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An einem Sonntag, an dem die Zeit zäh wie Honig fließt und die vertrauten Wände zu drücken beginnen, beginnt eine Erkundung nicht in der Ferne, sondern direkt vor der Haustür. Dort, wo die Hepkestraße auf die Enderstraße trifft, hinter der glatten Fassade der Pegasus Residenz und dem stummen, ehemaligen Krankenkassengebäude - dessen Fenster heute auf Stofftiere und rätselhafte Stoffballen herabblicken, einen ganzen Stoffmond bergend -, verzweigt sich das Gewöhnliche. Ein Weg löst sich von der Bärensteiner Straße, lässt den Sportplatz links liegen und führt in ein anderes Dresden. Ein Dresden der unsichtbaren Grenzen und leisen Überreste. Es ist eine Route, die an Frauensteiner Platz und Zschirnsteinstraße vorbei in ein Labyrinth aus Hockstein- und Zirkelsteinstraße mündet. Ein Weg, der eine Wahl fordert: links nach Seidnitz oder geradeaus über die Brücke. Wer die Brücke wählt, betritt eine vergessene Zone. Der Grabenwinkel am Blasewitz-Grunaer Landgraben umschließt ein Geheimnis: die Schieferburg. Dieses Gebäude ist kein Haus im herkömmlichen Sinn. Es ist ein Ausbruch, eine architektonische Halluzination aus bunten Scherben und schiefen Türmen, die auf einer alten Bauschuttdeponie wurzelt. Was trieb die Erbauer an, hier, an diesem unscheinbaren Ort, ein Märchen aus Ziegel und Mörtel zu errichten? Und welches Echo ihrer Träume hallt noch heute in den Wänden nach, vermischt mit den Stimmen der Jugend, die hier nun einzieht? Der Weg führt weiter, an kleinen Brücken, vorbeilaufenden Hunden und trauerweidenumstandenen Ufern entlang, bis sich das Grün weitet. Der Rothermundtpark. Doch diese Idylle ist trügerisch. Unter den sanften Hügeln und gepflegten Wegen schlummern die Grundmauern einer verbrannten Villa und das verwitterte Gedächtnis eines Krieges. Der Park ist ein Palimpsest, auf den jede Epoche ihre eigenen Verheißungen und Traumata geschrieben hat. Wer hier spaziert, spaziert über Schichten unerzählter Geschichten. Diese Tour ist mehr als ein Spaziergang. Sie ist eine Einladung, die Oberfläche des Urbanen anzukratzen. Sie folgt der These, dass der größte Reichtum einer Stadt nicht in ihren Hauptattraktionen liegt, sondern in den Zwischenräumen, den Narben der Geschichte und den Orten stiller Verwandlung. Es ist eine Suche nach der Seele eines Stadtteils, die sich in der kathedralenhaften Stille eines Betriebshofs, im verschenkten Grün eines längst vergessenen Kommerzienrats und im kaleidoskopischen Licht eines Jugendzentrums offenbart. Was werden Sie finden, wenn Sie Ihren gewohnten Pfad verlassen und die erste unscheinbare Abzweigung nehmen? Welche verborgene Welt schlummert vielleicht nur einen Steinwurf von Ihrer eigenen Haustür entfernt? Ab Hepkestrasse Ecke Enderstraße, Neubau Pegasus Residenz an der Schmiedebergerstraße, rechts ehemalige Krankenkasse mit Eigentumswohnungen, Stofftiere und Stoff und Stoff Mond, Bärensteiner Straße, links Sportplatz, rechts zum Frauensteiner Platz, Ecke Zschirnsteinstraße, Hocksteinstraße, Zirkelsteinstraße, links führt ein Weg nach Seidnitz, geradeaus über die Brücke gehen, Grabenwinkel am Blasewitz-Grunaer Landgraben um die Schieferburg herum, an kleiner Brücke, Hunden und Weiden vorbei zum Rotermundpark. […]
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An einem gewöhnlichen Samstag, an dem der Nebel die Geräusche der Stadt zu verschlucken scheint, beginnt eine scheinbar einfache Handlung: ein Spaziergang. Doch dieser Weg durch die Friedrichstadt ist keine Flucht aus dem Alltag, sondern ein Eintauchen in eine andere Dimension derselben Straßen. Es ist die Suche nach dem Puls, der unter dem Asphalt schlägt, nach den Gespenstern, die nicht in Gruselgeschichten, sondern in Backsteinfassaden und vergessenen Denkmälern wohnen. Hier ist nichts bloß Zufall, jedes Detail ein versehentlich preisgegebenes Geheimnis. Die Reise startet an einem kalten Auge aus Metall und Glas, einem Periskop, das keinen Feind, sondern nur verborgene Innenhöfe erspäht - eine erste Andeutung, dass in dieser Stadt die Beobachtung selbst zur rätselhaften Handlung wird. Der Weg folgt den Spuren eines Mannes, der einst auf dem Pferd nach England ritt, während andere Kutschen nahmen, und führt vorbei an stummen, gläsernen Arenen des Spektakels. Doch das wahre Schauspiel beginnt, wenn der Duft des Flusses abrupt von einer Wolke aus Fett und Karamell überrollt wird: ein Volksfest als sinnliche Falle, ein Tumult aus Licht und Gelächter, der eine grundlegendere Frage verbirgt. Was sucht ein Mensch eigentlich in solchem Trubel? Und was findet er, wenn er ihn wieder verlässt? Die wahre Verwirrung aber, der magnetische Pol dieser Wanderung, erscheint an der Weißeritzstraße. Das sieht aus wie ein kolossaler Fehler der Geschichte, oder eine architektonische Halluzination. Eine Moschee, die nie eine war. Ihr Gründer, ein Mann namens Hugo Zietz, befahl einst den Bau eines "Palastes aus Rauch" und engagierte dafür einen Architekten, dessen späterer Schatten tief und bedrohend über dem 20. Jahrhundert liegen würde. War dies genialer Wahnsinn oder ein prophetischer Akt der Tarnung? Das Gebäude, ein Schauspieler mit vielen Rollen - Fabrik, Kriegsopfer, DDR-Bürokratenfestung, heutiges Bürohaus - scheint das absurde Wesen der Stadt selbst in Stein und Glas zu pressen. Es ist ein Monument, das lügt, um die Wahrheit zu sagen. Der Spaziergänger steht schließlich davor, gefangen zwischen dem ferneren Echo des Rummelplatzes und der stillen Autorität dieser Kuppel. Die Geschichte hat ihn hierhergeführt, an diesen Ort der Widersprüche. Doch die letzte und persönlichste Frage stellt sich erst, als die Rückfahrt angetreten wird: Wer verlässt diesen Stadtteil eigentlich? Derselbe, der ihn betrat, oder jemand, der nun die unmerklichen Risse in der Fassade der Welt kennt? Die größte Entdeckung wartet nicht in den Steinen, sondern in der Stille nach dem letzten Kapitel, wenn die eigene Leere plötzlich nachhallt von all den gehörten, aber nicht entschlüsselten Geschichten. […]
