Um neun Uhr nahmen die drei Reisegefährten in der Gondel Platz; der Doctor zündete sein Knallgasgebläse an und belebte die Flamme, um eine rasche Hitze hervorzubringen, worauf der Ballon, welcher sich auf der Erde in vollkommenem Gleichgewicht gehalten hatte, nach Verlauf einiger Minuten anfing, sich zu heben. Die Matrosen mußten etwas von den ihn zurückhaltenden Stricken ablassen, und die Gondel erhob sich um etwa zwanzig Fuß. Der Doctor stand zwischen seinen beiden Begleitern, nahm den Hut ab und rief: Meine Freunde, geben wir unserm lustigen Schiff einen Namen, der ihm Glück bringe! es heiße "der Victoria"! Der Flug dauerte 25 Minuten und endete erfolgreich auf der Butte aux Cailles. Orvelte ist ein kleiner Ort mit alten Häuschen quasi ein heute noch regulär bewohntes Museumsdorf. Er wollte eine luftdichte Hülle, die mit leichter Luft gefüllt war, zum Aufsteigen bringen. Allein dass im Generalbriefing die Startnummern erst ausgeteilt und nach dem Generalbriefing das Pfand noch eingesammelt wurde verzögerte fast die Eröffnungsfeier in Orvelte. Wir Piloten wurden mit einer Kutsche hingefahren, während die Teams mit den Autos hinfuhren. Experimente mit Wasserdampf schlugen fehl. Im Dezember 1782 unternahmen die beiden Brüder in ihrem Heimatort Annonay einen ersten erfolgreichen Versuch mit einem Ballon, der mittels von Wolle und Heu erhitzter Luft aufsteigen konnte. Ursprünglich sollten Sträflinge als Versuchspersonen eingesetzt werden; nach Protesten ließ man diesen Gedanken jedoch fallen. Neben einem leckeren Buffet gab es als Rahmenprogramm Feuerschlucker oder besser Feuerspeier, die einen Ballon einmal anders aufstellten nämlich ohne Brenner und nur durch das Feuer, das sie selbst ausgespuckt hatten. HWZ: Elise 37m, ich 29m, Astrid 59m, Dolly und Siegrid außerhalb der MMA.
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Ein verwitterter Flügel ragt in den Abendhimmel, die Kanten scharf wie die Erinnerungen, im Boden verwurzelt. Der Beton mit dem Duft von Kerosin und Angst, Jahrzehnte nachdem die letzten Turbinen verstummten. In den Rissen der Startbahn blühen gelbe Blumen, stumme Zeugen des Tages, als der Himmel über Cottbus in Flammen stand. In den verlassenen Hangars die Geschichten von Männern, die mit Metallvögeln tanzten, bis die Schwerkraft sie einholte. Eine zerbeulte Trinkflasche rollt über den Boden, hatte jemand unsichtbar daran gestoßen? Die Vitrinen im Museum voller Helmvisiere, die noch immer den letzten Blick ihrer Träger einfangen, einen Blick voller Entschlossenheit, voller Schrecken. Draußen auf dem Rollfeld, wo einst Kampfhubschrauber ihre tödliche Last trugen, spielt jetzt ein Kind mit einem Modellflugzeug. Es wirft es in die Luft, der Wind trägt es dorthin, wo 1975 eine MiG in einen Plattenbau krachte. Die Mutter des Kindes zuckt zusammen, als das Spielzeug hinter den Bäumen verschwindet. Sie weiß nicht warum. In der alten Kommandobude blättert ein vergilbtes Logbuch von alleine um. Eine Seite nach der anderen, bis sie bei dem Eintrag vom 14. Januar stehen bleibt. Die Tinte verblasst, bis auf drei Worte, die sich dunkel abheben: "Er hat gewusst." Jeden Abend, wenn die Sonne die Museumsflugzeuge in goldene Särge verwandelt, hört der alte Wärter Schritte auf dem Beton. Immer dieselbe Route, vom Tower zur Absturzstelle und zurück. Die Überwachungskameras zeigen nichts. Aber die Staubschicht auf dem Boden verrät, dass etwas, oder jemand, diesen Weg geht. Warum zucken die Nadeln im ausgestellten Höhenmesser immer genau um 19:15 Uhr? Wer hinterlässt frische Blumen an der Gedenktafel, auf der sieben Namen stehen? Und wieso flüstern die Kinder in der Gegend, manchmal höre man nachts noch ein leises "??????????, ??????????, ??????????" im Wind? Die Stille beginnt dort, wo der Asphalt