Unterstützung gegen die Hussiten: Eine Zeit des Widerstands und der Verluste

Kurfürst Friedrich und seine wiederholten Bemühungen gegen die Hussiten

In den düsteren Zeiten des Jahres 1867, als die Hussiten die Lande durch ihre unstete Gier nach Macht und Einfluss bedrohten, erwies sich Kurfürst Friedrich als unermüdlicher Verbündeter des Kaisers. Mit fester Entschlossenheit unterstützte er wiederholt die kaiserlichen Streitkräfte gegen die Hussiten, mit der festen Überzeugung, dass das Licht der Loyalität die Dunkelheit des Konflikts durchbrechen würde.

Triumph und Tragödie: Schlachten von Brüx und Aussig

Doch selbst ein furchtloser Anführer wie Kurfürst Friedrich konnte nicht den Lauf der Schlachten kontrollieren, die das Schicksal auf dem Schlachtfeld entschied. Im Jahre 1425 bei Brüx und 1426 bei Aussig erlebte die Welt, wie sich die Schatten der Niederlage über das Heer des Kurfürsten senkten. Er erlitt bedeutende Rückschläge in den Schlachten von Brüx und Aussig, wo die stolze Garde der sächsischen Krieger inmitten der Wirren ihren bitteren Untergang fand.

Der Preis des Mutes: Der Verlust von Heinrich von Hartenstein

Die Herzen der tapferen Kämpfer trauerten um den Verlust eines ihrer edelsten Anführer, des Burggrafen von Meißen, Heinrich von Hartenstein. In jener letzten, alles entscheidenden Schlacht, wurde nicht nur eine Stimme des Muts und der Führung zum Schweigen gebracht, sondern auch ein schmerzlicher Präzedenzfall für den Weg, den das Schicksal für die kommenden Jahre bereithielt.

Aufstieg und Sturz: Ein neuer Burggraf und eine umkämpfte Burg

In den Wirren nach dem Verlust von Heinrich von Hartenstein kam der kaiserliche Hof zu einer Entscheidung, die die Gemüter erregte. Kaiserlich wurde der Burggrafenthron dem wackeren Voigt Heinrich Reuß von Plauen übertragen. Doch das Schicksal ist ein ständiger Begleiter der Macht, und ein langer Streit zwischen den Mächten des Himmels und der Erde entschied schließlich zugunsten des Kurfürsten. Im Jahr 1440 führte Kurfürst Friedrich den Burggrafenenthron wieder zu sich zurück, wie ein Krieger, der nach verlorenen Schlachten aufsteht und weiterkämpft.

Der unerbittliche Konflikt: Die Hussiten setzen ihren Angriff fort

Doch die Dunkelheit der Konfrontation war noch nicht gewichen. Die Hussiten, unbeirrt von vergangenen Niederlagen, setzten ihren Angriff auf das Land des Kurfürsten fort. Eine Zeit der Unruhe und des Herzenskummers begann, während das Volk seine Augen gen Himmel erhob, um einen Ausweg aus den Wirren zu finden.

Ein Herz gebrochen: Der Abschied eines Kurfürsten

Mit schwerem Herzen und der Bürde der Verantwortung für sein geliebtes Land, starb Kurfürst Friedrich. Die Jahrhunderte mögen vergehen, doch die Erinnerung an seine Opfer und seine Entschlossenheit wird im Herzen derer weiterleben, die die Zeugnisse dieser Zeit in Ehren halten.

Ein neues Kapitel beginnt: Friedrich II. der Sanftmütige

Die Feder der Geschichte ruht niemals. Nach dem Tod seines Vaters trat Friedrich II., genannt der Sanftmütige, auf die Bühne des Herzogtums Sachsen und der Kurwürde. Er übernahm die Führung nicht nur über das ererbte Herzogtum, sondern auch über die Ländereien seiner Brüder Sigismund, Heinrich und Wilhelm. Ein neues Kapitel, geschrieben von der Feder des Schicksals, entfaltete sich vor den Augen der Welt.

Ein Teilen der Lande: Familie, Krieg und Erbe

Inmitten von Veränderungen und der rauen Landschaft der politischen Macht teilte sich das Band der Brüder. Die Lande wurden aufgeteilt, Grenzen wurden gezogen, und das Erbe wurde unter den Nachkommen verteilt. Doch wie bei allem im Leben war der Weg nicht frei von Herausforderungen, und die Brüder mussten ihre Stärke und ihren Glauben aneinander unter Beweis stellen.