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Die Seevorstadt oder Seetorvorstadt ist eine Vorstadt der Stadt Dresden, die sich im Ortsamtsbereich Altstadt befindet. Sie umfasst die statistischen Stadtteile Wilsdruffer Vorstadt, Seevorstadt-West und Seevorstadt-Ost sowie den Großen Garten. Die Seevorstadt liegt in der Gemarkung Altstadt I. In diesem Gebiet befinden sich die Haupteinkaufsmeile Prager Straße und an deren Ende der Wiener Platz sowie der Hauptbahnhof. Der Name Seevorstadt leitet sich von einer Anzahl von Seen ab, die südlich des Wassergrabens der Dresdner Stadtbefestigung vorgelagert waren. Dazu gehörte der vom Kaitzbach gespeiste Judenteich. Diese Wasserflächen gehen auf das ehemalige Bett des Kaitzbaches zurück, dessen ursprüngliche Mündung westlich der Altstadt in geringer Entfernung der einstmaligen Weißeritzmündung lag. Die Seen wurden im späten Mittelalter trockengelegt. Das südliche Tor in der Dresdner Stadtbefestigung war das Seetor, zu dem vom Altmarkt aus die Seestraße führt. Einstmals gehörten sogar Teile der Südvorstadt zur Seevorstadt. Im 19. Jahrhundert entstand nach der Parzellierung des de Villers'schen Besitzes ab 1838 in der östlichen Seevorstadt auf dem Grundstück des Gartens und des angrenzenden Vorwerks des Palais Moszinska das Englische Viertel. Durch die Luftangriffe auf Dresden und die Enttrümmerung der Stadt wurde nahezu das gesamte Viertel zerstört. Die 1874 erbaute Villa Salzburg in der Tiergartenstraße gegenüber dem Haupteingang des Dresdner Zoos stellt heute das letzte Gebäude des Englischen Viertels dar, obwohl sie geografisch nicht zur Seevorstadt, sondern zum benachbarten Stadtteil Strehlen gehört. Eine mögliche Route führt von der Haltestelle Deutsches Hygiene-Museum, vorbei am Hotel Dorint Grunaer Straße Ecke Blücherstraße, in Richtung Hygiene-Museum. Von dort geht es an der Bürgerwiese entlang bis zur Parkstraße (dies ist ein möglicher Nordic-Walker Walk durch die Bürgerwiese). Eine andere Option ist, von der Lindengasse links in südliche Richtung abzubiegen. Oder vom Hauptbahnhof zur Wielandstraße und dann links zur Bayerischen Straße. Am Hauptbahnhof befindet sich ein Schokoladengeschäft, wo man eine Mandel in Nougat bekommt. […]
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Ein kalter, nasser Abend im Winter. Ich beginne Weg an der Haltestelle "Am Obstgarten". In der Ferne sehe ich den Hofladen und das Keppschloss. Finsternis hüllt Pillnitz ein, doch in den stillen Winkeln des alten Dresden, wo der Elbstrom Geheimnisse durch die Jahrhunderte trägt, beginnt ein Weg ins Ungewisse. Ein Schatten, älter als die Zeiten selbst, legt sich über die Stadt - keine Furcht, sondern tiefes Vergessen. Schritte hallen auf Pflaster, das Echos längst vergangener Tage birgt, und mit jedem Atemzug wird klar: Dies ist keine gewöhnliche Reise. Uralte Schriften, bedeckt mit Runen, die im flackernden Licht zu tanzen scheinen, weisen den Weg jenseits der sichtbaren Realität. Ein unbestreitbares Gefühl der Verbundenheit wächst, als ob die eigene Existenz untrennbar mit den verborgenen Geschichten dieser Landschaft verwoben wäre. Am Ufer, wo das letzte Licht der Dämmerung erlischt, materialisiert sich eine Gestalt aus dem Zwielicht. Ein Mann, dessen Blick die Finsternis von Jahrhunderten spiegelt, fordert Aufmerksamkeit, fordert eine Entscheidung. Seine Worte sind Rätsel, hingehaucht in den Wind, und tragen eine schwere Bürde von Melancholie und Trauer: "Diese Zeit ist nicht linear. Sie ist ein Kreis, und wir stehen kurz davor, ihn zu vollenden." In seiner Hand ruht ein kleiner Gegenstand, dessen Muster eine seltsame Vertrautheit auslösen, eine Brücke zu einer vergessenen Erinnerung, einer Erinnerung, die nicht die eigene ist. Die Pfade führen tief in heilige Mauern, wo die Luft von einer Stille erfüllt ist, die älter ist als jedes Gebet. Dort, in dem Raum voll seltsamer Symbole und flackernder Kerzen, wartet die letzte Offenbarung. Ein uraltes Buch, dessen Buchstaben sich in rätselhafte Bilder wandeln, bringt eine Wahrheit, größer wie jede bekannte Lehre. Es geht nicht nur um verborgene Reichtümer. Es geht um die Erlösung einer Seele, gefangen zwischen den Epochen, deren Freiheit jetzt grade in den Händen eines nichtsahnenden Suchers liegt. Ein Gewicht wird von den alten Steinen genommen, die Luft wird leichter, und die Mauern selbst senden ein leises Dankesflüstern. Doch das Abenteuer endet nicht mit dieser Befreiung. Unter dem silbernen Mondschein, fällt der Blick zurück auf den erleuchteten Kirchturm, der von einer Last befreit ist. Eine gespenstische Reise über den Elbstrom beginnt. Schattenhafte Umrisse auf dem Deck der Fähre, die sich ohne Fährmann vom Ufer löst und geräuschlos durch den Elbnebel gleitet. Ein unnatürlich sanftes Leuchten pulsiert an den Fenstern des Fährhauses am anderen Ufer, das Gebäude selbst bewahrt ein Geheimnis. Und wenn die Fahrt in der Nacht endet und der Alltag zurückkehrt, bleibt die bange Frage, die unter die Haut kriecht: Hat sich eine verborgene Welt aufgetan, deren Blicke jetzt noch aus der Dunkelheit aufklären? […]
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Stellen Sie sich eine Welt vor, in der das Licht keine Quelle mehr hat. Der Himmel ist keine Kuppel mehr, kein lebendiges Blau, sondern eine bleiche, ausgewaschene Membran, die für immer über der Erde gespannt ist. Sie wirft keine Schatten. Sie erzeugt nur eine ewige, müde Dämmerung, in der das Leben zu einem leisen, resignierten Gleiten erstarrt ist. Dies ist die Welt der Adaptierten, die in den Betonsarkophagen ihrer Städte ein Dasein ohne Kontraste führen, betäubt von der Monotonie des grau-weißen Lichts. Doch es gibt eine andere Welt, direkt hinter der morschen Perimeter-Mauer. Eine Welt der Jäger, der Zerrissenen, die in der verrottenden Wildnis nicht nur nach Überresten suchen, sondern nach etwas viel Flüchtigerem: einer Wahrheit, die der bleiche Himmel verschluckt hat. In dieser erstickenden Ordnung stößt ein Mann namens Kael auf einen Fehler im System - einen buchstäblichen Riss im Mauerwerk. Was er dahinter entdeckt, ist kein einfacher Eindringling, sondern eine lebende Anklage: eine Frau, deren