Mitternachtsmysterien und verlorene Seelen zum Karneval entlang der Kanäle Venedigs!

Wer zum Karneval will,

Ein Chronist des Grauens bezeugt das Sammeln der Seelen.

Die Pest welkt nicht nur die Körper, sie löst auch die Seele von ihren sicheren Ankern. In diesem Jahr des Zorns, als der Tod ein stinkender Gast in jedem Haus war, begannen die Kinder zu verschwinden. Nicht an der Krankheit, nein. Sie entschwanden auf lautlose Weise. Aus Betten, die noch warm waren. Von Höfen, wo sie eben noch spielten. Die Signoria sprach von Diebstahl, von skrupellosen Bettlern. Ich, der ich die Sterbenden tröstete und die Toten zählte, wusste es besser. Ich sah es mit eigenen Augen in der Nacht des dichtesten Nebels. Vom Fenster meiner Zelle im Kloster San Zaccaria blickte ich auf den Kanal. Der Nebel bewegte sich nicht mit dem Wind. Er pulsierte. Und aus ihm traten Gestalten, blass wie der Mond auf milchigem Glas. Sie waren von der Statur der Kinder, doch ihre Bewegungen waren fließend und alt. Sie glichen jenen Engelsputten auf den Grabmonumenten, doch ihr Ausdruck war nicht selig, sondern von einer unendlichen, leerischen Gier. Sie schienen über das Wasser zu gehen, oder aus ihm emporzusteigen, und zogen an den dunklen Hausöffnungen. Aus einem Kellerloch, wo eine arme Familie dahinsiechte, sahen ich ein kleines Mädchen, nicht älter als fünf Jahre, auf die Schwale treten. Sie blickte nicht zurück. Sie ergriff die ausgestreckte, geisterhafte Hand einer der Gestalten und ging mit ihr in den Nebel hinein. Ihr Schritt war willig, träumerisch. Es war kein Raub. Es war eine Einladung. Ich berichtete meinem Abt. Er nannte es Fieberphantasie, die Frucht von Übermüdung und Gräuel. Doch die Wachen an den Brücken flüsterten sich dieselben Geschichten zu. Sie nannten sie i figli della caligine, die Kinder des Nebels. Man sagte, die Lagune, gesättigt mit dem Leid der Sterbenden, gebäre ihr eigenes, stummes Volk. Sie sammle die unschuldigen, von der Welt verlassenen Seelen ein, bevor die Pest sie entstellen könne. Ob es ein Akt der Barmherzigkeit oder eine perverse Form der Gefräßigkeit der Stadt selbst war, wagte ich nicht zu entscheiden. Ich schreibe dies nieder und verberge die Schrift zwischen den Psalmen. Denn manchmal, wenn der Nebel vom Meer hereinkriecht und der Karneval naht, höre ich ihr fernes, glucksendes Lachen im Rauschen der Brunnen. Sie sind noch da. Sie warten. Und die Stadt vergisst nie einen ihrer Bewohner.

Die Stadt ruft mit einer Stimme aus Stein und vergessenem Wasser.

Venedig, so heißt es, wird nicht gefunden, sondern es findet einen. Ich kam zum Karneval, angezogen von der Verheißung maskierter Geheimnisse und dem Ruhm alter Steine. Doch was ich suchte, war kein billiges Last-Minute-Erlebnis unter Millionen. Ich suchte die Stadt dahinter, die, die ihre Geschichten nur dem flüstert, der bereit ist, die Hauptwege zu verlassen. Meine Reise begann nicht im Herzen der Lagune, sondern an ihrem schmuddeligen Rand, in Mestre. Dort, in einem Hotelzimmer, das nach abgestandenem Zigarrenrauch und billigem Desinfektionsmittel roch, schmiedete ich meinen Plan. Ich würde dem Strom widerstehen. Ich würde mein eigenes Venedig buchen, ein Angebot, das nicht in den Broschüren stand. Das Zimmerfenster zeigte auf eine feuchte Backsteinwand. Der Lärm des Verkehrs drang gedämpft herein, ein fernes, konstantes Rauschen. Ich packte meinen kleinen Rucksack, nichts als das Nötigste. Der schmale Korridor zum Aufzug war mit einem abgetretenen Teppich ausgelegt, der nach jedem Schritt federte. Ich verließ das Gebäude in der kühlen Morgenluft, die nach Benzin und nassem Asphalt schmeckte. Der Bahnhof von Mestre war eine Halle aus grellem Licht und geschäftiger Gleichgültigkeit. Ich kaufte mein Ticket von einem Automaten, dessen Bildschirm flackerte. Die Fahrt in die Lagune war eine allmähliche Entrückung. Die Vorstädte wichen flachen, nebligen Feldern, dann dem ersten Blick auf das Wasser, bleigrau und reglos unter dem winterlichen Himmel. Die Stadt tauchte auf, ein dunkler Zackenriss am Horizont, der mit jedem Herzschlag der Räder schärfer wurde.

