beginnen die schmalen Gassen der Mercerie, des Einkaufsviertels von Venedig.
Hier gibt es Designer-Mode, Masken, Düfte und Spitzen und alles, was das Herz sonst noch begehrt.
Ein Hauch von Lavendel und nassem Stein liegt über dem Elbtal an diesem Morgen. Doch etwas stimmt nicht mit diesem Frühling. Die Löwenzähne öffnen ihre Blüten drei Stunden früher als im botanischen Kalender vorgesehen, ihre goldenen Köpfe recken sich der Sonne entgegen wie kleine, hungrige Münder. An den Ufern der Elbe haben die Weiden ihre Samenkapseln nicht wie üblich in sanften Wollflocken entlassen, sondern in scharfkantigen Spiralen, die sich wie winzige Propeller in die Luft schrauben. Beim alten Mühlrad bleibt die Zeit hängen. Jeden Morgen genau um 7:23 Uhr, wenn die ersten Sonnenstrahlen das moosbedeckte Holz treffen, bleibt das Rauschen des Wassers für exakt zwölf Sekunden stehen. Die Fische unter der Oberfläche erstarren in perfekten Formationen, ihre Schatten zeichnen geometrische Muster auf den sandigen Grund. Die alte Müllerin behauptet, dies sei der Moment, in dem der Fluss atme. Doch dieses Jahr dauert die Pause länger. Siebzehn Sekunden. Dann zweiundzwanzig. Im verwilderten Garten hinter der Mühle wächst etwas Unmögliches. Zwischen Brennnesseln und vergessenen Johannisbeersträuchern hat sich ein Gewächs aus einer anderen Zeit durch den Boden gekämpft - seine Blätter schimmern metallisch, sein Stiel trägt feine, pulsierende Adern. Die Biologin vom Naturschutzbund zuckt mit den Schultern, als sie die Probe entnimmt. "Das sollte hier nicht wachsen", flüstert sie, während ihr Thermometer an der Pflanze minus Werte anzeigt, obwohl die Aprilsonne auf uns herabbrennt. Dann beginnen die Vögel zu singen. Nicht ihr gewohntes Morgenlied, sondern etwas völlig Neues. Die Amseln im Birnbaum antworten den Meisen in perfekter Harmonie, als hätten sie über Winter eine gemeinsame Sprache gelernt. Der Dorflehrer, ein passionierter Ornithologe, zeichnet die Melodien auf - die Frequenzanalysen ergeben Muster, die an alte sorbische Volkslieder erinnern. Doch niemand im Dorf hat sie den Vögeln beigebracht. Am Abend des dritten Tages findet der Müllerjunge etwas im Fluss. Keinen Fisch, keinen Stein, sondern ein Gebilde aus verwobenem Schilf und Federn, das die Strömung nicht mitnimmt. Es sieht aus wie eine Krone. Oder ein Nest. Oder etwas, das beides gleichzeitig sein will. Als er es berührt, zuckt ein elektrischer Schlag durch seine Finger. Die Federn darin sind weder von Ente noch von Reiher - sie schimmern in einem Blau, das es in dieser Gegend nicht gibt. Und dann ist da noch das seltsame Verhalten der Bienen. Statt wie üblich von Blüte zu Blüte zu schwirren, sammeln sie sich jeden Nachmittag um 15:17 Uhr an der alten Steinbrücke. Sie formen Schwärme in perfekten Kugeln, die minutenlang regungslos in der Luft hängen, bevor sie sich abrupt auflösen. Der Imker hat seine Stöcke überprüft - der Honig schmeckt in diesem Jahr nach etwas, das er nicht benennen kann. Etwas, das an ferne Gewitter und vergessene Wälder erinnert. Aber brauchst du neue Kleidung? Brauchst du ein neues Bett? Brauchst du neue Schuhe? Sie kommen mit Gebäck und Weisheiten, in friedlicher Mission.