Augen das giftige Granitgrau der Wildnis reflektieren und deren bloße Anwesenheit ein Fundament erschüttert - das Fundament seiner eigenen angepassten Realität. Sie trägt keine Waffen bei sich, außer einer Karte aus unlesbaren Symbolen und der gefährlichsten Währung von allen: einer Erinnerung. Sie spricht von einem Ort, an dem das Tuch der Welt dünn ist. Von einem Licht, das nicht sanft ist, sondern schneidend, das nicht wärmt, sondern enthüllt. Diese Geschichte folgt keinem lauten Aufstand. Sie ist das stille Knistern, bevor das Glas zerbricht. Es ist die Reise von einem, der gelernt hat, das Blass-Bleiche für das Einzige zu halten, zu den scharfen Kanten einer verborgenen Wirklichkeit. Was wartet in der sogenannten Senke der Spiegel, diesem Narrentheater aus geborstenem Glas? Ist es Wahnsinn, der dort lauert, oder eine Offenbarung so kalt und klar wie der Blick in einen eiskalten Spiegel? Und die entscheidende Frage ist nicht, ob das Mondlicht, von dem die Jäger flüstern, real ist. Die entscheidende Frage ist, ob ein Mensch, der sein ganzes Leben im gedämpften Licht verbracht hat, den schmerzhaften Schnitt der Wahrheit überhaupt ertragen kann. Wenn die sicheren Wände Ihrer Welt nur eine Illusion sind, wie weit würden Sie gehen, um den ersten, echten Schatten Ihres Lebens zu sehen? […]
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Das dichte Grün des Spreewaldes birgt mehr als nur Wasserwege und Stille. In seinem Kern pulsiert ein Geheimnis, älter als die Eichen und tiefer als die dunkelsten Flüsse. Einem Mann, dessen Tage in friedlicher Vergessenheit zu verrinnen schienen, wird dies auf unerwartete Weise offenbart. Ein flüchtiges Zeichen am Himmel wird zum Schlüssel, der eine Tür öffnet, die nicht für menschliche Augen bestimmt war. Hinter dieser Schwelle verwandelt sich der bekannte Wald. Die Luft trägt Melodien, die keine menschliche Stimme singt, und in den Schatten regen sich Wächter aus Holz und Weisheit. Hier sprechen die Bäume, und ihre Geschichten sind aus Jahrhunderten gewoben. Ein versteckter See zeigt nicht das Gesicht des Betrachters, sondern die ungeschminkte Wahrheit seiner Seele - und die vergessenen Echos eines anderen Lebens. Welche Identität schlummert unter der Oberfläche des Alltags, bereit, durch einen Blick in dieses Wasser erwacht zu werden? Doch diese verborgene Welt steht unter einer Drohung. Ein Schatten legt sich über die magischen Pfade, ein brutales Echo aus alten Legenden. Der Mann, der nur Zuschauer sein wollte, findet sich plötzlich im Zentrum eines uralten Konflikts wieder. Seine neu entdeckte Vergangenheit wird zur einzigen Waffe gegen eine Gefahr, die alles zu verschlingen droht, was er gerade erst zu verstehen beginnt. Kann die Erinnerung an einen längst begrabenen Mut ausreichen, um das Dunkel zu bezwingen? Die wahre Prüfung liegt nicht im Kampf allein, sondern in dem, was danach kommt. Ein funkelnder Schatz verspricht ewigen Reichtum, doch sein Glanz wirft eine entscheidende Frage auf: Was ist der höchste Wert eines erfüllten Lebens? Ist es der Besitz, oder ist es das Wissen, das im Herzen zurückbleibt? Die Antwort wird seine Welt für immer verändern. Und selbst nach der Rückkehr in die vertraute Stille bleibt eine letzte, unausgesprochene Frage in der Luft, so subtil wie das Flüstern der Blätter: War diese Reise ein einmaliges Wunder - oder wartet die verborgene Tür im Wald nur darauf, für den nächsten Würdigen wieder aufzugehen? […]
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Tief im Spreewald, wo das Wasser in tausend silbernen Adern durch moosgrünes Land fließt und die alten Weiden ihre Geheimnisse raunen, lebt ein König, den kaum einer kennt. Seine Krone ist aus Schilf, sein Thron das Wurzelwerk uralter Erlen. Hier, zwischen glitzernden Wiesen und Flüssen, die Geschichten murmelnd weiterreichen, herrscht eine Magie, die nur wenige Augen je zu sehen bekamen. Doch an diesem Abend liegt mehr in der Luft als nur der Duft von nassem Torf und wildem Hopfen. Eine Verabredung steht an, an einem einsamen Abschlagwehr, wo das Betreten eigentlich streng verboten ist. Sie treffen sich dort, wo das Nordflies in das Große Flies mündet, an einem Ort mit einer nüchternen Hausnummer, die nichts von der Zauberei ahnen lässt, die sich dort entfaltet. Der eine ist ein Herrscher mit einem Lachen so warm wie Sonne auf Wasserlinsen. Der andere ist ein Riese, geformt aus dem Fluss selbst, mit Armen, die nach Algen riechen, und Wimpern, die Tropfen wie Tränen halten. Ihre gemeinsame Sprache ist das goldene, sprudelnde Bier der Lausitz, ihr Ritual ein herzhaftes Mahl unter dem Sternenzelt. Doch heute ist alles anders. Das Funkeln in den nassen Augen des Riesen erzählt nicht von Durst, sondern von einem anderen, unstillbaren Verlangen. Eine zitternde Liebeserklärung hallt über das dunkle Wasser, verwirrend und unerwartet. Sie stellt eine Welt auf den Kopf, die bisher nur aus fröhlicher Freundschaft und kühlen Krügen bestand. Was folgt, ist ein Tanz aus Verwirrung und seltsam erwachenden Gefühlen, begleitet von Tranceklängen und dem verschwörerischen Gesang zweier Onkel aus dem Schattenreich. Plötzlich erkennt der König in der eigenen brummenden Brust ein Echo des fremden Geständnisses - ein Gefühl, so mächtig und ungebeten wie die Flut im Frühjahr. Werden sie jemals wieder einfach nur zwei Freunde sein, die ihr Bier teilen? Oder hat der Spreewald an dieser verwunschenen Schleuse ein ganz anderes Schicksal für sie gebraut? Die Antwort liegt im nächsten zaghaften Lächeln, im nächsten angebotenen Glas - und in der verbotenen Tiefe des Wassers, das sie für immer trennen oder vereinen könnte. […]
