Vom Wiener Schweizerhaus und der Kunst, eine Stelze zu verstehen.

Die Ankunft im Prater.

Ich war gewarnt. Ein Freund hatte mir gesagt: „Wenn du nach Wien fährst, geh ins Schweizerhaus. Aber geh nicht mit Plänen. Geh mit leerem Magen und offenen Sinnen.“ Ich hatte den leeren Magen, die offenen Sinne waren noch ungewiss. Der Weg durch den Prater war eine eigene Vorbereitung. Die ersten Karussells drehten sich noch gemächlich, die Kinder schrien vor Vergnügen, und der Geruch von Zuckerwatte und gebrannten Mandeln legte sich als süßer Schleier auf meine Nase. Ich ließ mich treiben, vorbei an der Achterbahn, die im Nachmittagslicht glänzte, vorbei an Schießbuden, deren Gewehre wie klappernde Zahnräder klangen. Ein Mann mit einem riesigen Teddybären im Arm ging an mir vorbei, sein Gesicht glühte vor Stolz. Er hatte geschossen und getroffen. Vielleicht hatte er auf etwas ganz anderes gezielt und trotzdem gewonnen. Der Prater ist kein Vergnügungspark. Er ist eine eigene kleine Republik, in der die Zeit stillsteht, weil sie nie richtig angefangen hat. Und mitten in dieser Republik, hinter einer Kastanienallee, lag das Schweizerhaus. Ich sah es zuerst nicht als Gebäude, sondern als Lichtung. Ein Biergarten, der sich unter alten Bäumen ausbreitete wie eine Stadt für sich. Weiße Tischtücher, rote Polster, die Sonne, die durch das Laub fiel und die Gläser zum Funkeln brachte. Es roch nach Holzrauch und nach etwas, das ich nicht benennen konnte, das mich aber sofort daran erinnerte, wie hungrig ich war.

Der erste Blick ins Schweizerhaus.

Ich stand am Eingang und fühlte mich, als hätte ich eine Grenze überschritten. Nicht die zwischen Draußen und Drinnen, sondern zwischen Hunger und dem Wissen, dass dieser Hunger gleich gestillt werden würde. Ein Kellner in weißer Schürze ging vorbei, drei Teller auf dem Arm, darauf Fleisch, so groß, dass es die Tellerränder überragte. Ich roch es, bevor ich es sah. Rauch, Salz, eine Kruste, die knusprig sein musste, und darunter Fleisch, das von den Knochen fiel. Ich setzte mich auf einen der freien Plätze unter einer Kastanie. Der Stuhl knarrte, als würde er sich an mich gewöhnen. Die Karte war handgeschrieben, die Tinte verwischt, die Preise noch in Schilling. Nein, das stimmt nicht. Aber sie sah so aus, als wäre sie nie geändert worden. Ich bestellte, ohne lange zu zögern. Stelzen. Bier. Und dann lehnte ich mich zurück und beobachtete. Ein älteres Paar am Nebentisch aß schweigend, jeder mit seinem eigenen Teller, jeder mit seinem eigenen Glas. Sie aßen langsam, kauten gründlich, spülten mit Bier nach. Kein Wort fiel. Aber sie lächelten sich an, und das Lächeln sagte mehr als jeder Satz. Ich dachte, so muss es sein, wenn man vierzig Jahre zusammen isst. Man muss nicht mehr reden. Das Essen spricht für sich.

Die Stelze – ein Missverständnis aus Fleisch.