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Ein stillgelegter Klinikflügel, von keiner offiziellen Karte verzeichnet, liegt am Rand eines bewaldeten Tals, verborgen hinter vergilbten Akten und Jahrzehnten des Schweigens. Die Luft in den Korridoren ist trocken, die Schatten wandern unabhängig vom Licht, und selbst die Archive scheinen sich zu erinnern. Hier verschwinden keine Menschen, sondern Spuren. Namen tauchen auf, bevor sie ausgesprochen werden. Aufnahmen entstehen, ohne dass ein Band eingelegt wurde. Und in einem fensterlosen Raum spricht ein Ton, der nicht aufgenommen werden kann, rückwärts und ohne Laut. Wer hier arbeitet, weiß, dass man keine Fragen stellt. Wer hier protokolliert, weiß, dass Antworten zu viel sind. Die Realität in diesem Ort gehorcht nicht dem bekannten Maß. Temperatur, Material, Zeit - alles gerät ins Fließen, sobald der Name einer Verstorbenen fällt, die auf keinem Friedhof registriert ist. Die Einträge über Patienten widersprechen sich. Manche sind geboren, ohne je existiert zu haben. Andere sprechen mit Stimmen, die nicht aus ihrem Körper stammen. Und dann ist da das Band. Alt, beschädigt, aber nicht leer. Es enthält keine Geräusche, sondern Absichten. Wer es abspielt, hört, was nicht gehört werden darf. Mitten im System arbeitet jemand, der verstehen will, was nicht protokolliert werden kann. Jede Sitzung beginnt mit einer festgelegten Struktur, doch sie endet außerhalb aller bekannten Logik. Schatten verschieben sich, obwohl das Licht konstant bleibt. Geometrische Muster erscheinen im Beton, ohne dass jemand sie zeichnet. Und der Regen, der eines Nachts fällt, trägt keinen Geruch, aber fremde Zellstrukturen. Warum ist das Band aus Zimmer 4 nie wieder aufgetaucht? Was geschieht mit jenen, die einen Namen hören, den sie nie gelernt haben? Und warum verändern sich die Wände, ohne sich zu bewegen? Ein letzter Bericht bricht ab. Kein Tinte, kein Text, nur ein Satz bleibt: Sie hat das Haus nicht verlassen, weil das Haus ihr Name war. Doch irgendwo beginnt ein Signal erneut zu flüstern. Ohne Quelle. Ohne Medium. Nur ein Name inmitten der Stille. Mareike. Und wer ihn hört, stellt fest, dass nicht jede Tür geschlossen bleibt, nur weil niemand mehr davorsteht. Ach, ihr Seelendreher, ihr Geisterseher, kluge Psychologen, kommt angeflogen, was wir nie ergründen: unsre dunkeln Sünden, unser Weh und Ringen, unser Träumen, Singen, unser Kämpfen, Gären wißt ihr zu erklären. Ihr kennt wohl Bescheid tief in unserm Leid. Ängsten uns die Hexen, sprecht ihr von Komplexen.
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Ein verstaubtes Schloss in Dresden, ein vergessener Flur, eine zugemauerte Tür. Was wie der Anfang einer banalen Restaurierung klingt, endet in der Entdeckung einer versiegelten Kammer, die es offiziell nie gegeben hat. Darin eine Karte, auf der ein gestrichelter Pfad eingezeichnet ist, der zu keiner bekannten Eisenbahnlinie gehört. Eine Linie, die tief in die Wälder des Erzgebirges führt, an Orte, die nicht in Verzeichnissen auftauchen, und in denen das Echo verschollener Stimmen bis heute hörbar sein soll. Die Papiere in der Kammer sprechen von einem nie abgerufenen Contingent, von einer verschollenen Schatzkammer und einer Bahnlinie, die gebaut, aber nie verzeichnet wurde. Und dann ist da dieser Name: Tzschirner, Regierungsbevollmächtigter, verschollen seit 1849, zuletzt erwähnt in einem Memorandum mit dem Satz: "Der Tunnel existiert. Er führt dorthin, wo niemand hingehen sollte." Ein Besucher verschwindet aus dem Verkehrsmuseum, nachdem er unter dem abblätternden Lack eines alten Modells eine unbekannte Route entdeckt hat. Sein Handy taucht in einem Bahnhofsmülleimer wieder auf. Nur eine Datei trägt noch einen Namen: Zeichen_17.index. Ein metallener Koffer, gefunden in einem Schließfach des Flughafens Dresden, enthält Fotos, Briefe und einen handgeschriebenen Satz: "Die Jagd ist noch nicht beendet." Adressiert an das Kanzlerbüro. In den Archiven tauchen plötzlich alte Beschwerden, unvollständige Pläne und kartografische Fragmente auf, die nie freigegeben wurden. Warum wurden Landkarten manipuliert? Wer ließ eine Eisenbahnlinie verschwinden, bevor sie gebaut war? Und was verbirgt sich unter dem Moosboden der Lichtung nahe Saalfeld, wo ein alter Wegweiser noch von einem "Bahnhof 1849" kündet? Wenn alte Infrastrukturpläne zu politischen Sprengsätzen werden, wenn Archivvermerke beginnen zu verschwinden, und wenn selbst heutige Ministerien zur Verschleierung schweigen - ist es dann wirklich nur eine Geschichte? Oder war die Mission nie beendet? Ein Wind weht durch die Akten vergangener Jahrhunderte, hebt Staub, der lange Zeit geruht hat. Und auf dem Boden einer Lichtung, genau dort, wo einst ein Tunnel endete, glänzt in der Abendsonne ein neuer Gegenstand. Niemand traut sich näher heran. Noch nicht. Ausflugsstrecken und Ausflugsziele in Dresden und Umgebung, wie Dresdner Heide, Wachwitzgrund, Lockwitzgrund, Begerburg, Dresden-Doelzschen, Weisseritz, Bienertweg, Bienertmühle und Dresden-Plauen sind mit Straßenbahn, Bus und S-Bahn leicht zu erreichen. Den Gänsefuß entlang, über Heidemühle und Hofewiese nach Langebrück. Das Hochland ist besonders zur Obstbaumblüte malerisch, da die vielen kleinen Hügel und Täler in der noch mäßig bebauten Randlage landwirtschaftliche Nutzfläche oder Landschaftsschutzgebiet sind, gesäumt von Obstbäumen. So sieht man im Frühsommer allenorts weiße Blütenwolken.