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Im Hundehütten-Tal, wo der Nebel sich an Märchen klammert und die Bäume flüstern, was die Karten längst vergessen haben, beginnt der Pfad ins Unbekannte. Hier, zwischen moosbedeckten Steinen und Luft, die nach geheimnisvollen Blüten duftet, verschwinden Dinge. Nicht nur Gegenstände, sondern auch Erinnerungen. Ein Mädchen folgt der Spur eines verlorenen Spielzeugs tiefer in diesen Wald hinein, als je zuvor, angetrieben von einer Liebe, die stärker ist als die Warnungen im Rauschen der Blätter. Doch der Wald gibt nichts zurück, ohne einen Preis zu fordern. Seine erste Gabe ist ein stacheliger Begleiter in absonderlicher Kleidung, dessen Augen nicht tierisch, sondern wissend glänzen und der auf Steine mit eingravierten Karten zeigt, die zu Orten führen, die es nicht geben dürfte. Die Suche führt zu einer Lichtung, wo Häuser aus puren Leckereien stehen - eine verlockende Falle, deren Zuckerfassaden uralte Siegel bergen. Bevor der Hunger sie besiegen kann, bricht Hexengelächter die Stille. Eine finstere Gestalt schwebt über dem Boden, in ihren Krallen hält sie den gefangenen Schatz des Mädchens. Die Befreiung ist kein simpler Kampf, sondern ein Handel. Die Hexe verlangt keine Kostbarkeit, sondern eine Erinnerung. Einen kostbaren Moment aus der Vergangenheit. Wird sie opfern, was sie liebt, um zu retten, was sie sucht? Der Fuchs flüstert von Gegengeschäften und zieht glühende Runen in den Boden, während ein uralter, bannbrechender Gesang aus dem eigenen Herzen des Mädchens aufsteigt. Doch jeder Sieg hinterlässt eine Spur. Dunkle Linien unter der Haut, ein Pulsieren, das nicht von ihrem eigenen Herzschlag stammt. Als sich der Boden auftut, stürzt sie hinab in ein vergessenes Reich unter den Wurzeln, eine stille Stadt aus schimmerndem Kristall, erfüllt von den gespenstischen Echos einer untergegangenen Zivilisation. Hier schlummern nicht nur Steine, sondern Geschichten, die nach einem Träger verlangen. Die Rückkehr ins vertraute Dorf bringt keine Ruhe, denn die Bewohner blicken sie an, als sei sie ein Geist. Ein alter Mann am Brunnen kennt die Wahrheit: Nur wer aus dem tiefen Wald zurückkehrt, trägt die Last der Erinnerung in sich. Das Wasser des Brunnens zeigt, was war, und das Flüstern aus der Tiefe verspricht, dass nichts jemals wirklich endet. Der Fluch - oder die Gabe - ist angenommen. Der Fuchs an ihrer Seite weiß, dass das letzte Kapitel dieser Märchen noch nicht geschrieben ist, und die Schatten zwischen den Bäumen formen bereits neue, unausgesprochene Namen. […]
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An den Ufern der Havel, wo das Wasser träge vorbeizieht und der Nebel sich an kalten Morgen wie ein schweigender Zeuge über die Szenerie legt, werden Geheimnisse nicht begraben, sondern angespült. In einer Kleinstadt, die ihre Idylle wie einen Schild vor sich herträgt, wird eine grausame Entdeckung gemacht: eine Frau, zum Schweigen gebracht, ihr Leben ausgelöscht im eisigen Wasser des Flusses. Sie ist nicht die Erste. Ein Muster des Schreckens zeichnet sich ab, ein Jäger, der im Schutz der Dunkelheit zuschlägt und seine Spuren im Schlamm zurücklässt. Die Ermittlungen führen in eine Welt aus scheinbarer Ordnung und heimlichen Abgründen, in der jeder ein Geheimnis hütet und Blicke sich schnell abwenden. Der entscheidende Durchbruch kommt nicht von lauten Geständnissen oder offensichtlichen Beweisen, sondern von der stillsten Quelle: Ein Kind, das das Unsagbare gesehen hat und dessen Sprache die Gewalt geraubt hat. Seine Welt besteht nun aus Farben und Linien auf Papier, aus Zeichnungen, die Schreckliches erahnen lassen. Eine beharrliche Ermittlerin, getrieben von der Sehnsucht nach Gerechtigkeit, beginnt diese stummen Zeichen zu entziffern. Sie stößt auf Widerstand, auf Mauern des Schweigens, die von Angst und Macht errichtet wurden. Doch das Wasser gibt seine Beweise preis. Ein Sturm spült einen Gegenstand an Land, der nicht ins Bild der idyllischen Kleinstadt passt - eine Taschenlampe, deren greller Schein nicht erhellt, sondern entschleiert. Ihre Spur führt in die Mitte der Gesellschaft, zu einem Mann, den alle zu kennen glauben. Die Erkenntnis bricht sich Bahn: Das wahre Grauen lauert nicht im Dunkeln, es tritt dir bei Sonnenlicht entgegen und lächelt dir zu. Kann die Wahrheit die Last der Stille brechen und ans Licht kommen, bevor das Wasser ein weiteres Geheimnis für sich beansprucht? […]
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Es ist Frühstückszeit, meldete Joe; wir müssen schon mit Kaffee und conservirtem Fleisch vorlieb nehmen, bis Herr Kennedy Gelegenheit gefunden hat, uns mit einem guten Stück Wildpret zu versorgen. Die Ueberlieferung berichtet, daß dieser Berg erzittert, sobald ein Muselmann ihn betritt. Nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches und dem Verlust des Jemens mit seinen wichtigen Kaffeeanbaugebieten, stand man vor einem großen Problem, denn für den Anbau von Kaffee eignete sich das kühlere und trockene Klima der neuen türkischen Republik nicht. 1924 genehmigte schließlich das türkische Parlament den Anbau von Tee in der Region mit dem milden, regenreichen Klima. Nach mehreren missglückten Versuchen (unter anderem in Bursa) fand man schließlich an der Schwarzmeerküste rund um die Stadt Rize ein geeignetes Klima für den Teeanbau. Aus diesem Grund experimentierte man mit dem Anbau von Teepflanzen. Der entscheidende Hinweis dafür kam vermutlich von den Russen, die bereits zuvor auf der anderen Seite der Grenze in Georgien erfolgreich Tee kultiviert hatten, und somit rund um Batumi das nördlichste Teeanbaugebiet der Welt geschaffen hatten. Nur sehr alte Leute, die sich aus dem zwanzigsten Jahrhundert noch die Lust an den alkoholfreien Weinen, an den nikotinfreien Zigarren und dem coffeinfreien Kaffee bewahrt haben die einzige Form, in der Genußmittel noch zu finden sind schleichen zu dem einen oder andern geheimen Automaten, um dort die niedrigen Bedürfnisse zu befriedigen, die die jüngere Generation verachtet. Der männliche und der weibliche Typus sind in so hohem Grade verschmolzen, daß der Blick nur durch gewisse, aus Zweckmäßigkeitsgründen noch beibehaltene Verschiedenheiten in der Kleidung die Geschlechter unterscheiden kann. Seine Eßpillen nimmt jeder aus seiner Schachtel ein. Wenn diese masculinfreien Männer und femininfreien Frauen zusammentreffen, dann ist der einzige Stimulus der Austausch sozialallgemeinmenschlicher Gedanken. Man trifft sich in Sport- und Diskussionsklubs zu einem Verkehr, welcher keine materiellen Genüsse verlangt. […]
