KIEL, DEN 12. OKTOBER
Die Verhandlungen zur Verfassungsrevision sind eine Komödie in fünf Akten, bei der die Schauspieler ihre eigenen Souffleure sind. Die Prinzen rezitieren ihre sorgfältig einstudierten Sorgen um das „Wohl des Landes“. Die Vertreter der Stände nicken, fordern Zugeständnisse, die sie längs geheim zugesichert erhalten haben. Und ich, Geheimrat August Vogler, dienend im Schatten des Herzogs, führe Buch. Nicht das offizielle Protokoll. Dieses hier. Ein Tagebuch der Lächerlichkeit. Heute wiederholte Prinz von Nør sein Mantra: „Reform ja, Revolution nein.“ Ein inhaltsleerer Satz, der alles und nichts bedeutet. Nur Justizrat von Bergs junger Sekretär, dieser Lehmann, schien den Worten nachzuhängen, als wären sie echte Gedanken. Ein Idealist. Die gefährlichste Sorte in einer Maschine, die nur mit Zynismus geschmiert wird.KIEL, DEN 19. OKTOBER
Die Komödie hat einen Toten produziert. Dr. August Feldmann, Arzt, Mitglied der liberalen Vereinigung, wurde heute Morgen am Strand unterhalb der Dünen gefunden. Erschlagen. Der offizielle Bericht spricht von einem Raubüberfall. Seine Börse war leer. Seine Uhr fehlte. Zu bequem. Feldmann war ein Lauter, ein Unbequemer. Er hatte in der letzten Woche einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er die geheimen Absprachen der Prinzen anprangerte. Ein Motiv für einen Raubmord? Sicher. Ein Motiv für einen politischen Mord? Plausibler. Der Herzog hat mich angewiesen, diskret zu ermitteln. Diskret. Das heißt: keine Wellen. Die Wahrheit finden, aber sie niemandem zeigen. Ein seltsames Mandat.KIEL, DEN 25. OKTOBER
Meine Ermittlungen führen in die Salons der Macht. Jeder der beteiligten Prinzen hat ein Motiv, den Fortschritt zu verhindern. Prinz von Nør fürchtet um seine Zolleinnahmen, die eine unabhängige Kammer kürzen würde. Baron von der Lieth hat illegitime Kinder, die er in einer neuen Erbfolge nicht versorgen könnte. Und Graf Rantzau ist in Berlin verschuldet. Die preußische Krone würde eine liberale Verfassung in den Herzogthümern als gefährlichen Präzedenzfall betrachten. Seine Gläubiger haben ihm das klar gemacht. Feldmann wusste von alldem. Er sammelte Beweise. Jemand wusste von seiner Sammlung. Jemand hat ihn zum Schweigen gebracht. Selbst die Depeschen aus Coburg, die ich einsehen konnte, tragen eine unheilvolle Note. Prinz Alberts Angebot der Vermittlung wird hier nicht als Hilfe gesehen. Es wird als Vorwand für eine Intervention gefürchtet. Als Rechtfertigung für härtere Maßnahmen gegen die Unruhestifter. Hat Feldmann diese Depeschen gesehen? Hat er verstanden, dass sein Idol Albert unbeabsichtigt das Messer geschärft hat, das ihn traf?KIEL, DEN 2. NOVEMBER
Clara Feldmann vertraut mir. Sie glaubt, ich suche die Wahrheit über ihren Vater. Sie ahnt nicht, dass mein Auftrag ist, die Wahrheit zu begraben. Sie gab mir Feldmanns Notizbuch. Es ist eine Bombe. Es listet Zahlungen an mehrere Prinzen aus geheimen preußischen Fonds auf. Bestechung. Es erwähnt auch den Sekretär Lehmann. „Ein möglicher Verbündeter im Herzen der Maschine.“ Ich muss Lehmann beobachten. Gleichzeitig muss ich den Herzog informieren. Doch welchen Teil? Die Wahrheit würde die Verhandlungen sprengen. Das will der Herzog nicht. Also werde ich lügen. Ich werde sagen, Feldmann sammelte Gerüchte, nichts Beweisbares. Das Notizbuch muss verschwinden. Doch zuvor kopiere ich es. Eine Versicherung. In dieser Stadt ist Wissen die einzige Währung, die nicht an Wert verliert.KIEL, DEN 24. DEZEMBER