Der Übergang von Lärm zu einer beunruhigenden und tiefen Stille.

Die erste Berührung war ein Geräusch, ein vielstimmiges Gemurmel, das vom Bahnhof Santa Lucia ausströmte. Es war die Summe tausendfacher Absichten, ein Gewirr aus Rufen, Rollkofferrädern und den dumpfen Schlägen der Vaporetto-Motoren. Die Luft roch anders als in Mestre, nach schlammigem Salzwasser, gebratenen Sardinen und dem süßlichen Dunst von Marzipan und Pulver für Perücken. Ich ließ mich vom Menschenstrom mitreißen, über die schwingende Brücke, direkt in die Eingeweide der Stadt. Meine Füße fanden den Rhythmus auf den welligen Pflastersteinen, die von der Feuchtigkeit glänzten. Ich bog von der Hauptader ab, in eine Gasse, die so eng war, dass ich mit ausgebreiteten Armen beide Mauern berühren konnte. Das Geräusch des Karnevals verebbte zu einem fernen Rauschen, wie Meeresbrandung in einer Muschel. Hier war die Stille eine dritte Substanz, neben Stein und Wasser. Sie wurde nur vom leisen Plätschern eines unsichtbaren Kanals und dem gelegentlichen Rascheln eines Vorhangs unterbrochen. Das Licht fiel in schrägen, staubigen Bahnen von oben, ließ die Farben der verblassten Fassaden lebendig werden, ein gedämpftes Ocker, ein verblasstes Rosa, ein melancholisches Grün. Ich atmete tief ein. Dies war es. Dieses stille, atemberaubende Herz. Doch je länger ich in der Stille stand, desto mehr begann ich andere Dinge zu hören. Ein leises Kratzen hinter einem Fenstergitter. Ein Seufzen, das aus einem Kellerloch zu kommen schien. Es war, als ob die Steine selbst ausatmeten, und ihr Atem war kalt und trug Geschichten, die keine fröhlichen waren. Ein Schatten bewegte sich am Ende der Gasse, schnell und fließend, mehr eine Störung des Lichts als eine Gestalt. Ich blinzelte, und er war fort.

Tausende leere Augen starren aus den Gesichtern der feiernden Menge.

Der Markusplatz war eine Explosion des Lebens, ein Gegenentwurf zu den stillen Gassen. Tausende Körper drängten sich in einem farbenfrohen, lärmenden Mosaik. Die Luft war geschwängert mit dem Duft von gerösteten Kastanien, heißem Zucker und dem schweren, animalischen Parfüm der Menge. Über allem thronten die byzantinischen Kuppeln der Basilika, fremd und zeitlos. Masken blickten von allen Seiten, ausdruckslose Porzellangesichter mit leeren Augenlöchern, die alles sahen und nichts verrieten. Ein Harlekin in diamantbesetztem Kostüm drehte sich langsam im Kreis, seine Bewegungen mechanisch, wie ein aufgezogener Automat. Sein Blick streifte mich, und für einen Moment hatte ich das Gefühl, er erkannte mich, er durchschaute den Touristenschutz meiner Alltagskleidung. Ich drängte mich bis zur Wasserfront, wo die Gondeln an ihren Pfählen tanzten. Das Wasser des Canal Grande war dunkelgrün, ölig schimmernd und trug die Spiegelbilder der Paläste wie eine deformierte zweite Wirklichkeit. Ich buchte keine Fahrt. Ich beobachtete nur. Ein Gondoliere, einige Meter entfernt, stützte sich auf sein Ruder und musterte mich. Er trug keine Maske, aber sein Gesicht war eine. Es war eine Landkarte aus Narben und tiefliegenden Augen, die kein Licht reflektierten. Er sprach nicht. Er nickte nur, ein kaum merkliches Senken des Kinns, als Ob er eine Verabredung bestätigte, die ich nicht getroffen hatte. Ein Schauer überlief meinen Rücken, trotz der Sonne. Ich wandte mich ab und verlor mich wieder in der Menge, aber das Gefühl blieb, beobachtet zu werden, ausgewählt. Der Karneval war kein Fest. Es war eine Jagd, und die Masken dienten nicht der Verstellung, sondern dem Entblößen einer anderen Wahrheit.