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Was irdisch, wurde der Erde Raub; bekränze den Hügel, den Staub zum Staub. Dann aber den tränenden Blick hinauf: Die Liebe, sie höret nimmer auf! Wer heiß geliebt und wer hoch gestrebt, der ist nicht begraben und tot, der lebt - Opa und Oma schreiben ihren Jahresrückblick. Aber was die Gottlosen gerne wollten, ist verdorben und verloren. Das Gebet derer, die im freien Felde herumgejagt, in Sträuchern beschädigt u. ausgeplündert oder sonst in Ängsten waren, drang durch die Wolken zum himmlischen Vater. Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Du weißt nur, dass du weitermachen musst, dass du weiter durch diese Landschaft wandern musst, auch wenn du nicht weißt, wohin dein Weg führt. Denn eines Tages wirst du es wissen. Eines Tages wird sich alles klären, und du wirst endlich den Frieden und die Liebe finden, nach denen du dich so sehr gesehnt hast. Bis dahin wirst du kämpfen und weiter wandern, durch die Schönheit und die Dunkelheit, auf der Suche nach dem Licht am Ende des Tunnels. Ich suchte mir die Weitere nebst der französischen und italienischen Ausdrucksform noch mehr berühmt durchzuführen, und ich beförderte es auch so weit, daß ich kein Bedenken trug, nachdem ich einen Kalte Jahreszeit ebd. zugebracht, mich der öffentlichen Heilpraktiker Prüfung der Gottesgelehrten zu beugen. Man setzt eine Ehre darin, erst darüber hinaus der Schneelinie, wo das Unser aller endet, recht frei und leicht zu atmen, und aus Verachtung derer, die dort unten das Sympathie der Menge in Anforderung nehmen, erliegt man der Versuchung, sich selber zu einer Höhe emporzuschwingen, wohin nicht der Ahnung, sondern der Stolz zu wachsen gebietet. […]
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Nieselburg schläft nie ganz, selbst wenn die Laternen flackern und der Regen unaufhörlich durch die engen Gassen rinnt. Tropfen schlagen auf die Pflastersteine, sammeln sich in Rinnen, flüstern in dunklen Ecken, wo Schatten lauern und Erinnerungen verborgen liegen. Jeder Winkel der Stadt erzählt Geschichten, doch manche sind so alt, dass sie nur noch in Träumen oder zwischen vergessenen Buchseiten existieren. Lisa, Timmy und Ben verbringen ihre Sommer in Gummistiefeln und mit Taschenlampen in den Händen. Ihr Reich ist der Regen, ihr Gesetz ist die Neugier, ihr Ziel ist das Unbekannte. In einer Stadt, in der feuchte Mauern Geheimnisse bewahren und Fenster wie blinde Augen in die Nacht blicken, finden sie Rätsel, die lange niemand mehr gestellt hat. Und eines Nachts sehen sie ihn. Ein Schatten huscht über die Wand des alten Museums, schwarz und lautlos, nicht zu greifen, nicht zu fassen. Die Kinder beobachten, notieren, planen. Sie folgen der Spur, umrunden das Gemäuer, bis sie eine Tür entdecken, die nicht mehr existieren sollte. Moos bedeckt das Holz, die Klinke ist kalt, der Atem stockt, als sie sich mit einem leisen Knarren öffnet. Dahinter liegt Dunkelheit, eine Stille, die atmet, eine Geschichte, die nur darauf wartet, enthüllt zu werden. Jede Legende hat einen Ursprung, jede Spur führt irgendwohin. Im Herzen des Museums, zwischen Staub und vergessenen Gemälden, begegnen sie einem Gesicht, das sie längst kennen. Ein Blick aus längst verblichenen Farben, ein Mann, der einst lebte, als die Nächte noch heller waren. Doch warum ist er hier, verborgen hinter Schatten, die zu verschwinden scheinen, sobald man sie greifen will? Als die Kinder tiefer in die Geheimnisse von Nieselburg vordringen, beginnt sich die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufzulösen. Sie dachten, sie wären Detektive in einem harmlosen Spiel, doch das Spiel war schon lange vor ihnen da. Die Stadt erzählt ihre eigene Geschichte, und nicht jeder, der einst verschwand, ist wirklich fort. Noch bevor der Sommer vergeht, wird Nieselburg eine Wahrheit offenbaren, die der Regen seit Jahrzehnten verbirgt. Manche Geheimnisse sind wie Schatten - sie lassen sich nicht vertreiben, sie verschieben sich nur mit dem Licht. Und das Fenster von Herrn Grauwolf bleibt offen, als würde es lauschen. […]
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In den frühen Morgenstunden, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tau auf den Wiesen glitzern lassen, erwacht die Natur zu neuem Leben. Ein Hase mit glänzendem Fell und wachen Augen hoppelt durch das hohe Gras, seine Sinne geschärft, bereit für die Abenteuer des Tages. Die Luft ist erfüllt vom Duft blühender Lilien, deren weiße Blüten im Sonnenlicht leuchten und dem Hasen den Weg weisen. Mit jedem Sprung erkundet er die Vielfalt seiner Umgebung. Er passiert plätschernde Bäche, deren klares Wasser die Farben des Himmels widerspiegelt, und Felder, auf denen der Wind sanft durch die Halme streicht. Die Welt ist ein Mosaik aus Farben und Klängen, ein Paradies für ein wissensdurstiges Geschöpf wie ihn. Doch nicht alles ist friedlich in diesem Idyll. In der Ferne erhebt sich ein dunkler Schatten. Ein Raubvogel, zieht seine Kreise, auf der Suche nach Beute. Der Hase erkennt die Gefahr, seine Muskeln spannen sich an, bereit zur Flucht. Doch anstatt in Panik zu verfallen, vertraut er auf seine Schnelligkeit und seine Kenntnis des Terrains. Mit blitzschnellen Haken und Sprüngen entkommt er dem Blick des Jägers und findet Zuflucht in einem dichten Gebüsch, wo die Lilien ihm Schutz bieten. Die Stunden vergehen, und die Sonne erreicht ihren Zenit. Der Hase ruht sich im Schatten eines großen Baumes aus, seine Ohren zucken bei jedem Geräusch, doch seine Haltung bleibt entspannt. Er weiß, dass die Welt voller Gefahren ist, doch ebenso voller Schönheit und Möglichkeiten. Sein Herz schlägt im Rhythmus der Natur, und er ist ein Teil dieses ewigen Kreislaufs von Leben und Überleben. Der Abend naht und der Himmel erstrahlt in warmen Farben, der Hase macht sich auf den Rückweg zu seinem Bau. Die Lilien neigen ihre Köpfe, sie wünschen ihm gute Nacht, und die ersten Sterne blinken am Firmament. Ein weiterer Tag voller Erlebnisse geht zu Ende, doch das Versprechen eines neuen Abenteuers liegt bereits in der Luft. In der Stille der Nacht, umgeben von der Geborgenheit seines Unterschlupfs, schließt der Hase die Augen. Seine Träume sind erfüllt von weiten Wiesen, leuchtenden Lilien und dem wärmenden Sonnenschein, ein perfekter Tag, der in der Erinnerung weiterlebt und die Vorfreude auf das Morgen nährt. […]