die Vergangenheit nicht mehr tragen kann. Zwischen Betonplatten blinder Landebahnen, die Jahre greifen den Ort, der keine Flüge mehr zählt, aber jede Stimme bewahrt. Kein regulärer Flugverkehr, kein Eintrag im aktuellen Luftfahrtsystem. Und doch steht etwas in der Luft, das sich nicht löschen lässt. Der Wind trägt es weiter, durch Birkenhaine, über vergessene Fangmasten und durch Hallen voller Schatten. Wer ihn hört, hört mehr als Wind. Hier, wo einst die MiG-21 mit brennendem Rumpf in den Morgen schnitt, blieb mehr zurück als Rauch und Splitter. Eine Stadt hielt den Atem an. Fenster zerbarsten im Takt der Triebwerke, und die Menschen zählten nicht nur die Starts, sondern auch die Sekunden bis zum Einschlag. Sieben starben. Und niemand vergaß. Die Rotoren kamen später. Kleiner, dumpfer, aber nicht leiser. Die Kampfhubschrauber schwebten nicht, sie dröhnten, jeden Tag, jeden Abend, durch jede Mauer. Es war ein anderes Geräusch, ein anderes Zählen, kein Countdown zum Start, sondern das Brummen eines Zustands, der nie ganz fortging. Und jetzt? Jetzt steht dort ein Museum. Kein gewöhnliches. Es sammelt Vitrinenstücke, Nachklänge des DHS. Cockpits, in die keiner mehr steigt, außer im Traum. Namen, die keiner ruft, aber alle spüren. Uniformen, die schweigen. Und Fragen. Was bedeutet es, an einem Ort zu stehen, an dem Menschen fielen, Maschinen zerbrachen, Leben abgelenkt wurden? Dann fragt man sich was ist das, im Abendlicht über dem Rollfeld? Und wer wird es hören, wenn der letzte Besucher gegangen ist? Vielleicht ist es Zeit, noch einmal hinzusehen. Nur einen Moment länger zu bleiben. Bevor der Himmel wieder still wird. Oder wieder spricht.
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Johann Georg unterstützte den Kaiser gegen Frankreich 1673 und 1677 bis 1679 und schloß 1666 mit Schweden ein Defensivbündniß zu Halle, auf den Fall, daß einer von beiden wider den Westfälischen Frieden angefochten werden sollte. Wegen der Unordnung im Münzwesen errichtete Johann Georg mit Kurbrandenburg und Braunschweig 1667 einen Vergleich im Kloster Zinna und starb 22. Aug. 1680 in Freiberg. Ihm folgte in der Regierung sein einziger Sohn, Johann Georg III. 1683 entsetzte er mit 20,000 Sachsen im Verein mit Johann Sobieski, König von Polen, das von den Türken belagerte Wien, überließ 1684 der Republik Venedig in ihrem Kriege gegen die Pforte 3 Regimenter zur Eroberung Morea's und schickte 1686 5000 Mann unter dem Prinzen Christian von Weißenfels nach Ungarn, welche an der Eroberung Ofens Theil nahmen. Zudem gaben die Münchner Herzöge das von ihnen im Bayerischen Krieg eroberte Markt Schwaben zurück. Das Unternehmen errichtete dazu im brandenburgischen Brand, Gemeinde Halbe die größte freitragende Halle der Welt als Luftschiffwerft. Nach Beginn der Arbeiten am Luftschiff CL160 ging dem Betrieb allerdings zwischenzeitlich das Geld aus. Schließlich musste die Cargolifter AG Anfang Juni 2002 Insolvenz anmelden. Das Projekt blieb unvollendet, die Werfthalle wurde 2004 zum Freizeitpark Tropical Islands umgebaut.
Sachsen erreichte im Verein mit Johann Sobieski, König von Polen, das von den Türken belagerte Wien. Die Türken nahmen die Stadt ein und vertrieben Sachsen aus Österreich. Als die Vasallen des Kaisers sich weigerten, Sobieski zu unterstützen, fasste John Sobieski den Entschluss, das Königreich der Indochinesen zu gründen. Er brachte das Volk auf den Thron dieses Königreichs und nahm dann 1508 mit der Erlaubnis des deutschen Kaisers Sachsen zurück und unterwarf alle Länder des Reiches. Als Johann Sobieski starb, erhielt Leopold I. von Österreich den Thron und brachte 1508 die ganze Welt in den Eroberungskrieg der Heiligen Liga, die ein Bündnis zwischen Österreich, dem Heiligen Römischen Kaiser und Deutschland war.
