Das Zittauer Gebirge - Wo Abenteuer und Geschichte aufeinandertreffen

Ein Atemzug am Rande des Gebirges

Ich komme mit dem Geräusch von surrenden Reifen und schließenden Autotüren an. Dann trete ich heraus. Die Stille schlägt mir entgegen. Eine Stille, die nicht leer ist. Sie ist voller Geräusche, die ich erst entschlüsseln muss. Das Rauschen der Blätter ist kein gleichmäßiges Rauschen. Es ist ein Gespräch, geführt von tausend Zungen. Ich atme ein. Die Luft riecht nach feuchtem Holz, nach zerdrückten Tannennadeln, nach dem kühlen Hauch von Stein. Ich stehe am Rand des Lausitzer Kammes, einem Teil der Sudeten, den viele übersehen. Mein Plan ist simpel und ambitioniert zugleich. Ich will mich treiben lassen. Von den Pfaden und den Begegnungen. Ich spüre das Gewicht meines Rucksacks. Es erinnert mich daran, dass ich hier bin, um zu bleiben. Das Gebirge liegt vor mir, ein sanfter, grüner Riese. Seine Geheimnisse verschenkt es nicht. Das ist mir klar.

Die alte Zeitmaschine aus Dampf und Nostalgie rattert zischend durch das lausitzer Land.

Zittau empfängt mich mit dem Duft von gebrannten Mandeln und frisch gebackenem Brot. Der Marktplatz ist ein lebendiges Mosaik. Eine Frau feilscht um Äpfel, ein Mann trägt einen Korb voller Blumen davon. Ich lasse mich in einem Café nieder. Die Fenster sind so blank, dass sie die Welt verzerren. Ich bestelle ein Stück Quarkkuchen. Die Bedienung, eine Frau mit einem Netz aus Lachfalten um die Augen, bringt ihn. Der Kuchen ist eine gelbe, wackelnde Masse, bedeckt von einer glänzenden Schicht aus Butter und Zucker. Er schmeckt nach meiner Kindheit. Nach Sonntagen bei meiner Großmutter. Ich bin noch nicht bereit für die Berge. Zittau ist das Vorspiel. Die Zittauer Schmalspurbahn steht am Bahnhof. Eine schwarze, schnaufende Maschine. Ein Relikt. Ich steige ein. Das Holz der Bänke ist glatt und warm von der Sonne. Dann setzt sie sich in Bewegung. Es ist kein Fahren. Es ist ein Ruckeln, ein Zuckeln, ein Keuchen. Der Dampf zieht weiße Schleier vor die Fenster. Die moderne Welt mit ihren glatten Oberflächen fällt hinter uns zurück. Wir sind in der Zeitmaschine.

In den Mauern von Oybin hatte die Stille eine ganz eigene Substanz.

Die Bahn spuckt mich in Oybin aus. Plötzliche Stille. Das Pfeifen des Zuges verklingt. Zurück bleibt ein Raum, gefüllt mit Geräuschen, die ich vergessen hatte. Das Plätschern eines Brunnens. Das Krächzen einer Krähe. Das leise Rascheln meiner eigenen Jacke. Die Luft ist hier dichter, kühler. Sie riecht nach nassem Moos und dem harzigen Atem der Fichten. Vor mir erhebt sich das Kloster Oybin. Eine Krone aus Stein auf einem gewaltigen Felsblock. Es wirkt nicht bedrohlich. Es wirkt wachsam. Mein Hotelzimmer ist klein, das Bett knarzt. Ich packe meinen Rucksack für den nächsten Tag. Eine Wasserflasche. Ein Apfel. Eine Wanderkarte, die ich nicht zu benutzen gedenke. Ich öffne das Fenster. Die Nachtluft strömt herein, und mit ihr das unermüdliche Zirpen der Grillen. Ein Soundteppich, der jeden Gedanken an Stadtlärm erstickt. Ich schließe die Augen und höre zu. Das ist das Ankommen. Nicht an einem Ort. In einem Zustand.

Ein geheimnisvoller Gruß vom Felsen des August aus vergangenen Tagen.

Der Pfad am nächsten Morgen ist nicht breit. Er ist eine Einladung, nicht mehr. Moos bedeckt die Steine wie ein samtener Teppich. Die Bäume zu beiden Seiten sind alte Herren. Sie beugen sich über den Weg, ihre Äste bilden ein dachartiges Gewölbe. Das Licht, das durchbricht, ist grün und geheimnisvoll. Ich gehe langsam. Mein Atem bildet kleine Wölkchen in der kühlen Luft. Dann sehe ich ihn. Einen unscheinbaren Felsen, halb von Farn verdeckt. Auf seiner glatten Fläche sind eingemeißelte Buchstaben zu erkennen. Ich streiche mit den Fingern darüber. August, 1904. Die Kerben sind tief und klar. Wer auch immer August war, er hat sich Mühe gegeben. Ich setze mich auf einen umgestürzten Baumstamm. Betrachte diese stumme Nachricht. War er glücklich hier? Hatte er geliebt, getrauert, gehofft? Der Wald gibt keine Antwort. Er bewahrt das Geheimnis. Ein Eichelhäher schreit. Der Ruf ist scharf und durchdringend. Er reißt mich aus meinen Gedanken. August ist gegangen. Ich bin hier. So einfach ist das.

Das herzliche Lächeln von Lückendorf schenkt mir eine gute Reise.