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Die Pfaffenmat, ein uraltes Waldgebiet nahe Wettin, verhüllt Geheimnisse im feuchten Morgendunst. Uralte Eichen recken knorrige Äste in den Himmel, ihr Blätterdach teilt das Licht zu einem schimmernden Flickenteppich auf dem moosbewachsenen Boden. Hier, wo der Ruf einer unberechenbaren Jagd seit jeher durch die Bäume hallt, regt sich etwas Ursprüngliches, das tiefer geht als der Wind. Der Geruch von Erde, Pilzen und Nadelholz liegt schwer in der Luft, und manchmal, wenn die Welt stillsteht, vernimmt man ein fernes Bellen und einen eigenartigen Ruf, Echos einer anderen Zeit, die in diesen unberührten Wäldern lauert. Was, wenn die Natur selbst Zeuge eines unheimlichen Paktes wurde? Eines sonnigen Tages durchbricht ein aufgeregtes Kläffen die ländliche Ruhe, ein unwiderstehlicher Sog zieht den Mann hinaus aus seiner bescheidenen Hütte. Die Neugier, genährt seit Kindheitstagen voller alter Sagen, treibt ihn zum Rande des Waldes. Dort, wo das Dickicht beginnt, begegnet er einer Gestalt, so groß wie ein Baum, so still wie ein Schatten, deren Augen ein uraltes Wissen verrieten. Eine Einladung wird ausgesprochen, eine Entscheidung getroffen, die das Leben des Mannes unwiderruflich verändert. Was treibt jemanden dazu, sich einer solchen Jagd anzuschließen? Und welche geheimnisvollen Belohnungen warten in den Tiefen der Wildnis auf jene, die den Mut dazu finden? Die Jagd währt stundenlang, eine atemlose Hatz, die den Mann in seinen Bann zieht. Die Sonne senkt sich, taucht den Wald in ein goldrotes Licht, als das Treiben endet und ein besonderes Geschenk überreicht wird: eine prächtige Pferdekeule, glatt und dunkel glänzend. Doch das ist nur der Anfang. In der Stille der folgenden Nacht, als der Schlaf fernbleibt, dringt ein leises Klopfen, ein rhythmisches Klappern von der Weide. Ein unheimlicher Tanz beginnt, eine dunkle Silhouette im Mondlicht, die seine Schafe in panisches Blöken versetzt. Wer oder was verleiht diesem Objekt ein Eigenleben? Und wie kann ein einfacher Gegenstand solchen Schrecken verbreiten? Die wachsende Verzweiflung der Herde spiegelt die Ratlosigkeit des Mannes wider. Hilfe wird gesucht, bei denen, die Weisheit und Wissen besitzen. Doch die Antwort auf das unheimliche Phänomen scheint in uralten Bräuchen zu liegen, in Gesetzen, die die Welt der Menschen mit den mysteriösen Kräften des Waldes verbinden. Eine ungewöhnliche Lösung wird vorgeschlagen, ein letzter, verzweifelter Versuch, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Wird er den Mut aufbringen, das Unfassbare zu tun? Und was geschieht, wenn die Magie sich erfüllt und das Rätsel gelöst ist? Ein Abenteuer, das das Unmögliche berührt und für immer in Erinnerung bleiben wird. […]
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Da rollt ein dumpfer Donner durchs Haus, die Wand erbebt, und still in grauer Kutte der Mönch durchs Zimmer schwebt, und schwindet durch die Mauer - der Jüngling aber stand und blickte ruhig seitwärts, hin, wo der Geist verschwand. Des Winters Stürme tosen wild durch die todte Flur; Meister und Schüler kosen von Kräften der Natur. Ein Armer war gekommen hülflos an diesen Ort; ein Zauberlehrling lauscht schon auf seines Meisters Wort. Der harmlos wirkende Mann aus der Nachbarschaft hatte mindestens 30 Frauen vergewaltigt und ermordet. Mittlerweile hat er mehr als 2000 Verbrechergehirne durchleuchtet: Drogensüchtige und Vergewaltiger, Mörder und Betrüger, Jugendliche, Frauen und Männer. Er ließ einen Wohnwagen zu einem mobilen Labor umbauen. Wo normalerweise Klappbetten, Küchenecke und Bänke wären, finden in dieser Version ein speziell angefertigter fMRT-Scanner und ein Extra-Raum für die Techniker Platz. Statt die Gefangenen in ein Krankenhaus oder eine Forschungsinstitution zu bringen ein Alptraum in Sachen Sicherheitsvorkehrungen und Bürokratie stellt er seit 2007 seinen Wohnwagen in den Innenhöfen der Gefängnisse ab. So kommt er schneller voran: Konnte er zuvor 250 Probanden in 15 Jahren scannen, schafft er nun ca. 500 pro Jahr. Was er so findet, bestätigt nicht nur die Validität des von Hare entwickelten Psychopathen-Tests. Kiehl hat auch eine Theorie, was im Gehirn von Psychopathen schief läuft. Mann Du Hast Zu Schweigen Ehe Du Das Messer Erhebst, Ich schätzte deswegen dieses Urteil keiner Antwort würdig, sondern schwieg solange stille, bis ich endlich durch das unermüdete Anhalten meiner Feinde überwunden ward, welche mein Stillschweigen einer Trägheit oder Furcht zuschrieben. Ich ward mit Gewalt unter die dänischen Geschichtschreiber gerechnet, da ich doch keine dänische Historie, sondern einen kurzen Begriff der Universalhistorie geschrieben hatte. Und überdem war ich auch damals, wie ich zuerst Hand an dieses Werk legte, noch nicht zu reifen Jahren gekommen. Ich nahm diese Beschuldigung im Anfange sehr kaltsinnig auf und hielte es nicht der Mühe wert zu sein, wegen einer Sache zu streiten, die an sich selbst falsch war. […]
