Der König, als solcher Friedrich August I., erklärte nach der Erhebung S-s zum Königreich das Fortbestehen der bisherigen Staatsverfassung, hob jedoch gemäß der erlangten Souveränetät 1809 alle fremde Lehnsherrlichkeit in seinen Staaten auf und gab auch 1806 den Katholiken gleiche Rechte mit den Lutheranern, welche Gleichberechtigung er 1811 auch auf die Reformirten ausdehnte. 1810 wurde die Gendarmerie errichtet, 1811 das Landeswaisenhaus in Langendorf (1815 nach Bräunsdorf verlegt) und die Irrenanstalt auf dem Sonnenstein bei Pirna gestiftet, 1811 mit Beistimmung der Landstände eine Staatsanleihe von 6 Mill. Thlrn. eröffnet, 1812 ein Abgabensystem eingeführt und dadurch die Steuerfreiheit der Rittergüter aufgehoben, auch die Anfertigung eines neuen Grundkatasters verfügt. Durch die Bayonner Übereinkunft vom 10. Mai 1808 kaufte der König auf Antrag Frankreichs für 20 Mill. Franken alles preußische, im Herzogthum Warschau befindliche Eigenthum von Napoleon an sich. Da das meiste davon Privateigenthum war, so fanden viele Beschwerden der preußischen Regierung statt, welche erst 1814 ausgeglichen wurden. Am Kriege gegen Preußen und Rußland 1807 nahm Sachsen auf französischer Seite durch ein Hülfsheer von 6000 M. Theil, welche vor Danzig und bei Friedland fochten. Im Frieden zu Tilsit am 7. Juni 1807 wurde von Preußen der Cottbuser Kreis an Sachsen abgetreten, welches dafür seinen Antheil an Mansfeld (mit Ausnahme von Artern, Fockstädt, Bornstädt), die Ämter Gommern und Querfurt, das Amt Barby und Treffurt an das neu gestiftete Königreich Westfalen abgab. Zugleich erhielt der König von Sachsen das neu gestiftete Großherzogthum Warschau (s.d.) erblich in seiner Familie, doch blieb die Verwaltung der Erblande von der Warschau's getrennt; für Sachsen erlangte er beträchtliche Handelsvortheile in Betreff der Zölle und Handelsstraßen durch das Preußische Gebiet, auch bekam er die Mitschutzherrlichkeit über die freie Stadt Danzig. Am 22. Juli 1807 stiftete der König den Orden der Rautenkrone. An dem Kriege zwischen Österreich und Frankreich 1809 nahm Sachsen als Rheinbundsmitglied für Frankreich Theil; aber während nun das Land von Truppen entblößt war, wurde es von Streifcorps beunruhigt, gegen welche der sächsische General Thielmann operirte (s.u. Österreichischer Krieg gegen Frankreich von 1809).
Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon
Band 14
Altenburg 1862
www.zeno.org
Die Inseln, von denen der See durchwebt ist, bemerkte der Doctor Fergusson, sind eigentlich Gipfel versenkter Hügel; wir können uns glücklich schätzen, hier eine Zuflucht gefunden zu haben, denn die Ufer des Sees werden von wilden Stämmen bewohnt. Schlaft also, da der Himmel uns eine Nacht der Ruhe schickt. Morgen werden wir, wenn der Wind günstig ist, gerade auf Norden zugehen und vielleicht die Nilquellen, dies bis jetzt undurchdringlich gebliebene Geheimniß, entdecken. So nahe an den Quellen des großen Flusses kann ich nicht schlafen. Im Schlaf hat er wieder denselben Traum, wie in seiner ersten Nacht in Deutschland. Er schwimmt mit einem jungen Eisbären im arktischen Meer. Doch der Bär ist ein so guter Schwimmer, dass er Tekk bald weit hinter sich zurücklässt. Schon bald ist von dem Bären nur noch ein kleiner Kopf zu sehen, der sich im Seegang auf und ab bewegt und sich dann allmählich nicht mehr von der grauen Meeresoberfläche und dem trüben Himmel abzeichnet. Tekk sucht den Horizont ab in der Hoffnung, einen Blick auf den Bären zu erhaschen, doch vergebens. Er ist allein im weiten Meer. Dann verändert sich der nördliche Himmel plötzlich. Das Licht und die Wolken winden sich zu einem Lächeln und ein schmunzelndes Eisbärgesicht schwebt über ihm in den letzten Sonnenstrahlen des Tages, die den grauen Wogen einen weißen Schimmer verleihen. Neben der Vergrößerung der Gleismittenabstände in den Bahnhöfen mussten auf freier Strecke etliche Felsvorsprünge beseitigt werden. Der Tunnel am Einsiedlerfelsen wurde in dem Zusammenhang restlos abgetragen, da sich ein Aufweiten der Tunnelröhre nicht lohnte. Im Februar 1907 wurde die Umsetzanlage in Hainsberg für den geplanten Einsatz der moderneren Rollwagen nochmals umgebaut. Am 12. Juni 1907 erreichte schließlich erstmals ein Zug mit aufgebockten Normalspurgüterwagen Kipsdorf. Der in drei Perioden versammelte Landtag berieth u. a. Auch unseren Altbürgermeister und Ehrenbürger Johann Moser heiße ich willkommen. Das Erfurter Parlament wurde durch zwei Abgeordnete beschickt und die Anerkennung des Interims erklärt. Großherzogin Alice starb ein Jahr später 1878 nur vier Wochen nach ihrer jüngsten Tochter Marie, wie diese auch an Diphtherie. Und sie waren nur ein Teil, freilich der bedeutendste Teil, einer vielfältigen Klosterlandschaft.