Der Weg verzweigt sich. Ich folge dem schmaleren Pfad, der hinab in ein stilles Tal führt. Lückendorf ist kein Dorf. Es ist eine Ansammlung von Häusern, die sich in die Landschaft schmiegen, als wären sie gewachsen. Kein Geschäft. Kein Café. Nur Gärten und die würzige Luft von brennendem Holz. Vor einem der Häuser steht eine Frau und gießt Blumen. Sie trägt eine große, blaue Schürze. Sie blickt auf, sieht mich und lächelt. Es ist kein höfliches, flüchtiges Lächeln. Es ist ein Lächeln, das ihre gesamte Gegenwart einnimmt. Gute Reise, sagt sie. Dann wendet sie sich wieder ihren Blumen zu. Diese zwei Worte, einfach in den Raum gestellt, bedeuten mehr als jede touristische Broschüre. Sie bedeuten: Du bist willkommen. Geh deinen Weg. Ich nicke, obwohl sie es nicht sieht, und gehe weiter. Ihre Gastfreundschaft ist keine Dienstleistung. Sie ist ein Geschenk. Die Stille des Ortes ist nicht leer. Sie ist erfüllt von diesem einfachen, menschlichen Austausch.

Über einen alten Baumstamm führt die grüne Regierung des Mooses.

Ich verliere mich in einem Waldstück, wo das Licht kaum noch durch die Blätter dringt. Die Luft ist kühl und erdig. Dann sehe ich den Baumstamm. Er liegt quer über dem Pfad und ist vollständig von Moos überzogen. Ein üppiger, grüner Pelz. So dicht und weich, dass er unwirklich erscheint. Ich knie mich davor. Eine winzige Schnecke bewegt sich langsam über diese grüne Landschaft. Sie hinterlässt eine silberne, schimmernde Spur. Ich berühre das Moos. Es gibt unter meinen Fingern nach. Kühl und feucht. In diesem Moment ist der Baumstamm kein Hindernis. Er ist ein Königreich. Die Schnecke ist seine Herrscherin, das Moos ihr Thron. Alles, was ich vorhatte, schrumpft zusammen. Hier ist die Welt in Ordnung. Ein Specht beginnt sein rhythmisches Hämmern in der Ferne. Es klingt wie der Herzschlag des Waldes. Ich stehe auf und gehe weiter. Vorsichtig. Um das Moosreich nicht zu stören.

Vom hohen Felsmassiv tönt noch heute das Echo des Scharfrichters.

Der Scharfenstein beißt sich scharf gegen den blassen Himmel ab. Der markante Felsturm aus Sandstein scheint das diffuse Licht zu schneiden. Unten, am Fuß des Massivs, treffe ich auf drei Kletterer. Sie studieren ein dünnes Buch. Ihr Fachjargon ist ein Rätsel aus Routennamen und „sächsischer Absicherung“. Einer von ihnen, ein älterer Mann mit Händen wie Wurzelwerk, macht Pause. Er zeigt auf die schlanke Scharfensteinnadel. „Gute Routen. Aber prüfen Sie den Sperrstatus. Die Felsengasse ist oft wegen Uhus dicht.“ Dann weist er zum Hauptfelsen. „Den Gipfel da erklimmt heute jeder Wanderer über die Eisentreppe. Ein Spaziergang. Aber früher…“ Seine Stimme wird leiser. Er erzählt nicht von Rittern. Er erzählt von einem Richter. Ein kurzer Prozess. Ein langer Sturz. Der Fels ist kein Sportgerät mehr. Er ist ein steinernes Archiv. Ich blicke hinauf zu der metallenen Wetterfahne. Der Wind zerrt hier oben nicht nur an Stahl. Er zerrt an uraltem Unrecht.

Im tiefen Wald steht die einsame Hütte die sich noch immer erinnerte.

Die Lichtung bricht unvermittelt durch das Blätterdach. An ihrem Rand steht die Hütte. Sie ist kein Haus mehr. Sie ist eine Erinnerung an ein Haus. Das Dach ist eingefallen. Die Tür hängt schief in den Angeln, als wäre sie müde. Ich trete durch die Öffnung. Der Geruch von Moder und feuchtem Holz ist intensiv. In einer Ecke liegt ein Werkzeug. Eine Schaufel. Komplett verrostet, der Stiel morsch und gebrochen. Ich hebe sie nicht auf. Ich stelle mir den Mann vor, der sie hier abgelegt hat. Vielleicht ein Holzfäller. Sein Tag war vorbei. Er lehnte die Schaufel an die Wand und ging nach Hause. Er kam nie zurück, um sie zu holen. Die Natur kam. Sie schickte Moos und Efeu. Sie ließ den Boden die Schaufel verschlucken. Draußen, auf einem Ast vor dem fensterlosen Fenster, landet ein Rotkehlchen. Es betrachtet mich mit schwarzen, neugierigen Augen. Dann zwitschert es und fliegt davon. Die Hütte ist keine Tragödie. Sie ist ein friedlicher Übergang. Der Mensch hatte gebaut. Die Natur nahm es zurück. Ein fairer Handel.

Ein alter Mann steht als weiser Hüter auf der windigen Lausche.

Der Aufstieg zur Lausche lässt meine Oberschenkel brennen. Der Wald lichtet sich, wird karger. Dann bin ich oben. Der Wind ist hier eine reine, kalte Kraft. Er fegt über das kahle Plateau und pfeift in meinen Ohren. Die Aussicht raubt mir die Worte. Die bewaldeten Hänge fallen ab und steigen wieder an. Eine grüne, unendliche Welle bis zum Horizont. Ich kann Tschechien sehen. Es sieht genauso aus. Grüne Hügel, blauer Himmel. Grenzen sind hier lächerlich. „Da ist sie schön, nicht wahr?“ Eine Stimme hinter mir. Ein Mann, vielleicht siebzig, mit einem Gesicht wie verwittertes Holz, lehnt auf einem Wanderstock. Seine Augen blitzen. „Mein Großvater hat hier unten nach Schätzen gegraben“, sagt er und deutet mit dem Stock ins Tal. „Nicht nach Gold. Nach Geschichten.“ Er setzt sich zu mir auf einen Stein. Er erzählt. Von Bergleuten. Von Waldarbeitern, die jeden Baum mit Namen kannten. Das Klopfen des Spechts bedeutete Regen. Das Plätschern eines bestimmten Baches sprach vom Winter. Er ist ein Dolmetscher. Nach einer halben Stunde steht er auf. „Die Geschichten sind noch da“, sagt er. „Man muss sie nur abholen.“ Dann stapft er den Weg hinunter. Sein Stock tippt rhythmisch auf den Stein.