Ich hatte Stelzen gegessen. In Deutschland, in Bayern, manchmal auch zu Hause, wenn jemand einen Schweinebraten wagte. Aber was mir da gebracht wurde, war keine Stelze. Es war ein Gebirge. Es war ein Bauwerk aus knuspriger Haut, darunter eine Schicht Fett, die auf der Zunge zerging, und darunter Fleisch, so zart, dass die Gabel keinen Widerstand spürte. Die Kruste war nicht einfach nur knusprig. Sie war ein Ereignis. Sie gab unter den Zähnen nach, aber nicht sofort – erst mit einem leisen, trockenen Knacken, das sich im ganzen Mund ausbreitete. Dann kam das Salz, dann das Aroma von Rauch und Holz, und dann das Fleisch, das nach nichts anderem schmeckte als nach sich selbst, nach Schwein, nach langer, geduldiger Hitze. Ich biss ab, schloss die Augen und vergaß, dass ich beobachten wollte. Die Stelze verlangte meine ganze Aufmerksamkeit. Ich hörte, wie sie knirschte, wie mein eigenes Atmen, wie das leise Klappern der Gabel auf dem Teller. Als ich die Augen öffnete, war ein Drittel weg. Ich legte das Messer nieder, atmete aus. In diesem Moment verstand ich, was mein Freund gemeint hatte. Pläne waren sinnlos. Hier zählte nur noch der Geschmack. Die Kellnerin, die vorbeikam, lachte. „Gut, nicht?“, sagte sie. Ich nickte, zu voll für Worte. Sie deutete auf mein Glas. „Ein neues Bier?“ Ich nickte wieder. Sie ging, und ich sah ihr nach. Der Schwung ihrer Schürze, die Art, wie sie zwischen den Tischen hindurchglitt, als hätte sie die Bewegungen schon tausendmal gemacht. Routine, dachte ich. Aber Routine, die liebevoll war.

Das Bier – Budweiser Budvar und die Frage der Herkunft.

Die Kellnerin brachte das Bier, ohne dass ich es bestellen musste. Ein Glas, randvoll, mit einer Krone aus Schaum, die so fest war, dass sie den ersten Schluck nicht verlor. Budweiser Budvar, sagte sie. Aus Budweis. Nicht aus Amerika, fügte sie hinzu, als wäre das eine Beleidigung. Ich trank. Es war kein Bier, wie ich es kannte. Es war voller, bitterer, aber die Bitterkeit hatte keine Schärfe. Sie war wie ein alter Bekannter, der einen umarmt, bevor er einem die Wahrheit sagt. Das Bier schmeckte nach Getreide, nach frisch gemähtem Feld, nach etwas, das früher einmal Standard war, bevor die Industrie sich einmischte. Ich trank einen zweiten Schluck, dann einen dritten. Das Bier wartete nicht. Es drängte nicht. Es war einfach da, wie die Kastanie über mir, wie der Kellner, der zwischen den Tischen hin- und herglitt. Die Stelze, das Bier – sie passten zusammen wie die Praterbäume und der Himmel über ihnen. Eine Kombination, die so selbstverständlich war, dass man sich fragte, warum sie nicht überall existierte. Ich hob das Glas, prostete einem älteren Herrn am Nachbartisch zu, der sein Glas bereits hob. Er nickte, trank, stellte das Glas ab und griff nach seiner Zeitung. Kein Wort. Aber wir verstanden uns. Ich dachte an all die Biere, die ich in meinem Leben getrunken hatte. Die meisten waren weg, vergessen. Dieses hier würde bleiben. Es hatte eine Geschichte, eine Herkunft, ein Gesicht. Es war kein Getränk, es war eine Entscheidung.

Die anderen Gäste.