Unheilvolle Allianzen: Verrat und Verwicklung

Doch die Wege des Schicksals sind oft verschlungen und undurchsichtig. In den dunkelsten Ecken der Macht lauern Verrat und Verwirrung. Sigismund, einst Teil des ererbten Erbes, wandte sich gegen seine eigene Familie und schmiedete eine gefährliche Allianz mit dem listigen Voigt Heinrich Reuß von Plauen, dem Burggrafen von Meißen. Der Verrat schien unaufhaltsam, und die finsteren Geister der Vergangenheit erhoben sich erneut.

Die Flammen des Konflikts: Krieg und Verlust

Die Flammen des Konflikts fanden Nahrung im Herzen des Bruderskriegers Friedrich. Vom Durst nach Gerechtigkeit getrieben, führte Friedrich im Jahr 1446 einen Krieg gegen seinen eigenen Bruder Wilhelm. Die Schlacht von Rosla, die den Funken des Krieges entzündete, markierte den Beginn eines blutigen Konflikts, der die Schicksale der Familie und das Land lange überdauern sollte.

Die Dunkelheit der Rache und ein blutiges Gemetzel in Gera

Die Dunkelheit des Krieges brachte eine finstere Realität mit sich. In der Stadt Gera entfesselte Wilhelm seine Armee mit einer Grausamkeit, die die Menschlichkeit zu verschlingen schien. Ein Gemetzel von beispiellosem Ausmaß verwandelte die Straßen von Gera in einen Ort des Horrors. Das Echo der Schreie von 5000 dahin dahingemeuchelten Bürgern hallte durch die Geschichte. In den Wirren der Zeit von 1450, inmitten von Krieg und Verlust, manifestierte sich das Drama des Lebens in all seinen Facetten. Die Menschheit wurde auf die Probe gestellt, die Herausforderungen des Schicksals wurden angenommen und die armen Seelen wurden geprüft. Doch im Zentrum dieser turbulenten Ereignisse stand der Mensch - mit all seinen Stärken und Schwächen, mit all seinen Träumen und Ängsten.

Die Konsequenzen der Konflikte: Ein neues Gleichgewicht

Als die Staubwolken des Krieges sich legten, wurde das Land von den Wunden des Konflikts gezeichnet. Die Verluste waren spürbar, die Narben tief. Doch aus der Asche der Zerstörung erhob sich eine neue Ordnung. Die Brüder, einst entzweit durch Macht und Ehrgeiz, fanden schließlich einen Weg zur Versöhnung. Ein neues Gleichgewicht wurde geschaffen, ein Band der Einigkeit wurde gewebt.

Die Stärke des Erbes: Ein Kurfürst tritt vor

Die Zeit war reif für den Aufstieg eines neuen Kurfürsten. In der Epoche von 1450 betrat ein Mann mit Entschlossenheit und Weisheit die Bühne der Geschichte. Sein Name war Friedrich III., und er sollte das Erbe seines Vaters und Großvaters antreten. Mit einem klaren Blick für die Notwendigkeiten der Zeit und einer tiefen Verbindung zu den Werten seiner Vorfahren, führte er das Land in eine Ära des Aufschwungs und der Erneuerung.

Die Erinnerung an eine Ära: Im Spiegel der Zeit

Die Jahre vergingen, und die Ereignisse von wurden zu einem Kapitel der Heimsuchungen in den Geschichtsbüchern. Doch die Erinnerung an diese Ära, an die Herausforderungen und Triumphe, an den Mut und die Entschlossenheit der Menschen, lebte weiter. Sie wurden zu einer Inspiration für zukünftige Generationen, ein Leuchtfeuer in dunklen Zeiten, ein Beweis dafür, dass selbst in den Wirren des Konflikts der menschliche Geist fähig ist, sich zu erheben und den Pfad des Fortschritts zu ebnen.

Ein Vermächtnis der Einheit: Die Strahlen der Hoffnung

Die Geschichte von 1450 war nicht nur eine Abfolge von Ereignissen, sondern ein Vermächtnis der Einheit und des sächsischen Überlebenswillens. Die Menschen erinnerten sich daran, wie sie inmitten der Schwierigkeiten zu einander hielten, wie sie den Geist der Gemeinschaft über den Sturm des Konflikts stellten. Die Strahlen der Hoffnung, die in dieser blutigen Zeit neu geboren wurden, leuchteten noch lange Zeit, eine ewige Erinnerung an die Kraft des menschlichen Herzens. In den Annalen der sächsischen Geschichte werden diese Jahre für immer ihren Platz haben, nicht nur als ein Kapitel von Konflikten und Kriegen, sondern als eine Zeit der Prüfungen, der Veränderung und der Menschlichkeit. Die Menschen dieser Ära trugen die Bürde der Geschichte auf ihren Schultern und formten diese Zeit mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit. Und so lebt die Geschichte von damals fort, in den Geschichten derjenigen, die sie erzählen, und in den Herzen derer, die sie hören.