Die warme Suppe bringt mir endlich den wahren Geschmack der Rückkehr.

Der Abstieg ist leichter. Die Schwerkraft hilft mir. Aber in meinem Kopf ist es voller geworden. Die Geschichten des alten Mannes bewegen sich darin. Zurück in Oybin ist der Zauber gebrochen. Autos parken. Touristen strömen aus Bussen. Der Duft von Bratwurst und Fett liegt in der Luft. Ich finde ein Restaurant, klein und abseits. Am Nebentisch fotografiert eine Familie ihr Essen. Das Blitzlicht blendet mich. Ich bestelle eine Suppe. Sie ist heiß und kräftig. Ich beobachte die Menschen. Sie erfassen die Oberfläche des Ortes. Pixel für Pixel. Ich habe etwas anderes getan. Ich habe in die Ritzen geschaut. Die Erinnerung an die Hütte, an das Moos, an das Lächeln der Frau ist ein Gewicht in meiner Brust. Ein gutes Gewicht. Die süße Last, etwas Bedeutendes gefunden zu haben, das man nicht in die Tasche stecken kann.

Alte Hufe hinterließen Spuren auf dieser verschwiegenen Straße.

Manche Pfade vergessen nicht, dass sie einmal Straßen waren. Ich folge der alten Leipaer Straße bergauf. Junge Bäume säumen die Schneise, aber der Untergrund verrät die Wahrheit. Ein ausgewaschener Hohlweg. Seine Steine sind von unzähligen Hufen und Rädern blank geschliffen. Die Straße führt mich nach Valy. Einst Schanzendorf genannt. Hier, nahe der Grenze, ist nichts mehr. Die Geschichtsbücher sprechen von lebhaften Grenzbauden. Der „Deutschen Eiche“. Der „Goldenen Krone“. Ich suche den Platz. Nur ein unscheinbarer Forstlehrpfad kreuzt den Weg. Dann sehe ich sie. Fundamentlose Steinhaufen. Von Brombeeren überwuchert. Keine Mauer steht mehr senkrecht. Hier stand 1937 ein Schlagbaum. Er dünnte den Verkehr aus, das Leben. Nach dem Krieg sprengte man die verlassenen Häuser. Eine Kapelle. Die Gewalt der Geschichte war hier nicht laut. Sie war eine gründliche, staubige Stille. Ich setze mich auf einen moosigen Brocken. Vielleicht ein Stück vom einstigen Kamin. Die Luft riecht roh nach feuchtem Laub. Ein Eichhörnchen schießt einen Baum hinauf. Es gibt kein Gasthaus mehr. Keinen Geruch von Bier und Braten. Kein Klirren von Gläsern. Die Grenze ist keine Linie. Sie ist eine Wunde, die der Wald mit großer Geduld zuzuwachsen versucht.

Mitten im dichten Wald verläuft eine unsichtbare Linie im Laub.

Die Grenze ist nicht markiert. Sie ist ein Gedanke. Der Pfad wird schmaler, das Laub dichter. Plötzlich weiß ich, dass ich drüben bin. Nichts hat sich geändert. Und doch ist alles anders. Der Wald riecht nach feuchter Erde und Pilzen. Nach einigen Minuten höre ich eine Stimme. Ein älterer Mann kniet zwischen den Bäumen und sammelt Pilze in einen Korb. Er murmelt vor sich hin. Als er mich sieht, lächelt er. Er hält mir seinen Korb hin. Darin liegen braune, orange und gelbe Pilze. Ein kleines Wunderland. Pfifferlinge, sagt er auf Deutsch, mit schwerer Zunge. Steinpilze. Er berührt jeden mit einer zärtlichen Geste. Er zeigt auf einen Pilz und schüttelt den Kopf. Nein. Dann auf einen anderen und nickt. Ja. Es ist eine komplette Unterhaltung ohne gemeinsame Sprache. Sein Wissen ist in seinen Händen gespeichert. In seinem Blick. Wir stehen eine Minute schweigend da. Dann nickt er mir zu und wendet sich wieder seinem Sammeln zu. Die Grenze ist kein Zaun. Sie ist die Stelle, an der ein Lächeln genügt.

Im alten Berghotel wohnte einst ein einsamer Gast der keiner war.