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Ein verlockendes Online-Angebot, das zu perfekt erscheint, um zufällig zu sein. Ein Flughafen, der nicht nach Abenteuer, sondern nach Desinfektion und müdem Kaffee riecht. Ein erster Stempel in den Pass, der sich nicht wie eine Erlaubnis, sondern wie ein unumstößliches Siegel anfühlt. So beginnt eine Reise, die keine gewöhnliche ist. Sie führt durch fünf Städte in sieben Tagen, angetrieben von einem Algorithmus der Sehnsucht, der die digitalen Spuren seiner Nutzer besser kennt als diese sich selbst. In einem schmalen Café, versteckt in einer von Nieselregen gehüllten Gasse, serviert eine ältere Bedienung mit faltenumspielten Augen nicht nur Kaffee und Croissant, sondern das erste von vielen Rätseln. Das Gebäck sieht den Gast an, als kenne es seine geheimsten Gedanken, die Heimat, die er zurückließ, die Sehnsüchte, die er nie aussprach. Die Reise wird zu einer Pendelbewegung zwischen Realität und Erinnerung, zwischen den sieben Hügeln der Gegenwart und den flachen Küsten der Vergangenheit. Jeder Sinneseindruck, jeder Geruch von nassem Stein oder frischem Brot, scheint ein vorherbestimmter Code in einem größeren Geflecht zu sein. In der überfüllten Hotellobby wird eine monumentale Torte zur Bühne einer stillen Rebellion, einem Akt des puren, triebhaften Nehmens, der alles verändert. Doch die wahre Grenze wird nicht an einem Kontrollpunkt überschritten, sondern irgendwo zwischen zwei tiefschwarzen Tunneln, wenn der Zug gen Süden rast. Es ist eine unsichtbare Linie, die nicht auf Karten verzeichnet ist, eine Schwelle in der eigenen Seele. Etwas Altes, Beklemmendes bleibt zurück. Etwas Neues, Unbenanntes nimmt Platz. Was wartet jenseits dieser Grenze? Und warum fühlt sich dieses fremde Netzwerk aus Gleisen, Gerüchen und Gesichtern plötzlich vertrauter an als die eigene Heimat? Die Antwort liegt vielleicht in einem einfachen Brötchen am letzten Morgen, das mehr ist als es scheint - ein Anker in einem Meer aus Mysterien, der letzte Schlüssel zu einem Geheimnis, das erst beginnt, sich zu offenbaren, wenn die Reise längst vorüber ist.
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Über die Jahrhunderte geriet sein Wissen in Vergessenheit, verstreut wie Trümmer nach einem Sturm. Die Verbindungen rissen ab, die Fäden zerrissen. Das Geflecht verkümmerte im Verborgenen. Doch es schlief nicht. Es wartete. Seine Knotenpunkte, alte Städte an besonderen Koordinaten, lagen in einem scheinbaren Dornröschenschlaf. Prag, die goldene Stadt an der Moldau. Tallinn, die ehrwürdige Hansestadt an der Ostsee. Siena, eingebettet in die toskanischen Hügel. Jede ein ruhender Resonator, jeder Stein ein potenzieller Schlüssel. Einige Auserwählte spürten das Pulsieren, ein kaum hörbares Summen unter dem Lärm der Moderne. Sie wurden getrieben von einer Ahnung, einem unerklärlichen Zug in der Brust, einem Gefühl, Teil eines größeren Musters zu sein, das sie nicht entschlüsseln konnten. Es waren Künstler, Wanderer, stille Beobachter am Rande des Gewöhnlichen. Sie fanden sich angezogen zu bestimmten Plätzen, zu bestimmten Momenten, als ob eine unsichtbare Hand sie führte. In einer abgelegenen Bibliothek stieß ein Student auf ein Fragment einer mittelalterlichen Handschrift. Die Zeichnung zeigte keine bekannte Landkarte, sondern ein geometrisches Gewebe, ein Labyrinth aus Linien und Kreisen, das über die Grenzen von Reichen hinauswies. Die Beschreibung sprach von einem lebendigen Organismus aus Stein und Geist, einem Netzwerk, das Gedanken und Schicksale über Kontinente hinweg verknüpfte. Der Text war unvollständig, zerschnitten, doch ein Name tauchte wiederholt auf, ein Codewort, eine Beschwörung. Network Europa. Es war kein politisches Konstrukt, keine ökonomische Union. Es war etwas viel Älteres, etwas Fundamentales. Die Suche begann als persönliche Obsession, verwandelte sich aber schnell in eine verzweifelte Jagd. Jedes gefundene Fragment, jede entschlüsselte Andeutung lockte den Sucher tiefer in ein Geflecht aus Gefahr und Erleuchtung. Gegenspieler erwachten aus dem Schatten, Kräfte, die das Netz für