Gesetze über Abwendung und Bestrafung von Störungen der öffentlichen Ruhe

Auf dem zweiten Landtag (Nov. 1836 bis April 1837) wurden Gesetze über Abwendung und Bestrafung von Störungen der öffentlichen Ruhe, ferner über den Indicienbeweis, über den Instanzenzug in Criminalsachen, über die nicht mehr gesetzlich nöthigen Geschlechtsvormünder volljähriger Frauenspersonen, über die Aufbringung kirchlicher Anlagen, wozu auch die Kammer- und Rittergüter beigezogen wurden, eine Eheordnung, ein Wegebaugesetz, ein Gesetz über Ablösung der Fronhnen und Dienstbarkeiten berathen. Im Bezug auf das letztere trat die schon 1819 aus der früher bestehenden Kammerleihbank organisirte, von den Ständen garantirte Landesbank zu Altenburg als Landrentenbank mit ihrem sehr bedeutenden Credit und Fonds vermittelnd und ausgleichend ein. Ferner wurden auf diesem zweiten Landtag jährlich 5000 Thlr. zur Verbesserung der geringdotirten geistlichen Stellen und zur Erbauung eines, zugleich das erweiterte Schullehrerseminar aufnehmenden Gymnafialgebäudes (Josephinum, eingeweiht 1. Nov. 1841) bedeutende Summen verwilligt; ebenso zum fortgesetzten Chausseebau, zur Freimachung des zeitherbelasteten, in seiner Zinsnutzung dem regierenden Herzog zustehenden sogenannten Josephinischen Fideicommisses und Stiftungskapitals; auch zur neuen Feststellung der Schuldenamortisation, zur Verbesserung der Strafanstalt auf der Leuchtenburg etc. Auch kam bereits die Eisenbahn, die von Leipzig aus über Altenburg nach Krimmitzschau. Plauen und Hof gebaut werden und so Nord- und Süddeutschland verbinden sollte, und ein Expropriationsgesetz zur Berathung. Der Bau der Bahn begann 1841, die Bahn wurde 1842 bis Altenburg eröffnet. Nach dem Jahre 1830 erwachte auch im Herzogthum Altenburg die Auswanderungslust. Seit 1834 zogen nicht wenig Familien und Individuen nach Nordamerika (später auch nach Serbien und nach Polen); die Staatsregierung hinderte es nicht und gab ein Gesetz über Regulirung der privatrechtlichen Verhältnisse der Auswandernden (1841). Nur bei einer kleinen Partei, welche in Verbindung mit dem Prediger Stephan (s.d.) stand, war der kirchlich-religiöse Impuls zur Auswanderung unter Leitung der Pfarrer Gruber und Löber 1838 und 1839 vorherrschend. Der Wegzug dieser Leute wäre, wie anderwärts, als ein nicht ungewöhnliches Zeichen der Zeit bald wieder vergessen worden, hätte nicht ein durch den altenburgischen Generalsuperintendent Hesekiel, welcher eben damals die Generalvisitation in der Ephorie Ronneburg gehalten hatte, veranlaßtes, an die dortigen Diöcesanen gerichtetes und sämmtlichen Landesgeistlichen im Druck mitgetheiltes Consistorialrescript vom 13. Nov. 1838, welches bald durch die Zeitungen veröffentlicht wurde, die Meinung geweckt, es werde darin jenen befangenen altlutherisch gesinnten Geistlichen zu sehr das Wort geredet, den übrigen Predigern des Landes ein Theil der Schuld an jenen Verirrungen und Auswanderungen aufgebürdet und eine Rückkehr zur Vortragsweise gewisser Dogmen ganz nach dem lutherischen kirchlichen Lehrsystem gefordert.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon
Band 14
Altenburg 1862
www.zeno.org

weiterlesen =>

Gesetz Abwendung
Created by www.7sky.de.
Reisen
Urlaub erleben Abenteuer und Erholung
reisen + lernen + informieren