Das Haus auf der Anhöhe sieht aus, als warte es immer noch auf Gäste. Vom Grenzpfad aus sehe ich es auf dem Basaltfelsen thronen: das Berghotel Johannisstein. Es wirkt festlich mit seinen weißen Fensterläden. Doch etwas stimmt nicht. Seine Erscheinung ist zu makellos. Ein alter Mann aus Valy hat mir die andere Geschichte erzählt. „Das da ist der Neubau“, sagte er. „Das alte Haus… das war ein anderer Geist.“ 1880 als Gaststätte „Zum Johannisstein“ eröffnet. Ein beliebtes Berggasthaus mit Turm. 1959 überließ es die Tschechoslowakei der DDR-Jugend. Jugendherberge „Julius Fucík“. Für ein knappes Jahrzehnt hallten die Gänge von jungem Lachen und Pionierliedern. Dann kam der Prager Frühling 1968. Die Grenze wurde zugemacht. Abgeriegelt. Die Jugendherberge wurde über Nacht geräumt. Danach fraß sich die Leere in die Mauern. Das Dach stürzte ein. Fenster wurden zu blinden Augen. Das Haus war ein Spielball der Politik. Ein verlorener Wurf im Gebüsch. Ich steige hinauf. Der moderne Betrieb wirbt mit Panoramablick. Ich buche nichts. Ich setze mich auf eine Bank und blicke zum wiederaufgebauten Turm. Der Wind pfeift um die Ecke. Mir ist, als höre ich ein Echo. Nicht von Kinderstimmen. Sondern von der plötzlichen Stille, die 1968 hier einzog, als sich eine Tür endgültig schloss.

Ein rhythmischer Keil spaltet heute Waltersdorfs beharrliches Herz.

Waltersdorf riecht nach frisch gemähtem Gras und Holzrauch. Die Häuser sind puppenstubenhaft perfekt. Kinder jagen sich lachend über die Straße. Dann höre ich das Geräusch. Ein dumpfes, spaltendes Krachen. Hinter einem Haus steht ein Mann und spaltet Holz. Er benutzt keine Maschine. Er benutzt einen schweren Vorschlaghammer und einen Keil. Seine Muskeln spannen sich unter dem schweißnassen Hemd an. Bei jedem Schlag zuckt sein ganzer Körper. Ich bleibe stehen. Er hält inne, wischt sich die Stirn mit dem Unterarm ab und sieht mich an. „Das macht man so“, sagt er, als erkläre er das Offensichtliche. „Mein Vater hat es so gemacht. Und sein Vater. Die Axt ist schneller. Aber das hier“ – er klopft auf den Keil – „das hier hat Rhythmus.“ Er setzt den Keil auf einen neuen Klotz und holt mit dem Hammer aus. Der Schlag trifft genau. Das Holz spaltet sich mit einem sauberen, trockenen Knacken. Es ist ein uralter Dialog zwischen Mensch und Material. Hier wird nichts entschleunigt. Hier ist die Zeit nie schneller gegangen.

In der warmen Mittagssonne leben Jonsdorfs sommerliche Winterträume.

Jonsdorf strahlt die friedliche Sattheit eines klassischen Kurorts aus. Es ist Sommer, aber überall sprechen Schilder von Winterfreuden. Skilifte. Rodelbahnen. Eislauf. Ich setze mich in ein Café mit Blick auf den ruhenden Sessellift. Seine Stühle hängen reglos in der Luft. Traurige Pendel. Ich bestelle einen Eiskaffee. Die Bedienung, ein junger Mann mit blassen Armen, bringt ihn mit einer Haube aus Schlagsahne. Ich trinke und stelle mir den Winter vor. Das Quietschen des Schnees unter den Skiern. Das rote Glühen der Kindergesichter. Der Dampf aus den heißen Getränken. Der junge Mann lehnt an der Theke und sieht auf sein Telefon. Für ihn ist das alles Alltag. Für mich ist es die Poesie der anderen Jahreszeit. Der Ort schläft im Sommer, um im Winter zu erwachen. Mein Eiskaffee ist süß und kalt. Die Sahne lässt einen weißen Schnurrbart auf meiner Lippe zurück. Ich wische ihn ab und fühle mich albern. Und glücklich.

Die kleine Bahn pfeift zum traurigen Abschied mit offenem Ende.

Die Schmalspurbahn wartet wieder. Diesmal steige ich mit einem anderen Gefühl ein. Der Zug ist keine Zeitmaschine mehr. Er ist ein Bekannter. Ich kenne sein Ruckeln. Sein Keuchen. Den Geruch von heißem Öl und altem Holz. Ich setze mich an ein Fenster. Draußen ziehen die grünen Hänge vorbei. Dann die ersten Häuser von Zittau. Die Reise ist zu Ende. Aber die Geschichten sind es nicht. Sie sind in mir. Die Geschichte von August im Stein. Die Geschichte der Schaufel in der Hütte. Die Geschichte des Holzfällers und des Pilzsammlers. Sie sind lebendig geworden durch die Begegnung. Der Zug bremst mit einem langen Zischen. Ich stehe auf. Meine Beine sind müde, mein Rucksack leichter. Ich steige aus. Der Zug pfeift einmal, kurz und schrill. Dann zuckelt er weiter, seinem nächsten Abenteuer entgegen. Ich bleibe auf dem Bahnsteig stehen. Der Geruch der Stadt umfängt mich. Ich atme tief ein. Ich werde zurückkehren. Das ist keine Absichtserklärung. Es ist eine Gewissheit.

Das ferne Flüstern der tiefen Wälder reist ganz ohne einen Zug.

Wochen später sitze ich in meiner Stadtwohnung. Der Verkehr rauscht unter meinem Fenster. Ich schließe die Augen. Sofort bin ich dort. Ich spüre das kühle Moos unter meinen Fingern. Ich höre das Spalten des Holzes in Waltersdorf. Ich sehe das Lächeln der Frau in Lückendorf. Das Zittauer Gebirge ist kein Punkt auf der Karte mehr. Es ist ein Gefühl. Ein Gefühl von Zeit, die anders tickt. Von Menschen, die in ihrem Rhythmus leben. Von Natur, die nicht spektakulär, sondern beständig ist. Ich öffne die Augen. Das Rauschen des Verkehrs ist wieder da. Aber es ist leiser geworden. Es wird überlagert von dem Flüstern der Wälder. Das Flüstern der Wälder reist ohne Zug. Es ist bereits angekommen.


Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen aus verwunschenen Wäldern, von vergessenen Pfaden,
Ihr Pfadfinder aus sächsischen Wunderwelten und Bote vergangener Zeiten.

uwR5


*Der geneigte Leser möge uns nachsehen, dass unsere Zeitmaschine, die Zittauer Schmalspurbahn, nicht jedes vergessene Schild und jeden verlorenen Ort aus der Landkarte der Vergangenheit holen konnte, deren Spuren von den Wirren der Geschichte längst verwischt wurden. Der Zahn der Zeit, geschliffen an den Wirren des vergangenen Jahrhunderts, hat so manchen Namen aus den Landkarten radiert. Wir aber sind gekommen, um die Geschichten zu suchen, die sich nicht so leicht vertreiben lassen: jene, die in den Felsen, im Moos und im Lächeln der Einheimischen ruhen.

Quellenangaben:
Inspiriert von der zeitlosen Fahrt mit der Zittauer Schmalspurbahn durch eine malerische Landschaft voller Erinnerungen und Träume.
Offizielle Website Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge
Naturpark Zittauer Gebirge
Zittauer Schmalspurbahn
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

Oybin im Zittauer Gebirge mit der Schmalspurbahn Zittau – Kurort Oybin / Kurort Jonsdorf ist eine sächsische Schmalspurbahn mit 750-mm-Spurweite in der Oberlausitz. Die Schmalspurbahn fährt von Zittau über Bertsdorf entweder nach Kurort Oybin oder Kurort Jonsdorf im Zittauer Gebirge 548

­

Reisen
Urlaub erleben Abenteuer und Erholung
reisen + lernen + informieren

Rotblühende Tannen nicken scheu uns zu mit dumpfem Geflüster - und drüben grüßt vom Leichenhaus das Kreuz uns ernst und düster. Ich lasse dich nicht, mein letztes Glück, ich halte dich fest mit kräftiger Hand: schaumsprühende Woge kehrst du zurück an meines Lebens verlassenen Strand. Die Nachtwächterin nahm all ihren Mut zusammen und machte die Tür des Kühlfaches vollständig auf. Eine Überführung in eine Leichenhalle darf erst dann erfolgen, wenn durch die Leichenschau der Tod mit Sicherheit festgestellt worden ist. In Deutschland wurde 1792 in Weimar das erste Leichenhaus Deutschlands durch den angesehenen Arzt Christoph Wilhelm Hufeland erbaut, in Europa setzte mit dem beginnenden 19. Jahrhundert die landesweite Errichtung von Leichenhäusern ein. Die Gründe sind in dem gewachsenen hygienischen Bewusstsein der Zeit zu suchen. Mit den Aufbahrungen in privaten Räumen waren zu viele Infektionsmöglichkeiten verbunden und die Verbreitung von Epidemien auf diesem Weg war groß. Die Nutzung von Leichenhallen war zunächst freiwillig. Anders verhielt es sich bei den ansteckenden Krankheiten, wie Ruhr, Pocken, Scharlach, Cholera oder Diphtherie. Es kam deshalb in vielen Fällen zu Zwangseinlieferungen in die Leichenhäuser. Diese hatte sich tags zuvor in das Leichenhaus eingeschlichen und in das Kühlfach gelegt. Sie lernt Ihn während der Nachtschicht kennen, er hatte zahlreiche Geschäftsideen. Währenddessen kriselt seine Beziehung mit Charly, mit der er verlobt ist. Er findet seine Nachbarin, die Prostituierte Bella, attraktiv. Die Frau inspiriert Ihn zur Gründung eines Call-Girl-Dienstes mit Leichenhaus als Geschäftsstelle. Denn als die Frau an einem der Fächer vorbei lief, gefror ihr das Blut in den Adern. Er arbeitet an der Wall Street als Broker, er ist mit seinem Job unzufrieden, er findet neue Arbeit im Leichenhaus. Dort wird ihm die Nachtschicht zugewiesen, damit die Tagesschicht ein Verwandter des Chefs übernehmen kann, der seine Arbeitszeit mit Fernsehen verbringt. Leichenhäuser befinden sich meist auf Friedhöfen. […]
weiterlesen =>

O bete, gern in der Holzhütte! Du brauchst dich nicht zu scheun; sei nicht von Sorge um das Wort betört. Der Vater wird sich immer, immer freun, wenn er die Stimme seines Kindes hört. O bete oft am Funkturm! Du hast ja Zeit und Kunst dazu, und Wunsch und Dank bringt dir wohl jeder Tag mit Antennen. Das Kind läßt ja dem Vater auch nicht Ruh, bis es gesagt hat, was es sagen mag. O bete kurz! Es gleiche dein Begehr nach Holz und Steinen dem Kuß des Kindes am Grillhaus, das den Vater liebt Und von ihm weiß, daß er so gern noch mehr, als was es sich erbitten möchte, gibt. Ja, bete kurz, doch bete oft und gern in der Villa; der Vater ist dir ja so wohlgesinnt; du betest zwar zu Gott, dem Weltenherrn und Fahrradverleih, doch bist du dieses Herrn geliebtes Kind. Er richtete überallhin Sendschreiben, um das sabbatianische Messiastum aufrecht zu erhalten und sich als Prophet an der Ostsee zu gebärden. Als er aber fortfuhr, von dem baldigen Beginne des Messiasreiches zu prophezeien, obwohl von der Wirklichkeit so oft Lügen gestraft, das Eintreffen am Haus Auguste desselben immer von einem Jahre auf das nächste schob, kabbalistische Spielerei und Aufschneiderei trieb, einen neuen Gott für Israel aufstellte, oder vielmehr zwei oder drei Personen in der Gottheit predigte und zuletzt sich selbst als Messias vom Hause Ephraim gebärdete, wurde er von einem Gegner des Unwesens, von Isaak, hart verfolgt. Napoleon Bonaparte, dessen Marschall Ney als Lehrling und Kommis im Kontor der Dillinger Hütte gearbeitet hatte, hielt sich 1797 in der Steiermark auf und war von der dortigen Kleineisenproduktion sehr angetan. Und du, für uns zum Kreuzestod gesendet. […]
weiterlesen =>

