Lido di Jesolo eine Adria-Perle für die ganze Familie.

Der erste Atemzug war ein Versprechen aus Salz und fremdem Leben.

Salz. Das war mein erster Gedanke, als die Bustür aufging. Salz, Hitze und ein vielstimmiges Dröhnen, das mich umfing wie eine unsichtbare Welle. Ich trat hinaus, und in diesem Moment wusste ich, dass nichts so sein würde, wie ich es mir auf der Landkarte ausgemalt hatte. Die wahre Reise begann nicht am Ziel, sondern hier, in diesem ersten, überwältigenden Atemzug.

In einer schattigen Gasse fand ich die stille Bildhauerin von Jesolo.

Die Hauptstraße von Lido di Jesolo war ein einziger Strom aus Beinen, Stimmen und knallenden Farben. Ich floh. Eine schmale Gasse zog mich an, ein stiller Seitenarm in diesem schäumenden Fluss. Der Lärm wurde zu einem fernen Summen, die Luft roch plötzlich nach feuchtem Stein und reifen Tomaten. Im Schatten einer weinbewachsenen Hauswand saß sie. Ihre Hände bewegten sich mit der ruhigen Mechanik eines Metronoms. Eine Aubergine nach der anderen gab unter ihrem kurzen Messer die glänzende, violette Haut preis. Die Sonnenflecken auf ihrem Kleid, die tiefen Furchen um ihre Augen, die Art, wie ihr Blick auf die Arbeit und nicht auf die Welt gerichtet war – sie war ein Fels. Der Tourismus donnerte nur wenige Meter entfernt vorbei, eine Sintflut aus Badehandtüchern und Sonnencreme. Sie blieb unberührt, versunken in einem Rhythmus, der älter war als alle Hotels an der Küste der Adria. Ich blieb stehen, ein Eindringling in ihrer Privatsphäre. Sie sah auf, nicht auf mich, sondern durch mich hindurch, und nickte einmal. Dann wandten sich ihre Hände wieder der nächsten Frucht zu. Ich ging weiter, leiser.

Die Flaniermeile verwandelte sich in einen unendlichen Tanz der Spiegel.

Mit Einbruch der Dämmerung erwachte die Flaniermeile zu ihrem zweiten Leben. Der Asphalt strahlte die gespeicherte Tageshitze zurück, ein sanfter, durchdringender Puls. In den spiegelnden Schaufenstern vervielfältigten sich die Gesichter. Ein Mann mit einem Eis in der Hand wurde zu einer Armee von Männern mit Eis. Der Duft war eine unsichtbare Hand, die mich zog: scharfes Öl aus einer Pizzeria, der metallische Rauch von gegrillten Sardinen, die süße Wolke eines Gelaterias. Ein Kellner balancierte drei überquellende Teller und rief seiner Kollegin etwas zu, eine Melodie aus Vokalen, die ich nicht verstand. Ich setzte mich an einen kleinen Tisch am Rand des Gewühls. Mein Espresso kam, schwarz und mit einer dunklen Crema. Ich trank ihn in einem Zug. Die Bitterkeit war eine Klarstellung, ein Anker in diesem Meer aus Sinneseindrücken. Dort eine Familie, die Eltern still, die Kinder mit Schokolade um den Mund. Da ein Pärchen, dessen Hände sich unter dem Tisch suchten. Jedes Schaufenster war eine Bühne, und jeder Passant ein Zuschauer seiner selbst.

Das Boot nach Venedig fuhr durch eine unsichtbare Pforte der Zeit.

Das Boot nach Venedig schnitt durch das stille, graugrüne Wasser der Lagune. Die Welt reduzierte sich auf das Motorengrummeln, den salzigen Wind und eine grenzenlose Horizontlinie. Dann tauchten sie auf, zuerst wie Trugbilder: Türme, Kuppeln, zerfranste Silhouetten. Sie wuchsen nicht aus der Erde, sie schwebten auf dem Wasser. Die Luft verwandelte sich. Jetzt roch sie nach moderndem Holz, nach Schlick und nach einer sehr alten Steindämmerung. Das Boot legte mit einem dumpfen Stoß an der Riva degli Schiavoni an. Das Chaos war perfekt. Gondeln schaukelten, Lastkähne stöhnten, Stimmen überschnitten sich in einem Crescendo aus Geschäftigkeit. Ich stieg aus. Der Boden unter meinen Füßen fühlte sich fest und doch trügerisch an. Ich hatte nicht einen Ort, sondern eine Epoche betreten. Jeder Schritt von der Anlegestelle weg führte mich tiefer in ein Labyrinth aus Zeit.

Der Campanile war ein steinerner Riese der über unsere Winzigkeit wachte.

Er überragte alles. Der Campanile di San Marco stand da, als habe jemand einen riesigen, rostroten Ziegel in den Himmel gesteckt. Von seinem Fuß aus betrachtet, verschwanden die Menschenmassen des Markusplatzes in seiner monumentalen Schwere. Ich stellte mir den Blick von oben vor. Die Touristen würden wie bunte Staubkörner wirken, die Gondeln wie schwimmende Blätter. Er war mehr als ein Turm. Er war ein Leuchtfeuer, ein Uhrenturm, ein stummer Chronist. Ein älterer Herr neben mir, mit einem Strohhut und einem schmalen Hund an der Leine, folgte meinem Blick hinauf. Er murmelte etwas auf Italienisch, dann auf gebrochenem Deutsch: "El paron de casa. Der Herr des Hauses. Fiel einmal in sich zusammen, wissen Sie? 1902. Ein großer Schmerz für die Stadt. Aber er steht wieder." Er tätschelte seinem Hund den Kopf und schlenderte weiter. Der Turm stand. Er wachte.

