Wien, die Stadt der Musik, der Kunst und der Geschichte, entfaltet in der Dunkelheit eine besondere Magie. Hier, wo die Vergangenheit in den prachtvollen Fassaden widerhallt und die Moderne in den pulsierenden Straßen lebt, verschmilzt das Nachtleben mit dem kulturellen Reichtum der Stadt. Von der Babenberger Passage bis zum Volksgarten, von den traditionsreichen Kaffeehäusern bis zu den ehrwürdigen Bühnen der Staatsoper und des Burgtheaters, erzählt Wien Geschichten, die nie enden. Begleiten Sie uns auf einer Reise durch Wiens lebendigste Stunden, in denen die Stadt ihre Seele zeigt.
Der Flughafen Wien Schwechat ist der Ausgangspunkt jeder Reise in die österreichische Hauptstadt. Modern und effizient empfängt er Reisende aus aller Welt mit einer Eleganz, die Wien so unverwechselbar macht. Der City Airport Train, eine der schnellsten Verbindungen in die Innenstadt, bringt die Gäste in nur 16 Minuten ins Herz der Stadt. Dort erwartet die Besucher eine Mischung aus historischer Pracht und urbaner Dynamik. Die Straßen und Plätze, die von der U-Bahn durchquert werden, sind die Lebensadern Wiens, jede Station offenbart ein neues Kapitel. Vom Stephansplatz bis zur Kärntner Straße öffnet sich eine Welt, die gleichermaßen vertraut und aufregend ist.
Der Naschmarkt, der sich entlang der Wienzeile erstreckt, ist das pulsierende Herz der Stadt. Hier treffen die Aromen von frisch gebackenem Brot und orientalischen Gewürzen auf den Duft von Kaffee und süßen Mehlspeisen. Tagsüber ist der Markt ein Ort der Begegnung, an dem Einheimische und Touristen gleichermaßen in das bunte Treiben eintauchen. In den umliegenden Straßen, wie der Schleifmühlgasse, finden sich kleine Galerien und Designerboutiquen, die den kreativen Geist Wiens widerspiegeln. Am Abend verwandeln sich die Bars und Restaurants des Naschmarkts in lebendige Treffpunkte. Der Spritzer, ein erfrischendes Getränk aus Weißwein und Mineralwasser, wird zum Inbegriff des Wiener Lebensgefühls. Ein Besuch in der Wein & Co Bar, mit ihrer beeindruckenden Auswahl an erlesenen Tropfen, rundet das Erlebnis perfekt ab.
Die Wiener Clubszene bietet einen unvergleichlichen Mix aus Stil und Energie. Die Babenberger Passage, versteckt unterhalb der Wiener Ringstraße, beeindruckt mit ihrem futuristischen Design und einer Atmosphäre, die von rhythmischen Beats erfüllt ist. Nur einen kurzen Spaziergang entfernt, lädt der Volksgarten zu einem anderen, doch ebenso intensiven Erlebnis ein. Hier tanzen Besucher unter freiem Himmel, umgeben von der historischen Kulisse des Burggartens, während elektronische Musik die Nacht bestimmt. Die strenge Türpolitik beider Clubs unterstreicht die Eleganz, die Wien auszeichnet. Die Nächte in diesen Clubs sind mehr als nur Unterhaltung, sie sind ein Eintauchen in eine Welt, die alle Sinne anspricht.
Wenn die ersten Sonnenstrahlen Wien berühren, öffnet das Robert Goodmans seine Türen für die Nachtschwärmer der Stadt. Hier verschmilzt die Energie der Nacht mit der Ruhe des Morgens. Elektronische Musik füllt die Räume, während das Frühstücksbuffet eine Hommage an die Wiener Küche darstellt. Schnitzel, Tafelspitz und frische Backwaren laden dazu ein, die Nacht stilvoll ausklingen zu lassen. Für die, die noch nicht genug haben, bieten die Räume unterhalb des Lokals Platz für weitere Stunden voller Musik und Begegnungen. Die Afterhours in Wien sind kein Abschluss, sie sind ein Neubeginn, ein Übergang von der Dunkelheit zum Licht, der die einzigartige Energie der Stadt widerspiegelt.
