seit der Zeit der Sächsischen Kaiser ein Landstrich in Thüringen von Süden nach Norden von Rabensburg bis Sangerhausen, mit dem gewöhnlichen Sitze des Pfalzgrafen in Allstädt; als Pfalzgraf kommen urkundlich zuerst Burkard, Sohn Esiko's, welcher dem Kaiser Heinrich II. bes. gegen Polen tapfere Dienste leistete, u. 1029 Graf Sigfrid von Merseburg vor; der Letztere st. 1038. 1040 wurde Dedo von Goseck von Heinrich III. zur Belohnung für Dienste gegen die Ungarn als Pfalzgraf eingesetzt; er stiftete 1041 das Benedictinerkloster in Goseck u. wurde 1050 (1057) von einem Bremer Geistlichen, welchen ihm sein Bruder, der Erzbischof Adalbert von Bremen, zur Bewahrung übergeben hatte, in Pölda erstochen. Sein Bruder Friedrich folgte ihm, verschwor sich mit anderen sächsischen Fürsten gegen Kaiser Heinrich IV., ergab sich ihm aber 1075 bei Spiera u. wurde nach Pavia verbannt, jedoch nach Jahresfrist freigelassen u. stand nun dem Kaiser gegen die von Neuem empörten Sachsen bei; er st. 1087, nachdem sein Sohn Friedrich 1087 bei der Jagd auf Anstiften Ludwigs des Springers, welcher seine Gemahlin Adelheid von Nordsachsen liebte u. später ehelichte, ermordet worden war. Sein Enkel Friedrich, wurde als Kind während der Zerrüttung des Reiches im Sächsischen Kriege von seinem Großoheim, dem Grafen Friedrich von Sommerseburg, der Pfalzgrafschaft beraubt (führte aber den pfalzgräflichen Titel fort als Pfalzgraf von Putelendorf, von seinem Privatbesitz Putelendorf an der Unstrut, bis das Haus der Gosecker Pfalzgrafen mit seinem jüngeren Sohne Friedrich, welcherbereits 1134 Geistlicher geworden war, 1169 ausstarb). Pfalzgraf Friedrich I. von Sommerseburg, Sohn Adelbert Sevekos, Grafen von Sommerseburg, nahm 1115 an der Empörung der sächsischen Fürsten gegen Heinrich V. Theil u. wurde seiner Würde entsetzt, aber der Sieg am Welfesholz lähmte die Wirksamkeit der Entsetzung; er half dann Quedlinburg belagern u. 1116 Naumburg von den Kaiserlichen erobern, söhnte sich aber in Goßlar 1120 wieder mit dem Kaiser aus u. starb in demselben Jahre 1120. Ihm folgte sein Sohn Friedrich II. der Jüngere; er wurde im Kriege mit Albrecht dem Bären 1128 bei Mimirberg geschlagen, stand 1139 seinem Schwager, dem Markgrafen Rudolf von Nordsachsen, bei u. half Bremen erobern, schloß sich 1157 an das Kreuzheer gegen die Obotriten u. Luitizen an u. st. 1157.
Der Dritte sang mit trübem Sinn am Don zu Zions Harfen; die Vierte war Latinerin, die lachte ob den Larven! Wir sahn die Macht, die rings durchmißt des Erdballs blaue Weiten und sahn die Macht, die größer ist als alle Päpste und Zeiten. Wir saßen vor St. Peters Dom verständnisvoll beim Biere: der Maitag lachte über Rom und lachte auf uns viere. Durch die Küstenerosion, Landabtragung, Verdriftung und Ablagerung erlangten die damaligen Inseln im Laufe der Zeit ihre heutige Gestalt. So wurden die ehemaligen drei Inselkerne durch Anschwemmungen miteinander verbunden. Dieser Prozess trägt im Norden am Dornbusch immer noch Sand ab. Im Jahr 2000 brachen an der Nordspitze Hiddensees im Bereich des Toten Kerls zweimal 60.000 m³ Geschiebemergel ab und rutschten ins Meer. Im Durchschnitt verliert die Kliffkante des Dornbusch etwa 30 cm jährlich. Mitte März 2004 rutschten dann nochmals rund 10.000 m³ ins Meer. Geologisch gesehen ist Hiddensee ein sich in stetem Wandel befindendes Gebiet. Die an der Nordspitze abgetragenen Landmassen werden an der Südspitze und an der Ostseite zum Schaproder Bodden wieder angespült. So entstanden an der Südspitze der Gellen und auf der Ostseite die beiden geologisch sehr jungen Sandhaken (Landzungen) Alter Bessin und Neuer Bessin. Der Alte Bessin begann sich vor etwa 300 bis 400 Jahren herauszubilden und war schon Mitte des 19. Jahrhunderts über drei Kilometer lang. Seit damals ist er kaum noch gewachsen. Dagegen wächst der um 1900 entstandene benachbarte Neue Bessin jährlich um 30 bis 60 Meter und erreicht auch schon eine Länge von drei Kilometern. Inzwischen ist ein dritter Bessin im Entstehen. Auch die Südspitze wächst als sogenanntes Windwatt weiter in den Bodden. Jetzt aber ist das Noviziat mit dem Kolleg vereinigt.