Das glucksende Lachen aus dem Kanal ist kein Spiel es ist eine Einladung.

In der Nacht kehrte der Nebel zurück. Er kroch aus den Kanälen, ein lebendiges, kaltes Gewebe, das die Geräusche verschluckte und die Konturen der Welt auflöste. Die fröhlichen Massen waren verschwunden, in ihre Hotels oder zu privaten Festen. Zurück blieben die Nachtschwärmer, die Suchenden, die wie ich dem Sog der Dunkelheit folgten. Ich fand mich in einer kleinen Osteria wieder, deren einziges Licht eine einzelne, rußige Kerze auf dem Tresen war. Der Wirt, ein alter Mann mit Haut wie Pergament, schenkte mir einen ungebetenen Grappa ein. Seine Finger, knöchrig und mit Altersflecken übersät, umklammerten mein Glas, als er es hinschob. Sie kommen, wenn der Nebel am dichtesten ist, flüsterte er, sein Atem roch nach ranzigem Wein und Verwesung. Die Kinder. Sie spielen in den Kanälen. Sie locken mit ihrem Lachen. Aber es ist das Lachen der Ertrunkenen. Er fixierte mich mit trüben Augen. Sie suchen Gesellschaft. Sie sind einsam in der Kälte. Ich trank den Grappa in einem Zug. Das Brennen in meiner Kehle war eine willkommene, reale Empfindung. Draußen formte der Nebel Gestalten, die sich auflösten, sobald ich sie ansah. Ein leises, glucksendes Lachen trieb über das Wasser, direkt unter dem Fenster der Osteria. Es klang nicht fröhlich. Es klang hohl und gierig. Der alte Mann bekreuzigte sich. Ich warf Geld auf den Tresen und stürzte hinaus in die weiße, erstickende Nacht. Ich musste fort von diesem Kanal, von diesem flüsternden Wasser. Die Stadt hatte ihr Angebot unterbreitet, und es war ein Pakt mit der Finsternis.

Eine Gestalt materialisiert sich am Kreuzungspunkt aller Ängste.

Meine Flucht durch die Gassen war ein stolpernder Albtraum. Der Nebel klebte an meiner Haut, drang in meine Lungen. Jedes Echo meiner eigenen Schritte klang wie die eines Verfolgers. Ich war verloren. Die vertrauten Wegeszeichen waren verschwunden, jede Gasse sah aus wie die vorherige, ein Labyrinth aus nassem Stein und undurchdringlichem Weiß. Dann, an einer unscheinbaren Kreuzung, materialisierte sie sich. Sie stand einfach da, als wäre sie immer dort gewesen, eine schlanke Gestalt in einem langen, dunklen Mantel. Ihr Gesicht war blass und schmal, die Haare vom Nebel feucht gelegt. Sie lächelte, und es war ein ruhiges, wissendes Lächeln. Sie sagte, ich sei nicht die Erste, die in dieser Nacht die Wege verliere. Ihre Stimme war klar und sanft, ein Kontrast zum erstickenden Schweigen. Sie stellte sich als Isabella vor. Sie bot mir ihre Führung an, zum letzten Vaporetto nach Mestre. Misstrauen klammerte sich an mein Herz, aber die Alternative war, in dieser weißen Hölle zu erfrieren oder etwas Schlimmerem zu begegnen. Ich nahm an. Sie ging voran, ihre Schritte waren sicher und leise. Sie führte mich durch Passagen, die ich nie zuvor gesehen hatte, unter gewölbten Torbögen hindurch, über schmale Brücken, von denen das Wasser unsichtbar in der Tiefe gurgelte. Unterwegs erzählte sie. Sie erzählte von den Adelsfamilien, die ihre Feinde in den Kanälen verschwinden ließen. Von der Pest, deren Seufzer noch in den Kellern hängen sollten. Ihre Geschichten waren nicht dazu da, mich zu ängstigen. Sie wurden einfach konstatiert, als wären sie Teil des Wetterberichts. Das Vaporetto, sagte sie, lege an der Fondamenta Nuove ab. Die Uhr tickte. Meine Rettung war nah, doch mit jedem Schritt, den ich hinter dieser Frau herging, fühlte ich mich weniger gerettet und mehr übergeben.

Die Flucht gelingt auf einem Brett das über einen Abgrund schwebt.

