Im Jahr 1843 erlebte das Herzogtum Meiningen einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Die öffentliche Schuld wurde um über 104.000 Florin reduziert, ein Erfolg, der durch gezielte Reformen und eine strenge Haushaltsführung erzielt wurde. Der Florin, eine bedeutende Währungseinheit des 19. Jahrhunderts, symbolisierte in jener Zeit Wohlstand und Stabilität. Diese Entschuldung schuf Spielraum für umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur. Neue Straßen und Brücken verbanden die ländlichen Gebiete mit den städtischen Zentren, wodurch Handel und Kommunikation florierten. Gleichzeitig wurden öffentliche Bauprojekte ins Leben gerufen, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Wohlstand weiter zu fördern. Mit der Reduzierung der Staatsschulden wurde nicht nur das Vertrauen der Bürger gestärkt, sondern auch die Grundlage für weitere soziale und wirtschaftliche Veränderungen gelegt. Diese Fortschritte erlaubten dem Herzogtum, in Krisenzeiten wie dem Notstand von 1847 schnell und effektiv zu reagieren.
Im Jahr 1847 ging das Herzogtum einen mutigen Schritt in Richtung Modernisierung. Die Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit bedeutete das Ende der feudalen Rechtsordnung, die jahrhundertelang das Leben der Bauern geprägt hatte. Landbesitzer mussten fortan ihre Macht teilen, während die Landbevölkerung erstmals ein Gefühl von Eigenständigkeit und rechtlicher Sicherheit erlebte. Parallel dazu wurde das Lehnsrecht abgeschafft, ein Relikt aus der Zeit des Mittelalters, das die landwirtschaftliche Produktion oft eingeschränkt hatte. Diese Reformen trugen maßgeblich zur wirtschaftlichen Liberalisierung bei und förderten die Entwicklung kleinerer, selbstständiger Betriebe. Sie läuteten eine Ära des sozialen Fortschritts ein, die das Gesicht des Herzogtums nachhaltig veränderte.
Das Jahr 1847 brachte nicht nur Reformen, sondern auch eine der größten humanitären Herausforderungen der Zeit. Eine Reihe von Missernten ließ die Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen und löste eine Hungersnot aus, die das Land an den Rand der Verzweiflung brachte. Der Herzog reagierte prompt und richtete eine spezielle Abteilung im Landesministerium ein, die sich ausschließlich mit der Linderung des Notstands beschäftigte. Die Regierung organisierte die Verteilung von Getreide, subventionierte Brotpreise und schuf Notstandsarbeitsplätze für die verarmte Landbevölkerung. Diese Maßnahmen retteten viele Familien vor dem völligen Ruin. Der Notstand offenbarte jedoch auch die sozialen Spannungen und Ungleichheiten, die im Land herrschten, und legte die Grundlage für die kommenden politischen Unruhen.
Die Spannungen erreichten im Jahr 1848 ihren Höhepunkt. In Salzungen brachen Unruhen aus, als Bürger gegen die hohen Salzpreise protestierten. Der Konflikt eskalierte schnell, und die Situation wurde erst durch den Einsatz von Militärkräften unter Kontrolle gebracht. Noch dramatischer waren die Ereignisse in Hildburghausen, wo die Verhaftung des Redakteurs des demokratischen Volksblatts zu einem Aufstand führte. Die Bevölkerung zwang die Behörden zur Freilassung des Journalisten, doch die Lage blieb angespannt. Am 11. Oktober rückten 1.200 bayerische Soldaten ins Herzogtum ein, entwaffneten die rebellischen Ortschaften und stellten die Ordnung wieder her. Diese Ereignisse hinterließen nicht nur physische, sondern auch psychologische Narben, die das Land noch lange prägen sollten.