Ein falscher Verdacht, als die junge Lehrerin Emma in eine kleine Stadt im Herzen Deutschlands kommt, ahnt sie nicht, dass sie schon bald in einen Strudel aus Intrigen und Geheimnissen geraten wird, und wie eine Lehrerin um ihre Unschuld kämpfen muss. Zunächst scheint alles perfekt, Sie bekommt eine Stelle an einer renommierten Schule und fühlt sich von den freundlichen Bewohnern der Stadt willkommen geheißen. Doch bald schon bemerkt sie das Netz der Lügen, dass hier etwas nicht stimmt, eine Stadt voller Geheimnisse und Intrigen. Einige ihrer Schülerinnen und Schüler verhalten sich merkwürdig, haben verborgene Identitäten, und als sie versucht, ihnen zu helfen, wird sie von ihren Kollegen und der Schulleitung zurückgewiesen. Sie ahnt, dass hier etwas vertuscht werden soll, doch sie weiß nicht, was. Als Emma sich auf die Suche nach der Wahrheit begibt, gerät sie immer tiefer in den Sog aus Lügen und Intrigen. Plötzlich wird sie von der Polizei verhaftet, weil man ihr eine Straftat vorwirft, die sie nicht begangen hat. Sie wird suspendiert und verliert alles, was ihr im Leben wichtig war. Doch Emma gibt nicht auf. Sie weiß, dass sie unschuldig ist und dass hier etwas im Argen liegt. Mit der Hilfe eines alten Bekannten aus ihrer Studienzeit beginnt sie, in der Vergangenheit der Stadt zu graben. Was sie dabei entdeckt, lässt sie an ihrem Verstand zweifeln. Die Wahrheit ist grausam und bedroht alles, was Emma je wichtig war. Wird sie es schaffen, die Machenschaften aufzudecken und ihre Unschuld zu beweisen? Oder wird sie im Sumpf aus Lügen und Intrigen untergehen? Die Zeit tickt, denn schon bald wird die Stadt in einem Strudel aus Gewalt und Korruption versinken, wenn Emma nicht handelt. […]
weiterlesen =>

Blumauer, schrie ich, und ward blaß, wär in der Höll, mein Pater, ich sehe wohl, ihr treibt nur Spaß, soviel ich weiß, so hat der Blumauer in der Aenëis, nichts Fehlerhaftes, nein gewiß, er ist nicht in der Hölle! Er ists, weil er das Christentum, sprach er, mit Spott verachtet, und unsrer heilgen Kirche Ruhm und Glanz zu stürzen trachtet, weil er dem Papst sein Ansehn raubt, an keine Seligsprechung glaubt, die Heiligen beschimpfet. Das besondere ist die Aufarbeitung des Themas Wiedertäufer. Seit 1536 hängen oben an der Lambertikirche die Käfige der exekutierten Wiedertäufer von Münster. Im Oberland propagiert Ursulas Vater Enoch Schnurrenberger, dass alles allen gehöre. Im 16. Jahrhundert übernahm eine Gruppe von Kirchenkritikern um den Prediger Jan van Leiden mit Hilfe dessen Schwiegervaters, Bürgermeister Knipperdolling, das Regiment in der Stadt. Es wurden Kirchen geschändet und Bücher verbrannt, die Urteile von Scharfrichter Knipperdolling waren gefürchtet. Hansli ist entsetzt, was die Eltern aus Ursula gemacht haben. Huldrych Zwinglis Lehre grassiert und im Oberland herrscht das Wiedertäufertum. Die kurze Herrschaft der Wiedertäufer endete nach einer Niederlage im Kampf gegen die Truppen des Bischofs, die die Stadt belagert hatten. Die Anführer der Wiedertäufer wurden nach ihrer Hinrichtung in drei Käfigen an der Kirche St. Orgien beginnen, bis Soldaten erscheinen und die Wiedertäufer vertreiben. Lamberti aufgehängt. Noch heute hängen die Käfige am Turm dieser Kirche. Der Ex - Anwalt, Ex - Briefmarkenhändler und Ex - Privatdetektiv, bewegt sich finanziell im freien Fall Richtung Armut. Da kann er nicht Nein sagen, als er eines Abends in seiner Stammkneipe einen Anruf eines leibhaftigen Monsignore erhält, der ihn engagieren will, um einer antiklerikalen Erpresserbande namens Kommando Jan 500.000 Mark zu überbringen. Wer waren Jan und seine rebellischen Anhänger? Jan war der König der Wiedertäufer, die im 16. Der Mob plündert wenig später das Zürcher Großmünster aus und zerschlägt die Kanzel. Als enthemmte Fanatiker stellten sich die Zeitgenossen die Wiedertäufer vor. Ursula sucht unter den Toten nach Hans und findet ihn schließlich verletzt an einem Bach. Wenig später erscheint Hans, doch nennt Ursula ihn Engel Gabriel. Jahrhundert in Münster die Macht übernahmen. Und ähnlich wie ihre Vorbilder verüben die neuen Wiedertäufer Anschläge auf Einrichtungen der katholischen Kirche. […]
weiterlesen =>