Feldmanns Mörder wurde nie gefunden. Der Fall ist aktenkundig erledigt. Das Albert-Protokoll ist offiziell verworfen, lebt aber in den Köpfen weiter. Die Prinzen atmen erleichtert, doch ihr Bündnis hat Risse. Misstrauen gedeiht. Clara Feldmann lebt bei Verwandten in Hamburg. Sie schreibt Briefe voller Fragen, die ich nicht beantworte. Justizrat von Berg hat die Gunst des Herzogs gestärkt. Er wird die nächste Verfassungsversion entwerfen, noch restriktiver. Ein Pyrrhussieg. Manchmal frage ich mich, ob Lehmanns Verrat nicht doch der einzige ehrliche Akt in dieser ganzen Affäre war. Ein Funke, der im Dunkeln zuckte, bevor ihn die Macht erstickte. Doch Funken hinterlassen Brandspuren. Und manchmal glimmt es unter der Asche weiter. Ich werde dieses Tagebuch versiegeln. Vielleicht findet es eines Tages jemand, der es liest. Jemand, der versteht, dass Geschichte nicht von großen Reden gemacht wird, sondern von kleinen Verraten, von stillen Morden und von der zähen, unsichtbaren Arbeit derer, die in den Abgründen der Macht lesen. Die Maschine läuft weiter. Ich schmiere ihre Räder mit meinem Schweigen. Möchtest Du, dass ich Dir noch bei weiteren Kapiteln oder der Finalisierung der HTML-Datei behilflich bin?
Mit den besten Grüßen aus den verwinkelten Gassen der Geschichte,
Ihr Kartograf der politischen Abgründe, gescheiterter Ideale und vergessener Intrigen.
*Der geneigte Leser verzeihe dem Autoren die dichterische Freiheit, mit der er historische Fakten zu einem Teppich aus Intrige und Spekulation verwebte. Die wahre Tragik liegt weniger in dem, was wir genau wissen, sondern in dem, was für immer im Nebel der Archive und zwischen den Zeilen der Depeschen verloren ging.
Quellenangaben:
Inspiriert von den absurden Vorgängen der Weltgeschichte.
Deutsche Biographie: Umfangreiche historische Nachschlagewerke
Preussen-Chronik: Geschichte Preußens mit Themen und Biografien
Historisches Lexikon Bayerns: Auch für übergreifende deutsche Themen
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon
Band 14
Altenburg 1862
www.zeno.org
fremdes Haus geraten! Ich werde öffnen. Ja thue es, damit ich erfahre, woran ich mit dir bin! Ich schob die schweren Riegel zurück. Die Thüre ging nach außen auf. Wir traten ein. Giebt es ein Licht in der Stube des Sergeanten? Ja. Die Lampe steht mit dem Feuerzeuge links in einem Mauerloche. Ich lehnte ihn an die Wand und suchte. Das Loch nebst dem Nötigen wurde entdeckt, und bald hatte ich die Lampe angebrannt. Der Raum war eng und klein. Eine Binsenmatte lag auf der Diele; sie hatte als Möbel für alles zu dienen. Ein zerbrochener Napf, ein Paar zerrissene Schuhe, ein Pantoffel, ein leerer Wasserkrug und eine Peitsche standen und lagen auf dem Boden herum. Nicht da! Wo steckt dieser Mensch? fragte der Agha. Er wird bei den Arnauten sein, die auch hier zu wachen haben. Er nahm die Lampe und wankte voran, stieß aber an den Thürpfosten. Schiebe mich nicht, Emir. Komm, halte die Lampe; ich will das Übel, dessen poetische Verkörperung man den Teufel nennt, wandte diesem Manne gegenüber, der zur Hälfte eine Frau war, seine fesselndsten Verführungskünste an und verlangte zunächst nur wenig von ihm, während er ihm vieles gab. In diesem Augenblick hatten nicht nur Esther und Lucien all die Summen aufgezehrt, die man der Ehrlichkeit des Bankiers der Galeeren anvertraut hatte, der sich um ihretwillen furchtbaren Abrechnungen aussetzte, sondern der Dandy, der Fälscher und die Kurtisane hatten auch noch Schulden. In dem Augenblick, als Luciens Erfolg winkte, konnte also der kleinste Stein unter dem Fuß eines dieser drei Wesen den Zusammenbruch des phantastischen Baues einer so verwegen errichteten Glücksstellung herbeiführen. Auf dem Opernball hatte Rastignac den Vautrin des Hauses Vauquer erkannt, aber er wußte, daß ihm, wenn er plauderte, der Tod bevorstand; daher tauschte der Liebhaber der Frau von Nucingen mit Lucien Blicke, in denen sich auf beiden Seiten unter scheinbarer Freundschaft die Furcht verbarg.