Der Streit um die Domänenfrage war ein Konflikt über Eigentumsrechte, aber er eröffnete auch den Machtkampf zwischen Adel und Bürgertum. Die Frage, ob die fürstlichen Besitztümer als Staatseigentum betrachtet werden, spaltete den Landtag und die Regierung. Nach zähen Verhandlungen einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss. Das fürstliche Hausgut, mit Ausnahme der Schlösser und einiger Waldungen, wurde Staatseigentum. Der Herzog erhielt eine jährliche Apanage von 165.000 Florin, während dem Erbprinzen bei seiner Verheiratung ein einmaliger Betrag von 25.000 Florin zugesprochen wurde. Diese Einigung symbolisierte den Übergang zu einer moderneren Staatsführung, in der private und öffentliche Interessen klar getrennt wurden.
Neben den wirtschaftlichen und politischen Reformen spielte die Bildung eine zentrale Rolle im Wandel des Herzogtums. Ein neues Gesetz reformierte das Schulsystem, indem es die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht und eine Vereinheitlichung des Lehrplans vorsah. Besonders in den ländlichen Gebieten eröffnete dies vielen Kindern erstmals den Zugang zu einer fundierten Bildung. Die Schulen wurden mit modernen Lehrmaterialien ausgestattet, und es wurden neue Lehrerstellen geschaffen, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden. Dieses Bildungsgesetz legte den Grundstein für eine wissensbasierte Gesellschaft und trug dazu bei, die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede zu verringern.
Im Jahr 1848 erschütterten revolutionäre Wellen das Herzogtum Meiningen, und der Ruf nach einer Verfassung wurde unüberhörbar. Der neu gewählte Landtag trat im Februar 1849 zusammen, um über die zukünftige Verfassung zu beraten. Die Debatten waren leidenschaftlich und oft kontrovers. Bürger forderten freie Wahlen, Meinungsfreiheit und die Umgestaltung der staatlichen Institutionen. Der Landtag sprach sich für die Unterstützung der Reichsverfassung aus und setzte damit ein Zeichen für nationale Einheit und Fortschritt. Diese Ereignisse markierten einen Wendepunkt in der politischen Kultur des Herzogtums und stärkten den Glauben an demokratische Werte.
Um die innere Sicherheit zu gewährleisten, verabschiedete der Landtag im Juni 1849 ein Gesetz zur Gründung einer Bürgerwehr. Diese Einheit sollte in Krisenzeiten schnell einsatzbereit sein und sowohl die öffentliche Ordnung sichern als auch das Vertrauen der Bürger stärken. Gleichzeitig sah sich das Herzogtum gezwungen, Papiergeld im Wert von 400.000 Florin auszugeben, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Diese Maßnahme, obwohl umstritten, erwies sich als erfolgreich und stärkte die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Landes. Diese Entscheidungen zeigten den Willen des Herzogtums, pragmatische Lösungen für die Herausforderungen der Zeit zu finden.
Die Jahre zwischen 1843 und 1849 waren geprägt von Reformen, Konflikten und Fortschritten. Meiningen bewies in dieser Zeit eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich den Herausforderungen zu stellen und die Weichen für eine moderne Gesellschaft zu stellen. Die politischen und sozialen Veränderungen legten den Grundstein für eine Zukunft, in der Tradition und Fortschritt Hand in Hand gehen konnten. Das Herzogtum Meiningen wurde zu einem Vorbild für andere Regionen und zeigte, dass Wandel möglich ist, wenn Mut und Entschlossenheit die treibenden Kräfte sind.
Mit geschärftem Federkiel und einem Auge für historischee Details,
Ihr Archivar der Vergangenheit und und Hüter der Traditionen.
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
Quellenangaben:
Inspiriert von den Erinnerungen an tapfere Bürger, die für ihre Rechte eintraten.