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Vorbei! Zerrissen, zerstoben wie zarter Morgentraum! Kalt blickt die Welt in meine thränenden Augen; und meine Thränen wandeln nicht die Welt. O warum kann Liebe nicht leben wie auf der Flur ein Vogelpaar? Die treue Flur gibt Halme zum Nest und Körnchen. Am wohltätigsten wirkten ohne Zweifel die Maßnahmen Josephs auf dem Gebiete der sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Verhältnisse. Er legte den Grund zu einem bessern und gerechtern Steuersystem, das aber vielfach Widerspruch erregte, weil es den Adelsvorrechten entgegentrat und alle ständischen Privilegien beseitigte, aber auch dem Bürger nicht passte, der in der Einschränkung der Konsumtionsfähigkeit des Adels seinen Nachteil erblickte. Die gänzliche Aufhebung der Leibeigenschaft in Fortsetzung der schon von Maria Theresia begonnenen Urbarialgesetzgebung war das dauerndste Resultat der Josephinischen Gesetzgebung; das Patent für Böhmen und Nebenländer erschien 1. Nov. In bezug auf Josephs Reformen im Justizwesen zeigte sich der unruhige Geist und der stets wachsende Widerspruch der Verordnungen besonders nachteilig. Zu den neuen Diözesaneinteilungen in Österreich gewann J. schließlich die Einwilligung der römischen Kurie, als er den Besuch des Papstes schon 1783 unerwartet in Rom erwidert hatte und nun dafür sorgte, dass der Bruch mit Rom nicht allzu tief und nachhaltig werde. Unter den späten Neuplatonikern hatte Proklos die stärkste Nachwirkung; prominente Philosophen aus der Schule von Athen waren ferner Damaskios und Simplikios. Ein Schüler des Porphyrios, Iamblichos von Chalkis, verfeinerte das System, wobei er manche Ansichten Plotins und Porphyrios' verwarf. Er übte einen bestimmenden Einfluss auf die um 410 gegründete neuplatonische Schule von Athen aus, die nach langer Unterbrechung die dortige Tradition der Akademie erneuerte. Ähnliche Schwankungen zeigten Verordnungen über die Bücherzensur und Pressfreiheit; Schillers »Räuber« und die deutsche Übersetzung von Voltaires Schriften blieben verboten. Dagegen verdienen Josephs Schöpfungen für das Wohl der Armen und Leidenden: Kranken- und Irrenhäuser, Gebär- und Findelanstalten, Waiseninstitute, Besserungsanstalten, Institute zur Heranbildung von Militärärzten, uneingeschränktes Lob.