Die Anlegestelle tauchte aus dem Nebel auf, ein schwacher gelber Lichtschein auf feuchtem Holz. Das Vaporetto lag bereits da, seine Motoren brummten ungeduldig. Ein paar gespenstische Gestalten standen an Deck. Isabella blieb am Fuß der Brücke stehen. Sie drehte sich zu mir um. Ihr Gesicht war jetzt ernst. Gehen Sie, sagte sie. Und buchen Sie nie wieder eine Reise in diese Stadt, wenn der Karneval naht. Sie bietet mehr, als Sie bezahlen können. Dann trat sie einen Schritt zurück und verschmolz mit dem wallenden Nebel. Sie war einfach weg. Ein letztes, verzweifeltes Adrenalin schoot durch meine Adern. Ich rannte über die knarrende Brücke, rief dem Schiffsjungen zu, der schon die Leinen löste. Mit einem Satz landete ich taumelnd auf dem Deck. Das Boot stieß ab. Ich keuchte, lehnte mich an die Reling und starrte zurück auf den Lichtkreis der Anlegestelle, der immer kleiner wurde. Im Nebel, genau an der Stelle, wo Isabella gestanden hatte, glaubte ich für eine Sekunde zwei blasse, kleinere Gestalten zu erkennen, die eine Hand hielten. Dann fraß die Dunkelheit das Bild. Die Überfahrt war eine Betäubung. Das Brummen der Motoren, das sanfte Schaukeln, die Kälte der Nachtluft auf meinem schweißnassen Gesicht. Die Lichter von Mestre erschienen, gewöhnlich und herrlich langweilig. Die Erleichterung, die mich überflutete, war physisch, ein Zusammenbruch der Anspannung, der mich zittrig und leer zurückließ. Doch unter der Erleichterung nagte etwas anderes. Isabella warnte mich. Aber war sie meine Retterin gewesen oder eine Wärterin, die mich nur bis an den Rand des Geheges zurückbrachte? Hatten die Kinder des Nebels mich gehen lassen, oder hatte Isabella sie davon abgehalten? Die Fragen hatten kein Gewicht, keine Substanz, aber ihre Schatten waren länger als die der venezianischen Paläste. Sie würden bleiben.

Das Gedächtnis an ein blaues Kleid ist die letzte Kette zur eigenen Form.

Isabella wusste, dass der Mann mit den gehetzten Augen und dem Geruch kalter Angst ihn finden würde. Sie spürte diese Art von Suche, sie zog wie ein Magnet an dem stumpfen Gewicht ihrer Existenz. Sie stand in ihrem Nebel, demselben, aus dem sie vor siebzig Jahren nicht mehr herausgefunden hatte. Damals trug sie ein Kleid aus blauer Seide, und ihr Lachen war echt, ein heller Ton im Karnevalsgetümmel. Sie war dem verheißenen Rendezvous mit einem jungen Gondoliere gefolgt, einem Mann mit sanften Händen und einem Versprechen auf den Lippen. Er führte sie in eine stille Gasse, ganz wie diese hier, und dann war nur noch das kalte Wasser gewesen, ein glitschiger Griff an ihrem Knöchel, und ein Sturz in die Dunkelheit. Das Ertrinken dauerte einen Augenblick. Das Nicht-Mehr-Leben dauerte nun ein Jahrhundert. Sie wurde ein Kind des Nebels, ein Teil des gierigen Chors, der nach Wärme, nach Lebendigkeit, nach Gesellschaft lechzte. Jahrzehnte verbrachte sie in diesem schlafwandlerischen Kollektiv, bis etwas in ihr, ein splitternder Rest von Wille, rebellierte. Sie erinnerte sich an ihren Namen. Sie erinnerte sich an das Blau ihres Kleides. Diese Erinnerungen waren ihre Kette, sie banden sie an eine halbe Individualität. Die anderen, die wahrhaft Vergessenen, hassten sie dafür ein wenig. Sie wurde zur Wärterin, zur Grenzgängerin. Ihre Aufgabe war keine Gnade, sondern ein Gesetz der dunklen Lagune. Nicht alle, die hereingezogen wurden, konnten bleiben. Die Balance zwischen den Welten war zerbrechlich. Zu viele Seelen machten den Nebel dick und träge, alarmierten die Lebenden auf eine gefährliche Weise. Manchmal, wenn ein Suchender wie dieser Mann zu nah an den Abgrund trat, wurde Isabella geschickt. Sie war der sanfte Arm, der ihn zurückstieß, das klare Wort, das ihn zum letzten Kahn lenkte. Sie rettete Leben, um den Tod zu schützen. Sie führte die Verirrten fort, um das Geheimnis ihres eigenen Reiches zu bewahren. Als der Mann auf das Vaporetto sprang, spürte sie den flüchtigen, neidvollen Stich seiner warmen, pochenden Lebenskraft. Dann wandte sie sich ab. Zwei blasse, formlose Gestalten, ihre ehemaligen Gefährten, schlüpften an ihre Seite und fassten ihre kalten Hände. Sie hatten ihren Anteil bekommen, einen Schrecken, eine Geschichte, die er in die Welt tragen würde. Das musste genügen. Isabella ließ sich zurück in den Nebel fallen, ein Fisch, der in sein heimisches, dunkles Wasser taucht, und wartete auf den nächsten Sucher, den nächsten Karneval.