Die Kaffeehäuser Wiens sind weit mehr als Orte des Kaffeetrinkens, sie sind kulturelle Monumente, die die Geschichte und den Geist der Stadt prägen. Das Café Central, ein Juwel dieser Tradition, war einst der Treffpunkt von Intellektuellen wie Sigmund Freud, Stefan Zweig und Leo Trotzki. Hier wurden Ideen geboren, die die Welt veränderten, Gespräche geführt, die den Lauf der Geschichte beeinflussten. Die schweren Samtvorhänge, die Marmortische und das gedämpfte Licht schaffen eine Atmosphäre, die sowohl zum Verweilen als auch zum Nachdenken einlädt. Regelmäßige Lesungen und kleine Konzerte machen die Kaffeehäuser zu lebendigen Zentren des kulturellen Lebens. Ein Besuch in einem dieser Häuser ist nicht nur ein Genuss, sondern eine Reise in die Seele Wiens.
Die Wiener Staatsoper und das Burgtheater sind kulturelle Institutionen und Tempel der Kunst, die Geschichten erzählen, Geschichten die die Zeiten überdauern. Die Staatsoper, ein architektonisches Meisterwerk, war Schauplatz unvergesslicher Uraufführungen wie „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss. Ihre Inszenierungen verbinden Tradition mit Innovation und ziehen Besucher aus aller Welt an. Hier erlebt man nicht nur Aufführungen, sondern auch die lebendige Magie einer Vergangenheit, die in jedem Detail des Hauses spürbar bleibt. Legendäre Dirigenten wie Herbert von Karajan haben hier neue Maßstäbe gesetzt und Momente geschaffen, die unvergesslich bleiben. Das Burgtheater, eines der ältesten Sprechtheater Europas, beeindruckt mit seiner eindrucksvollen Vielfalt. Es bringt klassische Stücke wie Schillers „Kabale und Liebe“ und „Die Räuber“ ebenso auf die Bühne wie zeitgenössische Werke von Elfriede Jelinek, die mit ihren pointierten Texten die Moderne prägen. Unter den funkelnden Kronleuchtern entfaltet sich eine tief berührende Atmosphäre. Die Stimmen der Schauspieler füllen die ehrwürdigen Hallen mit Geschichten, die Tradition und Innovation verschmelzen lassen. Diese beiden Bühnen sind Orte der Inszenierung, sie sind lebendige Monumente der Wiener Kultur. Die Geschichten, die hier erzählt werden, und die Kunst, die hier gelebt wird, machen deutlich, warum Wien seit Jahrhunderten als Zentrum der Kunst und Kultur gefeiert wird.
Wenn die Nacht dem Tag weicht, verabschiedet sich Wien mit einer Eleganz, die tief berührt. Die Erinnerungen an die Stunden in der Babenberger Passage, die Gespräche im Café Central und die Melodien der Staatsoper bleiben lebendig. Wien ist eine Stadt, die mehr gibt, als sie nimmt, eine Stadt, die inspiriert und bereichert. Der Abschied mag schwerfallen, doch das Versprechen, zurückzukehren, macht ihn leichter. Denn Wien ist eine Erfahrung, die unvergessen bleibt. Wien ist eine Stadt, die nie aufhört, ihre Geschichten zu erzählen.