Den vor einer Stunde niedergegangene Regen erstaunte ihn, denn der Tag hatte mit strahlendem Sonnenschein begonnen. Die Luft war in der Frühe klar und mild gewesen, als er nach dem gemeinsamen Frühstück mit Oliver, seinem Kaplan, zur Kirche hinüber gegangen war. Vorher hatten sie sich für den Nachmittag verabredet, für einen Besuch im Kaffee, am Stadtplatz. Aber für Andreas war es noch nicht klar, ob er die Verabredung würde einhalten können. "Lassen sie uns zum Griechen gehen, dort ist es gemütlich, ruhig, einfach schön. Ich lade Sie auf den Salat nach Art des Hauses ein, mit viel Schafskäse und mit schwarzen Oliven angerichtet". Oliver verstummte, spitzte den Mund und blickte träumerisch zur Decke. Andreas schüttelte abwehrend den Kopf. Mir reicht ein Vanilleis, darauf Sahne, Krokantsoße und eine große Tasse Kaffee. Das genügt. Ha, Milchkaffee, nicht Kaffee. Sie nehmen immer Milchkaffee und geben sie die Bestellung genau auf. Ich kenne mich damit schließlich aus. Meine Eltern hatten auch ein Kaffee. Aber das habe ich schon oft genug erzählt. Langsam, genau und exakt sprach Oliver diese Wörter aus und dabei trommelte er leicht mit seinen Fingern auf die Tischplatte. Oliver blickte dabei Andreas herausfordernd an. Oliver, bitte nicht schon wieder Streit wegen Kleinigkeiten. Zur Wiederentdeckung der Kultur des Ostjudentums hat es eines Martin Buber bedurft. So soll von Sieg zu Sieg sie stetig streben, allgegenwärtig wie der Sonnenschein, zur Allmacht werden auch im Erdenleben und die Befreierin der Menschheit sein. Es war vom Herrn ein großes Wort geschrieben, wie größer es kein andres, zweites gibt: Einst wird das Kind so, wie der Vater lieben, die Kreatur so, wie der Schöpfer liebt. […]
weiterlesen =>

Was mir das Reinste schien und Beste, begraben liegt's im Flammenschoß. Am glühend heißen Aschenreste harre ich schauernd atemlos des lichten Wunders, das sich zeigen: des Phönix, der da lebensvoll aus toten Erdengluten steigen und mich gen Himmel tragen soll. Quelle: Alte Lieder Gedichte von Clara Müller-Jahnke Berlin 1910 www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH Es werde sein Glück sein. Das Männlein geht voran, furchtlos folgt der Postknecht. Da öffnet sich plötzlich der Berg. Ein weiter und hellerleuchteter Gang liegt vor ihnen. Beide treten ein. Von den Wänden und der Decke des Ganges flimmert und glitzert es in wundervollem Glanze. Der Gang endet in einem hohen und weiten Gewölbe. Hier sind Goldstücke und Edelsteine in riesengroßen Braupfannen aufbewahrt. Der staunende Postknecht erhält nun die Weisung, nur zuzugreifen. Das tut dieser auch und füllet mit Goldstücken und Edelsteinen seine Taschen. Dann springt er aber vor freudiger Erregung auf das graubärtige Männlein zu, erfaßt dessen eiskalte Hand und ruft überglücklich aus: Ich danke Euch! Doch, o weh! Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Mönch verschwindet und stößt Klagerufe aus. Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. […]
weiterlesen =>