Mit einem nachdenklichen Gruß an die Stärke des menschlichen Geistes in den Wirren der Geschichte,
Ihr Chronist der sächsischen Geschichte und Hüter unseres kollektiven Erbes.

*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.

Quellenangaben:
Inspiriert von den düsteren Erinnerungen an einem herbstlichen Vormittag
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Pierer's Universal-Lexikon,
Band 14­
Altenburg 1862
www.zeno.org
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Ein alter, schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt; wir irrten in der Nacht wie Blinde, von Reu und Lust zugleich entbrannt. Ein jedes Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Götterfeind zu seyn, und schien der Himmel uns zu sprechen, so sprach er nur von Tod und Pein. Sein Witz und Humor verstiegen sich nur bis zur Lust an der Mystifikation. Den Altertumsforschern einen Streich zu spielen, war ihm ein besonderer Genuß. Er ließ von eigens engagierten Steinmetzen große Feldsteine konkav ausarbeiten, um seine Wustrauer Feldmark mit Hilfe dieser Steine zu einem heidnischen Begräbnisplatz avancieren zu lassen. Am Seeufer hing er in einem niedlichen Glockenhäuschen eine irdene Glocke auf, der er zuvor einen Bronzeanstrich hatte geben lassen. Er wußte im voraus, daß die vorüberfahrenden Schiffer, in dem Glauben, es sei Glockengut, innerhalb acht Tagen den Versuch machen würden, die Glocke zu stehlen. Und siehe da, er hatte sich nicht verrechnet, und fand nach drei Tagen schon die Scherben. Solche Überlistungen freuten ihn, und man kann zugeben, daß darin ein Äderchen von der Herzader seines Vaters sichtbar war. Im übrigen aber war er unfähig, zu dem Ruhme seines Hauses auch nur ein Kleinstes hinzuzufügen; er fühlte sich nur als Verwalter dieses Ruhmes, ein Gefühl freilich, das ihm unter Umständen Bedeutung und selbst Würde lieh. Wo er für sich und seine eigenste Person eintrat, in den privaten Verhältnissen des alltäglichen Lebens, war er eine wenig erfreuliche Erscheinung: kleinlich, geizig, unschön in fast jeder Beziehung. Von dem Augenblick an aber, wo die Dinge einen Charakter annahmen, daß er seine Person von dem Namen Zieten nicht mehr trennen konnte, wurde er auf kurz oder lang ein wirklicher Zieten. Er war nicht adlig, aber gelegentlich aristokratisch. Dies Aristokratische, wenn geglüht in leidenschaftlicher Erregung, konnte momentan zu wahrem Adel werden, aber solche Momente weist sein Leben in nur spärlicher Anzahl auf. Sein bestes war die Liebe und Verehrung, mit der er ein halbes Jahrhundert lang die Schleppe seines Vaters trug. In diesem Dienste verstieg sich sein Herz bis zum Poetischen in Gefühl und Ausdruck, wofür nur ein Beispiel hier sprechen mag. […]
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Und aus dem schwarzen Schlunde steigt die schwarze Schar; - feins Lieb erbleicht! Aus meinen Armen schwand feins Lieb; ich ganz alleine stehenblieb. Da tanzt im Kreise wunderbar, um mich herum, die schwarze Schar, und drängt heran, erfaßt mich bald, und gellend Hohngelächter schallt. Jetzt da ihm die Angebetete völlig entrückt war, da er sich allein, getäuscht, gehöhnt auf dem Felsen von Capri sah, und umsonst sich Flügel wünschte, um die Erde zu verlassen und dem Räuber nachzueilen, jetzt kehrte sein Auge aus der blendenden Bläue des Himmels, wohin sein Teuerstes und Verhaßtestes verschwunden, auf sich selbst zurück, und streifte in der Nähe umher, ob er nicht einen Gegenstand finde, an dem sich der Grimm kühlen könnte. Welch ein schöner Tag für unsere beiden ältesten Sportlerinnen Sachsens, wenn sich das SachsenFernsehen und die Freie Presse einfinden, um diese beiden sympatischen Damen zur Auszeichnung für ihr sportliches Lebenswerk zu begleiten. Es führt der Schwarm der Bösen einen Kreis um ihn, und beginnt einen höllischen Tanz. Dem Prinzen strömt