Ein Teil von mir blieb zurück als Pfand in den feuchten Steinen.

Sicherheit hat einen eigenen Geruch. Nach Reinigungsmittel und industriell gebackenem Brot. Nach dem synthetischen Teppichboden im Flur meines Mestre-Hotels. Ich saß auf dem Bett, das ich morgens verlassen hatte, und war doch ein anderer Mensch. Draußen fuhr ein Lastwagen vorbei, ein vertrautes, profanes Geräusch. Venedig war nur eine Zugfahrt entfernt, eine unsichtbare Präsenz hinter dem Vorhang der Nacht und des Nebels. Ich hatte dem Karneval entkommen, den Massen, dem offensichtlichen Angebot der Stadt. Stattdessen hatte ich ihr wahres Gesicht gesehen, das Gesicht, das sie denjenigen zeigt, die zu genau hinschauen wollen. Es war kein Gesicht des Horrors, nicht ganz. Es war das Gesicht einer unermesslichen, gleichgültigen Tiefe. Eine Stadt, die auf Knochen und untergegangenen Träumen ruht, kann keine Fröhlichkeit produzieren, die nicht hohl klingt. Ihr Karneval ist ein Exorzismus, bei dem die Geister nicht vertrieben, sondern eingeladen werden. Ich hatte einen Blick hinter die Maske geworfen, und die Maske hatte zurückgeblickt. Die Sehnsucht, die mich hierher gezogen hatte, war gestillt, aber auf eine Weise, die eine Wunde hinterließ, die nicht vernarben würde. Ich wusste, ich würde nie zurückkehren können. Aber ich wusste auch, dass ein Teil von mir immer noch dort war, in den nebligen Gassen, ein Geist unter Geistern, ein Kind der Lagune, das sein letztes, unwiderrufliches Angebot angenommen hatte. Venedig bucht dich, nicht du es. Und die Rechnung kommt immer erst später.


Mit nebelverhangenen Grüßen und einem Hauch von Mysterium,
Ihr treuer Begleiter durch die Schatten Venedigs zur Schwelle des Unsichtbaren.

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*Der geneigte Leser möge verzeihen, dass wir diskret verschweigen, welche stillen Gassen, welches versteckte Calletta oder welcher namenlose Kanalarm im Laufe der Jahrhunderte durch Hochwasser, Sturmflut, schiefe Neigungen oder das beharrliche Vergessen der Lebenden verloren gingen. Venedig ist ein Palimpsest, auf dem nicht nur Tinte, sondern auch Wasser schreibt. Manche Geschichten, so scheint es, werden nicht ausgelöscht, sondern nur in eine andere, schwerer lesbare Schrift übersetzt, die sich dem ahnungslosen Buchungsportal und dem Stadtplan entschieden entzieht.

Quellenangaben:
Inspiriert von den Geheimnissen der vernebelten Karnevalsnächte in Venedig.
Venedig Mysterien & Legenden – Sammlung historischer und unheimlicher Geschichten aus Venedig
Die Geheimnisse von Venedig – Über verborgene Orte und vergessene Geschichten der Lagunenstadt
Venedig Geschichte – Umfassender historischer Überblick von der Gründung bis zur Gegenwart
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Venedig Jesolo und Punta Sabbioni­