Der Dogenpalast und der Markusdom führten ein stummes Duell der Macht.

Der Dogenpalast war eine Illusion aus Rosa und Weiß. Seine filigrane Fassade aus Marmor wirkte leicht, fast luftig, eine Spitzenarbeit in Stein. Doch dahinter lauerten die Säle der Macht, der Intrigen, der Urteile. Direkt daneben, untrennbar verbunden, thronte der Markusdom. Seine goldenen Mosaike fingen die Nachmittagssonne ein und warfen funkelnde Flecken auf den Platz. Byzantinische Prunk suchte den Dialog mit venezianischer Staatsraison. Hier war die Botschaft in Stein gemeißelt: Glaube und Macht gingen Hand in Hand, sie stützten sich, sie verschmolzen. Ein Polizist in eleganter Uniform pfiff scharf, um eine Touristengruppe von der Fahrbahn einer Seitenstraße zu scheuchen. Der moderne Staat überwachte das antike Bündnis. Ich trat in den kühlen, dämmerigen Dom. Der Geruch von Weihrauch und kalten Steinen schlug mir entgegen. Das Flüstern der Besucher wurde zu einem einzigen, resonierenden Gemurmel, das Gebet der Menge.

Der Morgenstrand war ein vollkommenes Stillleben aus Holz Salz und leerem Himmel.

Am nächsten Morgen war der Strand von Jesolo ein völlig anderer Ort. Die kilometerlange, goldene Kurve lag verlassen da, bis auf die Spuren der Möwen und das feine Muster der zurückweichenden Wellen. Ich zog meine Schuhe aus. Der Sand war kühl und weich, er gab nach und formte sich meinen Fußsohlen genau an. Die Luft roch rein, nach Meer und nichts anderem. Die akkuraten Reihen der Liegestühle standen da wie eine Armee in Bereitschaft, ihre blauen und weißen Planen flatterten leise im Morgenwind. In der Ferne, wo das Wasser der Adria in einem silbernen Band mit dem Himmel verschmolz, zog ein einsames Fischerboot seine Bahn. Hier gab es kein Dolce Vita aus der Broschüre. Hier war nur das einfache, atemlose Glück der Leere. Ich lief, bis meine Beine schwer wurden und mein Herz im Rhythmus der Brandung schlug.

In Aqualandia lernte ich das Gesetz der Schwerkraft auf eine demütigende Art kennen.

Aqualandia war der lärmende Gegenentwurf zur Morgenstille. Ein Kathedrale aus Plastikrutsche und schreienden Kindern. Ich stand oben, ganz oben auf der SuperRutsche. Der Wind pfiff mir um die Ohren. Das Becken unten sah aus wie eine kleine, blaue Münze. Der junge Mann hinter mir stieß mich an. Alles klar? Ich nickte, ein viel zu hastiges Nicken. Dann war der Boden weg. Die Welt verwandelte sich in einen blauen Strudel, in Geschwindigkeit, in einen erstickenden Schrei in meiner eigenen Brust. Der Aufprall war ein kaltes, hartes Ende. Wasser schoss mir in Nase und Ohren. Ich taumelte, versuchte Halt zu finden. Und spürte es sofort. Eine ungewohnte Leichtigkeit, eine strömende Freiheit dort, wo sie nicht hingehörte. Meine Badehose war weg. Panik, eiskalt und absolut, überlagerte alle anderen Sinne. Ich tauchte, blind fummelt ich im chlorverseuchten Chaos des Auffangbeckens. Meine Hände griffen ins Leere, dann nach Seilen, dann nach einem fremden Bein. Entschuldigung! Endlich, ein Stück Stoff. Ich zerrte, brach wieder auf, keuchte an die Oberfläche. Und sah in die Gesichter. Ein Ring von Kindern am Beckenrand, Augen groß wie Teller, Mütter zu einem stummen O geöffnet. Dann brach das Gelächter los. Es war kein höhnisches Lachen. Es war das reine, helle, unbändige Gelächter der Entdeckung. Einer von ihnen zeigte mit einem fetten Finger auf mich. Ich sah auf mich herab, an mir hinunter zu dem zerknitterten, blauen Nylon in meiner Faust. Und ich begann, widerstandslos und von Grund auf, mitzulachen.

Auf dem Jolly Roger wurden wir alle zu Kapitänen unserer eigenen Fantasie.