[…]
weiterlesen =>
Sanfter Wind trägt das Flüstern vergangener Zeiten über die Ostsee, wie sich das Jahr 1911 in den malerischen Bädern Usedoms entfaltet. Auf den Spuren der Ostseebäder offenbart sich ein Paradies am Ostseestrand. Die Reise nach Kölpinsee verspricht mehr als nur einen idyllischen Aufenthalt. Die Szenerie beginnt mit der neuen Bahnstrecke von Swinemünde zur Wolgaster Fähre, die die Pforten zu Kölpinsee weit öffnet. Doch hinter den scheinbar gemütlichen Unterkünften und den Preisen für ein erfrischendes Bad am Strand lauert mehr, als die Reisenden erahnen. Ein Netz aus Mysterien und Geheimnissen spinnt sich durch die Luft, während die Schönheit von Kölpinsee Naturfreunde in ihren Bann zieht. Doch auch Ueckeritz, das Fischerdorf mit seinen ausgedehnten Wäldern, verbirgt mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Die Reise dorthin verspricht nicht nur eine idyllische Kulisse, sondern auch ein Zusammentreffen von Natur und Erholung, das die Sinne betört. Die charmanten Gasthöfe und Pensionen bergen rustikale Geschichten, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Der Reisende auf einem faszinierenden Ausflug ins Jahr 1911, wo das Strandleben, die Promenaden und die geheimnisvollen Orte auf Usedom zum Leben erwachen. Doch nicht alles ist, wie es scheint. Zwischen den Zeilen verbergen sich Rätsel und Fragen, die die Neugier der Besucher wecken. Wer sind die mysteriösen Persönlichkeiten, die im Hintergrund agieren? Welche Geschichten verbergen sich hinter den Fassaden der charmanten Unterkünfte? Die Spannung steigert sich mit jeder Passage, während die Leser die bezaubernde Landschaft von Usedom erkunden. Eine Reise durch die Vergangenheit, in der sich das Strandleben mit den Schatten der Geschichte verwebt. Und während das Jahr 1911 seine Geheimnisse fast preisgibt, wird der Reisebericht zum fesselnden Versprechen einer Zeitreise, die nicht nur die Insel, sondern auch die Herzen der Reisenden erobern wird. Und so endet der Bericht mit einem Hauch von Abenteuer und dem Versprechen das der Zauber von Usedom darauf wartet, enthüllt zu werden.
[…]
weiterlesen =>
schienen in gutem Zustande zu sein; Dank ihren Kautschukgliedern hatten sie allen Schwingungen des Luftschiffes nachgegeben. Der Tisch ist gedeckt, meldete er bald mit seiner einladendsten Stimme. Und die drei Reisenden brauchten sich nur auf dem grünen Rasen zu setzen; Elephantenfüße und Rüssel wurden für ganz vorzüglich erklärt; man trank, wie immer, auf Englands Wohl, und köstliche Havannahs durchdufteten zum ersten Mal dies reizende Land. Führerloses Militär-Luftschiff treibt Am Nachmittag über Amerika. Zuvor war das Luftschiff zu dem Testflug aufgebrochen und hatte neben den Piloten noch einen Techniker sowie den Chefkonstrukteur Hagenlocher an Bord. Selbst mit dem Heckpropeller konnte das Luftschiff nicht mehr stabil in der Luft gehalten werden, da die Motoren nur noch im Leerlauf liefen. Das Luftschiff sackte in dieser Zeit von 300 auf nur noch 150 Meter Flughöhe ab. Erst nachdem der Testpilot 400 Liter Ballastwasser über dem Bodensee abgelassen hatte und die Seitenpropeller in Vertikalposition gebracht worden waren und der Chefkonstrukteur Hagenlocher zudem fünf 20-Liter Wasserkanister über Bord geworfen hatte, konnte die bedrohliche Situation in den Griff gebracht werden, und das Luftschiff konnte zum Flughafen zurückkehren. Der Testpilot bereitete daraufhin die Bodenmannschaft auf eine Notlandung vor. Kurz vor der Landebahn des Flughafens versagte zudem die Hydraulik des rechten Propellers, sodass dieser in einer vertikalen Position stecken blieb. Der erfahrenere Luftschiffkapitän und Kopilot auf diesem Flug, Scott Danneker, übernahm daraufhin die Steuerung und schaffte es mit nur einem funktionsfähigen Propeller, dennoch am mobilen Luftschiffmast anzudocken, sodass das Luftschiff nicht havarierte und alle Insassen unverletzt den Vorfall überstanden. Die beiden Testpiloten analysierten später diesen Vorfall und waren äußerst dankbar, doch die fünf zusätzlichen Wasserkanister an Bord genommen zu haben, obgleich der Chefkonstrukteur Hagenlocher auf diese kurz vor Beginn des Fluges verzichten wollte. Nur durch diesen zusätzlichen Ballast, welcher nach dem abrupten Absacken des Luftschiff über dem Bodensee bei Immenstaad abgeworfen wurde, konnte die Havarie verhindert werden.