Nach dem zweiten Bier begann ich, die anderen Gäste genauer zu betrachten. Eine Gruppe von drei Männern am Tisch neben mir redete über Fußball, über eine alte Meisterschaft, die einer von ihnen als Junge im Radio gehört hatte. Ihre Stimmen waren laut, aber nicht aufdringlich. Sie redeten, wie Wiener redeten, wenn sie unter sich waren. Ein junges Pärchen teilte sich eine Stelze, die fast so groß war wie der Kopf der Frau. Sie lachten, als sie die erste Kruste abbissen, und ihre Finger wurden fettig, und sie kümmerten sich nicht darum. Am Ende des Tisches saß ein Mann allein, mit einem Glas Bier und einer Zeitung. Er las nicht, er sah nur auf die Buchstaben, während er trank. Ich fragte mich, ob er hierherkam, um nicht allein zu sein, oder ob er allein sein wollte, aber nicht zu Hause. Die Kellnerin kannte ihn. Sie brachte ihm ein neues Glas, bevor das alte leer war, und er nickte, ohne aufzusehen. Routine. Aber Routine, die wusste, was er brauchte. Ich dachte an den Wirt, der von Geduld gesprochen hatte. Vielleicht gehörte auch diese Form der Geduld dazu: zu wissen, wann man ein Glas nachfüllt, ohne zu fragen. Zu wissen, wann man einen Gast in Ruhe lässt, und wann man ein Lächeln riskiert.

Ein Gespräch mit dem Wirt.

Später, als die Sonne tiefer stand und der Biergarten sich füllte, kam der Wirt an meinen Tisch. Nicht der Chef, aber einer, der so aussah, als hätte er schon alles gesehen. Er stellte ein zweites Glas Bier vor mich, setzte sich auf den freien Stuhl. „Gut?“, fragte er. Ich sagte ja. Er nickte. „Die Stelzen sind gut, aber sie sind nicht das Geheimnis.“ Ich fragte, was das Geheimnis sei. Er überlegte, zündete sich eine Zigarette an. „Die Geduld“, sagte er. „Die Stelzen hängen zwölf Stunden in der Lake. Dann kommen sie in den Ofen, bei niedriger Hitze, über Nacht. Dann wieder in die Lake. Dann in die Holzkohle.“ Er zeigte auf den Grill, der hinter einer Hecke versteckt war. „Da liegen sie, bis die Haut so wird, wie sie sein muss. Wer keine Zeit hat, kriegt kein gutes Stück Fleisch.“ Er redete von seinem Großvater, der das Haus nach dem Krieg übernahm, von der Lage, die schon im 19. Jahrhundert hier war, von all den Gästen, die kamen und gingen. „Die Amerikaner lieben die Stelzen“, sagte er. „Die Japaner filmen sie. Die Wiener kommen, weil sie wissen, dass es hier immer gleich schmeckt.“ Ich fragte, ob er sich nicht langweile. Er lachte. „Langeweile ist gut. Langeweile heißt, dass nichts schief geht.“ Er stand auf, klopfte mir auf die Schulter, verschwand zwischen den Tischen. Ich sah ihm nach. Er hatte keine Eile. Er war der langsamste Mensch in diesem Biergarten, aber er schien der einzige zu sein, der genau wusste, wohin er wollte.

Die Vergangenheit in den Mauern.

Ich ging noch einmal um das Gebäude, bevor ich mich endgültig setzte. Die Fassade war nicht prunkvoll, sie war solide, so gebaut, dass sie hielt. Ein Schild neben der Tür trug das Jahr 1815. Ich stellte mir vor, wie der Prater damals aussah, als die Engländer noch kamen, um die Aussicht zu bewundern, als die ersten Karussells aufgestellt wurden, als hier noch keine Touristen ihre Selfies machten. Der Wirt hatte gesagt, dass das Schweizerhaus immer hier war. Vielleicht hatte er übertrieben. Vielleicht nicht. An einem Pfeiler fand ich eine eingravierte Jahreszahl: 1923. Darunter ein Name, den ich nicht entziffern konnte. Jemand hatte sich verewigt, bevor der Krieg kam, bevor alles anders wurde. Ich legte die Hand auf den Stein, spürte seine Kälte. Es war nicht die Kälte von altem Stein, es war die Kälte, die bleibt, wenn die Sonne untergeht. Hinter mir lachte eine Gruppe, vor mir zogen die ersten Lampen ihre Bahnen. Ich dachte an all die Menschen, die hier gesessen hatten, an die Familien, die gefeiert hatten, an die Paare, die sich verlobten, an die Alten, die kamen, weil sie immer kamen. Das Schweizerhaus war kein Restaurant. Es war ein Gedächtnis.

