Eine längere Reise des Königs in das Erzgebirge und die Industriestädte wurde durch einen Besuch des Kaisers von Österreich unterbrochen, welcher von seiner Zusammenkunft mit dem Prinzregenten von Preußen in Teplitz nach Pillnitz kam. Der preußischen Expedition nach Ostasien gab die sächsische Regierung zur Vertretung der Interessen des Handels und der Industrie S-s einen besondern Commissar bei. Am 29. November wurde die Zweigeisenbahn Koßwig-Meißen eröffnet. Die Frage der Revision der Bundeskriegsverfassung gab Sachsen Anlaß zu mehren Staatsschriften vom 19. Jan. und 24. Febr., in welchen das Verlangen Preußens nach durchgreifenden Verbesserungen und Theilung des Oberbefehls zwischen Preußen und Österreich abgelehnt wurde. Dagegen traten militärische Bevollmächtigte der Staaten des 7., 8., 9. und 10. Bundesarmeecorps am 30. Juli in Würzburg zusammen und vereinigten sich unterm 5. Aug. zu dem Entwurf einer Convention für die Eintheilung, Führung und eventuell vorbereitende Aufstellung des 7., 8., 9. und 10. Bundesarmeecorps bei einem ausbrechenden Kriege; derselbe setzt fest, daß für diese Corps im Kriegsfall ein gemeinschaftlicher Oberbefehlshaber ernannt werden soll, enthält Bestimmungen zur Vermehrung der Schlagfertigkeit und beschleunigten Sammlung der Streitkräfte etc. Eine spätere gleichfalls in Würzburg versammelte militärische Conferenz (22. Mai 1861) war bestimmt die Grundzüge der Convention näher auszuführen. Aufsehen erregte die Auslieferung des ungarischen Flüchtlings Grafen Ladislaus Teleki an die österreichische Reaierung (Dec. 1860), welche auf Grund vertragsmäßiger Bestimmungen nicht zu verweigern war, jedoch nicht ohne die vorher erlangte Gewißheit erfolgte, daß dem Ausgelieferten keine erhebliche Strafe treffen werde. Am 6. Nov. 1860 wurde der 10. ordentliche Landtag eröffnet und blieb bis 7. Aug. 1861 versammelt. Eine Reihe der wichtigsten und einflußreichsten Gesetze wurden von ihm berathen. Aus Anlaß einer Verwilligung von 7000 Thlrn. für Regulirung des Elbstroms wurde ein Antrag auf Ordnung der Elbzölle angenommen, in Dresden und Riesa werden Ein- und Ausschiffungsplätze hergestellt. Die bei Gelegenheit der Berathung über das Budget des Ministeriums des Innern zur Sprache gekommene Führung von Conduitenlisten über die Glieder der städtischen Corporationen gab Anlaß zu heftigen Angriffen gegen die Regierung und es wurde Abstellung zugesichert. Das (mit dem 1. Januar 1862 in Wirksamkeit tretende) Gewerbegesetz basirt wesentlich auf dem Grundsatze der Gewerbefreiheit, beschränkt die concessionspflichtigen Gewerbe auf eine sehr geringe Anzahl (darunter die Preßgewerbe, Gastwirthschaften, Mäkler) und macht die Berechtigung zum selbständigen Gewerbebetrieb im Allgemeinen nur abhängig von einer Anmeldung bei der Obrigkeit und dem 24. Lebensjahre; Zunft-, Lehr- und Wanderzwang sind aufgehoben. Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Gewerbegesetz stehen ein Gesetz die Entschädigung für Wegfall gewisser Verbietungsrechte betreffend und ein Gesetz die Errichtung von Gewerbegerichten betreffend. Um dem mobilen Vermögen und der Arbeit neben dem Grundbesitz eine größere Betheiligung bei der ständischen Vertretung zu verschaffen, wurde ein neues Wahlgesetz und ein Gesetz einige Abänderungen der Verfassungsurkunde betreffend verabschiedet, welche auch Unangesessene wahlfähig und wählbar machen, die zweite Kammer um fünf weitere Vertreter des Handels- und Fabrikstandes vermehren, den Census für die Wahlen herabsetzen und Vereinfachungen des Wahlverfahrens festsetzen. Zu dem Entwurfe eines bürgerlichen Gesetzbuchs, welches im Laufe der letzten Jahre unter Betheiligung von Commissaren auch den thüringischen Regierungen von einer hierzu bestellten Commission vorberathen worden war, und zu dem allgemeinen deutschen Handelsgesetzbuch ertheilten die Kammern ihre Zustimmung; dagegen wurde der Entwurf einer Kirchenordnung, nachdem ihn die erste Kammer vielfach amendirt hatte, von der Regierung zurückgezogen.
Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon
Band 14
Altenburg 1862
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Ein eisiger Wind peitschte gegen die vernagelten Fensterläden, während in der stickigen Küche ein ungleicher Kampf tobte, nicht an der Front, sondern zwischen einer zitternden alten Frau und einer fast leeren Zuckerdose. Die kupferne Dose glänzte trügerisch im flackernden Licht der Petroleumlampe, ihre wenigen verbliebenen Kristalle glühen im letzten Widerstand gegen die Kriegswirren. Drei Kinder saßen regungslos am knarrenden Holztisch, ihre Augen fixierten die winzigen weißen Körnchen, die wie gefrorene Tränen über den Löffel der Großmutter rieselten. Jedes Kristall knisterte beim Aufprall auf den dampfenden Kamillentee, ein Geräusch so kostbar wie das Lachen in besseren Tagen. Draußen dröhnten die Motoren der Lastwagen, die wieder einmal junge Männer zur Bahnstation karrten - doch hier, in diesem Augenblick, existierte nur die alchemistische Verwandlung von Bitterkeit in Süße. Plötzlich erstarrte die kleinste Hand mitten der Bewegung. Ein ungewohntes Geräusch hatte sich zwischen das Knacken der Holzscheite und das ferne Artilleriedonnern geschlichen. Etwas Kratzendes, Schabendes an der Hintertür. Die Großmutter legte einen faltigen Finger auf ihre Lippen, während der Zucker in den Tassen unberührt weiter schmolz. Die Standuhr im Flur schien auszusetzen, als das Geräusch wiederkehrte - diesmal begleitet von einem Stöhnen, das weder Mensch noch Tier zuzuordnen war. Die Teetassen begannen unerklärlich zu zittern, obwohl keine Hand sie berührte. Die Zuckerlösung bildete winzige Wirbel, als würde etwas Unsichtbares darin rühren. Die Lampe flackerte wild, warf tanzende Schatten an die Wände, die sich zu Gestalten formten, die niemand benennen mochte. Als die älteste Hand sich endlich zur Türknäuel erhob, war da nur noch der eisige Wind... und ein einzelner, perfekter Zuckerkristall auf der Schwelle, der nicht von der Dose stammen konnte. Er glitzerte seltsam bläulich im Mondlicht, pulsierend wie ein winziges Herz. Die Abstraktion verfliegt schneller, die Minuten entfliehen, ungerecht entlaufen die vergangenen Millisekunden, es ist Mitternacht, das Jahr 1916 ist Historie.
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Tief eingebettet in die schweigenden Täler des Erzgebirges liegt ein Land, in dem die Zeit einen anderen Takt schlägt, einen Rhythmus aus fallenden Spänen und dem leisen Flüstern uralter Bäume. Hier, wo der Duft von frischem Holz in der Luft liegt und das Echo längst vergangener Tage in den Werkstätten nachklingt, beginnt eine Reise in das Herz eines Mysteriums. Es ist ein Ort, an dem die Hände der Handwerker formen, und die Erinnerungen bewahren, Erinnerungen an eine Epoche, in der unterirdische Gänge dunkle Geheimnisse bewahrten und das Holz aus den Bergwerken Zeuge ungesagter Wahrheiten wurde. Wer hätte gedacht, dass in der präzisen Arbeit eines Tischlers oder im geschickten Griff eines Schreiners Spuren zu finden sind, die weit über das Sichtbare hinausgehen? Jeder Hobelstrich, jedes gefasste Gelenk birgt ein Stück einer Geschichte, die sich über Jahrhunderte erstreckt, von den Tiefen der silberreichen Erde bis zu den filigranen Kunstwerken, die heute die Welt verzaubern. Doch was geschah wahrlich, nachdem die Bergwerke verstummten und die Menschen sich neu erfanden? Welche unerzählten Geschichten liegen in den Maserungen alter Möbel verborgen, die einst von erfahrenen Schreinern gefertigt wurden? Man sagt, in Seiffen tanzen die Späne zum Klang der Werkzeuge, aber genauso im Rhythmus des alten Liedes, das von jenen gesungen wurde, deren Leben untrennbar mit dem Berg, dem Wald und seinen Gaben verbunden war. Doch dieses Lied ist eine Melodie, die von Herausforderungen und Entscheidungen erzählt, die das Schicksal einer ganzen Region prägten. Olbernhau, mit seinen stillen Museen, scheint die Antworten zu bewahren. Dort, wo die Exponate mehr sind als nur Ausstellungsstücke, sondern Zeugen eines unbändigen Schaffenswillens, offenbaren sich Verbindungen zwischen der rauen Arbeit unter Tage und der zarten Kunst des Drechselns. Aber was, wenn die Museen nicht alles preisgeben? Was, wenn hinter den geschliffenen Oberflächen und den perfekt ausgeführten Arbeiten ein Echo liegt, das nach seinem Ursprung sucht? Und Annaberg-Buchholz, die selbstbewusste Bergstadt, birgt sie den Schlüssel zu einem tieferen Verständnis? Ihre Geschichte vom Übergang des Holzes vom Bau der Minen zum kunstvollen Schnitzwerk, ein Zeugnis menschlicher Anpassungsfähigkeit, doch zu welchem Preis? Welche Opfer wurden gebracht, welche Geheimnisse hüteten die Tischler jener Zeit, um das Überleben ihrer Familien und ihrer Gemeinschaft zu sichern? Wer genau lauscht, der vernimmt womöglich noch das Knistern eines alten Kamins, in dem Bergbauholz verbrannte und mit jeder Flamme ein winziges Stück einer verborgenen Wahrheit preisgab. Bist du bereit, diese Spuren zu verfolgen?