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Wenn die dunkle Winterzeit über das Land zieht, erwacht in einer kalten, sternenklaren Nacht eine alte Legende zum Leben. Es ist die Nikolausnacht, in der sich Türen zur Vergangenheit öffnen, in der Geschichten von Großzügigkeit und Ermahnung erzählt werden, die seit Jahrhunderten in den Herzen der Menschen leben. Schnee fällt leise auf Straßen und Dächer, jedes Geräusch wird gedämpft, jede Bewegung wirkt geheimnisvoll. In dieser Nacht erwacht der Nikolaus, der stille Wohltäter, der Kinder mit Geschenken segnet, aber nicht allein. An seiner Seite schreitet eine düstere Gestalt, gekleidet in grobe Kleidung und beladen mit einer Rute - Knecht Ruprecht, der Mahner und Warner, der die Schattenseite der Legende verkörpert. Die Stadt wird zu einer stillen Bühne, beleuchtet nur vom Licht der Laternen und Kerzen, die in den Fenstern flackern. Der Nikolaus, mit goldenem Gewand und gütigem Blick, klopft an Türen, gefüllt mit Freude und Hoffnung. Seine Schritte hallen in den engen Gassen wider, seine Präsenz bringt einen Hauch von Magie. Doch hinter ihm lauert Ruprecht, mit strengem Blick und schweren Schritten, der die Regeln der Nacht nicht vergisst. Die Guten werden belohnt, die Unartigen erinnert, dass Respekt und Anstand niemals vernachlässigt werden dürfen. Es ist eine Lektion, die in dieser Nacht die Grenzen von Licht und Dunkelheit verschwimmen lässt. Die Nikolausnacht ist ein Spiegel, der zeigt, wie das Gute im Verborgenen leuchtet, wie jeder Fehler Raum zur Besserung gibt. Die Kinder, erwartungsvoll und aufgeregt, lauschen auf jedes Geräusch, das über den schneeweißen Hof schleicht. Jedes Klopfen lässt ihre Herzen höherschlagen, jedes leise Rauschen ist eine Spur der beiden geheimnisvollen Besucher. Es nicht nur eine Nacht für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen, die an die Bedeutung der Gaben erinnert werden, die nicht in Gold und Spielzeug gemessen werden. Es ist eine Nacht der Einkehr, der Traditionen und der Magie, die tief in uns schlummert. Die Geschichte des Nikolaus und Knecht Ruprecht erzählt von Licht, das durch Schatten stärker leuchtet, von Werten, die über Generationen weitergegeben werden, und von einer Zeit, in der sich die Stille des Winters mit der Hoffnung auf ein besseres Morgen vereint. Erlebe die Nikolausnacht, ihre Geheimnisse und ihre Lektionen. Sie lädt uns ein, innezuhalten, zurückzublicken und den Zauber zu spüren, der im Schnee, im Winterwind und in den funkelnden Augen derer lebt, die an Wunder glauben. […]
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Das erste Lied, das ich gesungen, um die Kritik war mir nicht gram, von meinen Lippen ist's geklungen so frisch, wie's mir vom Herzen kam. Ich reimte "sehnen" mit "erkennen" und "dich" mit "nicht" und "Tag" mit "Nacht", doch kann kein Fürst sich reicher nennen, als mich mein erstes Lied gemacht. Das Kunstgefühl für Maß und Einheit hat mich kein Menschenmund gelehrt, mit Silbenzahl und Formenreinheit hatt' ich mir nie das Herz beschwert. Ich ahnte nur, daß tief im Grunde der Zukunft weltverloren schlief ein Etwas, das mir jede Stunde ein "Singe!" in die Seele rief! Welches Gras ist das eigentlich? Meine Wahl fiel auf eine Weltbeschreibung in welcher man zwar noch Wundermenschen mit Hundsköpfen oder einem so breiten Fuß, daß er beim Ausruhen im Gras als Sonnenschirm sich benützen ließ, doch aber auch manches Nützliche fand. Als nun einst in der Schule die Aufgabe gestellt wurde, es solle jeder sechs Städtenamen auf die Tafel schreiben, so brachten meine Kameraden vielleicht Saulgau, Riedlingen, Buchau, Biberach, Ehingen, Ulm fertig, während ich mit einem ganzen Haufen von Städten aus Italien und China und Amerika aufwartete. Der Lehrer schaute mich ganz verblüfft an. Auswendig hätte er selbst nicht so viele Namen gewußt. Woher ich das alles wisse, fragte er. Ich bekannte und war nun Hahn im Korb, was mich antrieb, auch in 50 den anderen Lerngegenständen allen Fleiß zu verwenden und die Süßigkeit des ersten Platzes dauernd zu verschmecken. Gras am Wegesrand fragwürdiger Snack zwischendurch. Ebenso sollte weiterhin der gesamte Garten von verwelkten Blüten befreit werden. Wer mag, kann die Samen von noch nicht abgeschnittenen Blüten sammeln. Der August ist Pflanzzeit für Madonnen-Lilien, Steppenlilien und Herbst-Krokusse. Pfingstrosen sollten, wenn unbedingt notwendig, im August umgesetzt werden. So manche Pflanze bekommt jetzt ihre letzte Düngung: die Hortensie beispielsweise. Der Rasen sollte weiter auf etwas mehr als fünf Zentimeter gehalten werden, Rasenkanten sollte im August nachgestochen werden, damit das Gras nicht in die Beete hineinwächst. Rosenschneiden und Algenbekämpfung sind auch im August aktuell. Achtung Insektenfallen: Wasserbehälter können unfreiwillig zu Sammelbecken verendeter Insekten werden. […]
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Da fiel es Cyrus Smith noch ein, im Halbdunkel die große ringförmige Abplattung, auf welcher der zweite Bergkegel ruhte, näher in Augenschein zu nehmen. Bevor er sich zur Ruhe begäbe, wollte er sich überzeugen, ob man rings um diesen Kegel herumgehen könne, für den Fall, daß dessen Seiten zu steil aufstiegen, um den Gipfel selbst erreichen zu können. Der Gedanke hieran beschäftigte ihn unausgesetzt, denn möglicher Weise war der ringförmige Absatz an der Seite, nach welcher sich der obere Kegel neigte, nicht gangbar. Vermochte man aber weder die Spitze des Berges zu erklimmen, noch seine Basis zu umkreisen, so verfehlte man, so lange der westliche Theil der Umgebung nicht zu überblicken war, ja den ganzen Zweck des unternommenen Ausflugs. In manchen Nächten ist der Eingang zu diesem unterirdischen Gewölbe am Berge deutlich sichtbar. Vor Jahren, als noch die Postwagen zwischen Dresden und Bautzen verkehrten und die hellen Klänge des Posthornes in Schmiedefeld gehört wurden, geschah es in einer mondhellen Frühlingsnacht, daß einem Postknechte, der eben am Kapellenberge vorüberfuhr und ein lustiges Stücklein geblasen hatte, vom Berge her ein graubärtiges Männlein winkte. Da öffnet sich plötzlich der Berg. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. Um einem etwaigen Angriff vorzubeugen, sammelte der Herzog von Weimar am 30. März bei Alost 7000 Mann u. 30 Kanonen, wozu noch 3000 Mann unter Wallmoden kamen, welcher unter den Befehlen des Kronprinzen von Schweden bei Löwen stand, u. wollte mit diesem Corps Maison in der Front angreifen, während Thielmann mit 9000 Mann denselben in der Flanke von Oudenaarde aus bedrohen sollte. […]