Die Nacht im Prater.

Es war dunkel geworden, als ich das Schweizerhaus verließ. Der Prater hatte sich verwandelt. Die Lichter der Karussells malten rot und blau und gelb in die Bäume, die Musik klang jetzt anders, tiefer, langsamer. Die Menschen waren nicht mehr die Familien vom Nachmittag. Es waren Paare, die Hand in Hand gingen, Gruppen von Freunden, die lachten, Kinder, die müde an den Händen ihrer Eltern hingen. Ich ging langsam zurück durch die Allee, das Schweizerhaus im Rücken. Ich spürte die Stelze noch im Magen, schwer, aber nicht drückend. Ich spürte das Bier, das mir Wärme gab. Ich dachte an den Wirt, der von Geduld sprach, an den älteren Herrn, der mir zuprostete, an die Kellnerin, die mir das Bier brachte, bevor ich es bestellen konnte. Ich dachte an die Steine, an die Namen, an die Geschichte, die in den Mauern steckte. Es war nicht nur ein Abendessen gewesen. Es war eine kleine Reise in eine Welt, die sich Zeit nahm. Für das Fleisch, für das Bier, für die Menschen, die dort saßen und aßen, als gäbe es kein Morgen. Ich bog auf die Hauptallee ein, die Lichter des Riesenrads über mir, und wusste, dass ich eines Tages zurückkommen würde. Nicht wegen der Stelzen. Wegen des Gefühls, dass in einer Stadt, die so laut sein kann, jemand darauf wartet, dass man sich setzt, den Mund aufmacht und den Geschmack der Geduld erkennt.

Der Korken in der Tasche.

Wochen später, zu Hause, fand ich in meiner Jackentasche den Korken von der Budweiser-Flasche. Ich hatte ihn nicht absichtlich mitgenommen. Er war einfach in der Tasche gelandet, wie manchmal Kieselsteine vom Strand in den Schuhen landen. Ich hielt ihn in der Hand, rieb den Daumen über das weiche Holz, roch daran. Ein leichter Geruch von Bier, von Hopfen, von jenem Abend, blieb daran haften. Ich legte ihn auf den Schreibtisch, neben den Stein aus Venedig, neben die Muschel von der Ostsee. Er war nichts Besonderes. Ein Korken, wie jeder andere. Aber wenn ich ihn ansah, war ich wieder dort. Im Prater, unter den Kastanien, mit einer Stelze vor mir und einem Glas Budweiser Budvar daneben. Ich hörte die Kellnerin, die lachte. Ich sah den Wirt, der mir auf die Schulter klopfte. Ich roch das Fleisch, das von der Holzkohle kam. Die Reise war vorbei. Aber sie hatte gerade erst begonnen, in mir weiterzuleben. Vielleicht, dachte ich, ist das das Geheimnis. Nicht das Fleisch, nicht das Bier, nicht die Geduld. Sondern die Erinnerung daran, dass Geduld sich lohnt. Dass man Zeit investieren muss, um etwas zu verstehen. Dass die besten Dinge die sind, die man nicht erzwingen kann. Ich steckte den Korken zurück in die Tasche. Vielleicht würde ich ihn eines Tages wiederfinden. Vielleicht würde ich dann wieder nach Wien fahren. Ich wusste es nicht. Aber ich wusste, dass das Schweizerhaus noch da sein würde. Wartend. Mit Stelzen, mit Bier, mit der Geduld derer, die wissen, dass gute Dinge ihre Zeit brauchen.


Mit einem herzlichen Prost und den besten Grüßen aus der kulinarischen Welt des Schweizerhauses,
Ihr Genießer der wiener Gaumenfreuden und Geschichtenerzähler vom Prater.