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den Hafen verlassen ein Wasserbus zur Linken der Vaporetto - Wasserbus verschwindet in der Ferne ein letztes Schiff gegen den Wind gestellt durch die Wellen am Leuchtturm vorbei geeilt Wind und Wellen jagen […]
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Vorbei! Zerrissen, zerstoben wie zarter Morgentraum! Kalt blickt die Welt in meine thränenden Augen; und meine Thränen wandeln nicht die Welt. O warum kann Liebe nicht leben wie auf der Flur ein Vogelpaar? Die treue Flur gibt Halme zum Nest und Körnchen. Am wohltätigsten wirkten ohne Zweifel die Maßnahmen Josephs auf dem Gebiete der sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Verhältnisse. Er legte den Grund zu einem bessern und gerechtern Steuersystem, das aber vielfach Widerspruch erregte, weil es den Adelsvorrechten entgegentrat und alle ständischen Privilegien beseitigte, aber auch dem Bürger nicht passte, der in der Einschränkung der Konsumtionsfähigkeit des Adels seinen Nachteil erblickte. Die gänzliche Aufhebung der Leibeigenschaft in Fortsetzung der schon von Maria Theresia begonnenen Urbarialgesetzgebung war das dauerndste Resultat der Josephinischen Gesetzgebung; das Patent für Böhmen und Nebenländer erschien 1. Nov. In bezug auf Josephs Reformen im Justizwesen zeigte sich der unruhige Geist und der stets wachsende Widerspruch der Verordnungen besonders nachteilig. Zu den neuen Diözesaneinteilungen in Österreich gewann J. schließlich die Einwilligung der römischen Kurie, als er den Besuch des Papstes schon 1783 unerwartet in Rom erwidert hatte und nun dafür sorgte, dass der Bruch mit Rom nicht allzu tief und nachhaltig werde. Unter den späten Neuplatonikern hatte Proklos die stärkste Nachwirkung; prominente Philosophen aus der Schule von Athen waren ferner Damaskios und Simplikios. Ein Schüler des Porphyrios, Iamblichos von Chalkis, verfeinerte das System, wobei er manche Ansichten Plotins und Porphyrios' verwarf. Er übte einen bestimmenden Einfluss auf die um 410 gegründete neuplatonische Schule von Athen aus, die nach langer Unterbrechung die dortige Tradition der Akademie erneuerte. Ähnliche Schwankungen zeigten Verordnungen über die Bücherzensur und Pressfreiheit; Schillers »Räuber« und die deutsche Übersetzung von Voltaires Schriften blieben verboten. Dagegen verdienen Josephs Schöpfungen für das Wohl der Armen und Leidenden: Kranken- und Irrenhäuser, Gebär- und Findelanstalten, Waiseninstitute, Besserungsanstalten, Institute zur Heranbildung von Militärärzten, uneingeschränktes Lob. […]
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Stille Nacht herrscht feierlich ernst ringsum noch, nur der Waldbach braust im Geklüft hin schäumend, nur der Frühwind weht und verheißt des Morgens grauende Dämmrung. Tief im Grund ruhn schattige Täler, dunkler ragt der Tannwald, über den Wipfeln funkelt noch ein Stern. Du bist es, der Stern der Liebe, strahlende Venus! Stern des Morgens! Da das Steinwild nur nach Verwundung oder in höchster Bedrängnis Gletscher annimmt, dienen solche oft als Seitenwand eines Treibens und werden ebensowenig wie für Wild unzugängliche Felswände durch Treiber verwahrt. In solchen Fällen werden ein- bis zweihundert Treiber aufgeboten, um das scheue Wild gegen die Stände zu treiben. In letzteren, roh aufgeführten Steinthürmen mit Schießlöchern, muß der vom Kopfe bis zum Fuße in Grau gekleidete Schütze vollständig verborgen sein und regungslos verharren, um dem scharfsichtigen Wilde unbemerkt zu bleiben; wird er von ihm gesehen, so ist der Anstand auch trotz der vielen Treiber vergeblich. Der König verwendet, seitdem er das Jagdrecht der oben namentlich aufgezählten Gemeinden erworben, verhältnismäßig bedeutende Summen auf die Hege des edlen Wildes und bringt alljährlich im Juli und August, d. h. sobald der Schnee auf den Gletschern geschmolzen ist, mehrere Wochen im Gebirge zu, hier zwischen dreiund viertausend Meter über dem Meere gelegene Jagdhütten oder selbst ein offenes, nicht einmal dem Regen genügend widerstehendes Zelt bewohnend. Der gegenwärtige Wildstand gestattet alljährlich