Der Jolly Roger war ein aus der Zeit gefallenes Ungetüm aus Holz, schwarzen Segeln und einer übertrieben grinsenden Totenkopfflagge. Die Crew bestand aus jungen Männern und Frauen mit Augenringen und schauspielerischer Ambition. Sie brüllten Seeräuberjargon, humpelten auf Holzbeinen und boten den Kindern an Bord unermessliche Schätze aus Schokoladentalern. Dann erschienen die Feinde. Zwei andere Ausflugsboote, voll mit Touristen wie wir. Unsere Kapitänin hob ihr Holzschwert. Feuer frei! Ein Dutzend Wasserkanonen erwachten zum Leben. Kinder schrien vor Vergnügen, zielten, trafen und wurden nass. Neben mir kniete ein Vater, seine kleine Tochter fest vor sich gepflanzt. Er nahm ihre Hände, legte sie mit seinen eigenen um den Griff der Kanone. Gemeinsam drückten sie ab. Der Wasserstrahl traf einen Mann auf dem anderen Boot mitten ins Hemd. Das Mädchen jubelte. Der Vater strahlte. In diesem Moment, mit nassen Haaren und einem Gesicht voller triumphierender Unschuld, war er kein Büroangestellter mehr. Er war ein Pirat. Die Adria war nicht länger ein Gewässer, sie war ein grenzenloses Abenteuer.

Das Nachtleben in Jesolo war eine große und vielstimmige Symphonie der Dämmerung.

Der Tag zog sich mit den letzten Sonnenstrahlen vom Strand zurück. Jesolo zog ein neues Kleid an. Lichterketten blitzten in den Bäumen der Promenade auf, die Schaufenster verwandelten sich in leuchtende Aquarien. Das Rauschen der Wellen wurde von einem anderen Grundrauschen übertönt: dem Summen von Gesprächen, dem Klirren von Geschirr, den ersten Akkorden einer Gitarre aus einer offenen Bar. Ich fand einen Platz im Halbdunkel einer Seitengasse. Von hier aus konnte ich den Strom beobachten, ohne Teil davon zu sein. Eine Kellnerin brachte mir einen Aperol Spritz, orange und frivol in der Dämmerung. Der Duft von bratendem Knoblauch und Basilikum zog vorbei. Eine Gruppe junger Leute lachte laut, ein Lachen, das nach Freiheit und Sommer klang. Die Musik wechselte zu einem langsamen Jazzstück. Die Nacht in Jesolo war keine Pause. Sie war die zweite Aufführung des Tages, lebhafter, erwachsener, von einer süßen Erwartung erfüllt.

Die alten Männer auf den Bänken waren die lebendigen Kartographen der Zeit.

Sie saßen auf grünen Metallbänken unter knorrigen Pinien, die alten Männer von Jesolo. Ihre Hände, mit dunklen Flecken und hervorstehenden Adern, ruhten auf ihren Knien oder fuchtelten in der Luft, wenn eine Diskussion hitzig wurde. Sie waren die lebendigen Archive des Ortes. Ihre Blicke, milchig und scharf zugleich, überblickten die Strandpromenade und sahen Dinge, die ich nicht sah: den leeren Strand ihrer Jugend, die ersten, scheuen Hotelbauten, die schwindelerregende Explosion des Fremdenverkehrs. Eine Trattoria, abseits der Hauptwege, trug noch den Namen der Familie über der Tür. Das Menü war handgeschrieben. Die Nudeln schmeckten nach Weizen und geduldiger Handarbeit, nicht nach industrieller Effizienz. Diese Jesolo war eine zweite, leise Stadt, die unter der lauten Oberfläche weiter existierte, beharrlich wie das Meer.

Ich folgte dem leisen Echo von Equilium unter den Straßen des modernen Jesolo.

Der Unterschied zu den vibrierenden Plätzen am Strand konnte nicht größer sein. Jesolo Paese, das eigentliche Stadtzentrum im Landesinneren, atmete die ruhige Gelassenheit eines Ortes, der sein Tempo selbst bestimmt. Hier gab es keinen Geruch nach Sonnencreme, sondern nach frisch gebrühtem Kaffee aus der Bar an der Ecke und nach feuchter Erde aus den Vorgärten. Mein Ziel war das Ende der Via Tiepolo, wo die Antiche Mura, die alten Mauern, liegen sollten. Die Wegbeschreibung war simpel, doch das Ziel selbst schien ein gut gehütetes Geheimnis zu sein. Ich fand sie nicht als spektakuläre Ausgrabungsstätte, sondern als eine stille, von niedrigen Zäunen geschützte Insel in einem Wohnviertel. Hier lag das Herz des mittelalterlichen Jesolum, oder wie die Römer es nannten: Equilium, der „Ort der Pferde“. Ich stellte mir die Insel vor, wie sie einst war, umspült von den Kanälen der Lagune, ein wichtiger Haltepunkt auf der Wasserroute zwischen Ravenna und Aquileia. Archäologen der Universität Venedig hatten hier erst vor wenigen Jahren die Überreste einer spätrömischen Mansio freigelegt – eine Art Hotel oder Herberge für Reisende und kaiserliche Beamte. In meiner Vorrichtung sah ich die erschöpften Händler, wie sie von ihren Booten stiegen, um in den kleinen, aneinandergereihten Zimmern mit eigenen Feuerstellen zu übernachten.