Quellenangaben:
Inspiriert von den kulinarischen Entdeckungen und köstlichen Geschmackserlebnissen im Schweizerhaus.
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Wien Schweizerhaus
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Auf dem zweiten Landtage 1832 kam es aber zu einem solchen Zerwürfniß mit den Ständen, daß der Herzog den Landtag am 13. August auflöste. Inzwischen wurden viele heilsame Verordnungen gegeben und Einrichtungen getroffen; so erfolgte schon 1831 die Centralisirung des ganzen Staatsrechnungswesens, ein Gesetz über Gewerbsteuern, über die Besteuerung der Ritter- und Freigüter, ein Regulativ über die Gemeindeverfassung der Stadt Meiningen wurde erlassen, die freien Gerichtstage erweitert und Friedensgerichte eingeführt. Am 26. Dec. 1833 wurde der Ernestinische Hausorden im Verein mit Koburg-Gotha und Altenburg gestiftet. Diese wurden nach dem Rückzug der Mauren zum Schutz der iberischen Halbinsel errichtet. Der Rückweg zum Hotel kann auch bequem mit dem Linienbus absolviert werden. Ich empfehle, mit der Fähre den Grenzfluss Rio Guadina zwischen Spanien und Portugal zu überqueren. Nach dem Besuch des einheimischen Wochenmarktes empfiehlt sich die Besichtigung der Festungsanlagen. Die Rückfahrt kann zügig über die Autobahn mit der Überquerung der imposanten Europabrücke erfolgen. Doch was wäre ein Urlaub ohne die abendlichen Shows. Nach Osten hin lockt natürlich Sevilla mit seiner weltberühmten Kathedrale, der Plaza de Espana und dem maurischen Alcazar. Die Vorgelagerte Dünenlandschaft (ca. 300 Meter breit) ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen, da hier der einzige europäische Lebensraum des Chamäleons zu finden ist. Als Zielpunkt bietet sich die typisch Kleinstadt mit dem historischen Rathaus, den kleinen Gassen und einem kleinen botanischen Garten mit herrlichem Blick über die Stadt an. Was gibt es dann noch schöneres, als am letzten Abend der Flamenco-Schule von Huelva bei Ihren feurigen Tänzen zuzuschauen. Am Abend laden die kleinen Tapas-Bars zu einer kulinarischen Entdeckungstour durch Andalusien ein. Von dort ist es nicht mehr weit nach Castro Marim. Am Strand angekommen erwartet den Wanderer ein scheinbar endloser Weg durch feinsten Sand. An der Küstenstraße reihen sich die kleinen Orte der Sandalgarve wie Perlen auf einer Schnur aneinander. Erst nach etwa Kilometern endet der Ausflug abrupt durch den schon oben erwähnten Grenzfluss. Nach der Kinderdisco steht die professionelle Showbühne dem Animationsteam oder einheimischen Künstlern zur Verfügung. Wieder Tausende der kleinen Zwerge aus dem Wald gerettet. Hierdurch gebrochen, paßt sich der Geist seitdem dem der jeweilig mächtigsten Großen an. […]
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Im Schatten eines sengenden Himmels, dort, wo die Erde rot und die Legenden staubig sind, geschieht etwas, das kein Reisehandbuch verzeichnet. Ein Ton erklingt, verwoben aus Sehnsucht, Sand und den rostigen Echos einer Ziehharmonika. Er legt sich in die Ohren eines Kapitäns, dessen Schnurrbart mehr weiß, als sein Logbuch verrät. Und kurz darauf verlässt ein Schiff den schimmernden Fluss mit einem Ziel, das auf keiner Karte steht. Doch das ist nur der Auftakt. Denn dieser Ton war nicht irgendein Ton. Er war der Auftakt einer verschollenen Melodie, deren Ursprung tief in den Taschen eines musikalischen Wunders