funfzig Böcke abzuschießen; Geisen gelten selbstverständlich als unverletzlich. Ungünstiger Wind hindert die Jagd weniger, braucht mindestens nicht in demselben Grade berücksichtigt zu werden wie bei der Gemsjagd; auch darf man ein und dasselbe Gebiet mehrmals nach einander treiben, da die starken Böcke, welche entkamen, an dem folgenden und zweitfolgenden Tage ihren alten Standplatz gewiß wieder aufsuchen. Von solcher Herberge ausreitet er auf für ihn eigens hergerichteten, jedoch noch immer ungemein wilden Pfaden oft fünf bis sechs Stunden weit bis zu seinem Stande, nachdem seine Jäger am Tage zuvor durch das Fernrohr ausgekundschaftet haben, ob Steinwild in der Kluft steht. […]
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Ein Samstagmorgen in Dresden, so gewöhnlich, wie nur ein Rentnerleben ihn kennt. Doch die Stille vor dem Wecker, das vertraute Ritual des Kaffees - all das ist nur die hauchdünne Oberfläche eines Tages, der sich jählings in eine fesselnde Odyssee verwandelt. Ein unerwarteter Impuls, eine scheinbar harmlose Busfahrt, zieht hinein in eine Welt, die das Bekannte streift und doch auf unbekannte Pfade lenkt. Was als gemächlicher Ausflug beginnt, entfaltet sich Passage um Passage als tieferes Eintauchen in das Unaussprechliche, eine Reise durch die verborgenen Winkel der Stadt und der Wahrnehmung selbst. Jenseits des Betons, wo die Stadt zu atmen scheint, wartet eine Störung der Wirklichkeit: Ein kolossales Gefährt, fehlplatziert wie ein Albtraum, wirft Schatten, die weit über seine bloße Form hinausreichen. Was verbirgt sich in seinem Inneren, welche ungewöhnlichen Aktivitäten könnten dort stattfinden? Ob in dem Fleetwood Bounder ein verborgener Chemielehrer, in der Abgeschiedenheit experimentiert, womöglich Blue Sky köchelt? Die Luft knistert vor ungesagten Möglichkeiten. Schon bald verschlingt ein Meer aus Grün den Weg, ein stacheliger Irrgarten, in dem jeder Schritt zur Prüfung wird. Die Grenzen zwischen Zivilisation und urwüchsiger Wildnis verschwimmen, und das Fehlen eines trivialen Werkzeugs, wie einer Machete, wird zur existenziellen Bürde. Dann, vom Blau des Himmels, der bedrohliche Kang des Kasmpfhubschraubers, ein Schatten am Himmel, der die vermeintliche Freiheit in eine gnadenlose Hetzjagd verwandelt. Die Erkenntnis einer Falle zu stecken, die Angst vor dem Unsichtbaren schärft die Sinne und jeder Pfad führt zu einem potenziellen Versteck. Doch selbst wenn die Wege zurück zum Vertrauten führen, ist das Abenteuer noch lange nicht beendet. Denn der Wald um die Stadt hält weitere Geheimnisse bereit. Ein kommender Tag enthüllt neue Dimensionen dieser Erkundung. Was bleibt, sind einsame Spuren im Sand, geheimnisvolle Funde, die mehr Fragen aufwerfen, als sie beantworten. Am Ende einer jeden Reise steht eine Schwelle, und Dresden birgt unzählige davon. Wird die Rückkehr in die gewohnte Welt tatsächlich Ruhe bringen, oder hat sich etwas für immer verändert, das in den Tiefen dieser Stadt schlummert und auf die nächste unbeabsichtigte Begegnung wartet? […]
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Es gibt Orte, die das Schweigen nicht als Abwesenheit von Lärm, sondern als eigene, dichte Substanz hüten. Ein solcher Ort ist ein See, fernab jeder nützlichen Straße, dessen Wasser die Farbe von stumpfem Blei hat und dessen Ufer ein undurchdringliches Dickicht aus schwarzem Schilf bilden. Hierher kommen keine Erholungssuchenden. Hierher kommt, wer vergessen will. Die Stille ist hier ein Druck auf der Brust, ein Versprechen des Verschwindens. Doch dieser See birgt mehr als nur Vergessen. In seiner Tiefe hält er ein letztes, zerbrechliches Geheimnis fest - und die Spuren jener, die bereit sind, es für immer auszulöschen. Ein Mann, gezeichnet von der Leere eines zusammengebrochenen Lebens, sucht in dieser Stille Zuflucht. Was er findet, ist kein Frieden, sondern ein Fundstück: ein fremdartiger, weißer Stengel, hart wie Knochen und leicht wie Luft, angespült am matschigen Ufer. Dieses Objekt ist der erste falsche Ton in der Symphonie des Schweigens. Ein alter Fischer, dessen Gesicht eine Landkarte aus