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sich mit einer der Flinten bewaffnend, ich muß Ihnen helfen, Herr Dick, oder das nimmt kein Ende. Der Elephant blieb stehen, richtete seinen Rüssel empor und nahm in aller Schnelligkeit seinen Lauf nach dem Walde wieder auf; er schüttelte seinen ungeheuren Kopf, und das Blut begann in Strömen aus seinen Wunden zu fließen.
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Zwölf winddürre Musiker schlendern herein; blind Fiedelweib holpert wohl hintendrein. Da schleppt der Hanswurst, in buntscheckiger Jack', den Totengräber huckepack. Es tanzen zwölf Klosterjungfrauen herein; die schielende Kupplerin führet den Reihn. Es folgen zwölf lüsterne Pfäffelein schon, und pfeifen ein Schandlied im Kirchenton. In der Mitte befindet sich das Wappen des Abtes; die Frauen zu beiden Seiten der Pyramide stellen den Frühling (Blumen) und den Herbst (Früchte) dar. Der Sommer (Erntefest der Musikanten) und der Winter (holztragende Gestalten) befinden sich unterhalb der beiden Baldachine am Ende des Freskos. Diese Verbindung zwischen den Jahreszeiten stellt einen Bezug zu der tragenden Säule des zisterziensischen Klosterlebens, der Landwirtschaft, dar. Das Fresko wurde 1938, 1947 und 2005 restauriert. Wieder Frost zwischen Kosovo und Serbien. Bei einem Einbau gespaltener Naturwerksteine in Natursteinmauern sind die von Steinspaltwerkzeugen hinterlassenen sichtbaren Spuren, wie Keillöcher, verpönt. Für spaltraue Bodenbeläge im Innenbereich werden vornehmlich schiefrige Gesteine, z. B. Alta Quarzit oder auch Solnhofener Platten, ein Kalkstein, verwendet. Beim Verlegen von spaltrauen Natursteinplatten im Außenbereich muss auf ein entsprechendes Gefälle geachtet werden, damit sich keine Pfützen bilden, die bei Frost Rutschgefährdungen darstellen.
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Ein anhaltender Regen verwandelt das Dorf Weißig in eine Welt aus grauem Schimmer und verschwommenen Konturen. Was unter der Sonne alltäglich erscheint, gewinnt im perlenden Niederschlag eine andere, tiefere Dimension. Pfützen werden zu Spiegeln, die nicht die Gegenwart, sondern vergangene Zeiten reflektieren. Das sanfte Rausschen auf dem Asphalt übertönt den Lärm der Moderne und legt eine Schicht Stille frei, unter der etwas anderes zu hören ist: ein Flüstern. Es kommt aus den Mauerritzen der alten Gebäude, aus dem dunklen Wasser des Dorfbachs, aus dem moosbedeckten Pflaster der Südstraße. Dieser Ort bewahrt seine Geheimnisse nicht in Archiven, sondern in der feuchten Atmosphäre zwischen Regentropfen. Die Reise beginnt mit einer einfachen Geste: dem Griff zum Regenschirm. Was folgt, ist kein gewöhnlicher Spaziergang, sondern eine Initiation. Ein alter Mann in einem Gasthof, dessen Augen die Geschichte des gesamten Ortes zu kennen scheinen, wird zum Torwächter. Er spricht von einem Theater, das mehr ist als ein Theater - ein privates Königreich der Kunst, erschaffen von einer schillernden Figur, einem Principal mit einer Stimme wie rollender Donner. Doch dieser magische Ort, geboren aus dem Traum eines Mannes, verbirgt sich hinter schlichten Mauern, in einem Gewölbe, das einst Kühen Schutz bot. Die wahre Aufführung, so scheint es, findet zwischen den Zeilen der offiziellen Geschichte statt. Doch Weißigs Erzählung hat zwei Gesichter. Das friedliche Plätschern des Bachs trügt. In seinen polierten Steinen schlummert das Gedächtnis der Zerstörung, das Echo brutaler Hochwasser, die Leben auslöschten. Die Fassaden der Gebäude sind Palimpseste: Unter dem modernen Putz schimmert der verlorene Prunk eines Jugendstil-Ballsaals, der in den Abgründen des Krieges