verborgen liegt - einer Kreatur mit Federn, Klauen und einer Vergangenheit, die wie ein Koffer voller Noten zwischen Märchen und Manufaktur knarrt. Was aber, wenn diese Melodie nicht nur Musik ist, sondern Auftrag? Wenn irgendwo in der Gischt ein Taktstock verloren ging - nicht aus Versehen, sondern aus Rebellion? Und wenn jener, der ihn führt, die Kraft hat, mehr zu bewegen als nur Affen auf Hüten und Segel im Wind? Eine Reise beginnt, begleitet von Rhythmen, die Hüften wippen lassen und Herzen wachrütteln. Sie führt zu einem Ort, an dem Affen herrschen, die Trommeln lieben und Geheimnisse handeln wie andere mit Bananen. Und mitten unter ihnen sitzt einer, der zu viel weiß, zu laut lacht und etwas besitzt, das niemand besitzen sollte. Was genau steckt in der Melodie, die Palmen zum Beben bringt? Warum tanzen Affen, wenn der Wind umschlägt? Und wer hat das Recht, den Takt zu bestimmen - der mit dem Stock oder der mit der Geschichte? Vielleicht liegt die Antwort irgendwo zwischen Handwerk und Hochmut, zwischen Ziehharmonika und Ziegenfell. Oder vielleicht erst am Ende einer Reise, die gerade erst begonnen hat. […]
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Doña Clara! Doña Clara! Ja, ich schwör es, ja, ich komme! Will mit dir den Reihen tanzen; – Gute Nacht, ich komme morgen. Gute Nacht! – Das Fenster klirrte. Seufzend stand Ramiro unten, Stand noch lange wie versteinert; Endlich schwand er fort im Dunkeln. – bunter-Blumengarten- bunter Blumengarten Endlich auch, nach langem Ringen, Muß die Nacht dem Tage weichen; Wie ein bunter Blumengarten Liegt Toledo ausgebreitet. Blumengarten Vor- und Nachteile des Palais befindet sich im Großen Garten, ungefähr zwei Kilometer südöstlich der Inneren Altstadt. Es steht im Zentrum der etwa zwei Quadratkilometer großen Parkanlage, deren Dominante es ist. Hierbei befindet es sich im Schnittpunkt zweier rechtwinkliger Sichtachsen, der Haupt- und der Querallee. In einem Umkreis von etwa 500 Metern liegen nur wenige, weitaus kleinere Gebäude. Südöstlich benachbart befindet sich der Palaisteich mit seiner Fontäne, die Nordwestseite wird von einem Blumengarten gesäumt. Noch einmal glühten die herrlichen Gebilde des Glasgemäldes auf, dann verschwanden sie hinter dem unerbittlichen, grauen Fensterladen. Währenddem schloß Sauer die Fensterläden; der alte Junggeselle nahm in beinahe hastiger Weise zuerst das südliche Eckfenster in Angriff, wobei er mit einem scheuen Rückblick nach Lilli etwas von sündhaftem Spectakel murmelte. Die Hofräthin richtete sich streng nach der heiseren Stimme der alten Mahnerin, mit dem letzten Schlag erhob sie sich und führte Lilli nach der Gaststube, wo sie ihr mit einem Kuß auf die Stirn gute Nacht sagte. Musik: Die Klavierbegleitung wird von zwei rhythmischen Elementen geprägt: einmal der synkopischen Halben auf dem zweiten Schlag in der linken Hand und einmal durch die viertelbetonte rechte Hand, die oft auf dem zweiten Schlag zwei Achtel hat. Durch die starke Viertelorientierung kann wie bei Gute Nacht von einem Gehlied gesprochen werden. Lilli wagte nicht, diese Frage laut werden zu lassen, sie wollte heute nicht mehr an die Seelenwunde der Tante rühren. Vorangetrieben wird das Lied auch durch die oft auftretende Dominante auf dem vierten Schlag. Die oft staccatierten Viertel symbolisieren die Tränen des lyrischen Ichs. Der plötzliche Forte-Ausbruch am Ende, den ganzen Winters nur Eis, verdeutlicht den aufgewühlten Zustand des lyrischen Ichs, welcher noch oft vor allem musikalisch thematisiert wird. […]