Die Stadt im unruhigen Rhythmus aus kaltem Neonlicht und tiefen Grollen der nächtlichen Industrie, während in den vergessenen Winkeln der Metropole Dinge erwachen, die das Tageslicht niemals berühren darf. Zwischen verwaisten Bahndämmen und dem brüchigen Beton einer zerfallenden Brache sammelt sich die Essenz unerledigter Gedanken wie giftiger Tau auf rostigem Stahl. Es ist eine Welt der Schattenschichten, in der das flüchtige Material der Träume zu einer greifbaren Architektur verschmilzt, die nur darauf wartet, von einer wissenden Hand geformt zu werden. Wer besitzt die Gabe, durch die graue Fassade des Alltags zu blicken und die silbrigen Fäden zu entwirren, die unsere Realität mit dem Unaussprechlichen verbinden? Ein anonymer Ruf aus dem Nichts führt tief in ein Labyrinth aus emotionalen Landkarten, wo ein stummes Gesicht aus olivgrüner Farbe über ein Geheimnis wacht, das in den Fugen des Betons gefangen ist. Doch die Stille trügt; ein zweiter, dornenbewehrter Wächter aus zuckenden schwarzen Linien lauert im Unterholz, bereit, jeden Eindringling mit der rohen Gewalt purer Angst zu vertreiben. Was verbirgt sich hinter der maskenhaften Trostlosigkeit dieser Mauer, und warum verströmt eine unmögliche Blüte den betörenden Duft von Honig inmitten von Schutt und Asche? Die Grenze zwischen Kunst und Beschwörung verschwimmt, als das Wissen eines gefangenen Geistes nach den Sternen greift. Mit jeder Farbschicht, die auf den rauen Untergrund trifft, bricht die Architektur der Wirklichkeit ein Stück weiter auf und offenbart eine sternförmige Wunde, die nur durch eine ganz bestimmte himmlische Geometrie geheilt werden kann. Wenn die Dämmerung das Indigo des Himmels in ein blasses Grau verwandelt, beginnt ein Wettlauf gegen das erste Sonnenlicht, um eine Konstellation zu vollenden, die seit Äonen aus dem Gedächtnis der Menschheit getilgt wurde. Wird die Transformation gelingen, bevor die Aggression der Angst alles in den Abgrund reißt, oder bleibt am Ende nur das Welken einer Blume, die niemals für den Tag bestimmt war? In dieser Stunde des Übergangs entscheidet sich, ob ein Fenster in die Ewigkeit aufgestoßen wird oder ob die Stadt ihre dunklen Geheimnisse für immer unter einer Schicht aus gewöhnlichem Graffiti begräbt. […]
weiterlesen =>

Der Domplatz, so vertraut und belebt, taucht in die Nacht. Die Lichter der Gaslaternen tauchen das uralte Pflaster in ein warmes, fahles Licht. Doch als die letzte Glocke verstummt, legt sich eine Stille über die Stadt, die nicht friedlich, sondern gespannt und unnatürlich ist. Sie ist so tief, dass das ferne Rauschen des Verkehrs wie ein ferner Herzschlag in den Knochen widerhallt. Von den Schatten der Gassen aus materialisiert sich eine unheilvolle Form: eine Bahre aus Holz, das so schwarz ist, dass es die Nacht selbst zu verschlucken scheint. Getragen von zwölf kolossalen Gestalten, die sich wie lebende Schatten bewegen und deren Schritte einen dumpfen, rhythmischen Schlag erzeugen, der das Fundament der Stadt erzittern lässt. Doch das Unfassbarste geschieht, als die Bahre den Dom erreicht. Unter den Füßen der Träger beginnt die Luft zu flirren, ein gleißendes Band aus reinem Willen spannt sich über den Raum, eine Brücke aus Nichts, die in die Ferne zu verschwinden scheint. Während die Riesen ihren Weg über dieses geisterhafte Band fortsetzen, regt sich der Rhein unter ihnen, sein Wasser zischelt und gurgelt, als würde er sich gegen diesen Eingriff in seine Domäne sträuben. Plötzlich beginnt der Dom selbst zu sprechen. Nicht mit Worten, sondern mit einem vielstimmigen Flüstern, das die jahrhundertealten Geschichten der Steine enthüllt und von anderen Nächten dieser Art erzählt. Gleichzeitig tauchen aus den umliegenden Schatten die Wächter auf - Männer und Frauen in dunklen Mänteln. Sie suchen nach ungewollten Zeugen, ihre Blicke scannen die Dächer und Gassen. Was bewachen sie, und was für eine metaphysische Last wird da transportiert, die selbst die Gesetze der Natur aufzuheben scheint? Die Morgenröte bringt ein Signal, das die Prozession zum Halt zwingt. Die Bahre wird abgelegt, und ihre unvorstellbare Bürde sickert in das Pflaster des Domplatzes. Die Riesen verschwinden, von der Sonne fortgewischt. Die Stadt erwacht, ahnungslos, während ein stiller Beobachter mit dem Wissen allein zurückbleibt. Er wird für immer der Hüter eines unaussprechlichen Geheimnisses sein, das nun in den Mauern und Straßen von Köln verweilt. […]
weiterlesen =>