Pierer's Universal-Lexikon
Band 14
Altenburg 1862
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
Wenn Politiker feiern war es eine Nacht wie keine andere. Die politische Elite hatte sich versammelt, um in einer absurden Geschichte von Größenwahn und Dummheit ihre Macht zu demonstrieren und ihre Egos aufzupumpen. Doch was als Luxus-Event geplant war, endete in einer missglückten Posse, die ihresgleichen suchte. Die reichen und berühmten politischen Führer hatten ihre eigenen Interessen auf einem Fest der Absurditäten und Desaster über die Bedürfnisse des Volkes gestellt und damit den Teufel herausgefordert. Die Gästeliste wurde immer länger, bis schließlich jeder seine ganze Familie, Freunde und Haustiere einlud. Der Ballraum war viel zu klein und es gab nicht genug Essen und Getränke für alle. Die politischen Führer versuchten, das Problem zu lösen, indem sie den Ball einfach nach draußen verlegten. Doch draußen war es kalt und windig und die Gäste begannen zu frieren und zu klagen. Die politischen Führer waren jedoch zu beschäftigt damit, sich selbst zu feiern, um auf die Bedürfnisse anderer zu achten. Als die Gäste schließlich genug hatten und den Ballraum wieder öffnen wollten, waren die politischen Führer zu stur, um ihre Fehler einzugestehen. Sie hielten den Ball einfach draußen ab, bis alle Gäste gingen. Am Ende war der Ball zu einem Synonym für die Arroganz und den Mangel an Empathie geworden, die die politischen Führer prägten. Es war eine groteske Posse, die zeigt, dass das Schicksal unvermeidlich ist, wenn man mit dem Teufel spielt.
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sich mit einer der Flinten bewaffnend, ich muß Ihnen helfen, Herr Dick, oder das nimmt kein Ende. Der Elephant blieb stehen, richtete seinen Rüssel empor und nahm in aller Schnelligkeit seinen Lauf nach dem Walde wieder auf; er schüttelte seinen ungeheuren Kopf, und das Blut begann in Strömen aus seinen Wunden zu fließen.
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Zwölf winddürre Musiker schlendern herein; blind Fiedelweib holpert wohl hintendrein. Da schleppt der Hanswurst, in buntscheckiger Jack', den Totengräber huckepack. Es tanzen zwölf Klosterjungfrauen herein; die schielende Kupplerin führet den Reihn. Es folgen zwölf lüsterne Pfäffelein schon, und pfeifen ein Schandlied im Kirchenton. In der Mitte befindet sich das Wappen des Abtes; die Frauen zu beiden Seiten der Pyramide stellen den Frühling (Blumen) und den Herbst (Früchte) dar. Der Sommer (Erntefest der Musikanten) und der Winter (holztragende Gestalten) befinden sich unterhalb der beiden Baldachine am Ende des Freskos. Diese Verbindung zwischen den Jahreszeiten stellt einen Bezug zu der tragenden Säule des zisterziensischen Klosterlebens, der Landwirtschaft, dar. Das Fresko wurde 1938, 1947 und 2005 restauriert. Wieder Frost zwischen Kosovo und Serbien. Bei einem Einbau gespaltener Naturwerksteine in Natursteinmauern sind die von Steinspaltwerkzeugen hinterlassenen sichtbaren Spuren, wie Keillöcher, verpönt. Für spaltraue Bodenbeläge im Innenbereich werden vornehmlich schiefrige Gesteine, z. B. Alta Quarzit oder auch Solnhofener Platten, ein Kalkstein, verwendet. Beim Verlegen von spaltrauen Natursteinplatten im Außenbereich muss auf ein entsprechendes Gefälle geachtet werden, damit sich keine Pfützen bilden, die bei Frost Rutschgefährdungen darstellen.