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Im Herzen Leipzigs steht ein altes Haus, verwinkelt, geschichtsträchtig, in dessen Wänden sich Geschichten festgesetzt haben wie der Staub auf seinen Balken. Es beginnt mit einem Pinselstrich, einem gealterten Mauerstück, das nach Jahrhunderten plötzlich seinen Widerstand aufgibt und eine Wand voller Nischen freigibt. In ihnen: rostige Messer, ziselierte Griffe, Werkzeuge ohne Namen. Doch damit endet es nicht. Im Keller, verborgen zwischen Mauerwerk und Dunkelheit, finden sich Töpfe mit Knochen und ein Schweigen, das knistert. Dann erscheint etwas. Kein Schatten, keine Gestalt, eher ein Unbehagen mit Humor. Er kitzelt, räumt auf, zieht an Decken, doch löscht nie das Licht. Ein Kobold, sagen manche. Ein Rest alter Magie, sagen andere. Was aber will er? Die Legenden reichen zurück bis ins Barfüßerkloster, das einst über Glauben und Bildung wachte. Ein Pakt wurde geschlossen, eine Verbindung zwischen einem Mönch und einem Wesen, das niemand benennen konnte. Und plötzlich passt alles: Das Kichern nachts, das unsichtbare Orgelspiel, die Seiten eines Buches, die sich selbst bewegen, als wollten sie gelesen werden. Doch etwas verändert sich. Die Geschichte wandert weiter, gleitet hinüber in eine neue Zeit. Menschen beginnen, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Sie graben, suchen, fragen, finden Hinweise zwischen Manuskripten und Steinen. Und dann, plötzlich, wird aus einem Mythos eine Webseite. Mit Webspace, Provider und Hosting wird die Grenze zwischen damals und heute aufgelöst. Die Geschichten des Kobolds, einst heimlich erzählt am Herdfeuer, werden nun auf Bildschirmen gelesen, rund um die Welt. Doch mit jedem Klick, mit jedem Besuch wächst auch das Rätsel: Warum beginnt das alte Manuskript plötzlich in modernen Buchstaben zu sprechen? Wer lenkt die Seiten, die sich in der Nacht bewegen? Und wieso spüren die Besucher der Seite manchmal das Gefühl, nicht allein zu sein, obwohl sie allein vorm Bildschirm sitzen? Als sich eine letzte Seite löst und jemand leise die Orgelstufen hinuntergeht, bleibt nur eine Frage offen: Ist der Kobold jemals wirklich fort gewesen? Oder hat er nur gewartet, bis endlich jemand zuhört? […]
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Tief im Herzen der sächsischen Wälder, dort wo der Nebel sich an die Stämme schmiegt und der Boden unter den Füßen zu atmen scheint, liegt eine Welt verborgen, die nur auf das richtige Ohr wartet. Man muss kein Jäger sein, um zu spüren, dass zwischen den moosgrünen Schatten mehr lauert als nur das Rascheln von Tieren - es lauert eine Einladung. Ein Lachen, leicht wie Glockenspiel, das sich zwischen den Farnen verfängt und den Weg weist in eine Dunkelheit, die unwiderstehlich lockt. Dort, wo kein Pfad mehr hinführt, erhebt sich etwas Unmögliches aus dem Unterholz: Architektur aus lebendigem Grün, wachsend, atmend. Eine Pforte, die nicht aus Holz, sondern aus Blattgewebe besteht, kühl und pulsierend unter der Berührung einer zaghaften Hand. Doch hinter dieser Schwelle wohnt keine Gastfreundschaft, sondern eine Wächterin mit einem Gesicht wie vergilbte Blätter und einem Lächeln, das Kälte verströmt. Ihr Angebot ist kein