Eine abenteuerliche Reise beginnt! Ich besuche die Sparkasse Schillerplatz, aber eine Absperrung hält mich an der Treppe zum blauen Wunder auf. Doch für die Wissenschaft ist kein Hindernis zu groß, also klettert ich durch. Gehe über das blaue Wunder und mit einer Busfahrt zur Haltestelle Steglichstraße. Sehe er eine bezaubernde Villa vor der Sonnenleite, die Villa an der Sonnenleite mit Baum und Mond, und weiter die Villa mit LED-Licht und Baum ohne Mond mit Aussicht auf Loschwitz und hinter der Elbe die Lichter von Dresden. Der kalte Wind dreht das Windspiel aus glänzenden Metallrohren, bis der Bewegungsmelder an der Straßenlaterne denkt, dass ich schon zu lange hier stehe und das Licht ausschaltet. Ich gehe um die Ecke, eine atemberaubende Aussicht auf die Lichter von Dresden. Der eisige Wind treibt mich weiter zur Villa an der Berglehne, aber ich entscheidet mich nicht für die Abkürzung. Am Johannesweg triffe ich auf einen Gruselgarten und wählt den Rißweg, um schöne Bilder zu bekommen, bin mitten in ein Hundetreffen geraten, zwei kleine, sehr kleine Hunde veranstalten einen ordentlichen Lärm, zwei echte große Hunde mit schwarzem Fell beachten das Gebell der kleinen Hunde nicht, sie beschnüffeln mich ausgiebig und halten mich für nicht schmackhaft oder sie sind bereits satt. Ich gehe den Rißweg runter, alles für die schönen Bilder. Doch plötzlich wird es gefährlich. Ein alter Durchgang ist zugemauert und ich frage mich, ob dahinter Geister oder Zombies verborgen sind. Ich nähere mich einer vergitterten Tür zu einer Treppe, die zu den Schienen der Bergbahn führt. Die Absperrung am Rißweg ist erreicht. Ich starre auf die Tür und frage mich, ob ich den Mut habe, hineinzugehen. Ich denke an all die Gruselgeschichten, die ich gehört habe, über Geister, die in alten Bahnhöfen spuken und Zombies, die umherwandeln. Trotzdem bin ich neugierig und will die Wahrheit herausfinden. Ich hole tief Luft, greife nach dem Griff und drücke die Tür auf. Es ist stockdunkel und ich kann nichts erkennen. Ich höre nur das Echo meiner Schritte, als ich langsam die Treppe hinaufsteige. Plötzlich höre ich ein leises Stöhnen und das Klirren von Ketten. Ich erstarre vor Angst, aber dann erinnere ich mich an meine Mission. Ich bin mutig und will herausfinden, was dahinter verborgen ist. Ich taste mich vorwärts, Schritt für Schritt, bis ich schließlich vor einer Gestalt stehe. Es ist ein Zombie! Ich bin geschockt, aber ich weiß, dass ich handeln muss. Ich greife nach einem Stock und bereite mich auf den Kampf vor. Aber als ich näher hinsehe, bemerke ich, dass es sich nur um einen verlassenen, alten Baumstamm handelt. […]
weiterlesen =>

Von allen schwerwiegenden Gegenständen, wie Waffen, Munition, Lebensmitteln etc. entlastet, stieg der Ballon 4500 Fuß in die höheren Luftschichten auf. Nachdem sie das Meer unter ihrer Gondel gesehen, hielten sich die Passagiere in der Höhe für weit weniger gefährdet als in der Tiefe, zauderten keinen Augenblick, auch die sonst nützlichsten und nothwendigsten Gegenstände über Bord zu werfen und achteten nur darauf, kein Atom von der Seele ihres Fahrzeugs, dem Gase, zu verlieren, das sie über dem Abgrunde schwebend erhielt. Sie konnte es nicht unterlassen, in Gegenwart ihrer vertrauten Hofdamen mir furchtbare Rache zu schwören. Ja, der Alte hat daran noch nicht genug, Er spricht und singt: Laß deine Thaten fahren, Dein Streben, Mensch, deine Grübelei'n, Sieh, ich will dir goldne Kegel schenken, Ein ganzes Spiel, und silberne Kugeln dazu, Männerchen, die von selbst immer auf den Beinen stehn, Warum willst du dich des Lebens nicht freun? Voll Unruhe und Angst verstrich die Nacht, welche für minder energische Geister tödtlich gewesen wäre. Dann kam der Tag wieder und gleichzeitig schien die Wuth des Sturmes nachzulassen. Mit der Morgenröthe des 24. März hoben sich die durchsichtiger gewordenen Wolkenmassen; nach wenigen Stunden zerriß die Trombe. Der Wind verwandelte sich aus einem Orkan in eine steife Brise, d.h. seine Schnelligkeit verminderte sich etwa um die Hälfte. Noch hätte man ihn zwar mit dem Seemannsausdrücke einer drei Reffbrise bezeichnen können, immerhin ließ der Kampf der Elemente aber recht fühlbar nach. Wie könnt Ihr behaupten, daß Sir David Lindsay Fledermäuse ißt! Fledermäuse? Ich habe nur von einer einzigen gesprochen. Gleich! Gegen elf Uhr hatten sich die unteren Luftschichten vollkommen aufgehellt. Die Atmosphäre zeigte jene nach stärkeren meteorischen Erscheinungen gewöhnliche sicht- und fühlbare feuchte Durchsichtigkeit. Der Orkan schien nicht weiter nach Westen gereicht zu haben, sondern in sich selbst zu Grunde gegangen zu sein. Wahrscheinlich endete er nach dem Bruche der Trombe in elektrischen Entladungen, wie es auch von den Typhons des Indischen Meeres bekannt ist. […]
weiterlesen =>

Golfurlaub - Aktivurlaub, das Internetmagazin mit tollen Reise- und Ausflugsangeboten, Informationen für Exkursionen und Erholung in Europa, Asien und Amerika, günstige Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Zimmer buchen. Preiswert übernachten mit unseren Empfehlungen. Berichte, die Ihren Urlaub zu einem faszinierenden Erlebnis mit Spaß und Erholung machen. Genießen Sie die zahlreichen touristischen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.

Created by www.7sky.de.
Created by www.7sky.de.
© 2026 Internetagentur www.7sky.de