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Die Werrabahn von Eisenach bis Koburg wurde am 1. November eröffnet. In der Jagdentschädigungsfrage entschied sich der Landtag für das Entschädigungsprincip, lehnte jedoch die Regierungsvorlage über die Modalität der Entschädigung (Zahlung durch die Grundstücksbesitzer), ebenso wie die auf Schadlosstellung der Neuberechtigten aus Staatsmitteln und resp. aus den Jagdpachtgeldern gerichteten Anträge ab, und behielt die Regierung weitere Erwägungen vor. Ein fernerer Beschluß des Landtages, gab dem Großherzog anheim, die früher vorbehaltene Erhöhung der Domänenrente von 250,000 auf 280,000 Thlrn. vom 1. Jan. 1860 ab ganz od. theilweise nach seinem Ermessen eintreten zu lassen. Wohl versuchte der Vorsteher von Zeit zu Zeit das Wohlleben zu entschuldigen: es sei heute Sonntag, und man dürfe doch die liebe Gottesgabe nicht umkommen lassen, welche die Wallfahrer unter so vieler Mühsal herbeibrächten. Seine Gnaden solle sich nicht durch den trügerischen Schein täuschen lassen. Dazu komme noch, daß die jüngeren Leute jede freie Stunde in der Klosterfabrik beschäftigt würden, in der großen Strohflechterei, wo die heiligen Strohmatten hergestellt würden, auf denen der Heiland einst wandelte. Nach der Mahlzeit begab man sich in den Garten, wo Hierax bald mit den jüngeren Klosterleuten allein blieb; diese fingen sofort an, ihm ihre Klagen über den Propst und über die älteren Herren vorzutragen. Und das Bedienen der Wallfahrer, das Knochen, die Gärtnerei sei gar kein leichtes Geschäft. Dann aber verbat er sich alle Zeremonien, und das Mittagsmahl wurde noch heiterer und lärmender fortgesetzt, als es begonnen hatte. Man habe doch auch menschliche Bedürfnisse und keine so hündischen Launen wie die Anachoreten oben im Gebirge. Und wenn dieser auch nicht so strenge sei wie manche andere Pröpste dieser Gegend, so spiele er doch auch gerne den Tyrannen und lasse die Laienbrüder oft wegen einer kleinen Lüge oder wegen des geringsten Ungehorsams auspeitschen. Etwa zwanzig der ältesten Mönche wurden ihm persönlich vorgestellt. Das Geld dafür fließe stets in die Tasche des Vorstehers.
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Der Stadtlärm weicht, ein neuer Weg, der tiefen Geheimnissen und uralten vergangenen Tagen, tut sich auf. Am Rande der Stadt Dresden, wo der Asphalt in Stille zerfällt, beginnt das Territorium des Erinnerns. Hier herrscht nicht mehr die Zeit der Uhren, sondern die Tiefenzeit des Bodens, die in unsichtbaren Adern pulsiert. Ein flacher, grauer Stein, aus dem Bett eines vergessenen Wasserlaufs geborgen, wird zum Kompass für eine Reise, die keine Karte verzeichnet. Er zieht seinen Finder hinein in das Labyrinth der feuchten Wiesen, dorthin, wo die Luft nach modernden Geheimnissen und altem Gras schmeckt. Dies ist kein gewöhnlicher Spaziergang; es ist eine Einberufung. Die Landschaft selbst ist der erste Charakter, ein vielstimmiges Wesen. Sie atmet durch den Maltengraben, einen Wasserlauf, der sich nur als dunkles Gleiten unter Blättern offenbart, ein stummer Zeuge. Er hinterlässt Narben in der Erde, tiefe Kerben von vergangenen Zornesausbrüchen, wenn er sich in einem silbernen, zerstörerischen Strom über Gärten und Höfe ergoss. Doch wer lauscht, hört mehr als Wasser: das Rascheln vergangener Befehle, den Befehl zur Zerstörung einer Brücke, die einst mächtige Handelsströme trug. Ein moosiger Steinsockel ist das einzige stumme Standbild dieser gewaltsamen politischen Entscheidung, die Dörfer für immer veränderte. Auf einem grasigen Hang, überwacht von kreisenden Bussarden, liegen die unsichtbaren Grundrisse der Macht. Das Rittergut Luga existiert nur noch als Geflecht aus Ansprüchen im Wind, ein Gespinst aus längst verwehten Namen wie von Ponickau