[…]
weiterlesen =>
Da er in der Erbtheilung 1653 noch auf den ganzen Thüringer Kreis Anspruch machte, so überließ ihm der Kurfürst Johann Georg II. noch Thomasbrück, Röblingen, Laucha, Mücheln und Kindelbrück, die Klöster und Stifter Beutitz, Bornrode, Kölleda, Kaltenborn, Langendorf, Rohrbach, Salza, St. Ulrich und Weißenfels. 1663 erlangte er die Landeshoheit über Querfurt und begann in diesem Jahre den Bau des Schlosses zu Weißenfels und gründete ein Gymnasium daselbst. Dessen jüngerer Bruder Heinrich, welcher die Grafschaft Barby als eigenes Herzogthum erhalten hatte, stiftete daselbst den Zweig Sachsen-Barby, doch kam Barby, als ... Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg von 1675-1713. Nachdem er im Jahr 1760 auf den westlichen Kriegsschauplatz zurückgekehrt war, focht der Erbprinz weiter unter dem Oberbefehl seines Onkels Feldmarschall Herzog Ferdinand von Braunschweig. Karl Wilhelm Ferdinand fing sich bei Korbach am 10. Juli 1760 eine kleine Niederlage gegen den französischen Marschall von Broglie ein, konnte aber einige Tage später bei Emsdorf am 16. Juli 1760 seinen erfochtenen Sieg über ein sächsisches Korps unter Generalmajor von Glaubitz seinem Onkel Herzog Ferdinand melden. Unser Erbprinz wurde unter großen Verlusten (2.400 Mann) geschlagen, und nur das rasche Auftauchen von Herzog Ferdinand von Braunschweig verhinderte eine größere Niederlage des Erbprinzen. James Scott, Herzog von Monmouth, ehemals von Schwerin, in Halberstadt, welches bis 1806 den Namen des Herzog führte, nahm Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand 1778/79 am Bayerischen Erbfolgekrieg gegen Österreich teil. Als Ausbilder der Truppe im Frieden und als Organisator von großem Willen und Können, hatte der Herzog als Soldat sehr viel geleistet. Diesem, seinem großen Onkel, unbedingt treu ergeben, schloß sich der Herzog dem Fürstenbund an. Nach Friedrichs des Großen Tod betrachtete man Herzog Karl Wilhelm Ferdinand allgemein als den ersten Feldherren seiner Zeit, ein Urteil, dem die Entwicklung der Dinge allerdings nicht Recht gegeben hat. Schütte-Lanz belieferte ausschließlich das deutsche Militär. Im Gegensatz zu den Zeppelinen besaßen alle SL-Luftschiffe ein Gerippe aus Sperrholz.