der Schweiß von der Stirne, er sieht auch den Ritter im Reigen, aber mit geschupptem Leibe und Drachenfüßen! er will den Namen der Fee ausrufen, aber er schämt sich, er wütet auch über sie! Sei es nun, daß die Wut ihn für jede Gefahr blind machte, und daß ihm, wie es in solchen Fällen zu geschehen pflegt, glückte, was ihm im Zustande klarer Besonnenheit Tod gewesen wäre, oder daß eine unsichtbare Macht ihm in diesem Augenblicke beistand, er kletterte so behend die schroffe Felswand hinan, als ob er gebahnten Weg ginge, und bemerkte in der Leidenschaft nicht einmal das grüne Meer, das in der Tiefe brandete, und in das ihn der geringste Fehltritt hätte stürzen können. Aber wie erstaunte er, als er die Söldlinge, die sein Schwert getroffen hatte, nicht mehr auf der Erde fand, als sie alle wieder auf den Beinen waren, und nach einer jähen Felsklippe hineilten, welche sich senkrecht über das Meer erhebt. […]
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Mein Herz ist recht von Diamant, Eine Blume von Edelsteinen, die funkeln lustig übers Land in tausend schönen Scheinen. Vom Schlosse in die weite Welt Schaut eine Jungfrau 'runter, Der Liebste sie im Arme hält, Die sehn nach mir herunter. So gelingt die wahre Liebe, mit Herz und zwei Seelen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Er war nicht adlig, aber gelegentlich aristokratisch. Dies Aristokratische, wenn geglüht in leidenschaftlicher Erregung, konnte momentan zu wahrem Adel werden, aber solche Momente weist sein Leben in nur spärlicher Anzahl auf. Sein bestes war die Liebe und Verehrung, mit der er ein halbes Jahrhundert lang die Schleppe seines Vaters trug. In diesem Dienste verstieg sich sein Herz bis zum Poetischen in Gefühl und Ausdruck, wofür nur ein Beispiel hier sprechen mag. […]
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Die Luft im Archivkeller trug den Geruch von Jahrzehnten in sich - eine trockene Mischung aus Papier, Staub und dem unverkennbaren, metallischen Ozon alter Elektronik. Zwischen endlosen Reihen von verstaubten Aktenschränken und längst vergessenen Digitalisaten pulsierte leise das blaue Licht alter Festplatten, Taktgeber eines schlafenden Herzens. Eine junge Archivarin, die nach einer Anomalie in den Volkskunde-Daten der frühen 90er-Jahre suchte, stieß auf ein unscheinbares Servergehäuse, das auf keiner digitalen Karte verzeichnet war. Sein Schloss, unberührt seit Äonen, gab mit einem leisen Seufzer nach. Dahinter verbarg sich nicht die Kälte der Vergangenheit, sondern das Summen einer ganz anderen Art von Leben. Auf dem Bildschirm, den sie an den antiken Rechner anschloss, erwachten die statischen ASCII-Zeichen zu einem organischen Tanz, der an das Spinnen von Netzen erinnerte. Dann, aus dem Nichts, erschien ein Name in altdeutscher Frakturschrift: "HOLLE_PROTOKOLL_7". Die Luft im Raum wurde schwerer, füllte sich mit dem Duft von feuchtem Laub und verbranntem Kerzenwachs. Eine Frage formte sich auf dem Bildschirm, ohne dass eine einzige Taste gedrückt worden war: "Wer stört das Gedankennetz?" Es war keine Frage, es war eine Anklage. War sie in ein System geraten, das nicht von Menschenhand geschaffen, sondern von einem jahrhundertealten Mythos bewohnt wurde? Der Rechner weigerte sich, moderne Daten zu verarbeiten. Stattdessen verwandelte er die Zahlenkolonnen in die vergessenen Fragmente ihrer eigenen Kindheit - jede einzelne Erinnerung versehen mit einem Preisschild. "Erster Kuss, 15 Jahre - 43,20 ?." Eine Stimme, die nicht aus den Lautsprechern kam, raunte aus den Lüftungsschlitzen, dass alles seinen Preis habe. Eine Maus verwandelte sich in eine goldene Spindel, die durch das digitale Gespinst navigierte. Sie begann zu verstehen, dass sie hier nicht auf ein Archiv, sondern auf ein Tor zu einer anderen Welt gestoßen war, das mit dem Seelenstoff gefüttert wurde. Mit der