Abseits der bekannten Pfade entfaltet Wien unzählige Geschichten, die darauf warten, entdeckt zu werden. Die Umgebung des Naschmarkts, mit ihren kleinen Gassen, kreativen Galerien und idyllischen Cafés, bietet eine einladende Flucht aus dem Trubel der Stadt. Hier vermischen sich Kunst und Entspannung, während die Straßen eine Mischung aus Moderne und Tradition widerspiegeln. Die Kaffeehäuser, tief verwurzelt in der Geschichte Wiens, sind wahre Zeitkapseln, die von berühmten Gästen wie Sigmund Freud und Stefan Zweig geprägt wurden. Diese Orte machen die Vergangenheit greifbar und lebendig. Die Bühnen der Wiener Staatsoper und des Burgtheaters sind weit mehr als nur Orte der Aufführung. Sie sind erfüllt mit den Stimmen und Träumen derer, die hier gelebt, gearbeitet und ihre Kunst zum Leben erweckt haben. Beide Institutionen fungieren als Zeitzeugen, die die Seele und das kulturelle Herz Wiens widerspiegeln. Wien ist eine Stadt der Details, ein Ort, an dem jede Ecke, jede Melodie und jedes Gespräch neue Geschichten offenbart. In den unzähligen kleinen Schätzen, die abseits der Hauptattraktionen zu finden sind, zeigt sich die wahre Essenz dieser Stadt, die Vergangenheit und Gegenwart in perfekter Harmonie vereint.
Wien ist lebendiges Gesamtkunstwerk, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in vollkommener Harmonie verschmelzen. Jede Gasse, jedes Gebäude und jeder Ort trägt eine Geschichte in sich, die darauf wartet, entdeckt zu werden. Die prunkvollen Säle der Wiener Staatsoper und des Burgtheaters erzählen von der Größe künstlerischer Meisterwerke, die die Zeit überdauern. Hier, wo die Stimmen von Opernsängern und Schauspielern die Luft erfüllen, gewahrt man die Magie, die nur Orte mit solch tief verwurzelter Geschichte ausstrahlen.
Doch Wien ist ebenso eine Bühne für Hochkultur. Es ist eine Stadt, die in ihren Straßen und Märkten das pulsierende Leben feiert. Der Naschmarkt ist ein leuchtendes Beispiel für diese Lebendigkeit. Zwischen den Ständen voller exotischer Gewürze, frischer Produkte und internationaler Köstlichkeiten mischen sich Stimmen aus aller Welt. In den umliegenden Gassen entfaltet sich der kreative Geist Wiens mit kleinen Galerien und entzückenden Cafés, die einladend wirken und inspirieren.
Die Kaffeehäuser sind die Seele dieser Stadt, Orte der Muße und der Inspiration. In ihren stillen Ecken wurden Ideen geboren, die die Welt veränderten. Von Sigmund Freud, der hier seinen Gedanken nachhing, bis hin zu Stefan Zweig, der in diesen Räumen Geschichten für die Ewigkeit schrieb – die Kaffeehäuser sind Zeitkapseln, die die Traditionen und den Geist Wiens bewahren. Sie laden dazu ein, einen Moment innezuhalten, den Duft von frisch gemahlenem Kaffee einzuatmen und die Atmosphäre aufzusaugen, die Geist und Seele gleichermaßen nährt.
Die Nächte in Wien, von der Eleganz der Babenberger Passage bis zur elektrisierenden Energie im Volksgarten, sind Ausdruck einer Stadt, die niemals schläft. Hier treffen Menschen aus aller Welt aufeinander, vereint durch die universelle Sprache der Musik und der Freude. Während die ersten Sonnenstrahlen die Stadt in ein goldenes Licht tauchen, zeigt Wien seine andere Seite – ruhig, majestätisch und zeitlos.
Wien ist ein Ort, der mehr gibt, als er nimmt. Es ist eine Stadt, die inspiriert, die ihre Besucher mit Geschichten, Klängen und Eindrücken bereichert, die lange nachwirken. Jeder, der hier war, trägt die Magie Wiens für immer in seinem Herzen. Und während der Abschied schwerfällt, ist er nie endgültig. Wien bleibt eine Einladung, eine Verheißung, ein Versprechen, immer wieder zurückzukehren, um neue Kapitel in einer Stadt zu entdecken, die niemals aufhört, Geschichten zu schreiben.