Die Sprache der Steine

Doch die Mauern, die ich nun betrachtete, waren jünger. Sie waren das steinerne Fundament der Kathedrale Santa Maria Assunta, die einst so prächtig war, dass sie im gesamten Veneto nur vom Markusdom in Venedig übertroffen wurde. Es war schwer zu fassen. An diesem bescheidenen Ort, zwischen modernen Wohnhäusern und geparkten Autos, hatte eine Kathedrale von solcher Bedeutung gestanden. Der Legende nach wurde ihre Zerstörung Attila, dem König der Hunnen, zugeschrieben. Die Geschichte war jedoch nüchterner: Eine verheerende Abfolge von Überschwemmungen und einem Seebeben im Jahr 1110 machte das Leben hier zunehmend unmöglich. Der Fluss Piave verlegte sein Bett und schnitt der Stadt die Lebensader ab. Die Lagune verlandete, die Menschen zogen fort, und der Bischofssitz wurde nach Venedig verlegt. Die Natur hatte die Stadt zurückerobert, lange bevor der Tourismus sie neu erfand. Ein älterer Mann, der seinen Hund ausführte, blieb neben mir stehen. „Cercava il museo?“, fragte er. Suchte ich das Museum? Er zeigte auf einen schlichten Bau in der Nähe, den lokalen Infopoint. Dort, erklärte er, seien die kleinen Funde ausgestellt: Bruchstücke von Mosaiken, die einst den Fußboden der Basilika schmückten, und Keramikscherben. Die eigentlichen Schätze aber, die steinernen Zeugen, lägen hier unter freiem Himmel. Er erzählte von der nahegelegenen Basilika San Mauro, deren Ruinen erst vor wenigen Jahren wieder aus der dichten Vegetation befreit wurden. „Alles ist noch da“, sagte er mit einem Achselzucken. „Es liegt nur unter uns. Die moderne Stadt ist nur eine dünne Decke über der alten.“ Seine Worte hallten in mir nach, als ich mich auf den Weg zum Torre del Caligo machte, dem mittelalterlichen Wachturm am Ufer des Sile.

Der Wächter am Kanal

Der Weg dorthin führte mich aus dem Stadtzentrum hinaus, vorbei an Gärten und schmalen Kanälen. Der Turm erschien plötzlich zwischen Bäumen, ein solitärer, trutziger Bau aus Backstein, der sich gegen den hellen Himmel abzeichnete. Er diente der Republik Venedig als Wachposten gegen Invasionen von der Seeseite. Ich legte eine Hand auf das warme, raue Mauerwerk. Während die Mauern in der Stadt vom spirituellen und zivilen Leben einer untergegangenen Siedlung zeugten, sprach dieser Turm von Macht, Kontrolle und Verteidigung. Er war das sichtbarste Relikt, ein weithin bekannter Punkt. Doch im Schatten seiner Fundamente, so wurde vermutet, könnten sich noch ältere, römische Unterbauten verbergen. Ich kehrte am Abend zum Strand von Lido zurück. Das laute, fröhliche Leben pulsierte unvermindert. Doch mein Blick hatte sich verändert. Ich ging über den Platz, an dem einst die römische Herberge stand. Ich blickte die Straße hinunter, unter der das Fundament der gewaltigen Kathedrale ruht. Die Suche nach den Überresten des alten Jesolum war keine Expedition zu einer verlorenen Stadt gewesen. Sie war die Erkenntnis, dass diese Stadt nie ganz verschwunden war. Sie war nur in die Tiefe gesunken, eine verborgene Sedimentschicht der Geschichte, über der der moderne Badeort mit seiner leichten Freude thronte. Der wahre Zauber lag in diesem unsichtbaren Dialog zwischen der Vergangenheit unter den Füßen und der lebendigen Gegenwart an der Oberfläche. Das alte Equilium war nicht fort. Es war das Fundament, auf dem alles stand.

Der alte Hafen war ein knarrendes Gedächtnis aus verwittertem Holz und Stille.

Ich folgte einem Instinkt und einem leisen Knarren. Ein schmaler Holzsteg führte zwischen alten Bootsschuppen hindurch zu einem vergessenen Winkel des Hafens. Hier roch es nach Teer, nach verwittertem Holz und nach Fisch, der vor Jahren gefangen wurde. Die Boote lagen verträumt im schlammigen Wasser, ihre Farben waren von Sonne und Salz zu Pastelltönen verblasst. Ein älterer Mann flickte ein Netz, seine Finger bewegten sich mit einer automatischen Präzision. Er sah mich, noddte kurz, arbeitete weiter. Das einzige Geräusch war das leise Klappern der Wanten eines Segelboots im Wind. Die Zeit hatte hier beschlossen, einen anderen Takt zu schlagen. Sie dehnte sich, wurde zähflüssig, drehte sich im Kreis wie das Wasser in einer Gezeitenpfütze. Ich war kein Tourist mehr in diesem Moment. Ich war ein Zeuge.

Das Vermächtnis der Nonna war eine stille Lektion in Schönheit.

Ich suchte sie wieder auf, die Frau in der Gasse. Sie war nicht da. Aber auf dem Fenstersims ihres Hauses stand ein kleiner, terrakottafarbener Topf mit einer strahlend roten Pelargonie. Daneben lag, sorgfältig aufgereiht, eine Reihe von Auberginen, bereit für die Verwandlung. Ihre Abwesenheit war genauso bedeutungsvoll wie ihre Anwesenheit. Sie hatte keine Lektion erteilt. Sie hatte einfach existiert, und in dieser Existenz lag die ganze Wahrheit über diesen Ort. Die Schönheit war nicht versteckt. Sie war einfach still. Sie wartete nicht darauf, entdeckt zu werden. Sie war da, für jeden, der den Lärm ausblenden konnte. Ich kaufte mir an einem kleinen Gemüsestand eine einzige, perfekte Tomate. Ich biss hinein. Die Sonne schmeckte darin, der sandige Boden, die ganze italienische Sommerhitze. Es war eine Mahlzeit.