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Stellen Sie sich eine Stille vor, die nicht nur die Abwesenheit von Lärm ist, sondern ein eigenes, drückendes Gewicht hat. Folgen Sie einem Mann, dessen Welt aus messbaren Fakten und klaren Linien auf geologischen Karten besteht, in ein Tal, das sich wie ein ausgeatmeter Seufzer zwischen den Bergen ausbreitet. Seine Reise beginnt mit einem rätselhaften Vermächtnis: einer uralten Karte, die nicht zu Schätzen, sondern zu leeren Betten führt, den sogenannten Schlafstätten der Alten. Was er für eine akademische Spurensuche hält, entpuppt sich als Reise an den Rand des Vorstellbaren. An Orten, wo Felsformationen so unheilvoll perfekt wie riesige Wirbelsäulen im Schutt liegen oder steinerne Throne leer über Königreiche wachen, die niemand mehr regiert, zerbricht sein Glaube an die zufällige Natur der Welt. Hier hat sich etwas hingesetzt, hat sich ausgestreckt, ist aufgestanden und gegangen. Die gewaltige Abwesenheit ist das Einzige, was geblieben ist, und sie ist greifbarer als jeder Fels. Doch er ist nicht allein in dieser seltsamen Leere. Er stößt auf eine Gemeinschaft von Pilgern, die nicht das Göttliche suchen, sondern dessen Fortgang zelebrieren. In nächtlichen Ritualen ohne Worte und Gebete verehren sie die reine, kathartische Leere, die die Alten hinterließen. Ihre Ehrfurcht gilt nicht einer Macht, sondern der befreienden Endgültigkeit, dass die Macht vorbei ist. Für unseren Protagonisten, den Mann der Fakten, wird diese Konfrontation zum Spiegel. Während er die äußeren Schlafstätten erkundet, öffnet sich vor ihm die unerwartete und beunruhigende Landschaft seiner eigenen inneren Leere. Was, wenn alles, was er für Vernunft hielt, nur die gut gepflegte Abwesenheit von etwas viel Größerem war? Die eigentliche Reise beginnt erst, als die Karte endet. Sie führt hinein in das größte Rätsel von allen: die Frage, was einen Menschen erfüllen kann, der plötzlich in einem Bett liegt, das für einen Riesen gemacht wurde. Wird die lastende Stille ihn erdrücken, oder findet er in ihr den weiten, hohlen Klang einer ganz neuen Möglichkeit? Die Antwort liegt nicht im Gestein, sondern in dem Echo, das sein Herz in der Stille zurückwirft.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt.
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abschneiden und in die Höhlung klemmen, quer herüber. Viel Moos hier. Dieses darauf legen. Dann kann nicht herunterfallen. Versteck fertig! Schönes Landhaus! Prachtvolle Villa! Da hättet Ihr recht! Wie groß ist dort der Durchmesser der Höhlung? Vier Fuß ungefähr. Weiter nach unten noch mehr. Könnt Ihr klettern? Ja. Ich werde mir diese Gelegenheit einmal ansehen. Nicht ledig hinauf. Gleich Knüppel mitnehmen! Das ist allerdings praktischer. Hier stehen genug eichene Stangen. Aber wie hinaufbringen? Klettern und auch tragen? Geht nicht! Ich habe meinen Lasso mit. Der hat mich auf allen meinen Reisen begleitet, denn so ein Riemen ist eine der nützlichsten Sachen. Well; so schneiden wir! Aber immer vorsichtig sein, Master! Zunächst wollen wir uns überzeugen, ob wir allein sind. Unsere englische Unterhaltung kann hier kein Mensch verstehen; sie hätte also unser Vorhaben nicht verraten. Aber ehe wir handeln, müssen wir uns sicher stellen. So sucht! Werde einstweilen Stangen machen. Ich ging den Umkreis ab, danach suchen wir uns gegenseitig die Köpfe nach Läusen ab. Davor hatten sie eine ähnliche Stellung,wie als Dhimmi unter dem Islam. Und mit dieser Wende bekamen Juden in Europa zum ersten Mal Bürgerrechte. Dort lebten sie, hungerten, malochten, und dort starben sie. Innerhalb von zwei Monaten viele Länder auf vielen Kontinenten zu besuchen, klingt nach einem sportlichen Programm. Mehr als 20.000 Meilen legt er auf vielen Flügen zurück das lässt vermuten, dass der junge amerikanische Journalist aus Ohio nicht gerade knapp bei Kasse ist. Diese Kosten werden soweit möglich von der Kaution abgezogen. Dabei braucht er gar kein Geld jedenfalls nicht, um Füge oder Hotelübernachtungen zu bezahlen. Denn die decken komplett die Vielfliegermeilen und Kreditkartenpunkte ab, die der 28-Jährige schon gesammelt hat. Aber wenn Ihre Sünden zahlreich sind, muss Ihr Wunsch nach Vergebung ständig präsent sein. Lassen Sie diese Aufgabe nicht eher ruhen, bis sie Ihnen so beschwerlich geworden ist wie die strenge Aufgabe, sich den Kopf zu rasieren.
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