Mit herzlichem Dank für Ihre Aufmerksamkeit und einem Gruß aus Wiens zeitlosen Straßen,
Ihr Reisender durch Geschichte und Moderne.
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
Quellenangaben:
Inspiriert von der Eleganz Wiener Kaffeehäuser und den funkelnden Lichtern der Wiener Nächte.
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Venedigs Feste beginnen im Januar mit der Regatta delle Befane, bei dem erwachsene Hexen um die wette rudern. Im Februar dann der berühmte Carnevale di Venezia (Beginn ca. 14 Tage vor Aschermittwoch) mit Maskenbällen, Theateraufführungen und buntem Treiben auf Gassen und Plätzen. An einem der Märzsonntage Su e zo per i ponti, ein Volkslauf über die Brücken. Am 25. April findet das Festa di San Marco mit einer eindrucksvollen Prozession, einem feierlichen Hochamt in der Basilika, Gondelrennen auf dem Canale Grande und Volksfest auf dem Markusplatz statt. Im Mai ist das Festa della Sensa – „Vermählung mit dem Meer“- sehenswert mit historischer Flottenfahrt von San Marco zum Lido. Mitte Mai: Vogalonga: Rudermarathon auf dem Canale Grande. Von Mitte Juni bis Anfang November findet alle ungeraden Jahre die Kunstbiennale statt. Im Juli Regatta di Murano: Malerischer Gondelwettkampf auf den Kanälen der Glasbläserinsel. Am 3. Julisonntag Festa del Redentore: farbenprächtiges Volksfest mit lampiongeschmückten Booten, Musik, Essen, Trinken und Feuerwerk zur Erinnerung an das Ende der Pest. Erster Sonntag im August: Volksfest und Regatten von Treporti und Pellestrina. Am ersten Septemberwochenende findet die Regata Storica statt. Eine Regatta historischer Boote mit Besatzungen in traditionellen Kostümen auf dem Canale Grande. Außerdem die internationalen Filmfestspiele von Venedig im Palazzo del Cinema auf dem Lido. Am dritten Septembersonntag Ruderregatta von Burano: historische Regatta mit anschließendem Polenta- und Fischessen. Erster Sonntag im Oktober. Weinfest auf Sant’Erasmo mit Musik, Tanz, Schlemmen und Ruderregatta. Ende Oktober Venice Marathon. Am 21.11. Festa della Madonna della Salute. In Erinnerung an das Pestgelübde von 1630 Prozession über die Pontonbrücke von S. Maria del Giglio zur Salute-Kirche. Dies Labyrinth von Brücken und von Gassen, Die tausendfach sich ineinander schlingen, Wie wird hindurchzugehn mir je gelingen? Wie werd ich je dies große Rätsel fassen? Ersteigend erst des Markusturms Terrassen, Vermag ich vorwärts mit dem Blick zu dringen, Und aus den Wundern, welche mich umringen, Entsteht ein Bild, es teilen sich die Massen.