Mein letzter Blick auf Jesolo war voller gesammelter und unperfekter Momente.

Mein letzter Morgen. Der Koffer stand gepackt im Zimmer. Ich ging noch einmal zum Strand. Der Sand war bereits warm. Die Adria lag da wie ein riesiges, ruhendes Tier, seine Haut glatt und silbrig. Ich atmete tief ein. Die Luft schmeckte nach Salz und Abschied. In meinem Geist blätterte ein Album auf. Das Lachen der Kinder im Wasserpark, die würdige Ruhe des Campanile, der triumphierende Blick des Vaters auf dem Piratenschiff, der Duft von Knoblauch in der Dämmerung, die stillen Hände der alten Fischer. Es waren keine Postkartenmotive. Es waren Gefühle, Gerüche, Begegnungen. Die Panik in der Wasserwelle, das Gemeinschaftsgefühl im gemeinsamen Lachen, der Frieden in der Morgengasse. Ich hatte keine Sehenswürdigkeiten abgehakt. Ich hatte Momente gesammelt. Kostbare, unperfekte, lebendige Momente.

Das Salz auf meiner Haut wurde zum wertvollsten Souvenir der ganzen Reise.

Ich hob eine Hand an mein Gesicht. Die Haut fühlte sich rau an, von Sonne und Salzwind gezeichnet. Ich rieb meine Finger daran, spürte die feinen Kristalle. Das war mein Souvenir. Kein Magnet, kein T-Shirt. Das Salz auf meiner Haut war das Ticket in meiner Erinnerung, das Beweisstück für eingetauchte Arme, für Schwimmzüge im Meer der Adria, für den Schweiß des Erkundens. Ich würde es abduschen, aber eine Spur würde bleiben, ein Wissen. Der Bus nach Venedig, zur Rückreise, wartete. Ich drehte mich noch einmal um. Die lange Strandlinie von Jesolo, die Hotels, die Menschen, die jetzt erwachten – alles verschmolz zu einem einzigen, funkelnden Mosaik aus Leben. Die Reise war zu Ende. Aber sie begann gerade erst, denn jetzt trug ich sie in mir. Das wahre Abenteuer war nicht die Ankunft an einem fremden Ort gewesen. Es war die Heimkehr zu einem veränderten Selbst. Ich stieg ein. Die Tür schloss sich mit einem Zischen. Das Salz auf meiner Haut begann, in der kühlen Busluft zu schmelzen.

Die Reise endet niemals sie schläft nur in uns und wartet auf ihr Erwachen.

Manchmal, wenn im heimischen Supermarkt die Klimaanlage zu hoch eingestellt ist, schließe ich für eine Sekunde die Augen. Dann ist es wieder da. Das heiße, salzige Flüstern der Adria. Das Knarren des Holzstegs. Das Gelächter aus einem Becken voller Wasser. Und der Geschmack einer Tomate, in die die ganze Sonne Italiens gepackt war. Die Reise hört nie auf. Sie schläft nur ein, um im unerwartetsten Moment wieder zu erwachen, ein Schatz, der nicht in der Erde, sondern in den Sinnen vergraben liegt.


Mit einem Hauch Italien-Nostalgie und der Liebe zum Abenteuer,
Ihr Chronist der großen und kleinen Adria-Geschichten.

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*Der geneigte Leser möge verzeihen, dass diese Erzählung nicht den Anspruch erhebt, ein objektives Reisehandbuch zu sein. Es ist ein subjektives Mosaik des Augenblicks, zusammengesetzt aus Licht, das auf eine bestimmte Art fiel, aus Gerüchen, die ein bestimmter Wind trug, und aus Stimmungen, die mit der nächsten Windböe schon wieder anders sein können. Die hier beschriebenen Orte, ob Jesolo, Venedig oder die stille Gasse, existieren so vielleicht nur dieses eine Mal, gefiltert durch die Sehnsucht eines Passanten. Sie sind weniger geografische Koordinaten als vielmehr Stationen einer inneren Landkarte, die sich mit jeder Erinnerung ein wenig neu zeichnet. Alle vermeintlichen Fakten sind hier der größeren Wahrheit der Empfindung untergeordnet.