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Wer heutzutage nicht auf Social Media setzt, verpasst eine grosse Chance. Kein anderes Marketinginstrument bietet aktuell dieselben Möglichkeiten, um rasche, kostengünstige und messbare Massnahmen bei der definierten Zielgruppe umzusetzen. Mit Social Media Marketing ist es auch kleinen Unternehmen möglich, ihre Bekanntheit zu erhöhen und damit mehr potentielle Kunden zu erreichen. Social Media-Marketing und insbesondere Facebook ist aus dem Internet-Marketing kaum mehr wegzudenken. Weltweit wird die Plattform von mehr als 750 Millionen Menschen genutzt mit steigender Tendenz. Mit der Größe des Netzwerks steigen auch die Chancen für Unternehmen, die Plattform erfolgreich als Marketinginstrument einzusetzen. Responsive Design, Inhalte, Bilder und Struktur - Responsive Design bedeutet eine Website so darzustellen, dass alle Inhalte, Bilder und die Struktur der Website auf jedem Gerät erhalten bleibt. Als Beispiel: Wenn ein Benutzer über einen Dekstop/PC auf eine Webseite zugreift, wird ihm die Seite komplett dargestellt. Wenn die Webseite vom gleichen Benutzer über das Smartphone oder Tablet aufgeruft wird, passt sich diese wiederum automatisch auf den kleineren Bildschirm an. Die Kunden sind zunehmend mit ihren mobilen Geräten auf Ihrer Webseite. In anderen Worten, mit einem ansprechenden "Responsive Webseiten Design", müssen Sie sich mittels Responsive Design keine Sorgen über die Seitendarstellung verschiedener mobilen Geräte mehr machen. Der Wind weht im Süden meist schwach, sonst mäßig und zur Küste hin zeitweise frisch aus Südwest. Unmittelbar an der See und auf höheren Berggipfeln sind einzelne starke bis stürmische Böen möglich. So begann wenige Monate nach dem letzten Tag im Winter der Kampf, wie eine der Insurgentenmuenzen ihn darstellt, des sabellinischen Stiers gegen die roemische Woelfin. Zunächst die Sicht auf die von einem wahren Wäldermeer umgebenen Gipfel des Fichtelgebirges. In der Ferne sind sogar der Frankenwald und die Fränkische Alb auszumachen. Erinnerungen und Sehnsüchte vermischen sich zu einem glücklichen Ganzen. Mit diesem Gefühl steigt man ab und freut sich, daß sich in dieser Einsamkeit sogar ein Berggasthaus befindet.