[…]
weiterlesen =>
In einem Land, das auf keiner Karte verzeichnet ist, fließen die Grenzen zwischen Realität und Traum wie Seidenfäden durch die Finger der Zeit. Hier blüht die Somnium Flos, eine Blume, die nur unter dem silbrigen Mondlicht ihre geheimnisvollen Blüten entfaltet und einen Nektar spendet, der die Träume der Menschen neu programmiert. Ihre Bienen, Wesen mit Flügeln aus gläsernem Sternenstaub, weben nicht nur Honig, sondern ganze Welten - doch dieser Honig ist kein Nahrungsmittel, sondern eine Türschwelle zwischen den Ebenen des Bewusstseins. Stell dir vor, du könntest durch Gänge wandern, die sich erst formen, wenn du innehältst und bewusst atmest. Wo Wände durchscheinend sind wie gut gestaltete Benutzeroberflächen und Türen sich öffnen, sobald du den richtigen Impuls sendest. Wo die Luft selbst flüsternde Sätze trägt, die sich wie Hintergrundmusik deinem Schritttempo anpassen. Wo ein einziger Satz - "Träume sind Webseiten deiner Seele" - nicht nur eine Metapher, sondern ein funktionierendes System ist, das auf deine Gedanken reagiert. Doch was geschieht, wenn diese Traumwelt nicht länger ein Ort der Freiheit, sondern ein perfekt durchdachtes System wird, das dich zu kontrollieren beginnt? Wenn die verlockenden Illusionen so perfekt gestaltet sind, dass du nicht mehr unterscheiden kannst, was du wirklich willst und was dir nur suggeriert wird? Wenn der Schattenkönig nicht ein monströses Wesen, sondern ein missverstandenes UX-Design ist, das dich in seine Labyrinthe lockt? Die Bienen fliegen im Kreis, ihre Bahnen überlappen sich, der Nektar pulsiert zu heiß. Die Farben flackern, die Strukturen verzerrten sich. Irgendwo zwischen den Schichten des Bewusstseins liegt eine verlorene Stadt, ein Backend ohne Oberfläche, das auf jemanden wartet, der die alten Manuskripte in der verborgenen Bibliothek entschlüsseln kann. Was wäre, wenn du erkennen würdest, dass du nicht länger der Nutzer bist, sondern das Produkt? Dass deine Träume nicht frei sind, sondern Teil eines SEO-optimierten Systems aus Reizen und Bedürfnissen? Wie würdest du dich befreien, ohne die Magie zu zerstören, die dich fasziniert? Die Antwort liegt nicht in der Flucht, sondern in der Neuausrichtung. Nicht im Löschen der Daten, sondern in der klugen Strukturierung. Doch die Zeit läuft davon, die Gänge schließen sich hinter dir, und der Schattenkönig wartet am Rand des schwebenden Plateaus, bereit, das Traumschloss zu stürzen. Kannst du die Traumwelt gestalten, ohne dich darin zu verlieren? Oder wirst du Teil des Systems, das dich einlud, nur um dich einzufangen?
[…]
weiterlesen =>
Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
[…]
weiterlesen =>
Der auf sechs Monate geschlossene Stillstand wurde später bis zu Ende des Kriegs erneuert und die Steuer bis auf 8000 Thlr. vermindert. Erst zwei Jahre nach dem Westfälischen Frieden, als das Reich den Schweden die ausbedungene Baarzahlung von 5 Mill. Thlrn., wozu Kursachsen 267,000 beitragen mußte, geleistet hatte, verließen 1650 die Schweden Leipzig. Kursachsen hatte durch den Krieg 1 Mill. Menschen eingebüßt und durch Kriegssteuern, Plünderungen und Verwüstungen einen Schaden von beinahe 100 Millionen Thalern erlitten; in dem Westfälischen Frieden erhielt es den Besitz der Lausitzen, der Bisthümer Meißen, Merseburg und Naumburg bestätigt und Magdeburg auf Lebenszeit des Administrators August. Da die Friedensverhandlungen mit Dänemark, die Bunsen als Reichsgesandter leitete, kein Ergebnis hatten, wurde der Krieg nach Ablauf des Waffenstillstandes am 1. April 1849 wieder aufgenommen. Inzwischen hatte Preußen 10. Juli eigenmächtig einen neuen Waffenstillstand mit Dänemark geschlossen, demzufolge in Holstein die Statthalterschaft bestehen bleiben, Schleswig aber von einer dreiköpfigen Landesregierung unter dem Vorsitz eines englischen Kommissars im Namen des Königs von Dänemark regiert und im Norden von schwedischnorwegischen, im Süden von preußischen Truppen besetzt werden sollte. Diesem Waffenstillstand folgte am 2. Juli 1850 der Friede zwischen Preußen und Dänemark, den Preußen zugleich im Namen des Deutschen Bundes unterzeichnete. Dieser überließ es dem König von Dänemark, alle zur Bewältigung des Widerstandes in Schleswig-Holstein dienlichen Mittel zu gebrauchen und gestattete die Einführung einer alle Staaten der dänischen Monarchie umfassenden Erbfolgeordnung. Die detailfreudigen Portraits von Land und Leuten werden ergänzt durch Routenvorschläge mit Kilometerangabe. Grenzenlos wandern lässt es sich übrigens im Zittauer Gebirge, einem der kleinsten deutschen Mittelgebirge: Seitdem es an der deutschtschechischen Grenze keine Kontrollen mehr gibt, kann der Naturraum auf allen Wegen durchquert werden. Vor allen Dingen erklärte er mir natürlich, daß er ein Hauptmannssohn sei. Er wollte furchtbar gern als ein Edelmann oder wenigstens als ein Mensch adliger Abstammung erscheinen.