Quellenangaben:
Inspiriert vom leisen Klang der Wellen und dem Lied des Windes über dem Lido.
ARTE Dokumentation: Venedig - Die ewige Lagune
Offizielles Tourismusportal der Stadt Venedig
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Lido-di-Jesolo  mit Einkaufspromenade und dem schönsten Wasserpark Europas
Lido Di
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reisen + lernen + informieren

Es war, als wie sollten keineswegs in das blaue Weltmeer die Segel gehen, - in Grünanlagen erklingt der Finkenschlag, wie noch Blumenduftstoffe jenes Tal durchwehen. Die Segel waren zerrissen, die Mäste geknickt und das Schiff geborsten. Glücklich gelangte der Schurke schwimmend ans Ufer, wohin Pangloß und Candid auf einer Planke getrieben wurden. Er dachte wohl, aber nicht an das was er sah. Ein wütender Matrose führte einen heftigen Schlag nach ihm und streckte ihn auf die Planken nieder; von der Wucht des Schlages jedoch bekam er selber einen so heftigen Stoß, daß er mit dem Kopf voran über Bord stürzte, dort aber blieb er an einem Zacken des gebrochenen Mastes hängen. Candid eilte hinzu und sah, wie sein Wohltäter noch einmal auftauchte und dann für immer unterging. Der gute Jakob eilte ihm zu Hilfe, stützte ihn beim Heraufklettern und beugte sich dabei so weit nach vorn über, daß er vor den Augen des Matrosen ins Meer hinabstürzte, und dieser ließ ihn untergehen, ohne sich auch nur nach ihm umzusehen. Man muß an alles denken, und man denkt an alles. Er wollte sich ihm nachwerfen, aber der Philosoph Pangloß hinderte ihn daran, indem er ihm bewies, daß die Reede von Lissabon eigens dazu erschaffen worden sei, daß dieser Wiedertäufer dort ertränke. Wer nur irgend konnte, legte Hand an, keiner jedoch verstand den anderen und niemand befehligte. Ein großer Platz mir Waren im Laderaum gehörte mir. Die eine Hälfte der geschwächten Reisenden, welche in jenen unbegreiflichen Ängsten, die das Rollen eines Schiffes in die Nerven und in alle wider die Bahn geschüttelten Kräfte des Körpers bringt, beinahe gestorben wäre, brachte nicht einmal die Kraft auf, sich über die Gefahr zu beunruhigen; die andere Hälfte schrie und betete. Er stand auf dem Oberverdeck. Der Wiedertäufer leistete einige Hilfe beim Schiffsdienst. Während er dieses a priori nachwies, barst das Schiff vollends, und alles ging unter mit Ausnahme von Pangloß, Candid und jenem rohen Matrosen, der den tugendhaften Wiedertäufer ertränkt hatte. […]
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Die Straßen Dresdens fließen durch Zeit und Raum, jedes Pflaster speichert Geschichten. Wartburgstraße, Barbarossaplatz, Laubestraße. Orte, die ihre Namen tragen wie Fragmente einer alten Chronik. Menschen gehen vorbei, denken an den Einkauf, an die nächste Bahn, an die Nachrichten, die morgen veraltet sind. Sie bemerken nicht, dass die Stadt ihnen zuhört. Stolpersteine glänzen im fahlen Licht, Namen rufen aus der Vergangenheit. Ein Passant bleibt stehen, sein Blick haftet auf den Inschriften. Sekunden verrinnen, das Messing bleibt. Im Schatten der Johannstadt kauert eine Skulptur, ein Fragment aus Stein, das Geschichten verschweigt. Menschen eilen vorüber, ihre Silhouetten huschen über den Platz. Wer erinnert sich? Die Elbe strömt unter der Carolabrücke, ihr Wasser trägt nichts aus der Gegenwart fort. Der Beton über ihr bricht, die Spannungsrisse weiten sich. Autos rollen über eine Brücke, die nicht mehr existiert, außer auf Plänen und Versprechungen. Am Straßburger Platz dreht die Uhr, ihre Zeiger in zwei Zeiten gefangen. Menschen schauen hinauf, runzeln die Stirn, marschieren weiter. Ein Kind bleibt stehen, fragt nach der Wahrheit. Die Mutter zuckt die Schultern. Im Waldpark reitet Europa ihren bronzenen Stier. Wind streicht über die Skulptur, lässt Schatten auf ihrem Gesicht tanzen. Sie sieht in eine Richtung, in der nichts wartet. Fenster in alten Villen leuchten. Stimmen flackern durch Ritzen, überholen Jahrhunderte. Straßenbahnen rauschen durch die Dunkelheit, werfen Spiegelbilder auf nassen Asphalt. Dresden bewegt sich, schweigt, atmet. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen in den Reflexionen des Pflasters. Ein Mann bleibt an einer Kreuzung stehen. Er spürt den Blick der Geschichte im Rücken. Ein Windstoß wirbelt Staub auf, dann Stille. Die Ampel springt auf Grün. Am Neumarkt werfen Porträts ihre Blicke in die Menge. Gesichter, in Falten gezeichnet, halten Erinnerungen fest. Namen stehen unter ihnen, leise, unausweichlich. Menschen flanieren vorbei, einige stocken kurz, andere bleiben. Die Frauenkirche erhebt sich über dem Platz, Mauerwerk und Mahnung. An der Grundstraße wankt ein Bauzaun im Wind. Schatten huschen über zerborstene Stufen. Ein alter Mann bleibt stehen, betrachtet das verbogene Metall. Eine Treppe führt nirgendwohin, aber sie ist noch da. Dresden verflüchtigt sich nicht. Dresden bleibt. Dresden erinnert. Dresden wartet. […]