Im Frieden von Schönbrunn 1809 wurden von Österreich an Sachsen einige böhmische Enclaven in der Lausitz abgetreten, so wie in demselben Jahre auch die Deutschordensballei an Sachsen fiel, deren Einkünfte den Universitäten und Fürstenschulen zugewiesen wurden. Auch an dem Kriege Frankreichs gegen Rußland 1812 betheiligte sich der König als Bundesgenosse Frankreichs und stellte ein Heer von 21,000 M., wovon der größere Theil unter Reynier dem Fürsten von Schwarzenberg in Volhynien, der kleinere dem Hauptheer beigegeben wurde. Nach der Vernichtung des französischen Heeres in Rußland trennte der König seine Truppen von den französischen, aber als die Preußen und Russen im Frühjahr 1813 gegen Frankreich in Deutschland vordrangen und der König von Sachsen von diesen Mächten zum Beitritt eingeladen wurde, begab er sich über Plauen und Regensburg nach Prag und erklärte, daß er im Verein mit Österreich den Frieden vermitteln wolle, und liest seine Truppen in Torgau einschließen, mit der Ordre an den Commandanten Thielmann diesen Ort ohne seinen speciellen Befehl weder Franzosen, noch Verbündeten zu öffnen. Unter der Zucht Friedrichs des Großen fehlte es an Generalen, die zum Oberbefehl fähig waren. Nichts fürchteten seine Generäle mehr, als zu Befehlshabern detachierter Korps ausersehen zu werden! Bei Karl Wilhelm Ferdinand war schon während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) besonders im Jahr 1758 erkennbar, daß er vor umfassenden Operationen zurück schrak. Er erwies sich als unentschlossen, zauderte, scheute immer wieder die eigene Verantwortung bei großen, selbständigen Aufgaben. Obgleich Friedrich der Große mit der Führung des Erbprinzen von Braunschweig in diesem Feldzug nicht einverstanden war, setzte er weiter auf ihn unbedingtes Vertrauen. Die vielen Briefe, die zwischen Karl Wilhelm Ferdinand und seinem berühmten Onkel dem Alten Fritz bis zu dessen Tode gewechselt wurden, zeugen von der großen Wertschätzung des großen preußischen Königs, der Karl Wilhelm Ferdinand erst Mitte Dezember 1782 zum Generalinspekteur der westfälischen Infanterie-Inspektion und nach dem Tod Salderns, am 4. April 1785 die Inspektion über die magdeburgische Infanterie übertrug. Als Ausbilder der Truppe im Frieden und als Organisator von großem Willen und Können, hatte der Herzog als Soldat sehr viel geleistet. Dabei benutzte ihn Friedrich der Große auch häufig zu diplomatischen Diensten. Diesem, seinem großen Onkel, unbedingt treu ergeben, schloß sich der Herzog dem Fürstenbund an. Nach Friedrichs des Großen Tod betrachtete man Herzog Karl Wilhelm Ferdinand allgemein als den ersten Feldherren seiner Zeit, ein Urteil, dem die Entwicklung der Dinge allerdings nicht Recht gegeben hat. […]
weiterlesen =>

Ein unscheinbares Fragment einer alten Karte, verborgen zwischen vergessenen Seiten, führt in ein Gebiet, das auf keiner Landkarte mehr existiert. Kein Ort, kein Dorf, kein Pfad - nur ein Wort. Miriquidi. Der Dunkelwald. Er trägt keinen Eingang. Er trägt keine Richtung. Doch wer ihn erkennt, ist bereits unterwegs. Die Reise beginnt mit einem Namen. Einem, der nicht gesucht, sondern gefunden wurde. In einem Stein. In einer Stimme. In einer Mine, die nicht nach Erz sucht, sondern nach Erinnerung. Jeder Schritt wird zu einer Zahl. Zweitausend. Kein Maß, sondern ein Schwellenwert. Danach beginnt das Unsagbare. Das Unhörbare. Das, was kein Echo kennt. Der Wald erzählt keine Geschichte. Er löscht sie. Keine Zeit vergeht, und doch verändert sich alles. Bäume bestehen aus Sprache. Der Boden trägt Gedanken. Geräusche werden zu Fragen, die niemand stellt. Und das Schweigen wird zur Stimme, die alles weiß und nichts sagt. Etwas wartet. Nicht sichtbar. Nicht benennbar. Kein Wesen, kein Schatten, keine Gestalt. Nur Aufmerksamkeit. Wer geht, wird gesehen. Nicht von außen. Von innen. Nicht von Wesen. Vom Ort. Die Erinnerung wird zum Weg, der nicht aufhört, weil er nie begonnen hat. Ein Wort liegt am Ende. Kein gesprochenes. Kein geschriebenes. Nur ein Wort, das bleibt, wenn alle anderen verschwinden. Es gehört niemandem. Und es wird doch getragen. Wer es erkennt, verliert nicht. Er verschwindet nicht. Er wird Teil. Teil von Miriquidi. Und Miriquidi bleibt. Der Wald braucht keine Legenden. Er war da, bevor man ihn benannte. Und er wird dort sein, wo keiner mehr spricht. Kein Licht dringt durch seine Blätter. Kein Lärm durchdringt sein Schweigen. Doch jeder, der ihn betritt, trägt etwas mit hinaus. Auch wenn er selbst nie zurückkehrt. Wer das letzte Wort spricht, weiß nicht, wem es gehört. Nur, dass es bereits gesagt wurde. […]
weiterlesen =>