oder von Haubitz. Doch der Boden speichert ihren eisernen Willen zur Ordnung, ihr Berechnen jeder Ernte. Spürbar wird eine andere Form von Besitz - nicht der, den man in Händen hält, sondern der, der einen umfängt und lenkt. Was bleibt von einem Zentrum, wenn alle Steine zerfallen sind? Vielleicht nur das Gefühl, beobachtet zu werden von leeren Augen der Geschichte. Das Ziel der Wanderung ist eine Abwesenheit. Der Lugturm, einst ein stolzer Aussichtsbalkon über der Welt, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Doch auf der leeren Lichtung, umtost vom Wind, geschieht Seltsames. Menschen füllen das Vakuum mit ihrem Lachen, ihren Picknickdecken, ihren Projekten für einen Neubau. Der Turm existiert als lebendiges Phantom, genährt von kollektiver Sehnsucht. Ein alter Hüter des Ortes schenkt bitteren Kaffee und Geschichten von Konzerten im Nichts aus. Ist dies die wahre Metamorphose eines Ortes - nicht sein Verschwinden, sondern seine Verwandlung in eine Idee, die stärker ist als Stein? Die eigentliche Reise beginnt erst, als der Wanderer den Fundstein zurück in die Stadt trägt. Das Gewicht in der Tasche ist nun ein anderes; es ist das verdichtete Echo eines ganzen Tales. Jede Berührung des Steins kündet von den geologischen und historischen Schichten, die durchwandert wurden. Doch welches unerhörte Geheimnis hat der Maltengraben dem Stein anvertraut, das nun in einer Wohnung am Rande der Großstadt schlummert? Und wartet der Turm vielleicht nicht auf seinen Wiederaufbau, sondern darauf, dass jemand lernt, ihn auch ohne Mauerwerk zu sehen?
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Am Nachmittag bedeckte sich der Himmel mit einem heißen Nebel, der aus dem Boden empordampfte. Der umdüsterte Himmel gestattete kaum, die Gegenstände auf der Erde zu unterscheiden, und so gab der Doctor, aus Furcht an eine Felsspitze zu stoßen, um fünf Uhr das Haltesignal. Man hatte bei der tiefen Dunkelheit seine Wachsamkeit verdoppeln müssen.- Ganz richtig! stimmte Kennedy bei. Am Nachmittag bedeckte sich der Himmel mit einem heißen Nebel, der aus dem Boden empordampfte. Der umdüsterte Himmel gestattete kaum, die Gegenstände auf der Erde zu unterscheiden, und so gab der Doctor, aus Furcht an eine Felsspitze zu stoßen, um fünf Uhr das Haltesignal. Der Monsun wehte am andern Morgen mit außerordentlicher Heftigkeit; der Wind verfing sich in den untern Höhlungen des Ballons und schüttelte heftig den Kasten, durch welchen die Ausdehnungs-Röhren sich hinzogen. Man mußte sie mit Seilen befestigen, ein Geschäft, das Joe mit großer Geschicklichkeit ausführte. Weite Teile des Schienennetzes sind inzwischen nicht mehr befahrbar. Geführte Wattwanderungen starten regelmäßig von Schillig aus zum Minsener Oog. In den 1930er Jahren wurde dieses Vorhaben zeitweise wieder aufgenommen, die neuerlichen Kriegsereignisse verhinderten dann aber weitere Arbeiten in diese Richtung. Durch die offenen Fenster kam von Zeit zu Zeit das ferne Dröhnen unbekannter Züge, die kurzen, regelmäßigen Donner einer meilenweiten, geschäftigen Welt und der trübe Dunst aus nachbarlichen Häusern, Misthaufen und offenen Kanälen. Es kam ihm vor, daß es leicht wäre, jetzt, so wie er ging und stand, das Haus zu verlassen und zu Fuß weiterzuwandern, die ganze Nacht, so lange, bis er wieder unter dem freien Himmel war und die Frösche vernahm und die Grillen und das Wimmern Menuchims. Mendel Singer entzündete die Kerze in der grünen Flasche neben dem Bett und ging ans Fenster. Spekulationen um Bischof-Nachfolge. Der als Jakob Angeredete nickte nur statt aller Antwort, setzte sich auf den vordersten Rapssack und trieb beide Schimmel mit einem schläfrigen Hüh an, wenn überhaupt von Antreiben die Rede sein konnte.
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