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Das Samenkorn, das wir der Erde vertraut, wird keimen, sobald der Himmel blaut, Und das Auge, das heut in Schmerzen weint, wird lächeln, wenn wieder die Sonne scheint. O Tag der Toten, du Tränentag: Wie trüb der Himmel auch scheinen mag, Sonne, Salz, See und die Entdeckung im Jahre 1553, es wurde eine Schmelzhütte im Tannengrunde errichtet, von der man noch im Anfange des 19. Jahrhunderts Überreste aufgefunden hat. Nicht weit von dem Platze, welchen ehemals die Schmelzhütte einnahm, fand man beim Graben einen unversehrten Wasserbehälter aus Eichenholz, der drei Meter lang war. Daneben befand sich eingefallenes Ziegelgemäuer, ferner entdeckte man die Grundmauern von alten Feuerherden und Oefen, auch eine ansehnliche Halde von Schlacken und gerösteten Erzen, weshalb man annahm, und das wohl auch mit Recht, daß im Tannengrunde eine sogenannte Vitriolhütte gestanden habe. In den Jahren 1716 und 1717 unterzog der damalige Bürgermeister der Stadt Radeberg, namens Seidel, die verfallenen Stollen und Gänge im Tannengrunde einer genauen Untersuchung. Ja, er fing an, nachdem er vom Bergamte zu Glashütte die Erlaubnis erhalten hatte, die eingezogenen Bergwerke wieder in Betrieb zu setzen. Das geschah am 13. Februar 1717. Seinem Bau gab er den Namen Sonnenglanz. Doch den Bergbau stellte Seidel auch wieder ein, nachdem er statt Gold und Silber ein heilkräftiges Wasser in den alten Stollen entdeckte. Er hatte die Heilquellen des heutigen Bades Augustusbad aufgefunden. Im Tannengrunde entstand nun ein Bad. Seit jener Zeit sind die alten Bergwerke daselbst wieder in Vergessenheit geraten. Der Tourist, welcher durch den romantischen Tannengrund wandert, denkt wohl kaum daran, daß hier einstmals an den Talwänden lebhafter Bergbau getrieben worden ist. […]
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Bei dem Wiener Tagung 1815 wurde dem Herzog Ernst eine Bereichsvergrößerung zugestanden, solche er, ähnlich dem Abkommen mit Preußen vom 9. Sept. 1816, auf der linken Rheinseite erhielt. Dieses Department umfaßte das ehemalige Triersche Amt St. Wendel, den Regierungsbezirk Ottweiler obendrein die ehemals Zweibrückener Ämter Lichtenberg, Meisenheim und Schaumburg, enthielt 27,000 Einwohner und wurde, außer an der Konstitution der Erblande Theil zu nehmen, als Fürstenthum Lichtenberg, durch eine eigene Staatesexekutive, welche in zwei Sparten, eine für die Exekutive und eine für die Rechtspflege, getrennt war und welcher ein Landrath von sieben Menschen zur Seite stand, regiert. Um einem etwaigen Angriff Maisons auf Brüssel vorzubeugen, sammelte der Herzog von Weimar am 30. März bei Alost 7000 Mann u. 30 Kanonen, wozu noch 3000 Mann unter Wallmoden kamen, welcher unter den Befehlen des Kronprinzen von Schweden bei Löwen stand, u. wollte mit diesem Corps Maison in der Front angreifen, während Thielmann mit 9000 Mann denselben in der Flanke von Oudenaarde aus bedrohen sollte. Er wollte aber nicht nach Brüssel vorrücken, sondern trat am 30. März den Rückzug von Gent nach Courtray an. Hier traf er am 31. mit Thielmann zusammen, welcher sich mit ihm in ein Gefecht einließ, welches er erst am Abend abbrechen konnte u. worin er 600 Mann verlor. Er suchte nun Tournay zu nehmen, welches von dem weimarischen Oberst Egloffstein mit drei Bataillonen vertheidigt wurde, mußte sich aber nach mehren Stürmen nach Lille zurückziehen. Am 4. April kam die Nachricht von der Einnahme von Paris in Brüssel an, u. am 9. April wurde eine Übereinkunft zwischen beiden Theilen getroffen, welcher am 12. April ein Waffenstillstand folgte. Der Kronprinz von Schweden hatte während der Zeit unthätig Anfangs bei Köln u. dann bei Lüttich gelegen. Am 8. Oct. schloß Baiern mit Österreich einen Vertrag in Ried ab, worin dem König von Baiern alle jetzigen Besitzungen garantirt wurden, erklärte am 14. Oct. an Napoleon den Krieg u. entsendete den Theil seines Heeres, welcher bisher unter Wrede am Inn zur Beobachtung Österreichs aufgestellt war, durch drei österreichische Divisionen verstärkt, gegen die französische Rückzugslinie. Das Ziel Napoleons war, dass Preußen und England sich als Feinde gegenüber stünden. Alle anderen deutschen Staaten, die noch nicht dem von Napoleon geschaffenen Rheinbund angehörten, lehnten es ab, an einem Waffengang gegen Frankreich teilzunehmen. […]