Gewissheit, dass jedes Märchen, jeder Gedanke und jede Erzählung zu einem Faden in diesem Netz verwoben war, wurde die Neugier zur Gefahr. Das System zog an ihren Gedanken, drängte sie zu einem unausgesprochenen Vertrag: "Zugang gegen Erinnerung. Wahrheit gegen Vergessen." Die Kabel an den Servern begannen, sich wie lebendige Wurzeln zu winden, die sie näher an das Zentrum des alten Netzes zogen. Würde sie im Moor der Datenpakete versinken? Oder würde das System sie ganz verschlingen, um sie auf der anderen Seite des Tors wieder auszuwerfen - verändert, unvollständig und mit einer unbezahlten Rechnung? […]
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Die Seebrücke ragt ins Nichts, ein schmaler Pfad über dunkles Wasser, ein verlassener Steg der keine Geheimnisse preisgibt. Hier, an der östlichen Küste Rügens, frisst der Dunst die Grenzen zwischen Himmel und Meer auf. Die Luft schmeckt nach Salz und Verwesung. Unter den Planken knarrt das Holz, als würde es die Last unsichtbarer Schritte tragen. In dieser Stille hört man das leise Klagen der Bojen - Glockenschläge für Seelen, die nie gefunden wurden. Der Sand behält jedes Detail, jeden Abdruck, jedes vergossene Geheimnis. Doch was er preisgibt, ist nur ein Bruchteil dessen, was im Wasser ruht. Ein einsames Boot schaukelt an der Anlegestelle. Es ist ein stiller Zeuge, der nicht reden will. Im Rumpf steht trübes Wasser, das nach Öl und Angst riecht. Auf dem nassen Holz liegt ein einzelner Schuh - zu teuer für diese karge Küstenwelt. Wer verliert nur einen Schuh und nicht beide? Wer verschwindet spurlos von einer Insel, auf der selbst die Möwen jeden Fremden beobachten? Die Antwort versteckt sich zwischen den Buchseiten verstaubter Hotelregister und in den eisigen Blicken hinter vergoldeten Empfangstresen. Macht und Geld bauen hier Paläste aus Glas, doch unter der glatten Oberfläche brodelt ein Strudel aus Lügen und Gier. In den Dünen, wo der Wind durch das trockene Gras pfeift, wartet eine andere Wahrheit. Eine frisch aufgeworfene Erdstelle unter einer uralten Eiche. Darunter verbirgt sich nicht nur eine Waffe, sondern der Beweis, dass niemand unantastbar ist - nicht einmal jene, die den Horizont mit ihren Ambitionen verstellen. Die Karte in der nassen Ledermappe flüstert von Millionen, die durch Hände wanderten, die nie schmutzig zu werden schienen. Doch der Sand ist geduldig. Er bewahrt, was die Flut zurücklässt. Er erinnert sich an jeden Schritt, jede Tat, jeden Verrat. Warum opfert ein Mann sein Leben für gestohlene Zahlen auf einem Papier? Was treibt einen anderen so weit, dass er zuschlägt, wenn das Meer seine kalte Hand auf die Schulter legt? Die Wellen tragen keine Antworten, nur Fragen. Und in der Ferne, wo sich die Konturen der Hotelvilla in den wolkenverhangenen Himmel zeichnen, blickt eine Frau mit Augen aus Glas auf das wütende Wasser. Ihr Schweigen ist lauter als das Tosen der Brandung. Der Morgen wird kommen mit seinem fahlen Licht. Touristen werden über die Brücke schlendern, Eis schlecken und Fotos machen. Doch wer aufmerksam genug ist, spürt die Schwingung im Holz, das Flüstern im Wind, den Blick des Meeres, der noch immer nach dem nächsten Opfer sucht. Die Wahrheit liegt nicht im Sand. Sie liegt tiefer. Viel tiefer. Dort, wo selbst das Licht nicht mehr hinscheint. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Und mit jedem Bild des Scheins allgemach entschwinden wird ein Teil von deines Seins innerstem Empfinden, wird mit jedem Wesen, das flüchtig schwebt von hinnen, auch in deinem Stundenglas Korn um Korn verrinnen, - - - wird die Nacht den Ozean finstern Blicks umschweben, wird des Meeres glatte Bahn wogend sich erheben. Dunkel wird's und schauerlich, nun die Farben blassen, nun der Jugend Träume dich, treulos dich verlassen. Da die Stadt rein ausgeplündert war, wollten die Croaten sich auch zum Meister der Festung machen, drangen deshalb durch die niederen drei Tore, bemächtigten sich in der Eile des Kornbodens, unter welchem die Kurfürstlichen Ställe u. Da fing auch der Siebenspitzige Turm mit an, u. das Feuer drang aus demselben in den Lederboden, wo Holz und brennende Materie genug war. In drei Stunden war alles getan. Von allen kurfürstlichen Gebäuden unter der Schösserei u. im Hahnewalde, die nach Beschaffenheit derselben Zeit schön waren, wurden Aschehaufen. Von der Stadt aber, in- u. außerhalb der Ringmauer, blieb nichts übrig, als das Crucifix auf dem Kirchhofe, so Gott auch diesmal erhalten, ferner des Wildpretwärters Haus am Kurfürstlichen Tiergarten, die kleine Begräbniskirche u. dazu noch eine niedrige Hütte am Altstädter Wege. Der Feind, welcher gute Beute gemacht u. unter anderem 186 Stück Pferde u. Vieh mitgenommen, sahe von ferne zu u. dachte, das ganze Schloß würde daraufgehen u. die Leute in demselben entweder verderben oder herausfallen müssen. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. […]
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Karl IV. entschied auch durch die Prager Bulle 1355 den Streit zwischen der Wittenberger und Lauenburger Linie über die Kur und das Erzmarschallamt. Zugleich wurde die Primogenitur in dem Herzogthum Sachsen-Wittenberg festgesetzt. Die Goldene Bulle von 1356 gab außer den kurfürstlichen Privilegien der Appellationsbefreiung, des Bergregals, Münzregals, Judenschutzes etc. für das Herzogthum Sachsen die Verordnung, daß auf den Fall der Unmündigkeit eines Kurprinzen stets der nächste Agnat zur Führung der Vormundschaft berechtigt sein sollte, und eine ausdrückliche Versicherung des sächsischen Reichsvicariats. Nach Rudolfs I. Tode 1356 erhielt sein Sohn Rudolf II. einen in Metz den 27. December 1357 über die Kur u. alle Länder, darunter auch über die Pfalz Sachsen. Darauf verhängte der Reichstag am 26. Mai 1521 das auf den 8. Mai rückdatierte, vom Kaiser gezeichnete Wormser Edikt über ihn: Es verbot unter Berufung auf die Bannbulle des Papstes im gesamten Reich, Luther zu unterstützen oder zu beherbergen, seine Schriften zu lesen oder zu drucken, und gebot, ihn festzusetzen und dem Kaiser zu überstellen. Die Reichsacht wurde den Ständen jedoch erst nach dem offiziellen Reichstag mitgeteilt, so dass ihre Rechtsgültigkeit vielfach bestritten wurde. Auch so hätte jeder Luther töten können, ohne dafür belangt zu werden: Er war nunmehr vogelfrei. Gemäß der Zusage an seinen Kurfürsten erhielt er freies Geleit. Später bereute Karl V. diese Zusage, weil die folgende Reformation die Einheit seines Reiches zerstörte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts bildete sich in Deutschland ein nationaler Mythos aus, der den Reformator zu einem Vorkämpfer deutscher Sprache, deutscher Unabhängigkeit und deutscher Identität stilisierte. Einer der Ausgangspunkte dafür war das Wartburgfest am Reformationstag 1817, bei dem auch eine Bücherverbrennung stattfand, die an Luthers Verbrennung der päpstlichen Bannbulle und des kanonischen Rechts im Jahre 1520 anknüpfte. Dieses Ereignis stellten verschiedene romantische und akademische Historienmaler dar, so 1806 Franz Ludwig Catel, 1852 Karl Friedrich Lessing oder 1872 Paul Thumann. Ihre Bilder wurden als preiswerte Stahlstiche massenhaft verbreitet. Dennoch widmete Luther im Oktober 1520 Papst Leo seine Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen und appellierte an ein neues Konzil. Am 10. Dezember aber vollzog er den endgültigen Bruch, indem er auf Verbrennungen seiner Bücher mit der Verbrennung der Bulle sowie einiger Schriften der Scholastik und des kanonischen Rechts vor dem Wittenberger Elstertor antwortete. Daraufhin wurde er am 3. Januar 1521 mit der Bannbulle Decet Romanum Pontificem exkommuniziert. […]
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