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In der kalten Umarmung einer Winternacht, als der Atem zu kleinen Wolken gefror und die Welt unter einer Decke aus schweigendem Eis lag, regte sich etwas Unbegreifliches. Es war der Klang einer Gitarre, rein und klar, der aus einem erleuchteten Fenster in die Dunkelheit strömte. Doch dieser Klang war mehr als nur Musik; er war ein Echo, ein Pulsieren aus fernen Zeiten und unerforschten Welten, das eine Seele unweigerlich in seinen Bann zog. Wer diese Melodie hörte, dem öffneten sich Türen zu Räumen, die nur im tiefsten Inneren existierten, zu Landschaften, die kein Auge je gesehen, aber jedes Herz ersehnt hatte. Die Töne, die durch die Nacht schwebten, waren erfüllt von einer leisen Traurigkeit, die sich in Schönheit verwandelte. Sie trugen Geschichten von Orten, die jenseits aller Karten lagen: durch dichte, schweigende Wälder, über Meere, deren Wellen Geheimnisse flüsterten, und hin zu Gipfeln, die den Wolken entgegen ragten. Jeder Akkord war ein Schritt auf einer unsichtbaren Reise, die das Herz weiter in ein unbekanntes Gebiet führte. Doch nicht nur die weite Ferne rief, die Klänge bargen dazu das Gewicht einer Vergangenheit, das Flüstern alter Erinnerungen, die sich wie Nebel aus der Zeit lösten und Gestalt annahmen. Jählings erschienen Schattenwesen aus der Dunkelheit, ein Wanderer mit Geschichten aus fernen Wüsten und hohen Bergen, ein geheimnisvoller Musiker, der das ursprüngliche Geheimnis der Melodie zu kennen schien. Ihre Begegnungen waren schicksalhaft, jeder neue Klang ein Schlüssel zu einer weiteren Ebene dieses mysteriösen Geflechts. Ein unvollendetes Lied barg eine verborgene Botschaft, ein Vermächtnis, das gefunden und vollendet werden musste, um die Harmonie wiederherzustellen. War es ein Ruf, der von jenseits des Schleiers der Realität kam, oder nur die tiefste Sehnsucht eines Herzens, das nach Verbindung suchte? Das übernatürliche Spiel kulminierte unter einem funkelnden Sternenhimmel, wo die Musik die Herzen der Unsichtbaren berührte und Tränen des Glücks fließen ließ. Doch das wahre Mysterium offenbarte sich erst, als ein alter Weiser in die Geheimnisse einer mondbeschienenen Melodie einweihte - einer Melodie, die das Gleichgewicht des gesamten Universums widerspiegelte. Was, wenn diese Klänge nicht nur die Seele berührten, sondern die Grenzen zwischen Welten aufhoben? Und was geschah, als die Reise ihren lang ersehnten Höhepunkt erreichte, in einem Tal, das nur in Träumen existierte, doch nun zum Greifen nah war? Das Echo einer einzigen Note könnte die Antwort enthüllen - oder ein neues Rätsel aufgeben.
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Du zogst an deine Lippen aufjauchzend meine Hand - auf deiner stolzen Stirne ein Wort geschrieben stand. In schweren dunklen Zügen ein rätselwirres Wort, - ich seh' vor meinen Augen es leuchten immerfort. Es glüht in meinem Herzen und brennt sich in mein Hirn, es lockt mich in die Hölle das Wort auf deiner Stirn . . . . Er war außer sich. Welche Qual für Felicitas, den bitteren Jammer dieses alten, treuen Freundes mit ansehen zu müssen, ohne daß auch nur eine Andeutung des Geheimnisses über ihre Lippen schlüpfen durfte! So ruhig und besonnen er sich sonst auch in allen Lebenslagen erwiesen, dieser Verdächtigung stand er geradezu fassungslos gegenüber, das junge Mädchen fürchtete mit Recht, er werde in dem unwiderstehlichen Drang, die abscheuliche Beschuldigung abzuschütteln, hastig und unvorsichtig sein, und hier war gerade die äußerste Vorsicht und Beharrlichkeit nöthig, um das Geheimniß der alten Mamsell zu retten. Um 1500 vor Chr. hat man begonnen, diese Felsgraeber anzulegen. Die damit verbundene Erwartung, dass in diesen ein besserer Schutz vor Grabraeubern gegeben sei, hat sich schon im Altertum als falsch erwiesen. So haben die modernen Entdecker die meisten Graeber schon in geoeffneten bzw. gepluenderten Zustand vorgefunden. Als das Tal der Koenige zu Beginn des letzten Jahrhunderts als ausgebeutet galt, hat nur noch ein Englaender namens Carter die Hoffnung gehabt, dass das vermisste Grab von Pharao Tut-Ankh-Amun irgendwo sein koennte. Nachdem ueber 7 Jahre gesucht wurde, war es 1923 soweit. Der sensationellste Fund in der Geschichte der Archaeologie wurde vollbracht und das einzige unbeschadete und vollstaendig gefuellte Pharaonengrab wurde geoeffnet. Die Schaetze, die daraus hervorgeholt wurden, sind weltbekannt. Tut-Ankh-Amun wurde dadurch zum bekanntesten aller Pharaonen und seine Entdecker zu den gefragtesten Maennern ihrer Zeit. Man erzählte, daß ein würdiger Bürgermeister, der gekommen war, für die Bürger der Stadt eine mit blühenden Phrasen geschmückte Denkschrift zu überreichen, gesehen hatte.