zum Lazarett wurde. Und im Hintergrund agiert die schattenhafte Figur eines "ungekrönten Königs", ein kompromissloser Streiter, der sein Dorf gegen eine übermächtige Stadt verteidigte. Jeder Schritt offenbart neue Widersprüche, neue Fragmente eines riesigen Puzzles. Der Schlüssel zu allem ist ein unscheinbarer, zerknitterter Zettel, überreicht mit einer Geste, die nach Verschwörung schmeckt. Eine einzige Zahl steht darauf. Sie führt in das Herz des stillen Theaters, in eine Stille, die so laut ist wie ein Schrei. Dort, zwischen den leeren Sesseln, wartet die eigentliche Erkenntnis: Die Geschichten sind nicht vergangen. Sie pulsieren im Gemäuer, sie haften in der Luft, sie warten nur darauf, von einem ahnungslosen Besucher gehört zu werden. Diese Suche endet nicht mit der Abreise. Sie vertieft sich. Denn wer einmal dem Flüstern der nassen Steine gelauscht hat, kann es nicht mehr aus seinem Ohr verbannen. Die letzte Frage bleibt im Raum stehen, lange nachdem der Regenschirm geschlossen wurde: Was wirst du hören, wenn du das nächste Mal wirklich zuhörst?
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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An Burgen, die vom Felsen einsam grollen, Aus Waldesdunkel, zwischen Rebenhügeln Vorübergleitend in die duft'ge Ferne, Entwandelt er zum Meer, dem wundervollen, Wo träumend sich die sel'gen Inseln spiegeln Und auf den Fluten ruhn die ew'gen Sterne. Quelle: Joseph Freiherr von Eichendorff. Gedichte 1841 www.zeno.org Die Burgruine selbst dient als Ausgangspunkt für Wanderungen durch das Thayatal. Der Wanderweg Nr. 5, treffenderweise als Kajaweg bezeichnet, führt als kurzer Rundwanderweg entlang einer ein Kilometer langen Strecke. Rund 20 Minuten sollte man für den Weg zumindest einplanen, im Idealfall lieber etwas mehr Zeit nehmen. Alsbald türmt sich vor einem die Burgruine Weißenstein auf, die aus den Quarzfelsen in den Himmel empor zu wachsen scheint. Dazu gehört zunächst das Dresdner Tor, durch welches man von Westen her in das Innere der Stadt eintritt. Das dunkle Gemäuer, umrankt von dem immergrünen Epheu, gewährt ein eigenartiges, ein geradezu malerisches Bild. Denn nur wer aufmerksam beobachtet, stößt möglicherweise auf die prominenten Bewohner des Kajabaches. Der Pandurensteig folgt nun einem kleinen, einspurigen Landsträßchen durch beschauliche Kulturlandschaft und mehrere Hofstellen hindurch. Eine der wenigen noch intakten Edelkrebs-Populationen unseres Landes hat hier nämlich seine Heimat. Also genau hinsehen! Leider vermag man infolge der Verwitterung nicht immer die volle Inschrift zu entziffern. Alle Infos zu diesem Weg und weiterführenden Wanderwegen von der Burgruine ausgehend, gibt es hier. Und natürlich lässt sich die Burgruine auch selbst besuchen und dabei vielleicht die eine oder andere Fledermaus sichten. Ganze 800 Jahre ist sie bereits alt, die Burgruine Kaja, die östlich von Merkersdorf im Nationalpark Thayatal liegt. Das imposante Gebäude wurde hoch oben, auf einem Felsrücken, in exponierter Stellung erbaut. Von 1. Letzner in der Dasselschen Chronik z. B. nennt die Burg Scharzfeld, wohingegen sie Honemann Scharzfels nennt. Mai bis 27. Oktober ist die Burg an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10:00 bis 17:00 geöffnet. Führungen sind gegen telefonische Voranmeldung jederzeit möglich. Einfach bei der Stadtgemeinde Hardegg unter nachfragen. Dasselbe, ein Rest der ehemaligen Stadtmauer, ist noch recht gut erhalten und gibt dem trauten Städtchen ein mittelalterliches Ansehen. Also, auf zu Naturentdeckungen in der Burg und um die Burg!
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