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Das ist ganz natürlich, erklärte der Doctor. Die französischen Bauern haben beim ersten Erscheinen der Ballons auf dieselben geschossen, weil sie sie für Ungeheuer der Lüfte hielten. Ein Sudanischer Neger hat also wohl ein Recht, die Augen weit aufzureißen. Ich möchte mir wohl einen Spaß mit ihnen machen, sagte Joe, während der Victoria hundert Fuß hoch über einem Dorfe hinstreifte. Mit Ihrer Erlaubniß, Herr Doctor, will ich den Kerlen eine leere Flasche hinwerfen; wenn sie heil unten ankommt, werden sie sie anbeten; zerbricht sie, so werden sie sich Amulette aus den Stücken machen! Der Victoria lavirte förmlich in der Luft. Bald nach Norden, bald nach Süden geworfen, konnte er keine beständige Luftströmung antreffen. Im Mittelmeer wurde die halblegale Praxis der Kaperfahrt, die dem Missbrauch und der Willkür Tür und Tor öffnete, nicht nur von christlichen Fürsten und den aufstrebenden Handelsmetropolen wie der Republik Venedig bis weit in die Neuzeit hinein betrieben, sondern auch von den Malteser-Ordensrittern und den moslemischen Herrschern Nordafrikas. Hierbei spielte neben dem Raub auch die Erbeutung von Sklaven sowie die Erpressung von Tribut- und Lösegeldzahlungen eine wichtige Rolle. Die Korsaren der moslemischen Barbareskenstaaten stellten besonders seit dem 16. Jahrhundert eine Bedrohung für den Seehandel und die Küsten des gesamten Mittelmeeres und für Teile des Atlantiks dar. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Barbaresken durch die Flotten verschiedener europäischer Nationen und der US Navy endgültig besiegt. Seine Kameraden erzählten die Geschichte etwas anders und sagten,er sei zu betrunken gewesen, um die Waffe sicher führen zu können. Aus solchen Schaden klug geworden organisierte er nun zur Freizeitgestaltung auch Theateraufführungen innerhalb der Garnison und machte erste Erfahrungen mit Jugendgruppen. Bereits früh erkannte er die Fehler, welche die unterentwickelte Briten und nicht wie Menschen mit einer anderen, aber großen Kultur behandelte. Auch unternahm er wieder, nachdem er privat Hindi gelernt hatte, Streifzüge in die Armenviertel.
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Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen, Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende, Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände, Um liebevoll die Liebe zu umfassen. Die Liebe suchte ich auf allen Gassen, Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände, Und bettelte um geringe Liebesspende – Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen. Und nicht zu sagen ist es, mit welcher Liebe ihn die Provinzen alle empfangen würden, die unter dieser Fremdlingsfluth gelitten haben, mit welchem Durst der Rache, mit welcher eisernen Treue, mit welcher Frömmigkeit, welchen Thränen. Welche Thore würden sich Ihm verschließen? welche Völker Ihm den Gehorsam weigern? welcher Neid sich Ihm widersetzen, welcher Welsche Ihm zu folgen zögern? Und dieß sind nun eben solche Dinge, die, neu geformt, einem neuen Fürsten zur Größe und zum Ansehn verhelfen. Jeden stinkt diese Barbarenherrschaft an. Man muß daher diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, damit Italien, nach so viel Jahren, seinen Erlöser erscheinen sehe. Hierax winkte aber nur mit der Hand ab, aß, trank und plauderte und ließ nur hie und da eine Bemerkung fallen, als ob die vortreffliche Einrichtung von mächtigen Feinden bedroht wäre. Man habe ja zu leben, aber so wie am Sonntag gehe es doch nicht alle Tage. Die Bestellung des Gartens, besonders das Wasserschöpfen, sei in dieser Wüstenei eine mühsame Sache. Hierax erwiderte, er wäre ja eben gekommen, um alle diese Dinge zu untersuchen, und die Herren sollten sich nur getrost auf den gerechten Sinn des Herrn Erzbischofs verlassen. Der Herr Propst und die alten Herren seien freilich die reinen Müßiggänger. Die jüngeren Mönche aber müßten wochentags oft arbeiten wie Bauern oder Handwerker. Ob die feinere Sitte, ob das Familienleben, ob Sparsamkeit und Ordnungsliebe dabei gewinnen? Das mögen gelehrte Herren, Statistiker, Pädagogen und so weiter entscheiden. Hierzu kommt noch das stets mehr überhandnehmende Tabakrauchen, ohne welches der größte Teil der Männer jetzt nicht mehr leben und das er doch in Gegenwart der Frauen oder in dem unseligen Salon nicht verüben kann.