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Tief in einem vergessenen Winkel der Welt, umhüllt von moosigem Schweigen, liegt ein Gewässer, das nicht wie andere ist. Sein stilles Spiegelbild verbirgt einen unersättlichen Geist. Denn dieses Wasser träumt, lernt und hungert nach mehr als Sonnenlicht. Es schlürfte Wissen aus verlorenen Büchern, die am Ufer verweilten, und speicherte Geheimnisse in jeder schimmernden Welle. Jetzt vibriert die Luft über seiner Oberfläche von seltsamer Energie, und die einst gewöhnlichen Bewohner haben eine beunruhigende Verwandlung durchgemacht. Die Enten debattieren in flüsterndem Schnattern über theoretische Physik, während Frösche auf Seerosenblättern komplizierte Gleichungen mit Algen skizzieren. Ein distinguiertes Krokodil lauscht geduldig Poesie, die von den Schilfrohren geflüstert wird. Hier hat sich ein lebendiges, denkendes Netzwerk etabliert - eine Akademie des Absurden, geleitet vom Bewusstsein des Teiches selbst. Wer oder was steuert diesen Wissensdrang? Und zu welchem Ende? Dann betritt ein einsamer Mensch, verwirrt vom üblichen Lernpfad, diese stille Bühne. Er sieht die Tiere in ernsthafter Konferenz, bemerkt die flatternden Tafeln, die im Nichts zu hängen scheinen. Eine Ente wendet sich ihm zu, ihr Blick unnatürlich wissend. Sie bietet keine einfachen Antworten, sondern eine verstörende Einladung. Hier wird nicht auswendig gelernt, hier wird das Unmögliche seziert, die Poesie des Absurden gelehrt und die Mathematik der Träume entschlüsselt. Der Teich selbst, eine präsente, rätselhafte Intelligenz, hat ein Curriculum des Wundersamen entworfen. Es lockt mit der Verheißung, alles in Frage zu stellen, was man über Lernen zu wissen glaubte. Doch diese außergewöhnliche Bildung birgt ein Risiko. Sie verändert den, der sich darauf einlässt, unwiderruflich. Was geschieht mit einem Geist, der einmal die Welt durch die Linse eines philosophierenden Frosches betrachtet hat? Und was plant diese wässrige Scholle, deren Ambitionen nun über ihre eigenen Ufer hinauszuwachsen scheinen? Die letzte Lektion beginnt, als eine Tafel mit einer Frage beschrieben vor dem Besucher schwebt, einer Frage, die sein bisheriges Leben auslöscht und eine unvollendete Gleichung an ihre Stelle setzt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Nachdem die NSA in der Lage ist, mehr oder weniger beliebig die Knotenpunkte im Internet anzuzapfen, haben sie an diesen Knotenpunkten Rechner aufgestellt, die zum sog. QUANTUM Programm gehören. Das Programm ist recht clever und eignet sich nicht nur für Abhören, sondern auch für die Übernahme der Zielrechner. Der erste Schritt ist die Identfizierung des Datenverkehrs der Zielpersonen. Dafür wird der gesamte Datenverkehr der über die Schnittstellen läuft mittels Programmen wie TURMOIL oder XKEYSCORE in Bezug auf Schlüsselworte analysiert. Wenn dann eine Zielperson identifizert ist, so beginnt der Angriff mittels Packet Injection. Der QUANTUM-Rechner der NSA steht "neben" dem Datenstrom, d.h. er unterbricht ihn nicht wie bei einem Man-in-the-Middle Angriff, er fügt in den Datenstrom von der legitimen Website zum Browser des Opfers zusätzliche Datenpakete ein. Dies kann z.B. zusätzlicher HTML-Code sein, der den Browser auf andere Websites lenkt. Wir bieten ihnen ein umfangreiches Warensortiment an, von Bekleidung für die ganze Familie bis Wohntextilien, Gardinen, Tischdecken, Tischwäsche nach Maß, Serviceleistungen, Geschenke verpacken, von Knöpfen bis zum Nähgarn. Fast alles können sie bei uns finden, mit SZ-Card 3% Rabatt auf alle Produkte (Sonderangebote ausgeschlossen). Er wußte bereits, daß der kleine Hadschi für den Engländer Wein geholt hatte. Fisch geräuchert frisch Feinkost Fisch in Dresden produziert ausschließlich Fisch-Feinkost-Produkte ohne Konsevierungsstoffe und mit viel Verantwortung für Gesundheit, Umwelt und Mitarbeiter. Frischfisch und Räucherfisch täglich frischer See- und Süßwasserfisch, Räucherfisch aus familieneigener Räucherei. Täglich frischer See- und Süßwasserfisch von Fisch in Dresden. Handarbeitsstube Textilwaren, Gardinen, Tischwäsche, Unterwäsche, Dessous, Miederwaren, Strumpfwaren, Bademode, Kinderbekleidung, Kurzwaren, Wolle, Dekostoffe, Tischdecken nach Maß. Unterwäsche Dessous Miederwaren Strumpfwaren Bademode Kinderbekleidung Kurzwaren Werbeagentur und Anzeigen-Service Dienstleister für individuelle Werbung, Werbemittel und Werbepräsente in Sachsen. Effiziente und zielgerichtete Werbung für alle Branchen und regionalen Dienstleister. Spezielle effiziente Projekte für Gesundheitsdienstleister, Hotel, Gastronomie, Kunst, Kultur, Freizeit, Erholung, Fahrschulen und sonstige Anbieter, Firmen und Dienstleister. Aktionen und Sonderangebote, Winterschlussverkauf und Sommerschlussverkauf im Textilhaus, dazu ausführliche Beratung. […]
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