht in erhabener Ordnung, jede Fassade des Schlosses spiegelt die berechnete Harmonie einer vergangenen Epoche. Es ist ein Ort, der danach schreit, betrachtet und bewundert zu werden. Doch in den stillen Momenten, wenn der letzte Besucher gegangen ist und das Mondlicht das Barocke in Silbergrau taucht, erwacht etwas anderes. Dann atmet der Ort nicht mehr die Geschichte, sondern die Sehnsucht. Es ist das dumpfe Pochen aller unerfüllten Wünsche, die hier je ausgesprochen wurden, das kollektive Flüstern gebrochener Herzen und verpasster Chancen. Dieser unsichtbare Nebel ist die eigentliche Seele von Pillnitz, und sie hat einen Hüter. Man erzählt sich von einer Präsenz, die sich nicht aus Stein und Mörtel, sondern aus dem Stoff der Träume selbst geformt hat. Ein Wesen, geboren aus dem Echo verlorener Liebe und der schöpferischen Gier nach Schönheit, die nie ganz gestillt werden kann. Es wandelt nicht durch die Gassen, sondern durch die Schlafzimmer und Ateliers. Es ist der Sammler jener kostbaren, flüchtigen Momente, in denen die Wirklichkeit zerbricht und das reine, ungefilterte Begehren zum Vorschein kommt. Die Legende nennt ihn den Träumenden Hüter, und sein Hunger ist so alt wie die erste enttäuschte Hoffnung. In diesen Garten tritt ein junger Mann, dessen Hände das Talent besitzen, die Welt in Farbe zu bannen, dessen Seele aber eine Leere in sich trägt, die größer ist als jede Leinwand. Elias sucht nicht das pittoreske Motiv für sein nächstes Gemälde. Er sucht die Essenz, den Funken, der ein Werk unsterblich macht. Und Pillnitz, dieser Ort der gesitteten Melancholie, bietet ihm mehr als Inspiration. Es bietet ihm einen Pakt an. Die Dunkelheit zwischen den Buchsbaumhecken beobachtet ihn. Sie flüstert ihm Versprechen zu, die das Rauschen der Elbe übertönen. Was ist der wahre Preis für ein Meisterwerk? Muss ein Künstler leiden, oder kann er sein Leid einfach. verkaufen? Die Begegnung, wenn sie kommt, ist kein Schrecken. Sie ist eine Verführung. Eine Gestalt aus schimmerndem Nebel und Sternenlicht materialisiert sich und spricht mit der Stimme aller ungesungenen Lieder. Ihr Angebot ist verlockend präzise. Sie verspricht nicht Ruhm oder Reichtum. Sie verspricht Erfüllung. Die reine, vollkommene Verwirklichung des tiefsten Traums. Doch jede Gabe in diesen Gärten hat ihren Tribut. Was könnte ein Geist, der sich von Sehnsucht nährt, von einem sterblichen Künstler verlangen? Vielleicht nicht seine Seele im theologischen Sinne. Vielleicht etwas Intimeres. Vielleicht das Recht, für immer Gast in seinen Träumen zu sein, als ewiger Mieter in den Zimmern seines Unterbewusstseins. Die Entscheidung, die in dieser Nacht fällt, wird keine private bleiben. Sie sendet ein Beben durch das feine Gewebe des Ortes. Plötzlich beginnen die Bewohner und Besucher, lebendigere, schmerzhaft schöne Träume zu haben. Träume, die wie Versprechungen schmecken und bei Sonnenaufgang als nagende Leere zurückbleiben. Die Kunst, die nun entsteht, ist atemberaubend, aber sie trägt einen seltsamen, fremden Hauch. Die Grenze zwischen der erschaffenen und der erlebten Welt beginnt zu verwischen. Ist das noch Pillnitz, oder wird es langsam zum Abbild der kollektiven Wunschvorstellung seines rastlosen Hüters? Und wer, genau genommen, bemalt hier wen?
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Und nun ein blühender Schlehdornhag - der Fink schlägt in den Wipfeln, dann geht es aus schattigem Grund empor zu leuchtenden Bergesgipfeln. Und fragen wir schier erstaunt, wohin der Weg uns endlich führe: - da sind wir schon am Ziel, da stehn wir an der Friedhofstüre. Einen solchen wiederholte er einige Male, um ihn sich einzuprägen; sobald aber die kleinste Frist vorüber, hatte er ihn verloren und nannte den Namen dessen, der ihn gegeben. Aus diesem verwitterten Wesen heraus klangen aber mit hellem Tone eine Menge Lieder, und das kleine baufällige Saitenspiel begleitete den Gesang mit auffallender Kraft. Alles war ihm bekannt, nur nicht die Namen seiner Eltern, seiner Heimat und sein eigenes Schicksal vor jenem Fall. Ein uralter Spielmann, der das Land an der Donau durchfuhr und in Wien mit Johannes in der gleichen Herberge wohnte, war dabei sein Führer. Er konnte lesen, aber nicht mehr schreiben und besaß ein ledernes Ränzchen voll verblichener und abgegriffener Liederbüchlein, die alle vor langen Jahren schon geschrieben sein mußten, sein einziges Eigentum außer einer kleinen Harfe, deren Holz von urlangem Gebrauche so dünn wie Papier geworden und vielfach geflickt war mittelst aufgeleimter Leinwandstreifchen. Aber die Eiche blieb dennoch der Lieblingsbaum des deutschen Volkes, die Eiche ist noch heut zu Tage das Symbol der deutschen Nationalität selber: es ist der größte und stärkste Baum des Waldes; seine Wurzel dringt bis in die Grundtiefe der Erde; sein Wipfel, wie ein grünes Banner, flattert stolz in den Lüften; die Elfen der Poesie wohnen in seinem Stamme; die Mistel der heiligsten Weisheit rankt an seinen Ästen; nur seine Früchte sind kleinlich und ungenießbar für Menschen.
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