Misstrauen ist, wird zum Deuter dieses Fundes. Er spricht von einer seltenen Alge, dem "Seeohr", das nur in reinster Wasserqualität gedeiht - und davon, dass es systematisch vernichtet wird. Nachts gleiten Boote über das bleierne Wasser, ausgestattet mit Technologie, die keine sichtbaren Wunden hinterlässt, nur den unhörbaren Tod einer gesamten Spezies. Warum? Die Antwort ist so nüchtern wie furchtbar: Ökonomie. Der Schutzstatus des Sees hängt an diesem unscheinbaren Lebewesen. Verschwindet es, wird das Gewässer wertlos und käuflich. Plötzlich findet sich der Flüchtling in einem Spiel wieder, für das er nicht gerüstet ist. Seine Recherchen führen zu einer Firma mit glänzender, ökologischer Fassade und zu Männern in funktionellen Jacken, deren Warnungen sich nicht in Worten, sondern in der bedrohlichen Nähe ihres Atems ausdrücken. Der Fischer verschwindet. Die örtlichen Behörden zeigen ein Lächeln aus bequemer Gleichgültigkeit. Die Grenze zwischen Paranoia und realer Gefahr löst sich auf. In dem Mann erwacht etwas Altes, etwas, das er aus seiner vergangenen Welt kennt: der kalte, berechnende Instinkt, Muster zu erkennen und Züge vorauszudenken. Doch hier geht es nicht um Aktienkurse, sondern um ein letztes Stück unverfälschter Natur. Die Idee der Rettung nimmt Gestalt an, aber sie ist schwanger von Gewalt. Der weiße, tote Stengel, einst Beweisstück, verwandelt sich in seiner Hand. Er wird scharf geschliffen. Aus dem Relikt einer sterbenden Art wird der Entwurf einer Waffe. An einem nebelverhangenen Ufer, wo das Wasser wie flüssiges Metall glänzt, wird sich entscheiden, ob er zum Bewahrer oder selbst zum Rächer wird - und welchen Preis die letzte Verwendung für alle Beteiligten haben wird. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
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Faustus durchstürmt viele Landschaften, reich, auch vertrauensleer, Ihm schläft im Schooss der Perioden kein Garten Eden mehr. Jene Jahre entschwinden fliegend dorthin neben Stromeslauf; Vergangenheit ist's Weltmeer, dieses nimmt den Zeitfluss auf. An dessen Gestaden vertun sich Geister auf wie auch ab; welche winken sowie solche eintunken in Schauertiefen runter. Jener Glanz und Gloria erscheint bloss am Meerstrand, zudem haucht gegenseitig in jene Hand; Die ausgelassenen Wellen raubten ihm bereits sein Prachtgewand. Über dem lichtblauen Wasser, an den Felswänden hin, in den Lüften schwebten die holden Gestalten, und verbreiteten einen morgenrötlichen Glanz, einen sanften goldenen Schimmer, der immer klarer und vollkommener wurde, je mehr der anmutigen Wesen erschienen, bis auf den Grund hinab zitterte diese blendende Helle, tausend Edelsteine schienen heraufzufunkeln, Korallen und Muscheln in der Tiefe zu glänzen, der Delphin, auf dem der Prinz saß, ward mit den reinsten goldenen Schuppen bedeckt. Mit den letzten Strophen dieses Gesanges wuchs die Musik gewaltiger an, die Farben der Grotte wurden heller und durchsichtiger, der Delphin gaukelte sich so munter, als ob er die Worte des Gesangs verstünde, und zumal wimmelte es aus dem dunklen Grunde von so schönen, luftigen, geistigen Wesen hervor, daß Manfred den Himmel vor seinen Augen eröffnet glaubte. Manfred war bezaubert, denn was er noch Herrliches und Schönes auf Erden gesehen, Sonnen- und Mondaufgang, blieb hinter der überschwänglichen Anmut dieser Erscheinungen zurück. Zu den Eigentümlichkeiten des bei diesem Theater teilweise in Anwendung gekommenen Asphaleia-Systems gehört der Ventilationsring, an den sich in den einzelnen Stockwerken das Vestibül, die Foyers, Treppenhäuser, Garderoben und Büfette nebst den beiden seitwärts angebrachten, gedeckten Unterfahrten, und zwar durchweg in einer Weise anschließen, welche die Sicherheit und Bequemlichkeit der Theaterbesucher vollkommen wahrt. Auch ruht er nicht auf der Galeriebrüstung, sondern auf dem Ventilationsring, wodurch auch die Galeriebesucher einen freien Ausblick auf die Bühne genießen. Ich lief zur Stube hinaus, gab alles wieder dar Und ließ mit Freuden gehn, was nicht zu halten war. […]
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