Handel, sondern eine Falle, in Form einer unmöglichen Aufgabe. Ein geliebtes Wesen ist der Preis, und die Münze ist reiner Wahnsinn: Du musst verschlingen, was dich verschlingen will. Jeder Biss ist ein Kampf gegen die Natur selbst, bitter und zäh, während die Luft im verwinkelten Innern nach Moder und alter Magie schmeckt. Doch in dieser Verzweiflung glimmt ein Funke List - und die plötzliche Präsenz eines schweigsamen Riesen zwischen den Bäumen, dessen Axt nicht nur Holz spaltet. Kann ein winziges, verbotenes Feuer in der nächtlichen Wildnis mehr bewirken als offene Konfrontation? Welches Geheimnis birgt der Geschmack von geröstetem Gemüse, das eigentlich eine Tür sein soll? Und wem kann man wirklich trauen, wenn die Regeln des Waldes von einer Hexe geschrieben wurden, deren Zorn so alt ist wie die Wurzeln der Eichen? Die Rettung liegt vielleicht nicht in der Stärke, sondern in der Kühnheit, die Spielregeln zu umgehen - und in einer unerwarteten Allianz mit jemandem, der die Sprache des Holzes spricht. Doch selbst wenn ein Gefährte befreit wird und die Hexe verstummt, ist das letzte Kapitel noch nicht geschrieben. Denn manche Türen, einmal geöffnet - oder verspeist -, wachsen nach. In anderer Form. Mit anderem Geschmack. Und sie locken erneut, leiser jetzt, nur für diejenigen, die das Lachen im Wald noch nicht verlernt haben. Was wächst dort nun im verborgenen Winkel, wo einst das Unheimliche stand, und warum tragen seine neuen Knospen die Form von. Keks? […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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In einem Augenblick Kam Freud' und Leid wie Wogen Der rauschenden Musik An uns vorbeigeflogen. Vorbei flog frühe Zeit Mit goldnen Kinderjahren Und Zukunft im Geleit Bekränzter Hoffnungsscharen. Vorbei flog Sturm im See Und Fels und Palmenküste, Indes ich, süße Fee, Dein Händchen hielt und küßte. Quelle: Erste Liebe Ausgewählte Gedichte - Hermann von Lingg - 1905 www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Hierdurch kann es zu längeren Wartezeiten bei der Abfertigung und somit auch zu Verschiebungen der Flugzeiten kommen. Ähnliche, wenn auch nicht ganz so strenge Sicherheitskontrollen durchläuft man im Übrigen auch in fast allen grossen Hotels. Wer eines der grossen Häuser oder beispielsweise auch die AUC (American University of Cairo) betreten möchte, muss damit rechnen, dass die Tasche durchleuchtet und durchsucht wird und man selbst durch ein Check-Gerät laufen muss. Wie in allen Ländern der Welt, gibt es natürlich auch in Ägypten Kriminalität. Diese ist jedoch weniger stark ausgeprägt als in Europa. Es kann natürlich immer wieder einmal zu Übergriffen kommen. Da sich der durchschnittliche Reisende jedoch kaum in diesen Vierteln aufhält, wird er selten bis gar nicht in brenzlige Situationen kommen. Doch auch ausserhalb dieser Brennpunkte können grössere und kleinere Gaunereien vorkommen. Das beginnt bei den immer wiederkehrenden Versuchen, Touristen zu übervorteilen. Taxifahrer, die einen überhöhten Preis fordern, Ladenbesitzer die neue Stücke als antik verkaufen etc. Neben kürzeren und längeren Gedichten fertigte er auf seinen Wanderungen durch die Ilmenauer Wälder auch eine Reihe von Zeichnungen und naturwissenschaftlichen Studien an. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. […]
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