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Die Nacht legt sich schwer auf die Welt, drückt gegen die Fenster, sickert in jede Ritze. Ein Sturm jagt über den Asphalt, peitscht Regen gegen das Garagentor. Die Dunkelheit draußen ist undurchdringlich, doch es ist die Stille im Inneren, die schwerer wiegt. Das Geräusch des Motors ist längst verhallt, doch es bleibt etwas zurück. Ein Echo, das nicht verschwinden will. Die Garage riecht nach Öl, nach kaltem Metall. Ein Ort, an dem Maschinen schlafen, doch heute fühlt sie sich anders an. Der Raum ist zu still, zu eng. Irgendetwas ist hier. Ein Schatten rührt sich in der Dunkelheit. Ein Geräusch, kaum mehr als ein Flüstern, verflüchtigt sich in der Stille. War es der Wind? Oder etwas anderes? Eine Tür steht offen, obwohl sie eben noch geschlossen war. Eine Kleinigkeit, ein Detail - und doch wächst das Unbehagen, sickert in den Verstand. Draußen jagen Sturmböen über die Straße, treiben Blätter und zerknüllte Gedanken vor sich her. Der Regen schlägt gegen das Dach, ein ruheloses Trommeln. Und doch ist es nicht der Regen, der beunruhigt. Es ist die Gewissheit, dass etwas nicht stimmt. Die Dunkelheit im Flur ist tiefer als sie sein sollte. Sie drängt sich an die Wände, zieht sich in jede Ecke. Etwas bewegt sich dort, lautlos, geduldig. Die Luft trägt einen Hauch von Feuchtigkeit, von Erde, als sei die Nacht selbst in das Haus gekrochen. Ein Atemzug, den niemand getan hat. Ein Raum, der zu still ist. Eine Gestalt unter der Decke, die sich nicht rührt. Und dann - eine Stimme, leise, fast beiläufig. "Ob du es glaubst oder nicht, bei diesem Wetter ist mein Mann mit dem Motorrad unterwegs." Die Worte sind einfach, doch sie hallen nach. Sie schlagen eine Kluft in die Realität, hinterlassen eine Leere, die nichts füllen kann. Der Blick fällt zur Tür. Offen. Schwarze Schwärze dahinter. War sie nicht eben noch geschlossen? Der Atem stockt. Die Dunkelheit rückt näher. Und dann, in der Stille, atmet etwas zurück.
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Der Wind flüstert durch die kahlen Äste, während die ersten Schatten der Dämmerung die Landschaft in ein unruhiges Zwielicht tauchen. Ein schmaler Pfad schlängelt sich durch dichte Wälder, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Es sind Orte voller Erinnerungen, verborgen zwischen verfallenen Mauern, verschütteten Eingängen und steinernen Bögen, die einst Tore in eine andere Welt gewesen sein könnten. Kein Zeichen von Leben, und doch liegt eine spürbare Präsenz in der Luft, ein Echo längst vergessener Stimmen, das sich mit jedem Schritt verstärkt. Irgendwo hinter dem nächsten Hügel lauert eine Wahrheit, die die Jahrhunderte überdauert hat. Vielleicht verborgen in den Sandsteinwelten, wo einst Zöllner auf Fuhrwerke warteten, vielleicht versiegelt in den Katakomben eines unterirdischen Tempels, wo die letzten Strahlen der untergehenden Sonne längst keinen Eingang mehr finden. Die Zeit hat Geschichten hinterlassen, verwoben mit uralten Mythen, Spuren eines nie gelösten Rätsels, das sich in den Wänden der Berge, in den Strömungen der Flüsse und in den endlosen Wüstenlinien verewigt hat. Fernab der vertrauten Wege gibt es Begegnungen, die die Wirklichkeit herausfordern. Der einsame Wanderer, dessen Mantel von fremden Winden zerzaust ist, die Spur eines verschwundenen Luftschiffs, das in einem Sturm der Vergangenheit aufging, der Schatten einer Frau in den Flammen eines vergessenen Palastes. Jede dieser Geschichten trägt einen Schlüssel zu einem Geheimnis, das sich nur denjenigen offenbart, die bereit sind, den Schleier der Zeit zu durchdringen.