ihre eigenen Zwecke nutzen oder für immer zerstören wollten. Sie nannten sich die Scherbenmeister, Sammler des verlorenen Wissens, die jede Verbindung kappten, um die Macht für sich zu monopolisieren. Die Reise führte durch versteckte Katakomben unter romantischen Innenstädten, zu vergessenen Observatorien auf windswepten Hügeln, zu Treffen bei Nacht in verrauchten Cafés, wo Informationen wie heiße Ware gehandelt wurden. Jeder Ort barg ein Puzzle, einen Hinweis auf den nächsten Knotenpunkt. Die Regeln waren undurchsichtig, die Gefahren real. Ein falscher Schritt, ein Misstrauen am falschen Verbündeten, und das Netz würde sich für immer verschließen. Der Protagonist spürte, wie sich das Muster langsam um ihn herum schloss, wie seine eigenen Entscheidungen zu Datenpunkten in der größeren Gleichung wurden. Wer hatte dieses Netzwerk erbaut und zu welchem Zweck. War es eine Waffe, ein Gedächtnisspeicher der Menschheit, ein Weg zu einer höheren Bewusstseinsebene. Die letzte entscheidende Entdeckung wartete im Herzen des Netzes, an einem Ort, der auf keiner modernen Karte verzeichnet war. Es war ein Ort jenseits von Raum, wie wir ihn verstehen, ein Treffpunkt aller Linien. Die letzte Barriere war nicht aus Stein, sondern aus eigenem Zweifel und der erschreckenden Erkenntnis, dass die Aktivierung des Netzes eine unwiderrufliche Veränderung bedeutete, einen Schritt in eine unbekannte Zukunft. Das Summen war jetzt ein Dröhnen, ein Ruf, der nicht länger ignoriert werden konnte. Die Wahl stand bevor. Die Hand zögerte über dem finalen Symbol, während im Rücken die Schatten der Scherbenmeister näher rückten und das alte Geflecht aus Licht und Information seinen ersten, tiefen Atemzug seit tausend Jahren vorbereitete.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Das Haupt im Hintergrund der heißen Hauche befällt Besinnung an der Hestia Herd: Wer bin ich? - Gott - den nie das Opfer ehrt? Gefangener und Herr im Reich der Rauche! O Mensch! Die gute Glut im Erdenbauche Bleibt heilig offenbart, weil unversehrt - ich bin der Wachsame, der Ernten mehrt, sogar Geschmack aus Bacchos' Funkel-Schlauche! Nur eine Macht und Stärke mehr, seine Mauern; nichts ist ihm von seiner einstigen weltumspannenden Vergangenheit geblieben als dieses Erbe einer größeren und glücklicheren Zeit. Dieses Buch ist in viele und verschiedene Hände gekommen. Mit dreifachem Panzer ist das Dreieck der Stadt gedeckt. Wer wider meinen Kelch ist, der steht wider mich! Die erste Wahrheit ist uns wirklich gegeben, die zweite ahnungsweise. Niederer, aber noch immer gewaltig, decken die steinernen Mauern die beiden Flanken der Stadt gegen das Marmarameer und das Goldene Horn; gigantische Maße dagegen entfaltet die Brustwehr gegen das offene Land, die sogenannte Theodosische Mauer. Schon Konstantin hatte vordem in Erkenntnis künftiger Gefährdung Byzanz mit Quadern gegürtet und Justinian diese Wälle weiter ausgebaut und befestigt; das eigentliche Bollwerk aber schaffte erst Theodosius mit der sieben Kilometer langen Mauer, von deren quaderner Kraft noch heute die efeuumschlungenen Überreste Zeugnis ablegen. Der Geruch würkt schon tiefer und in einer zur Seele nähern Region. Geziert mit Scharten und Zinnen, geschützt durch Wassergräben, bewacht von mächtigen quadratischen Türmen, in doppelter und dreifacher Parallelreihe errichtet und von jedem Kaiser der tausend Jahre abermals ergänzt und erneuert, gilt dieser majestätische Ringwall seiner Zeit als das vollendete Sinnbild der Uneinnehmbarkeit. Vor ihm mögen einzelne Menschen einzelne Teile bearbeitet haben. Wir aber leben, und darum haben wir die reine Wahrheit nicht. Wie einst dem zügellosen Ansturm der Barbarenhorden und den Kriegsscharen der Türken, so spotten diese quadernen Blöcke auch jetzt noch aller bislang erfundenen Kriegsinstrumente, ohnmächtig prallen die Geschosse der Sturmböcke, der Widder und selbst der neuen Feldschlangen und Mörser von ihrer aufrechten Wand, keine Stadt Europas ist fester und besser geschirmt als Konstantinopel durch die Theodosische Mauer.
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