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Die Mitternacht zog näher schon; In stiller Ruh' lag Babylon. Nur oben in des Königs Schloß, Da flackert's, da lärmt des Königs Troß. Dort oben in dem Königssaal Belsazar hielt sein Königsmahl. Wenn alle eingeschlafen waren, stand er um Mitternacht auf, zündete ein Kirchenlicht aus Wachs an, stieg auf den Ofen, schlug das Buch auf und las bis zum Morgen. Man gedachte seiner im Zuchthause mit Achtung. Nach etwa drei Tagen starb er im Krankenhause. Man meldete es dem Major; dieser brauste auf und kam sofort selbst ins Zuchthaus. Der Arrestant stürzte sich über ihn mit einem schon früher vorbereiteten Ziegelstein, traf ihn aber nicht. Man packte ihn, stellte ihn vors Gericht und unterzog ihn einer Körperstrafe. Vor dem Tode sagte er, daß er niemand etwas Böses gewünscht und nur leiden gewollt habe, übrigens gehörte er keiner Sekte an. Dies alles spielte sich sehr schnell ab. Es war aufgefallen, daß er fast nie mit jemand sprach. Man hielt ihn für etwas geistesgestört. Er verstand zu lesen und las das ganze letzte Jahr ständig in der Bibel, bei Tag und bei Nacht. Eines Tages ging er zum Unteroffizier und erklärte ihm, daß er nicht zur Arbeit gehen wolle. Ein Transit durch die Luft, schien ihm die leichteste Sache von der Welt zu sein, wenn der Geist der Finsternis in schauervoller Mitternacht seinen Fledermausfittich darzu herleihen wollte. Entweder war der Schutzpatron des Grafen wachsamer als der, welchem Herzog Heinrich die Obhut seiner Seele anvertrauet hatte, und wehrte kräftig ab, daß der böse Feind keine Macht noch Gewalt an ihm finden konnte; oder dem Geiste, der in der Luft herrscht, war der Speditionshandel in diesem seinem Elemente dadurch verleidet, daß er von Herzog Heinrich, um die stipulierte Fracht, dennoch geprellt wurde. Wenn indessen eine wandernde Maus zwischen der Vertäfelung der Wände zur Nachtzeit kraspelte, wähnte er flugs, der höllische Proteus signaliere seine dienstfertige Ankunft, und zuweilen brachte er schon in Gedanken den Frachtakkord mit ihm vorläufig in Richtigkeit. […]
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Zwischen Akten, dunkeln Wänden Bannt mich, Freiheitbegehrenden, Nun des Lebens strenge Pflicht, Und aus Schränken, Aktenschichten Lachen mir die beleidigten Musen in das Amtsgesicht. Wenn auch die Zensoren vor Sulla jedesmal eine Liste von 300 Koepfen anfertigten, so traten doch zu dieser immer nnoch diejenigen Nichtsenatoren hinzu, die nach Abfassung der Liste bis zur Aufstellung der naechsten ein kurulisches Amt bekleideten; und nach Sulla gab es so viele Senatoren, als gerade Quaestorier am Leben waren. 8 Von einer festen Zahl der Senatoren kann genau genommen ueberhaupt nicht die Rede sein. Aber sicher hat es doch schon vor Sulla mehr als acht Quaestoren gegeben. Wohl aber ist anzunehmen, dass Sulla den Senat auf ungefaehr 00 bis 600 Koepfe zu bringen bedacht war; und diese Zahl ergibt sich, wenn jaehrlich 20 neue Mitglieder von durchschnittlich 30 Jahren eintraten und man die durchschnittliche Dauer der senatorischen Wuerde auf 2 bis 30 Jahre ansetzt. In einer stark besuchten Senatssitzung der ciceronischen Zeit waren 417 Mitglieder anwesend. Ich hatte dieses Amt aber kaum einige Monate verwaltet, da es mir schon so hart und beschwerlich schien, als wenn ich in die ärgste Sklaverei geraten wäre. Und obgleich meine kümmerlichen Umstände, da ich von allen Mitteln entblößt war, leicht diese edle Begierde hätten dämpfen sollen, so ward ich doch durch die vielen Beschwerlichkeiten, die ich allenthalben bemerkte, nur nnoch mehr aufgebracht und hielt um meine Erlassung an. Ich nahm mir deswegen vor, wenn ich von meiner Arbeit Ruhe hatte, sein Tagebuch durchzulesen, welches er auf seinen Reisen gehalten und worin er alle Merkwürdigkeiten, die er gesehen, aufgezeichnet hatte. Der Vizebischof hatte sich in seinen jüngern Jahren sehr lange in fremden Ländern aufgehalten und die meisten Reiche Europens gesehen. Es verlangte eben damals Magister Nicolaus Schmidt, Lektor der Theologie und Vizebischof in Bergen, einen Hofmeister bei seinen Kindern, und ich war so glücklich, daß ich diese Stelle erhielte. Hierdurch ward eine große Lust, außerhalb Landes zu reisen, in mir erwecket. Ich ließ mich auch von dem einmal gefaßten Vorsatze weder durch den Zorn meiner Anverwandten, nnoch durch die Vorstellung des Vizebischofs abwendig machen, welcher mich sehr ungerne von sich ließ, da er merkte, daß seine Kinder bereits durch meine Unterweisung sehr viel gefaßt hatten. […]
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die ewig gärt und nimmer trotz aller Gluten Segen schafft, das Abbild eines Strebens, das groß ist, doch vergebens, das schön ist, doch nur Schimmer. Unendlich einsam fühlt' ich mich, mir war's, als ob der warme aus meiner Brust der Odem wich, als sänke ich schon den kalten Planetischen Gewalten versteinert in die Arme. Und eine Sehnsucht ging mich an nach oft geschmähten Banden, mich zog's nach allem Weh und Wahn des Erdenlebens wieder. Erhöhter stieg ich nieder, als oben ich gestanden. Wie leuchtete das Licht so schön aus den gestirnten Fluren auf Buchten, Haine, Rebenhöhen durchs Dunkel der Kastanien! Die Nacht lag auf Campanien Und auf dem Meer azuren. Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret. Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun, die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun ist Feuer, Pest, und Tod, der Herz und Geist durchfähret. Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut. Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen. Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod, was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot, daß auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen. Wenn ich tot bin, möchte ich immerhin so eine Laterne sein, und die müßte vor deiner Türe sein und den fahlen Abend überstrahlen. Oder am Hafen, wo die großen Dampfer schlafen und wo die Mädchen lachen, würde ich wachen an einem schmalen schmutzigen Fleet und dem zublinzeln, der einsam geht. In einer engen Gasse möcht ich hängen als rote Blechlaterne vor einer Taverne und in Gedanken und im Nachtwind schwanken zu ihren Gesängen. Die Abgeschiedenen, so hab ich endlich dich gerettet mir aus der Menge wilden Reihn! Du bist in meinen Arm gekettet, du bist nun mein, nun einzig mein. […]
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