Die Zeichen sind überall, im unruhigen Atem der Mitternacht, im Lied des Windes, das alte Namen flüstert, in den Sternen, die für jene leuchten, die den Mut haben, hinzusehen. Und doch bleibt eine Frage unbeantwortet: Wer wird es wagen, die letzte Schwelle zu überschreiten?
Das Echo der alten Legenden hallt noch immer zwischen den Mauern der verlassenen Stadt. Vielleicht wartet dort die letzte Wahrheit, tief verborgen in einer Kammer, die seit Jahrhunderten kein Licht gesehen hat. Oder ist es nur eine weitere Täuschung, ein Irrlicht, das Reisende in die Irre führt? Die Schatten rücken näher, und das Rätsel verlangt nach einer Antwort. Doch es gibt kein Zurück mehr.
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Laut pocht mein Herz und dürstend blickt dein Aug': den Becher hebst du, - wohl, so laß uns trinken! Verglühen sollst du noch in meinem Hauch und sterbend mit mir in die Flammen sinken! Und siehst du nicht auf meiner Stirn das blutige Mal, den roten Streif? - Er drückte weh und wund mein Hirn, und ich zerbrach den Kettenreif. Flammen was ist das? Gelassen, wie es dir, o König, ziemt, Stehst du den Feinden gegenüber. Wenn dir das Herz zum grausamen Entschluß Verhärtet ist, so solltest du nicht kommen! In der ganzen Zimmerreihe gab es weder Lampen- noch Kerzenlicht. Statt dessen war außen in den Zimmern entlanglaufenden Galerien vor jedem Fenster ein schwerer Dreifuß aufgestellt, der ein kupfernes Feuerbecken trug, dessen Flamme ihren Schein durch das farbige Fenster hereinwarf und so den Raum schimmernd erhellte. Dadurch wurden die phantastischsten Wirkungen erzielt. Uns hat das Schwert das Vaterland gegründet, Wie's uns behagt, ein warm gebautes Haus. Bei Quarz ergibt sich bei 573 °C eine sprunghafte Volumenvergrößerung, die zu intensiven Abplatzungen führt. In dem westlichsten oder schwarzen Gemach aber war der Glanz der Flammenglut, der durch die blutigroten Scheiben in die schwarzen Sammetfalten fiel, so gespenstisch und gab den Gesichtern der hier Eintretenden ein derart erschreckendes Aussehen, daß nur wenige aus der Gesellschaft kühn genug waren, den Fuß über die Schwelle zu setzen. Grundsätzlich lassen sich alle Hartgesteine beflammen. Das Mineral Pyroxen dehnt sich beispielsweise beim Erhitzen in einer der drei Raumrichtungen sehr stark aus. Dabei entsteht eine relativ gleichmäßig raue Oberflächenstruktur. Anderssons Film handelt vom unterdrückten Menschen, nicht vom lächerlichen. Vorsicht ist beim Beflammen gelber Granite geboten, da es zu einer Umwandlung des gelben Eisenoxids (Limonit) in rotes Eisenoxid (Hämatit) kommen kann. Die Steinoberfläche wird zwar aufgeraut, aber aus gelbem wird roter oder rötlicher Granit. Dies führt beim Beflammen von Impala zum Aufschmelzen und Aufwölben der Oberfläche. Deshalb werden gelbe Granite in der Regel nicht beflammt. Gleich Ist die Verwegenheit bestraft; es weicht Und fällt ihr Anhang, und ihr Schiff ist unser. Belgisch-Granit, ein Kalkstein aus dem Devon, und bestimmte quarzhaltige Sandsteine stellen Ausnahmen dar, die beflammt werden können.