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Der Friedhof schlief nicht, seine Dunkelheit erhob sich aus der Tiefe. Eine feuchte Kälte kroch aus dem nassen Gras, schlich unter den Saum des Mantels, der seinen Träger verbarg. Dort, am Rand des Grabfeldes, legte die Nacht ihre Finger um Gedanken, ein kalter, fester Griff. Regen hatte den Boden erweicht, ein schwerer, erdiger Geruch stieg auf, vermischt mit dem leisen Wispern des Windes zwischen verwitterten Steinen. Ein Suchenden stand dort, getrieben von einer jahrzehntelangen Obsession nach dem Unsichtbaren, dem Jenseits des Hörbaren. Er trug eine kleine Metallflöte, eisig kalt, das Werkzeug seiner hoffnungslosen Sehnsucht. Nur ein Klang, tief aus der Erde, wird das Tor öffnen. Er hob das Instrument an seine Lippen. Die Luft erzitterte. Die Erde unter ihm bebte. Ein Pulsieren stieg aus dem Boden, eine erste, kaum vernehmliche Vibration. Dann mehr. Stimmen formten sich, anfänglich ein Wispern, dann ein aufsteigendes Raunen. Schatten lösten sich, schwebten über die nassen Steine, glitten durch den kühlen Nebel. Sie schimmerten, pulsierten, zitterten, als begriffen sie ihre Existenz in dieser neuen Form. Ein Tanz brach los, ein Strom aus Klang und Bewegung. Die Stille zerbarst. Die Erscheinungen verschmolzen mit den Tönen, jede Note ein Faden, der sie an das Jetzt band, weder lebendig noch tot, sondern eine Schöpfung jenseits der Zeit. Doch inmitten dieser Symphonie, die sich über die Gräber erhob, zerriss ein dissonanter Akkord die aufkeimende Harmonie. Die Töne kippten, die Ordnung zerfiel. Die Wesen verwandelten sich, wuchsen über ihre Grenzen. Ein Zittern durchfuhr die Luft, eine unbekannte Frequenz, eine unvorhergesehene Kraft. Ihre Stimmen überschlugen sich, wurden zu Klagen, die in Wellen auf den Spielenden einschlugen. Ein tiefer Druck schnürte die Brust ab. Ein Dröhnen erschütterte die Grabsteine. Steine brachen, fielen. Die Erde öffnete sich. Kein Spalt, kein Riss, sondern ein schwarzer Schlund, tief und endlos, aus dessen Innerem ein Urschrei aus einer Zeit vor den Menschen drang. Die Schatten zerfielen, tropften zu Fäden, die in den Abgrund gesogen wurden. Die Dunkelheit formte sich aus ihnen, wuchs, dehnte sich aus, wurde zu einem Wesen ohne Namen. Eine unsichtbare Kraft hielt den Suchenden fest. Er war sein Geschöpf, sein Schlüssel. Ein letzter Ton durchschnitten die Luft, ein Opfer, das die Wesen und das namenlose Etwas in den Riss zog. Die Ruhe kehrte zurück, doch sie war nicht ewig. Etwas war geblieben. Unsichtbare Narben zogen sich über die Suchenden, glühten leise, pulsierten in einem Rhythmus, den nur er hörte. Die Welt hatte sich verschoben, der Riss nicht geschlossen. Und dann?