Eine Welt ist in Eis erstarrt. Nicht nur der Bach, der wie eine gläserne Schlange erstickt im Wald liegt, sondern das Leben eines Mannes, gefangen unter einer klaren, harten Schicht der Trauer. Jeden Morgen besucht er das Grabmal seiner Erinnerungen am Ufer, bis die Stille in seinen Ohren zu dröhnen beginnt und der Frost in seinen Knochen wohnt. Doch in dieser erstarrten Ordnung bricht etwas auf. Ein winziger Riss. Ein Klicken im Eis, das von keinem Wind verursacht wird und ein verkrüppeltes Muster in die perfekte weiße Fläche zeichnet. Es ist die erste Andeutung, dass diese gefrorene Welt nicht stillsteht, sondern nur wartet. Dann erscheint er. An einem unscheinbaren Mittwoch, wenn das Wasser wieder braun und wild rauscht, landet ein lebendiges Juwel auf einem Stein im Strudel. Er ist nicht von dieser Welt, oder zumindest nicht von diesem Wald. Sein Gefieder schillert in einem giftigen, unmöglichen Smaragdgrün, das in den Augen schmerzt, und sein Blick ist keine tierische Neugier, sondern eine unerbittliche Prüfung. Und sein Gesang. es ist kein Vogelgezwitscher. Es ist eine einzige, vibrierende Note von solch glasklarer, physischer Gewalt, dass sie die Luft zerschneidet, das Rauschen des Bachs übertönt und direkt den erstarrten Kern in der Brust des Mannes trifft, bis dieser erzittert. Was ist dieses Wesen? Ein Bote? Ein Spiegel? Oder eine Projektion eines zutiefst verwundeten Geistes, der einen Ausweg aus dem Labyrinth der Trauer sucht? Die Begegnungen werden zu rätselhaften Ritualen. Der Mann bringt Angebote aus der menschlichen Welt, doch der grüne Fremde weist sie mit verächtlichen Gesten zurück. Stattdessen lehrt er eine andere Sprache: die des Mooses, das an Kleidern haftet, der Pilze, die in perfekten Kreisen blutrote Geheimnisse aus ihrem weißen Fleisch preisgeben, und der stillen Kraft der Verwesung, die nicht Ende, sondern Übergang bedeutet. Der Vogel wird zum Führer in eine verstörende, lebendige Wahrheit, die jenseits des menschlichen Schmerzes liegt. Jede Lektion ist ein Stück geborstenes Eis, ein tieferer Blick in einen Kreislauf, der beängstigend und tröstlich zugleich ist. Doch so plötzlich wie er kam, bereitet sich der Vogel auf seinen Abschied vor. Sein letzter Ruf ist ein seidenes Seil aus Klang, das sich sanft um das Herz des Mannes legt und zieht - nicht in den Abgrund, sondern in eine ungewisse Weite. Hinterlässt er nur eine schillernde Feder als Beweis für sein surreales Dasein? Oder hat er etwas in Gang gesetzt, das nicht mehr aufzuhalten ist? Als der tiefste Winter mit beißender Stille zurückkehrt, spürt der Mann die Antwort nicht am Bach, sondern in seinem eigenen Haus, wo das Tropfen eines undichten Dachs den Takt für eine neue, innere Vibration vorgibt. Der Gesang ist nicht verstummt. Er hat nur die Ebene gewechselt. Und irgendwo da draußen, zwischen den kahlen Ästen, hält ein neuer, unmöglicher Blick Ausschau, bereit, die nächste Note in einer Melodie anzustimmen, die erst am Anfang ihres geheimnisvollen Themas steht. […]
weiterlesen =>

Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
weiterlesen =>

Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
weiterlesen =>

Ein Wolf, ein grauses Scheusal der Natur, das Schrecken aller Schäfer auf der Flur, hielt, hingestreckt auf grüne Matte, ein Lamm, das er zerissen hatte, und, ungerührt von herben Klagen der Mutter, er davongetragen, in seiner Klau und fraß. Ein Räuber sah das blutge Paar. Raubgierig schrie er, ha! Schmeckts, guter Freund? - Mit seinem Schwerte bohrt er den Wolfen hin zur Erde. Da stöhnt der matt: Du bist so bös wie ich, und doch, du Brudermörder, tötest mich! Der nimmt das Lamm. Mein Bruder, höre, spricht er, zu spät nun diese Lehre. Kein arger Böswicht ist des andern Freund, und selbst, Freund, merke dirs, sein ärgster Feind. Ihre zum ersten Male geschaute Naturschönheit übte einen mächtigen Zauber auf die nordischen Besucher aus. Aber auch in der Beschreibung der Eingeborenen sparte man die Lobsprüche nicht. Das heitere, glückselige Leben jener Naturkinder wurde in Deutschland und England geradezu sprichwörtlich. Man ließ sich hierin auch nicht durch die Tatsache beirren, dass Cook auf seinen späteren Reisen schon heftige Zusammenstöße mit diesen vermeintlichen Paradiesbewohnern hatte; Enttäuschungen, die sich in der Folgezeit noch häuften. Die Südsee-Schwärmerei war nun einmal Mode geworden, und immer neue Forscher und Abenteurer zogen aus, die so schnell berühmt gewordenen Inseln zu besehen. Hinter ihnen kamen unternehmende Kaufleute in immer wachsender Zahl, dann Pflanzer; endlich in der Neuzeit auch die auf kolonialen Erwerb ausgehenden Vertreter der dunklen Mächte. Und das schönste ist, daß diese Fackel in der Nacht brennt und dennoch niemals ganz verbrennen kann. Den vierzehnten Abend der Seereise erleuchteten die großen, feurigen Kugeln, die von den Leuchtschiffen abgeschossen wurden. Auch an Nahrung fehlt es nicht: Quallen, Seeigel, Krabben, Seegras gibt es im Überfluss. Jetzt erscheint, sagte ein Jude, der schon zweimal diese Fahrt mitgemacht hatte, zu Donar, die Freiheitsstatue. Sie ist hunderteinundfünfzig Fuß hoch, im Innern hohl, man kann sie besteigen. Wenn meine Kleinen ihre erste Seereise antreten, sind sie nicht größer als die Faust eines Menschenbabys. Das wunderbare Meer, das sie nicht mehr verlassen, bis sie erwachsen sind. […]
weiterlesen =>

Golfurlaub - Aktivurlaub, das Internetmagazin mit tollen Reise- und Ausflugsangeboten, Informationen für Exkursionen und Erholung in Europa, Asien und Amerika, günstige Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Zimmer buchen. Preiswert übernachten mit unseren Empfehlungen. Berichte, die Ihren Urlaub zu einem faszinierenden Erlebnis mit Spaß und Erholung machen. Genießen Sie die zahlreichen touristischen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.

Created by www.7sky.de.
Created by www.7sky.de.
© 2026 Internetagentur www.7sky.de