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Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die größte Reise nicht über Ozeane oder Berge führt, sondern durch das Labyrinth der menschlichen Stimme. Eine Welt, in der Grammatik zu Gelände wird und jedes Verb ein unsichtbares Fahrzeug steuert. Für Timo beginnt diese Welt an einem ganz gewöhnlichen Tag, zerrissen durch einen ungewöhnlichen Brief. Der Umschlag fühlt sich anders an, trägt seinen Namen in einer fließenden, fast lebendigen Schrift und riecht nach fremder Erde und altem Papier. Die Einladung darin spricht nicht von einem Klassenraum, sondern von einer Fahrschule. Doch nicht für Autos oder Schiffe, für Sprachen. Dieser mysteriöse Ort, die "Fahrschule der Sprachen", existiert nicht auf Landkarten. Sie liegt versteckt im Herz eines undurchdringlichen Dschungels, ein Ziel, das nur diejenigen finden, die wirklich gerufen werden. Wer sind die Lehrer an einem solchen Ort? Ein Papagei, der mehr Sprachen beherrscht als jeder Gelehrte, begrüßt den verblüfften Timo nicht mit einem einfachen "Hallo", sondern mit einem vielstimmigen Chor aus Begrüßungen, der die Luft zum Schwingen bringt. Hier ist der Lehrplan das Leben selbst, und die Fahrerlaubnis ist kein Papier, sondern eine tiefe, innere Veränderung. Man lernt nicht Vokabeln, man taucht in sie ein. Doch diese Ausbildung birgt Gefahren, die kein gewöhnliches Lehrbuch erwähnt. Die Prüfungen dieser Schule finden nicht an Schreibtischen statt. Sie werfen einen mitten in das brodelnde Chaos eines Pariser Cafés, in dem ein falsches Wort eine diplomatische Krise auslösen kann. Sie sperren einen in die glühende Stille eines ägyptischen Grabes, wo nur das flüsternde Alt-Arabisch der Hieroglyphen den Weg ins Freie weist. Die Lehrer sind ebenso rätselhaft wie ihre Methoden: ein Mönch, der Sanskrit als lebendigen Code lehrt, eine Teemeisterin, die mit jeder Geste einen chinesischen Tonfall erklärt. Was ist der wahre Zweck dieser Einrichtung? Wer hat sie gegründet, und warum sucht sie gerade jetzt nach Schülern wie Timo? Zwischen all dem erklingt immer wieder ein verwirrendes Fragment, ein geisterhafter Monolog an den Mond, der sich in Timos Gedanken einnistet. Sind es Verse aus einem vergessenen Gedicht? Die verirrten Gedanken eines früheren Schülers? Oder eine Botschaft in einer Sprache, die er erst noch lernen muss? Dieses Rätsel ist der Schlüssel zu einem größeren Geheimnis, das tief im Dschungel vergraben liegt, der Legende vom "Schatz der Sprachen". Ein Schatz, der kein Gold ist, aber etwas, das mächtiger ist als alle Reichtümer der Welt. Um ihn zu finden, muss Timo das größte Wagnis eingehen: alles, was er zu lernen glaubte, in einer letzten, alles entscheidenden Prüfung anzuwenden. Die Grenze zwischen Lektion und echter, atemberaubender Gefahr verschwimmt. Wird die Sprache seine Rettung sein oder eine Falle, die von selbst zuschnappt?
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Für euch, o Kinder, blüht das Fest der Feste, was bringt's wohl diesmal? Welch ein Meer von Licht? Könnt ihr's erwarten? Wißt, das Allerbeste, das habt ihr schon. Das ist's: ihr wißt's noch nicht. Was wir zum Spiel, was wir zum Ernst euch geben, als reine Freude gebt ihr's uns zurück. Das ist das Beste, daß es eurem Leben noch Wahrheit ist und ungetrübtes Glück. Noch goldne Früchte trägt an seinen Zweigen für euch der Tannbaum, der im Wintergraun und einsam steht im Wald mit ernstem Schweigen, auf den die goldnen Sterne niederschaun. Wenn ein Glück, wenn ein Haschen nach neuem Glück in irgendeinem Sinne das ist, was den Lebenden im Leben festhält und zum Leben fortdrängt, so hat vielleicht kein Philosoph mehr Recht als der Zyniker: denn das Glück des Tieres, als des vollendeten Zynikers, ist der lebendige Beweis für das Recht des Zynismus. Das kleinste Glück, wenn es nur ununterbrochen da ist und glücklich macht, ist ohne Vergleich mehr Glück als das größte, das nur als Episode, gleichsam als Laune, als toller Einfall, zwischen lauter Unlust, Begierde und Entbehrung kommt. Bei dem kleinsten aber und bei dem größten Glücke ist es immer eins, wodurch Glück zum Glücke wird: das Vergessenkönnen oder, gelehrter ausgedrückt, das Vermögen, während seiner Dauer unhistorisch zu empfinden. Wer sich nicht auf der Schwelle des Augenblicks, alle Vergangenheiten vergessend, niederlassen kann, wer nicht auf einem Punkte wie eine Siegesgöttin ohne Schwindel und Furcht zu stehen vermag, der wird nie wissen, was Glück ist, und noch schlimmer, er wird nie etwas tun, was andre glücklich macht.
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