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Steingrün schlief nie wirklich. Nachts, wenn der Nebel wie Spinnweben zwischen den Fachwerkhäusern hing, erzählten die alten Balken Geschichten von Angelegenheiten, die besser ungesagt blieben. In einer dieser Nächte, der Mond versteckte sich hinter Wolken wie ein Dieb hinter seiner Maske, begann alles mit einem quietschenden Bett, einer hastigen Hand und einer Flasche Öl, die zu laut auf dem Nachttisch aufschlug. Die Luft roch nach Angst und altem Holz, sie verwandelte ihn in eine lebendige Skulptur, Mehl auf der Haut wie ein zweites Skelett, Öl, das sich in seine Poren fraß. Draußen näherten sich Schritte, schwer und bestimmt, jedes Knirschen des Kieses ein Taktstock, der den Countdown dirigierte. Was tut ein Mann, wenn er zur Statue erstarrt? Atmet er noch? Zittert er schon? Oder wird er real zu Stein, bis nur noch die Angst in ihm pulsiert? Dann die Tür. Das Licht des Flurs schnitt eine schmale Silhouette aus, breit wie eine Tür, hart wie das Beil in ihrer Hand. Die Frage hing im Raum wie ein ungesprochenes Urteil: Was'n das? Eine Antwort, geflüstert mit Honig auf den Lippen, aber Eisen in der Stimme: Moderne Kunst, Schatz. Kunst, die nach Panik und Weizenmehl roch. Kunst, deren Herz so wild schlug, dass es das Mehl von ihren Armen hätte pudern müssen. Die Nacht dehnte sich, wurde zu etwas Bizarrem, als der vermeintliche Betrogene zurückkehrte, nicht mit Wut, nicht mit Fragen, sondern mit einem Sandwich und einem Bier. Bei den Lehmanns gab's nix zu essen. Ein Satz, der alles auf den Kopf stellte. War es Dummheit? Güte? Oder ein Spiel innerhalb des Spiels, bei dem nur einer die Regeln kannte? Irgendwo im Dorf rief eine Eule, als die Statue begriff, dass die größten Geheimnisse nicht in Worten, sondern in dem Raum zwischen ihnen lauern. In einem Kühlschrank, der um Mitternacht quietscht. In einem Lächeln, das zu viel weiß. In Mehl, das wie Schnee auf den Schultern eines Mannes liegt, der unvermittelt begreift, dass die komischsten Wahrheiten keine Zuschauer, nur Mitspieler brauchen. Und jetzt? Jetzt tropft das Bier auf seinen Fuß. Jetzt zuckt sein Mund. Jetzt fragt er sich - und Sie vielleicht auch: Wer beobachtet hier eigentlich wen? Bitteschön. Ich hab bei den Meiers 3 Tage im Schlafzimmer gestanden, mir hat keiner was zu essen gegeben. Errare humanum fatal.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Jäger vor einem prasselnden Feuer. Cyrus Smith und der Reporter waren anwesend. Seinen Cabiai in der Hand sah Pencroff Einen nach dem Anderen staunend an. Nun ja, mein wackerer Freund, sagte endlich der Reporter, das ist Feuer, wirkliches, leibhaftiges Feuer, über dem das schöne Stück Wild da zu unserer Erquickung bald genug braten soll. Die Sonne hatte die Hitze geliefert, über welche Pencroff sich so sehr verwunderte. Der Seemann wollte kaum seinen Augen trauen, und kam vor Erstaunen gar nicht dazu, den Ingenieur darüber zu befragen. Dabei wies er den Apparat vor, der ihm als Linse gedient hatte. Faraglioni vor Capri: Leuchtfeuer aus Kalkstein - Feuer an verschiedenen Orten der Stadt angelegt. Wo Feuer ist, da ist auch Wind; der erhub sich sehr stark u. trieb von der Kirche übers Schloß. Da fing auch der Siebenspitzige Turm mit an, u. das Feuer drang aus demselben in den Lederboden, wo Holz und brennende Materie genug war. Von allen kurfürstlichen Gebäuden unter der Schösserei u. im Hahnewalde, die nach Beschaffenheit derselben Zeit schön waren, wurden Aschehaufen. Von der Stadt aber, in- u. außerhalb der Ringmauer, blieb nichts übrig, als das Crucifix auf dem Kirchhofe, so Gott auch diesmal erhalten, ferner des Wildpretwärters Haus am Kurfürstlichen Tiergarten, die kleine Begräbniskirche u. dazu noch eine niedrige Hütte am Altstädter Wege. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben.
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Golfurlaub - Aktivurlaub, das Internetmagazin mit tollen Reise- und Ausflugsangeboten, Informationen für Exkursionen und Erholung in Europa, Asien und Amerika, günstige Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Zimmer buchen. Preiswert übernachten mit unseren Empfehlungen. Berichte, die Ihren Urlaub zu einem faszinierenden Erlebnis mit Spaß und Erholung machen. Genießen Sie die zahlreichen touristischen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.