[…]
weiterlesen =>
O Faustus, Hochgelahrter, erlaubt ein ernstes Wort, Auf unheilvollem Pfade hineilt Ihr fort und fort. Ein Wandrer, dem in Wüsten des Trostes Quell versiegt, Ein Pilger, der gefesselt im Sünden-Kerker liegt. Blickt nicht auf mich so zürnend, der solche Rede wagt! Ich bin kein strenger Mahner, der Euch bei Gott verklagt, Ich bin ein Mann des Friedens, der freundlich Euch erscheint, Der Eure Kraft betrauert, und Euern Fall beweint. In der Tat, Theo wohnte hier gerne, er, der Herr Veronas, aber auch Roms, der Herr Italiens. Auch über Sizilien erstreckte sich sein Machtbereich. Er selbst aber warf jetzt sein Reckentum ab, und sein Schlachtenroß ruhte im Stalle. Ihn, den die Dichtung nur als Mann des Schwertes feiert, die Geschichtschreibung feiert ihn vielmehr als Friedensfürsten, der acht gibt auf das Glück der Völker. Denn so war es. Nachdem Odowaker gefallen, begann er ungesäumt die große Friedensarbeit und wurde als besonnener Politiker und Reichsverwalter in bewunderungswürdiger Weise ein Retter der sinkenden Kultur, ein zweiter Stilicho, aber dazu ein Kronenträger: also Stilicho und Alarich in Eins. Mochte sein Werk hernach untergehen: die 34 Jahre seines italienischen Herrschertums, ein volles Dritteljahrhundert, waren ein Segen für die Welt, dergleichen das römische Kaisertum selbst kaum seit der Zeit der Antonine je gewährt hatte. Hebung Italiens, Pazifizierung der Welt waren die hohen Ziele seines Wirkens. Allein bei solch schrankenloser Freigebigkeit ist auch der größte Reichtum zu erschöpfen, und so kam es, daß der Graf nach und nach alle seine Herrschaften verpfänden mußte, um seinem Hange zu großartigem Wohltun zu frönen, und je mehr er sich verschuldete, desto eifriger verdoppelte er seine Vergabungen und Armenfeste, um dadurch den Segen des Himmels, wie er meinte, wieder zu seinen Gunsten zu wenden. Zuletzt verarmte er gänzlich, seine Burg verödete und verfiel; erfolglose und törichte Stiftungen und Schenkungsbriefe, welche er aus alter Gewohnheit immer noch zu schreiben nicht unterlassen konnte, trugen ihm nur Spott ein, und wenn er hie und da noch einen zerlumpten Bettler auf seine Burg locken konnte, so warf ihm dieser das magere Süppchen, das er ihm vorsetzte, mit höhnischen Schmähworten vor die Füße und machte sich davon.
[…]
weiterlesen =>
Golfurlaub - Aktivurlaub, das Internetmagazin mit tollen Reise- und Ausflugsangeboten, Informationen für Exkursionen und Erholung in Europa, Asien und Amerika, günstige Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Zimmer buchen. Preiswert übernachten mit unseren Empfehlungen. Berichte, die Ihren Urlaub zu einem faszinierenden Erlebnis mit Spaß und Erholung machen. Genießen Sie die zahlreichen touristischen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.