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Ein Hauch von Geschichte weht im Schatten der Macht durch die Jahrhunderte. Durch einen Palast, der niemals ein Zuhause war. Steingerippe, das in den Himmel wächst, Säle, die nur vom Echo von Schritten belebt werden. Dies ist kein Ort des lebendigen Festes, sondern der kühlen Berechnung. Willkommen im 15. Jahrhundert, einem Schachbrett aus blutigem Erz und brüchigem Pergament, wo wahre Macht nicht mit dem Schwert, sondern mit der Feder erkämpft wird. In dieser Welt der schwankenden Loyalitäten agiert eine Figur, deren Ambition so kalt und klar wie Winterluft ist. Sein Spielzeug sind nicht Burgen, sondern Menschen; seine Schlachtfelder sind die verrauchten Kanzleien und die knarrenden Ratstische Europas. Was treibt einen Mann an, sein Lebenswerk in einen steinernen, leeren Leib zu gießen? Welches unerbittliche Ziel rechtfertigt es, Bündnisse zu schmieden, die wie Eisblumen zart und tödlich sind, und den eigenen Bruder zum stillen Rivalen im selben steinernen Schiff werden zu lassen? Folgen Sie den Spuren eines Herrschers, für den jede Entscheidung ein Baustein für ein Monument war, das er selbst nie betreten würde. Sehen Sie ihm über die Schulter, wenn er im flackernden Licht einen Vertrag unterzeichnet, der nicht Land, sondern das Schicksal seiner Söhne teilt - ein Dokument, das zum wertvollsten Erbstück wird. Die wahre Geschichte spielt sich im Verborgenen ab. Sie riecht nach pulverisierter Galläpfeltinte und dem Wachs kaiserlicher Siegel, nicht nach Schwertern und Schweiß. Doch die Konsequenzen hallen durch die Jahrhunderte. Es ist die Geschichte eines Fundamentes, das im Dunkeln gelegt wird, solide und unsichtbar, während oben die Türme anderer Dynastien prachtvoll in den Himmel ragen und eines Tages doch stürzen. Was bleibt, wenn der Lärm der Schlachten verklungen ist? Vielleicht nur ein in Pergament gegossener Wille und die quälende Frage: Kann Klugheit tapferer sein als Tapferkeit? Eine letzte, entscheidende Wende, die einem halben Jahrhundert nach seinem Tod eintritt, wird beweisen, dass sein kühlsinnigster Schachzug alle ritterlichen Heldentaten seiner Zeit überdauern sollte. Die Figuren sind gesetzt. Warten Sie ab, wer das Spiel gewinnt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Victoria landete; Joe und Kennedy legten in die Gondel ein dem ihrigen gleichkommendes Gewicht Sand, stiegen aus und eilten zur Quelle, um auf Stufen, die fast nur noch aus Staub bestanden, in das Innere derselben einzudringen. Sie schien bereits seit langen Jahren versiecht, und Dick und Joe erspähten nichts als morschen, trockenen, ausgedörrten Sand. Nirgend eine Spur von Feuchtigkeit. Wir wollen diesen Brunnen bis auf den Grund untersuchen; es ist hier einst eine Quelle gewesen, und vielleicht können wir noch einen Rest des Wassers entdecken. Laß uns hier nicht aussteigen, bat Kennedy; wir wollen fliehen vor diesem scheußlichen Schauspiel. Es ist hier nicht ein Tropfen Wasser zu bekommen. Man fand bei dieser Quelle allerhand Bergmannsgerätschaften in großer Menge. Bei einem allmählichen Aufgeben der Bergarbeiten würden auch die Bergmannsgerätschaften nicht in so großer Menge aufzufinden gewesen sein. Im Jahre 1553 wurde eine Schmelzhütte im Tannengrunde errichtet, von der man noch im Anfange des 19. Jahrhunderts Überreste aufgefunden hat. Nicht weit von dem Platze, welchen ehemals die Schmelzhütte einnahm, fand man beim Graben einen unversehrten Wasserbehälter aus Eichenholz, der drei Meter lang war. Daneben befand sich eingefallenes Ziegelgemäuer, ferner entdeckte man die Grundmauern von alten Feuerherden und Oefen, auch eine ansehnliche Halde von Schlacken und gerösteten Erzen, weshalb man annahm, und das wohl auch mit Recht, daß im Tannengrunde eine sogenannte Vitriolhütte gestanden habe. In den Jahren 1716 und 1717 unterzog der damalige Bürgermeister der Stadt Radeberg, namens Seidel, die verfallenen Stollen und Gänge im Tannengrunde einer genauen Untersuchung. Ja, er fing an, nachdem er vom Bergamte zu Glashütte die Erlaubnis erhalten hatte, die eingezogenen Bergwerke wieder in Betrieb zu setzen. Das geschah am 13. Februar 1717. Seinem Bau gab er den Namen Sonnenglanz. Doch den Bergbau stellte Seidel auch wieder ein, nachdem er statt Gold und Silber ein heilkräftiges Wasser in den alten Stollen entdeckte. Er hatte die Heilquellen des heutigen Bades Augustusbad aufgefunden. Im Tannengrunde entstand nun ein Bad. Seit jener Zeit sind die alten Bergwerke daselbst wieder in Vergessenheit geraten. Der Tourist, welcher durch den romantischen Tannengrund wandert, denkt wohl kaum daran, daß hier einstmals an den Talwänden lebhafter Bergbau getrieben worden ist.
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